Basenbeschwerden nach Spinalkanal-OP: Ursachen und Lösungsansätze

Rückenschmerzen sind in unserer modernen, oft von Stress und Bewegungsmangel geprägten Zeit ein weitverbreitetes Problem. Die Ursachen für diese Schmerzen sind vielfältig und können von harmlosen Verspannungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen wie einem Bandscheibenvorfall reichen. In diesem Artikel werden wir uns speziell mit den Ursachen von Basenbeschwerden nach einer Spinalkanal-OP auseinandersetzen und mögliche Lösungsansätze aufzeigen.

Einführung in die Problematik

Viele Menschen leiden unter chronischen Rückenproblemen, die oft in einem schmerzhaften Bandscheibenvorfall enden. In den meisten Fällen ist der untere Bereich der Lendenwirbelsäule betroffen, gefolgt von den Bandscheiben der Halswirbelsäule. Die Entstehung eines Bandscheibenvorfalls wird oft auf Faktoren wie schweres Heben, Übergewicht, ständiges Sitzen oder mangelnde Bewegung zurückgeführt. Es gibt jedoch weitere, oft unbeachtete Faktoren, die eine wichtige Rolle spielen können.

Der Spinalkanal und seine Bedeutung

Die Wirbelsäule besteht aus 24 beweglichen und 8 bis 10 unbeweglichen Wirbeln, die jeweils aus einem Wirbelkörper und verschiedenen knöchernen Wirbelfortsätzen bestehen. Zwischen den 24 beweglichen Wirbeln befindet sich jeweils eine Bandscheibe. Die übereinander angeordneten Wirbelkörper weisen jeweils an der gleichen Stelle eine Öffnung auf, sodass sich entlang der gesamten Wirbelsäule ein Kanal bildet, der als Wirbelkanal oder Spinalkanal bezeichnet wird. Aus den Wirbelkörpern tritt rechts und links je ein Spinalnerv aus.

Eine Engstelle im Spinalkanal kann durch Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke, Hypertrophie des hinteren Längsbandes und Bandscheibenvorwölbungen bzw. -vorfälle entstehen. Vor allem beim Gehen und vermehrter Lordose („Hohlkreuz“) kann es dabei zu Einklemmungen des Rückenmarks kommen. Typisches Symptom ist die Claudicatio spinalis („Schaufensterkrankheit“), die nach einer bestimmten Gehstrecke das Bein ermüden und schmerzen lässt.

Ursachen von Basenbeschwerden nach Spinalkanal-OP

Nach einer Spinalkanal-OP können verschiedene Ursachen zu Basenbeschwerden führen. Hier sind einige der wichtigsten Faktoren:

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Chronische Übersäuerung des Körpers

Eine chronische Übersäuerung des Körpers kann zu einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen führen, einschließlich Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfällen. Obwohl Zitrusfrüchte sauer schmecken, gehören sie zu den basischen Lebensmitteln.

Was ist Übersäuerung?

Man unterscheidet zwischen einer globalen Übersäuerung im Blut und einer lokalen Übersäuerung im Bindegewebe und in der Muskulatur. Die globale Übersäuerung kann akut oder latent sein. Eine akute Entgleisung des Säure-Basen-Haushaltes ist ein Notfall und muss medizinisch behandelt werden. Eine latente Übersäuerung entsteht, wenn der Körper über einen längeren Zeitraum Säuren nicht ausreichend ausscheiden oder neutralisieren kann.

Wie entsteht Übersäuerung?

Unsere Zellen produzieren während der normalen Stoffwechselprozesse Säuren wie Kohlensäure, Harnsäure und bei Sauerstoffmangelzuständen auch Milchsäure. Eine säurelastige Ernährung ist dabei nicht die alleinige Ursache.

Auswirkungen auf die Bandscheiben

Die Bandscheiben geben bei Belastung Flüssigkeit ab und nehmen sie in Ruhephasen wieder auf. Diese Flüssigkeitsaufnahme kann jedoch nur stattfinden, wenn der Körper kein chronisches Flüssigkeitsdefizit aufweist. Hält dieses Flüssigkeitsdefizit über einen längeren Zeitraum an, degenerieren die Bandscheiben.

Calcium ist ein Mineral, das im Vergleich zu anderen Mineralien im Körper in größeren Mengen vorhanden ist. Es befindet sich überwiegend in den Knochen und Zähnen, aber auch in den Bandscheiben. Bei einer chronischen Übersäuerung greift der Körper auf diese Calciumreserven zurück, um die Säuren zu neutralisieren. Dies kann zu einer Degeneration der Bandscheiben führen.

