Basenbad gegen Migräne: Linderung und Prävention

Migräne und Kopfschmerzen sind weit verbreitet. In Deutschland leiden etwa 54 Millionen Menschen unter anfallsweisen oder chronischen Kopfschmerzen. Diese können die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Es gibt viele Mythen und Hausmittel, die Linderung versprechen. Eines davon ist das Basenbad. Ob es tatsächlich hilft und was es dabei zu beachten gilt, wird im Folgenden erläutert.

Was ist ein Basenbad?

Ein Basenbad ist ein Bad in Wasser, dem basische Mineralsalze zugesetzt wurden. Das Ziel ist es, den pH-Wert des Badewassers zu erhöhen, um so die Haut bei der Ausscheidung von Säuren zu unterstützen. Der Begriff "Basisches Badesalz" ist patentrechtlich nicht geschützt. Es ist daher ratsam, Teststreifen zu verwenden, um den pH-Wert des Wassers zu bestimmen und sicherzustellen, dass das Produkt tatsächlich basisch wirkt. Idealerweise sollte der pH-Wert des Badewassers bei etwa 8 liegen.

Wie funktioniert ein Basenbad?

Die Idee hinter dem Basenbad ist, dass es den Körper bei der Entsäuerung unterstützen kann. Im Alltag entstehen Säuren im Körper durch Stoffwechselprozesse, Ernährung und Stress. Wenn der Körper nicht in der Lage ist, diese Säuren ausreichend auszuscheiden, kann es zu einer Übersäuerung kommen. Diese wird umgangssprachlich häufig als Übersäuerung bezeichnet. Eine bestimmte Form der Azidose, nämlich insbesondere die respiratorische Azidose, kann oft mit Kopfschmerzen einhergehen.

Das Basenbad soll helfen, die Säuren über die Haut auszuleiten. Durch den erhöhten pH-Wert des Badewassers wird die Haut angeregt, Säuren und Schlacken abzugeben. Dies kann dazu beitragen, den Säure-Basen-Haushalt des Körpers wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Die Rolle des Säure-Basen-Haushalts

Der Säure-Basen-Haushalt spielt eine entscheidende Rolle für viele Körperfunktionen. Um die Homöostase (Gleichgewichtszustand) des Organismus und ein ordnungsgemäßes Funktionieren einer Vielzahl an biologischen Prozessen zu gewährleisten, wird der Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Körpers innerhalb sehr enger Grenzen konstant gehalten. So beträgt der pH-Wert des Blutes, welcher ein Maß für den sauren Charakter einer wässrigen Lösung darstellt, unter physiologischen Bedingungen 7,37 bis 7,43. Sinkt der pH-Wert unter diesen Normbereich, so spricht man in der Medizin von einer Azidose.

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Eine chronische Übersäuerung kann sich durch verschiedene Symptome äußern, wie Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Sodbrennen, geschädigte Herz-Kreis-Lauferkrankungen (Elektrolyte regeln Nerventätigkeit und Gefäßerweiterungen!), Kopfschmerzen oder Migräne. Eine latente metabolische Azidose, bei der die Pufferkapazitäten des Körpers reduziert sind, bleibt oft über Jahrzehnte unentdeckt.

Anwendung des Basenbades

Um ein Basenbad anzuwenden, benötigt man ein geeignetes basisches Badesalz. Hat man letztendlich ein geeignetes basisches Badesalz gefunden, gibt man etwas davon ins heiße Badewasser, lässt es vollständig auflösen und bestimmt den pH-Wert. Idealerweise sollte dieser in etwa bei 8 liegen. Die Badedauer beträgt in der Regel 20 bis 30 Minuten. Als Unterstützung zu einer Basen-Fastenkur können Basenbäder bis zu drei Mal wöchentlich angewandt werden, da sie die Ausscheidung der gelösten Giftstoffe optimal unterstützen.

Alternativen für Nicht-Badewannenbesitzer

Und auch wer keine Badewanne besitzt, muss nicht darauf verzichten. Dafür in einer Schüssel oder einem Eimer heißes Wasser mit dem basischen Badesalz mischen und Handtücher damit tränken. Diese können dann um Arme, Beine und den Oberkörper gewickelt werden. Auch basische Fußbäder sind eine Option: 2 x wöchentlich 1 Esslöffel im Badewasser auflösen; Badedauer ca. 20-30 Minuten.

Verstärkung des Effekts

Wer den Effekt des Basenbades zusätzlich verstärken und seine Haut so richtig verwöhnen möchte, kann vor dem Bad ein basisches Peeling machen. Dadurch werden abgestorbene Hautschuppen gelöst und die Haut optimal auf das Basenbad vorbereitet. Basische Körperpflegeprodukte machen die Haut zudem zart und geschmeidig. Die Haut wird optimal mit Feuchtigkeit versorgt.

Basenbad bei Migräne

Migräne oder Kopfschmerzen durch Übersäuerung (Azidose): Säuren werden als Milch- und Kohlensäure im Stoffwechsel bei der Verarbeitung von Eiweiß und Kohlenhydraten sowie in arbeitenden Muskeln gebildet. Wenn der Abtransport von Säuren gestört ist, weil man dem Körper zu viele Säuren - beispielsweise durch die Nahrung - zuführt, oder wenn nicht genügend Basen zur Neutralisation zur Verfügung stehen, kommt es zu einer Übersäuerung. Die Folgen können unter anderem Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen sein. Zudem fördert eine Azidose aber auch Kopfschmerzen und Migräne. Eine schwere Form der Übersäuerung, die sogenannte respiratorische Azidose, kann ebenso oft zu Kopfschmerzen führen.

