Neuausrichtung der neurologischen Versorgung in Bad Wildungen: Wicker Klinik stärkt Zukunftsfähigkeit

Die Wicker Kliniken reagieren auf die bundesweite Krankenhausreform und ordnen ihre Strukturen neu, um den steigenden Anforderungen an Ausstattung, Personalqualifikation und Kooperationen gerecht zu werden. Ziel ist es, die neurologische Versorgung in der Region nachhaltig zu stärken und zukunftsfähig zu gestalten.

Hintergrund der Neuausrichtung

Die bundesweite Krankenhausreform, getragen vom Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) und dem Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG), zielt auf eine bessere Versorgungsqualität und ein wirtschaftlich tragfähiges System. Künftig dürfen Krankenhäuser bestimmte Leistungen nur noch erbringen, wenn sie den entsprechenden Leistungsgruppen zugeordnet sind und alle Qualitätsvorgaben erfüllen.

Tanja Löwenstein, Mitglied der Geschäftsführung, betont, dass die Anpassung der Strukturen an die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen notwendig ist.

Integration der neurologischen Akutmedizin in die Werner Wicker Klinik

Ein zentraler Schritt der Neuausrichtung ist die Integration der neurologischen Akutmedizin und Frührehabilitation in die Werner Wicker Klinik. Dadurch entsteht ein hochspezialisiertes neurologisches Zentrum mit den eng verzahnten Bereichen Neurologie, Neurochirurgie und Intensivmedizin.

Vorteile der Integration

Die räumliche und strukturelle Nähe der Bereiche bietet Patientinnen und Patienten zahlreiche Vorteile:

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  • Verbesserte Notfallversorgung: Zeitkritische Notfälle wie Schlaganfälle oder Schädel-Hirn-Traumata können schneller und umfassender ohne Verlegung behandelt werden, da die Stroke Unit direkt an die Intensivstation angebunden wird.
  • Kürzere Behandlungswege: Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht eine effizientere Diagnostik und Therapie.
  • Höhere Strukturqualität: Die Werner Wicker Klinik erfüllt durch die Integration vollumfänglich die Anforderungen der Krankenhausreform.

Ausbau der neurologischen Rehabilitation in der Hardtwaldklinik I

Parallel zur Verlagerung der Krankenhausbereiche werden die Rehabereiche der Hardtwaldklinik I weiterentwickelt. Die neurologische Rehabilitation der Phasen C und D wird ausgebaut und um zusätzliche Kapazitäten erweitert.

"Stark in die Zukunft"

Das Projekt trägt den Titel „Stark in die Zukunft“, da es dauerhaft Qualität, Verlässlichkeit und Zukunftsfähigkeit der neurologischen Versorgung stärkt. Die Wicker Kliniken bleiben somit "der" Anbieter für die gesamte neurologische Versorgungskette in der Region.

Arbeitsplätze und Stellenabbau

Alle Mitarbeitenden in der Patientenversorgung des Krankenhausbereichs der Hardtwaldklinik I erhalten einen neuen Arbeitsplatz in der Werner Wicker Klinik. Dort wird der Krankenhausbereich unter besseren Rahmenbedingungen weiterbetrieben und entwickelt. In einzelnen Bereichen außerhalb der direkten Patientenversorgung der Hardtwaldklinik I wird es einen moderaten Stellenabbau geben. Nach Abschluss der Verhandlungen mit dem Konzernbetriebsrat und den Betriebsräten wird Klarheit über die weiteren Schritte bestehen.

Prüfung der Strukturanforderungen

Der Medizinische Dienst beginnt bereits ab 2025, die Erfüllung der Strukturanforderungen zu prüfen. Diese Prüfungen werden 2026 fortgesetzt und sind die Grundlage für die Zuteilung von Leistungsgruppen.

Neurologische Kompetenz in der Wicker Klinik

Die Abteilung für Neurologie der Wicker Klinik behandelt ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen, darunter Multiple Sklerose, primäre und sekundäre Kopfschmerzen sowie kognitive Störungen. Die Klinik ist von der DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft) als anerkanntes und empfohlenes MS-Zentrum zertifiziert.

