Einführung
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, anfallsartige Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Es gibt verschiedene Formen von Migräne, darunter die Migräne mit Aura und die Migräne ohne Aura. Eine spezielle Form ist die Migräne mit Hirnstammaura, früher als Basilaris-Migräne bekannt. Dieser Artikel befasst sich detailliert mit der Basilaris-Migräne, ihren Symptomen, Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten, einschließlich der Verwendung von Aspirin.
Was ist Basilaris-Migräne?
Die Migräne mit Hirnstammaura, auch bekannt als Basilaris-Migräne oder Basilarmigräne, ist eine seltene und heftige Form der Migräne. Der Begriff "Basilaris" bezieht sich auf die Arteria basilaris, die Hirnhauptschlagader, die durch die Vereinigung der rechten und linken Wirbelsäulenschlagader entsteht und den Hirnstamm, das Kleinhirn und das Innenohr versorgt. Bei dieser Migräneform ist meist der Hirnstamm betroffen, was zu einer Vielzahl von neurologischen Symptomen führen kann.
Symptome der Basilaris-Migräne
Die Symptome der Basilaris-Migräne sind vielfältig und können von Person zu Person unterschiedlich sein. Häufig treten mehrere Symptome gleichzeitig auf. Zu den typischen Symptomen gehören:
- Visuelle Störungen: Augenflimmern, vorübergehende Blindheit, Gesichtsfeldausfälle, Flimmerskotome (Flimmern vor den Augen), helle Zacken (Fortifikationen), Doppelbilder
- Neurologische Symptome: Schwindel (Drehschwindel, Schwankschwindel), Tinnitus, Hörstörungen, Sprachstörungen, Bewegungsstörungen (Ataxie), Taubheitsgefühle oder Kribbeln im Gesicht oder den Extremitäten, Lähmungserscheinungen (Paraparese)
- Weitere Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Bewusstseinsverlust (Synkope), Verwirrtheit, Angstzustände
In sehr seltenen Fällen kann es zu einem Locked-in-Syndrom, längerem Koma oder Schlaganfall kommen.
Ursachen und Auslöser
Die genauen Ursachen der Basilaris-Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass eine Entzündung an den Blutgefäßen im Gehirn durch eine Fehlfunktion von Botenstoffen eine Rolle spielt. Auch genetische Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen, da Migräne häufig familiär gehäuft auftritt.
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Bestimmte Faktoren können eine Migräneattacke wahrscheinlicher machen oder auslösen. Diese Faktoren werden als Migräne-Trigger bezeichnet. Zu den häufigsten Triggern gehören:
- Wetterumschwünge: Extreme Wetterumschwünge von schön nach schlecht oder umgekehrt, Temperaturabfall oder starke Temperaturschwankungen
- Stress: Körperlicher oder seelischer Stress
- Hormonelle Veränderungen: Menstruation, Eisprung
- Bestimmte Lebensmittel und Getränke: Rotwein, Käse, Schokolade, bestimmte Früchte
- Schlafstörungen: Schlafmangel oder unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
- Weitere Faktoren: Lärm, Licht, Gerüche, bestimmte Medikamente
Es ist hilfreich, ein Schmerztagebuch zu führen, um individuelle Trigger zu identifizieren.
Diagnose
Die Diagnose der Basilaris-Migräne basiert auf den berichteten Symptomen und einer neurologischen Untersuchung. Es ist wichtig, andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen, wie z. B. einen Schlaganfall oder eine andere neurologische Erkrankung. In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie eine Computer- oder Kernspintomografie des Schädels und Gehirns erforderlich sein.
Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) hat spezifische Kriterien für die Diagnose der Migräne mit Hirnstammaura festgelegt. Diese Kriterien umfassen:
- Mindestens zwei Attacken, die die Kriterien für Migräne mit Aura erfüllen
- Aura-Symptome, die vollständig reversibel sind und mindestens eines der folgenden Symptome aufweisen:
- Dysarthrie (Sprechstörung)
- Schwindel
- Tinnitus
- Vermindertes Hörvermögen
- Doppelbilder
- Visuelle Symptome auf beiden Seiten
- Koordinationsstörungen
- Vermindertes Bewusstseinsniveau
- Keine andere Ursache für die Symptome
Behandlung
Die Behandlung der Basilaris-Migräne zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit der Attacken zu reduzieren. Die Behandlung kann sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Ansätze umfassen.
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Akutbehandlung
Die Akutbehandlung zielt darauf ab, die Symptome während einer Migräneattacke zu lindern. Zu den möglichen Medikamenten gehören:
- Schmerzmittel: Migräne-Aspirin, Dolormin Migräne, Spalt Migräne, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen
- Triptane: Diese Medikamente wirken gefäßverengend und können bei manchen Patienten wirksam sein, sollten aber bei Basilaris-Migräne mit Vorsicht eingesetzt werden, da sie das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen können. In einigen Beipackzetteln von Triptanen wird explizit vor der Anwendung bei Migräne mit Hirnstammaura gewarnt.