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Chronische Darmerkrankungen

Der Darm liegt in unmittelbarer Nähe der tiefliegenden Rumpf- und Rückenmuskeln sowie der Lendenwirbelsäule und dem Hüftbeugemuskel. Eine chronische Darmentzündung kann zu Muskelverspannungen und zur Verkürzung der stabilisierenden Längsbänder führen, wodurch sich die Wirbelkörper und die Bandscheiben zusammenziehen. Selbst scheinbar unspektakuläre Darmprobleme, wie z.B. ein chronischer Blähbauch oder ein chronisch überfüllter Darm, können die Ursache für chronische Rückenschmerzen sein, denn der überdehnte Darm kann die natürliche Position der Lendenwirbel verändern.

Eine chronische Darmentzündung hat immer auch eine Schädigung der empfindlichen Darmschleimhaut zur Folge. In den betroffenen Bereichen kommt es zu Muskelverspannungen sowie zur Verkürzung der stabilisierenden Längsbänder, wodurch sich die Wirbelkörper und die Bandscheiben zusammenziehen.

Psychische Überlastungen und Stress

Lang anhaltende Stresssituationen tragen ganz erheblich zur Entstehung von chronischen Krankheiten bei. In Urzeiten dienten Stresssituationen ausschließlich der optimalen Vorbereitung auf Kampf oder Flucht. Heute aber kämpft niemand in Stresssituationen, zumindest nicht körperlich. Und davonrennen tut auch keiner mehr. Also wartet die Muskulatur vergeblich auf die entsprechende Aktion und verkrampft schließlich, vor allem dann, wenn es sich um langanhaltenden, also chronischen Stress handelt.

Diagnostik von Rückenschmerzen

Eine präzise Diagnose ist entscheidend, um die geeignete Behandlung einzuleiten. Folgende diagnostische Verfahren können zur Anwendung kommen:

  • Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte und Beschreibung der Beschwerden.
  • Körperliche Untersuchung: Beurteilung der Haltung, Beweglichkeit und Muskelspannung.
  • Neurologische Untersuchung: Prüfung der Nervenfunktion, Reflexe und Sensibilität.
  • Bildgebende Verfahren:
    • Röntgen: Zur Darstellung knöcherner Veränderungen.
    • MRT (Kernspintomographie): Goldstandard zur Beurteilung von Bandscheiben, Nervenwurzeln, Rückenmark, Weichteilstrukturen und Entzündungen.
    • CT (Computertomographie): Zur Beurteilung knöcherner Veränderungen, z.B. bei Frakturen oder Arthrose.
    • Myelographie: Röntgen- oder CT-gestützte Darstellung des Nervenwasserraums nach Kontrastmittelgabe.
  • Elektrophysiologische Untersuchungen (EMG/ENG): Zur Unterscheidung zwischen Nervenschäden an der Wirbelsäule und Schäden weiter entfernt vom Rücken.
  • Laboruntersuchungen:
    • CRP (C-reaktives Protein): Entzündungsmarker im Blut, erhöht bei akuten Entzündungen.
    • Leukozytenzahl: Erhöht bei bakteriellen Infektionen.
    • Blutkulturen: Bei Verdacht auf eine bakterielle Streuung.
    • ANA (antinukleäre Antikörper): Basisdiagnostik bei Verdacht auf entzündlich-rheumatische Erkrankungen.
    • Alkalische Phosphatase (AP): Erhöht bei gesteigertem Knochenumbau.
    • Kreatinin, Harnstoff, Natrium, Kalium: Bei unklarer Rückenschmerzsymptomatik mit möglicher Nierenbeteiligung.
    • Tumormarker (CA 19-9, CEA, AFP u. a.): Bei Verdacht auf eine Tumorerkrankung.

Therapieansätze bei Basenbeschwerden nach Spinalkanal-OP

Die therapeutischen Ansätze zur Behandlung von Rückenleiden sind vielfältig und umfassen sowohl konservative als auch operative Methoden. Ziel ist es, den Betroffenen ein aktives und schmerzfreies Leben zu ermöglichen.

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Konservative Therapie

  • Schmerztherapie: Nebenwirkungsarme Schmerztherapie, z.B. Procain-Basen-Infusionen.
  • Manuelle Therapie: Osteopathie, Manuelle Medizin, Chiropraktik.
  • Physiotherapie: Balancierung der Muskulatur, des gesamten Rumpfes und der myofaszialen Ketten.
  • Akupunktur und Triggerpunkttherapie: Zur Lösung von Muskelverspannungen und Schmerzen.
  • Kinesiotaping: Zur Unterstützung der Muskulatur und Verbesserung der Körperhaltung.
  • Myofasziale Stoßwellentherapie: Zur Regulierung funktioneller Störungen der Muskulatur.
  • Hydrotherapeutische Behandlungen: Basenwickel und Basenbäder zur Regulierung des pH-Werts.
  • ZRT®-Matrix-Therapie: Anregung des Stoffwechsels und Reinigung des Gewebes durch Schwingungen.
  • Ernährungsumstellung: Reduzierung säurebildender Nahrungsmittel und Erhöhung basischer Lebensmittel.