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Schwerpunkte der Neurologie

Die Abteilung für Neurologie der Wicker Klinik behandelt folgende Krankheitsbilder:

  • Multiple Sklerose
  • Schlaganfälle verschiedenster Ursachen
  • Kopfschmerzen, Migräne, Spannungskopfschmerzen
  • Kognitive Störungen
  • Parkinson-Syndrom und andere neuro-degenerative Erkrankungen
  • Ataxien, gezieltes Trainingsprogramm
  • Bandscheibenvorfälle und andere Erkrankungen der Wirbelsäule mit neurologischen Auswirkungen
  • Folgen von Tumoren an Gehirn und Rückenmark
  • Anfallsleiden
  • Schädel-Hirn-Verletzungen
  • Seltene Erkrankungen (z. B. Post-Polio-Syndrom)

Therapeutisches Angebot

Das therapeutische Angebot der Neurologie umfasst:

  • Gezieltes Training beeinträchtigter Funktionen
  • Individuell abgestimmte Behandlungspläne
  • Sozialmedizinische Maßnahmen zur Unterstützung im beruflichen und häuslichen Bereich
  • Anschlussheilbehandlungen
  • Logopädie bei Sprach-, Sprech-, Schluck- und Stimmstörungen
  • Psychologische Beratung und indikationsspezifische Gesprächsgruppen
  • Neuropsychologie mit ausführlicher Testung und PC-gestütztem Hirnleistungstraining

MS-Zentrum Wicker Klinik

Die Wicker Klinik gilt als anerkanntes MS-Zentrum und ist nach den Kriterien der DMSG eine besonders geeignete Klinik für MS-Erkrankte.

Rehabilitation bei MS-Erkrankung

Nach einer gründlichen neurologischen Aufnahmeuntersuchung wird ein individueller Therapieplan nach den aktuellen Erkenntnissen der Rehabilitationsmedizin und der neurologischen Fachgesellschaften erstellt und mit dem Patienten besprochen.

Qualitätsmanagement und Patientensicherheit

Die Wicker Kliniken legen großen Wert auf Qualitätsmanagement und Patientensicherheit.

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Prävention von Gewalt und Missbrauch

Gemäß § 4 Absatz 2 der Qualitätsmanagement-Richtlinie haben Einrichtungen die Prävention von und Intervention bei Gewalt und Missbrauch als Teil des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements vorzusehen. Ziel ist es, Missbrauch und Gewalt insbesondere gegenüber vulnerablen Patientengruppen vorzubeugen, zu erkennen, adäquat darauf zu reagieren und auch innerhalb der Einrichtung zu verhindern. Das jeweilige Vorgehen wird an Einrichtungsgröße, Leistungsspektrum und den Patientinnen und Patienten ausgerichtet, um so passgenaue Lösungen zur Sensibilisierung der Teams sowie weitere geeignete vorbeugende und intervenierende Maßnahmen festzulegen.

Schutzkonzept für Kinder und Jugendliche

Gemäß § 4 Absatz 2 in Verbindung mit Teil B Abschnitt I § 1 der Qualitätsmanagement-Richtlinie haben sich Einrichtungen, die Kinder und Jugendliche versorgen, gezielt mit der Prävention von und Intervention bei (sexueller) Gewalt und Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen zu befassen (Risiko- und Gefährdungsanalyse) und - der Größe und Organisationsform der Einrichtung entsprechend - konkrete Schritte und Maßnahmen abzuleiten (Schutzkonzept).

Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)

AMTS ist die Gesamtheit der Maßnahmen zur Gewährleistung eines optimalen Medikationsprozesses mit dem Ziel, Medikationsfehler und damit vermeidbare Risiken für Patientinnen und Patienten bei der Arzneimitteltherapie zu verringern.

Instrumente und Maßnahmen zur Förderung der AMTS

Die Instrumente und Maßnahmen zur Förderung der Arzneimitteltherapiesicherheit werden mit Fokus auf den typischen Ablauf des Medikationsprozesses bei der stationären Patientenversorgung dargestellt. Eine Besonderheit des Medikationsprozesses im stationären Umfeld stellt das Überleitungsmanagement bei Aufnahme und Entlassung dar. Die im Folgenden gelisteten Instrumente und Maßnahmen adressieren Strukturelemente, z.B. besondere EDV-Ausstattung und Arbeitsmaterialien, sowie Prozessaspekte, wie Arbeitsbeschreibungen für besonders risikobehaftete Prozessschritte bzw. Konzepte zur Sicherung typischer Risikosituationen. Zusätzlich können bewährte Maßnahmen zur Vermeidung von bzw. zum Lernen aus Medikationsfehlern angegeben werden.