- Antiemetika: Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen wie Metoclopramid oder Domperidon
Es ist wichtig zu beachten, dass die normalen Mittel zur Vorbeugung gegen Migräneanfälle bei Basilaris-Migräne oft wirkungslos sind und auch die Akut-Medikation scheint hier nicht zu helfen.
Prophylaktische Behandlung
Die prophylaktische Behandlung zielt darauf ab, die Häufigkeit und Schwere der Migräneattacken zu reduzieren. Zu den möglichen Medikamenten gehören:
- Betablocker: Propranolol, Metoprolol
- Antidepressiva: Amitriptylin, Nortriptylin
- Antiepileptika: Valproinsäure, Topiramat
- CGRP-Antikörper: Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab
Die Auswahl des geeigneten Medikaments hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. der Häufigkeit und Schwere der Attacken, Begleiterkrankungen und möglichen Nebenwirkungen.
Nicht-medikamentöse Behandlung
Neben Medikamenten können auch nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Behandlung der Basilaris-Migräne eingesetzt werden:
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- Ergotherapie: Psychologische Hilfe, um mit der Migräne, der Unsicherheit und der Verzweiflung besser fertig zu werden
- Entspannungstechniken: Progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Yoga
- Biofeedback: Erlernen der Kontrolle über Körperfunktionen wie Herzfrequenz und Muskelspannung
- Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus: Ausreichend Schlaf und regelmäßige Schlafzeiten
- Vermeidung von Triggern: Identifizierung und Vermeidung individueller Trigger
- Ausdauersport: Regelmäßige körperliche Aktivität wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren
- Akupunktur: Obwohl die Wirksamkeit von Akupunktur bei Migräne umstritten ist, berichten einige Patienten von einer Linderung ihrer Beschwerden.
Aspirin bei Basilaris-Migräne
Aspirin, auch bekannt als Acetylsalicylsäure (ASS), ist ein Schmerzmittel, das bei verschiedenen Arten von Kopfschmerzen eingesetzt wird, einschließlich Migräne. Es wirkt, indem es die Produktion von Prostaglandinen hemmt, Substanzen, die an der Entstehung von Schmerzen und Entzündungen beteiligt sind.
Bei einer akuten Migräneattacke können übliche Migränemittel wie Migräne-Aspirin möglicherweise eine gewisse Linderung verschaffen. Allerdings ist die Wirksamkeit von Aspirin bei Basilaris-Migräne nicht ausreichend belegt. Da Triptane bei dieser Migräneform mit Vorsicht eingesetzt werden sollten, kann Aspirin eine Option zur Linderung der Kopfschmerzen sein, jedoch sollte dies immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen.
Es ist wichtig zu beachten, dass Aspirin nicht für jeden geeignet ist. Es kann Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden, Übelkeit und ein erhöhtes Blutungsrisiko verursachen. Bei manchen Menschen ist Aspirin kontraindiziert, z. B. bei Aspirinallergie, Asthma bronchiale oder Magen-Darm-Geschwüren.
Persönliche Erfahrungen und Bewältigungsstrategien
Die Bewältigung der Basilaris-Migräne kann eine Herausforderung sein, da die Symptome unvorhersehbar und beeinträchtigend sein können. Es ist wichtig, Strategien zu entwickeln, um mit den Anfällen umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern.
Einige persönliche Erfahrungen und Bewältigungsstrategien sind:
- Ruhe und Entspannung: Halb sitzend, halb liegend auf dem Sofa, Beine hoch und möglichst keine Bewegung. Den Kopf in ein "Hörnchen" lehnen, damit der Hinterkopf nicht aufliegt.
- Schmerztagebuch: Führen eines Schmerztagebuchs, um Trigger zu identifizieren und den Verlauf der Migräne zu dokumentieren.
- Notfallausweis: Tragen eines Notfallausweises mit Informationen über die Diagnose und Symptome, um im Notfall Hilfe zu erhalten.
- Unterstützung suchen: Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen oder Online-Foren.
- Anpassung des Lebensstils: Anpassung des Lebensstils, um Trigger zu vermeiden und Stress zu reduzieren.
- Ergotherapie: In Anspruch nehmen von Ergotherapie, um psychologische Unterstützung zu erhalten und Bewältigungsstrategien zu erlernen.
Spezialisierte Behandlungseinrichtungen
Für Patienten mit schwer behandelbarer Migräne kann eine spezialisierte Behandlungseinrichtung eine Option sein. Diese Kliniken bieten eine umfassende Betreuung durch ein multidisziplinäres Team von Ärzten, Psychologen und Therapeuten. Ein Beispiel für eine solche Einrichtung ist die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel, die spezielle Therapien für Migräne und andere Kopfschmerzformen anbietet.