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Basenbäder können bei Migräne helfen, indem sie den Körper bei der Entsäuerung unterstützen und somit die Ursachen der Kopfschmerzen bekämpfen. Die Neutralisation der Übersäuerung kann durch eine Umstellung der Ernährung auf eine überwiegend basische Kost erfolgen. Basentherapeutika aus der Apotheke können als Unterstützung für eine schnelle Entsäuerung herangezogen werden. Gemäßigte Bewegung an der frischen Luft regt den Kreislauf an und stellt dem Körper ausreichend Sauerstoff zur Verfügung. Da aber generell der Lebenswandel auch Einfluss auf Kopfschmerzen oder Migräne hat, sollte dieser genau unter die Lupe genommen werden, um negative Faktoren, wie beispielsweise übermäßigen Stress, zu erkennen und somit auch zu vermeiden.

Basenbad während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft liegt das Kind im basischen Milieu des Fruchtwassers mit einem pH-Wert von etwas über 8. Es schützt den Fötus vor Pilzen und Flechten, da diese ausschließlich in saurem Milieu überleben und versorgt das heranwachsende Leben optimal mit allem was es braucht. Die natürliche Entgiftung des weiblichen Körpers entfällt durch das Ausbleiben der Periode, so dass es schnell zu einer Übersäuerung kommen kann. Basische Bäder können diesen Prozess übernehmen und den Körper dabei unterstützen, Giftstoffe über die Haut auszuleiten. Basische Körperpflegeprodukte machen die Haut zudem zart und geschmeidig. Die Haut wird optimal mit Feuchtigkeit versorgt und gegen die große Belastung während der Schwangerschaft gewappnet.

Basenbad in den Wechseljahren

Besonders in den Wechseljahren kommt es häufig zur Übersäuerung, da sich in dieser Zeit oft mehrere Faktoren überschneiden. So verändert sich die Hormonproduktion im ganzen Körper und muss sich erst wieder einpendeln. Hinzu kommt, dass man sich mit dem Alter meist weniger bewegt und schneller unter einer erhöhten Stressbelastung leiden kann. Ebenso wie in der Schwangerschaft, fällt auch in der Menopause die Periode als wichtiger Entgiftungsmechanismus weg und Schlacken können sich leichter ansammeln. Der Körper versucht, durch zeitweise Erhöhung der Temperatur die sich ansammelnden Schlacken regelrecht zu verbrennen: Die Folge sind die für die Wechseljahre so typischen Hitzewallungen. Körperpflegeprodukte mit einem sauren pH-Wert verstopfen zudem die Poren und verstärken Schweißausbrüche und das Gefühl von Hitze.

Basenbad für Männer

Bei Männern in der Andropause kommt es statt zu Hitzewallungen eher zu Haarausfall. Eine Übersäuerung der Kopfhaut macht sich meist aber schon deutlich früher bemerkbar: Schuppen, trockene Haut und Juckreiz sind oftmals erste Anzeichen.

Weitere Maßnahmen zur Entsäuerung

Optimal wäre es natürlich, wenn sich Basenbäder, basische Ernährung und regelmäßige Bewegung zu einer ganzheitlichen Methode für ein gesundes Leben ergänzen.

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Ernährung

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle zum Ausgleich des Säure-Basen-Haushaltes. Menschen, die zur Übersäuerung neigen, sollten säurebildende Nahrungsmittel reduzieren. Stattdessen sollten basische Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Nüsse und Getreidesorten (z. B. Hirse, Quinoa) bevorzugt werden. Der Geschmack eines Lebensmittels sagt dabei nichts über die Zuordnung zu basisch oder säurebildend aus.

Bewegung

Gemäßigte Bewegung an der frischen Luft regt den Kreislauf an und stellt dem Körper ausreichend Sauerstoff zur Verfügung. Wer regelmäßig aeroben Ausdauersport betreibt, kann Migräneattacken vorbeugen. Woher die Wirkung kommt - durch die Entspannung beim Sport oder spezifische Trainingseffekte - ist unklar. Nach Ansicht der Leitlinienautoren ist Ausdauersport noch aus einem weiteren Grund sinnvoll: Menschen mit Adipositas könnten eine Gewichtsreduktion erzielen. Vorteilhaft, da Adipositas auch mit einer höheren Kopfschmerzfrequenz einhergehe.

Stressreduktion

Vor allem nach einem stressigen Tag kann man so vollkommen entspannen. Da aber generell der Lebenswandel auch Einfluss auf Kopfschmerzen oder Migräne hat, sollte dieser genau unter die Lupe genommen werden, um negative Faktoren, wie beispielsweise übermäßigen Stress, zu erkennen und somit auch zu vermeiden.

Wann ist Vorsicht geboten?

Generell sind basische Bäder für die meisten Menschen gut geeignet, um einer chronischen Übersäuerung durch mildes Entschlacken vorzubeugen. Wer allerdings unter schwerwiegenderen gesundheitlichen Problemen, wie zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck, oder Herzbeschwerden leidet, sollte zunächst Rücksprache mit dem Hausarzt halten und sich ausführlich beraten lassen, wie Basenbäder am Besten anzuwenden sind. Aber auch für Menschen, die keinerlei Beschwerden haben, bieten basische Bäder die optimale Ergänzung zu einer ohnehin schon gesunden Lebensweise. Besonders bei unterschiedlicher Belastungen für die Haut durch die verschiedenen Wetterphasen im Jahr. Ein basisches Bad hilft hier nicht nur, sich an einem kalten Wintertag so richtig schön aufzuwärmen, sondern macht auch die Haut wieder zart und geschmeidig und spendet viel Feuchtigkeit. Ein anderes Extrem ist der Sommer, wenn die Haut einer deutlich höheren UV-Strahlung ausgesetzt wird.

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