Aufnahme ins Krankenhaus, inklusive Anamnese

Dargestellt werden können Instrumente und Maßnahmen zur Ermittlung der bisherigen Medikation (Arzneimittelanamnese), der anschließenden klinischen Bewertung und der Umstellung auf die im Krankenhaus verfügbare Medikation (Hausliste), sowie zur Dokumentation, sowohl der ursprünglichen Medikation der Patientin oder des Patienten als auch der für die Krankenhausbehandlung angepassten Medikation.

Medikationsprozess im Krankenhaus

Im vorliegenden Rahmen wird beispielhaft von folgenden Teilprozessen ausgegangen: Arzneimittelanamnese - Verordnung - Patienteninformation - Arzneimittelabgabe - Arzneimittelanwendung - Dokumentation - Therapieüberwachung - Ergebnisbewertung. Dargestellt werden können hierzu Instrumente und Maßnahmen zur sicheren Arzneimittelverordnung, z. B. bezüglich Leserlichkeit, Eindeutigkeit und Vollständigkeit der Dokumentation, aber auch bezüglich Anwendungsgebiet, Wirksamkeit, Nutzen-Risiko-Verhältnis, Verträglichkeit (inklusive potentieller Kontraindikationen, Wechselwirkungen u. Ä.) und Ressourcenabwägungen. Außerdem können Angaben zur Unterstützung einer zuverlässigen Arzneimittelbestellung, -abgabe und -anwendung bzw. -verabreichung gemacht werden.

Entlassung

Dargestellt werden können insbesondere die Maßnahmen der Krankenhäuser, die sicherstellen, dass eine strukturierte und sichere Weitergabe von Informationen zur Arzneimitteltherapie an weiterbehandelnde Ärztinnen und Ärzte sowie die angemessene Ausstattung der Patientinnen und Patienten mit Arzneimittelinformationen, Medikationsplan und Medikamenten bzw.

Interdisziplinäre Versorgung

Die Versorgung der Patienten erfolgt durch ein interdisziplinäres und multiprofessionelles Team, bestehend aus Ärzten, examinierten Gesundheits- und Krankenpflegern, Psychologen, Neuropsychologen, Physio- und Sporttherapeuten, Masseuren, Ergotherapeuten, Logopäden, Diätassistenten und Sozialberatern.

Leistungsspektrum

Die Wicker Klinik bietet ein umfassendes Leistungsspektrum in den Bereichen Neurologie und Orthopädie.

  • Neurologie: Behandlung aller neurologischen Erkrankungen der Phasen D und C.
  • Orthopädie: Behandlung orthopädischer und unfallchirurgischer Erkrankungen und deren Krankheitsfolgen (ICF), sowohl bei degenerativen Erkrankungen als auch postoperativ und postakut (Anschlussheilbehandlungen und BGSW). Behandlung nach Gelenk - und Wirbelsäuleneingriffen, Schwer- und Schwerstverletzungen (Polytrauma). Ein besonderes Angebot stellt die Aufnahmeoption bis 190 kg Körpergewicht und die Aufnahmeoption bei Besiedlung mit multiresistenten Erregern (MRE) dar.

Diagnostik und Therapie

Die Wicker Klinik verfügt über moderne diagnostische Möglichkeiten und ein breites Spektrum an Therapien.

  • Diagnostik: Klin. Neurophysiologie, EEG, EMG, evoz. Potentiale, Dopplersonografie und Duplexsonografie, Schlafapnoescreening, neuropsychologische Diagnostik, umfassende Labordiagnostik, EKG, Ergometrie, Spirometrie, Sonografie, Echokardiografie, Langzeit-Blutdruckmessung, Langzeit-EKG.
  • Therapie: Physiotherapie, Sporttherapie, MTT, Ergotherapie, neuropsychologisches Training, Bewegungstherapie, Logopädie, Psychotherapie in Einzeltherapie und Gruppentherapie, Traumatherapie, Verhaltenstherapie und tiefenspsychologische fundierte Therapie, Kreativtherapie, Entspannungsverfahren, Sozialberatung, Gesundheitstraining, Ernährungsberatung, Physik.

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