Operative Therapie

Operative Eingriffe sind nur in Ausnahmefällen sinnvoll und notwendig, vor allem in Situationen, wo neurologische Ausfallerscheinungen wie Lähmungen und Inkontinenz auftreten. Bei starken Skoliosen und Instabilitäten der Wirbelsäule, zum Beispiel in Folge einer Fraktur, die das Risiko einer Querschnittslähmung mit sich bringen kann, kann eine Versteifung mittels Stäben und Schrauben notwendig sein.

Spezifische Maßnahmen zur Behandlung von Basenbeschwerden

  • Entsäuerung des Körpers:
    • Basenüberschüssige Ernährung: Vermeidung säurebildender Lebensmittel wie Fleisch, Zucker und Weißmehlprodukte und stattdessen reichlich Gemüse, Obst, Salate und Kräuter.
    • Basische Bäder und Wickel: Zur Unterstützung der Entsäuerung über die Haut.
    • Basenpulver: Zur Neutralisierung überschüssiger Säuren im Körper.
    • Trinken von basischem Wasser: Um die Ausscheidung von Säuren über die Nieren zu fördern.
  • Darmsanierung:
    • Darmreinigung: Zur Entfernung von Schlacken und Giftstoffen aus dem Darm.
    • Probiotika: Zur Förderung einer gesunden Darmflora.
    • Präbiotika: Zur Unterstützung des Wachstums der guten Darmbakterien.
  • Stressreduktion:
    • Entspannungstechniken: Yoga, Meditation, autogenes Training.
    • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität zur Stressbewältigung.
    • Psychotherapie: Bei Bedarf zur Bearbeitung von psychischen Belastungen.
  • Faszientherapie:
    • Faszienrollenmassage: Zur Lösung von Verklebungen und Verspannungen im Bindegewebe.
    • Dehnübungen: Zur Verbesserung der Flexibilität und Elastizität der Faszien.
    • Osteopathie: Zur ganzheitlichen Behandlung von Faszien und Muskeln.
  • Entzündungshemmende Ernährung:
    • Omega-3-Fettsäuren: Enthalten in fettem Fisch, Leinöl und Hanföl.
    • Magnesium: Enthalten in Nüssen, Samen, Vollkornprodukten und grünem Gemüse.
    • Antioxidantien: Enthalten in Obst, Gemüse und Kräutern.

Manuelle Therapien als ergänzende Behandlung

Manuelle Therapien nehmen den menschlichen Bewegungsapparat in den Blick und basieren auf speziellen Handgriff- und Mobilisationstechniken. Sie eignen sich für reversible Beschwerden und umfassen verschiedene Methoden wie Osteopathie, Chiropraktik und Shiatsu.

Osteopathie

Die Osteopathie geht davon aus, dass Bewegungseinschränkungen zu Krankheiten und Beschwerden führen können. Osteopathen verwenden sanften, gezielten Druck oder kräftiges Bohren, um Blockaden zu lösen und die natürliche Funktion des betroffenen Bereichs wiederherzustellen.

Chiropraktik

Die Chiropraktik konzentriert sich auf die Vitalisierung der Lebenskraft durch das Nervensystem. Chiropraktiker "renken" falsch sitzende Wirbel wieder ein, um Schmerzen zu lindern und die Nervenfunktion zu verbessern.

Shiatsu

Shiatsu ist eine japanische Methode, die auf der Wissenschaft des Qui basiert. Shiatsu-Therapeuten arbeiten mit Druck und Dehnung des Körpergewebes, um das Energiefeld des Menschen zu harmonisieren und Blockaden zu lösen.

Weitere unterstützende Maßnahmen

  • Kollagenpräparate: Zur Unterstützung der Stabilität und Flexibilität der Bandscheiben.
  • Siliziumpräparate: Zur Förderung der Kollagenbildung.
  • Bewegung auf dem Fußballen: Entlastet die Wirbelsäule und erzeugt ein leichtes Körpergefühl.

Wichtige Hinweise für die Zeit nach der Operation

  • Verbandswechsel: Regelmäßiger Verbandswechsel nach Anweisung des Arztes.
  • Fadenentfernung: Nach ca. 14 Tagen durch den Hausarzt oder Orthopäden.
  • Thrombosespritzen: Solange der Fuß nicht voll belastet wird oder wie im Arztbrief empfohlen.
  • Schmerzmittel: Nach Bedarf, aber nicht länger als 7-10 Tage.
  • Magenschutz: Bei Einnahme von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac.
  • Autofahren: Erst wenn der Fuß schmerzfrei voll belastet werden kann und kein Therapieschuh mehr getragen wird.
  • Sport: Frühestens ab der 3. Woche nach der Operation mit angelegtem Therapieschuh.
  • Lymphdrainage: Je nach Bedarf und Schwellneigung ab der 1. Woche.
  • Physiotherapie: Meist ab der 4. Woche, nachdem die Wundheilung abgeschlossen ist.

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