BDSM Würge-Ohnmacht: Risiken, Techniken und Sicherheitsvorkehrungen

Choking, auch bekannt als Würgen beim Sex, ist eine verbreitete Praktik in der BDSM-Community. Viele Menschen suchen beim Sex nach Nervenkitzel und intensiven Erfahrungen und finden Choking faszinierend. Dieser Artikel liefert grundlegendes Wissen über Choking, geht auf Vorsichtsmaßnahmen, verschiedene Techniken und geeignete Accessoires ein, um eine bereichernde und vor allem sichere Choking-Erfahrung zu ermöglichen.

Was ist Choking?

Beim Choking, auch Breath Play genannt, wird die Atmung des Partners durch Würgetechniken kontrolliert oder eingeschränkt, um Lust und Erregung zu steigern. Würgen beim Sex ist nicht neu, hat aber in der heutigen BDSM-Community wieder an Popularität gewonnen.

Der Reiz des Choking

Der Reiz beim Choking liegt im Anstieg des Adrenalinspiegels und der Freisetzung von Endorphinen. Das Gefühl des Sauerstoffmangels kann den Orgasmus intensivieren und die empfundene Lust steigern. Die Psychologie hinter dem BDSM-Atemspiel ist komplex und von Person zu Person unterschiedlich.

Sicherheit geht vor: Klare Absprachen und Safewords

Die Grundlage jeder BDSM-Spielart, auch des Breath Plays, sind klare Absprachen und ein einvernehmliches Vorgehen. Bevor Sie mit dem Würgen beim Sex beginnen, sollten Sie sich über Ihre Grenzen und Erwartungen unterhalten und klare Sicherheitssignale miteinander vereinbaren. Legen Sie ein Safeword oder eine Geste fest, sodass alle Beteiligten jederzeit signalisieren können, dass sie eine Pause brauchen.

Risiken des Choking

Choking ist nicht ungefährlich. Bei unsachgemäßer Ausführung kann es zu Hirnschäden, Ohnmachtsanfällen oder sogar zum Tod führen. Um diese Risiken zu minimieren, wird empfohlen, sich niemals selbst zu strangulieren und immer eine andere Person dabei zu haben.

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  • Körperliche Risiken: Hirnschäden, Quetschungen, Verletzung der Halsschlagader (kann zum Horner-Syndrom führen), Sehkraftverlust, Schlaganfälle, Herzinfarkte, Lähmungen, Tod.
  • Psychische Risiken: Emotionales Trauma, Reaktivierung schmerzhafter Erinnerungen, Traurigkeit, Einsamkeit, Depressionen, überwältigende Ängste.

Achten Sie auf Warnzeichen wie Bewusstlosigkeit, Veränderungen der Hautfarbe (insbesondere bläuliche Verfärbungen), Atembeschwerden oder Krampfanfälle. Wenn eines dieser Anzeichen auftritt, sollten Sie sofort mit dem Würgen aufhören, die Atemwege frei machen und gegebenenfalls den Notarzt rufen.

Sich selbst bei der Selbstbefriedigung den Sauerstoff zu entziehen, um die eigene Lust zu intensivieren, ist äußerst gefährlich und wird nicht empfohlen, da es dabei zu schweren Unfällen kommen kann.

Vertrauen und Kommunikation

Wenn Ihr Partner Ihnen die Luftzufuhr einschränkt, brauchen Sie viel Vertrauen zueinander und eine gute Kommunikation miteinander. Der dominante Part sollte währenddessen immer die Reaktionen des devoten Parts beobachten und bei Bedarf sofort reagieren können.

Techniken und Hilfsmittel für Choking

Es gibt verschiedene Choking-Level:

  • Light Choking: Leichtes Würgen per Hand.
  • Strangulation: Stärkere Methode, die die Atemzufuhr temporär verhindern soll.
  • Prop Choking: Erschwerung oder Verhinderung der Luftzufuhr durch externe Requisiten (z.B. Latexmaske, Tape über dem Mund).

Geeignete Hilfsmittel

  • Bondage-Seile: Können verwendet werden, um einen leichten, kontrollierten Druck auf den Hals auszuüben.
  • BDSM-Halsbänder: Können so angepasst werden, dass sie einen leichten Druck auf den Hals ausüben. Es ist empfehlenswert, Modelle zu wählen, die speziell für Bondage-Praktiken entwickelt wurden und sich schnell und unkompliziert öffnen lassen.
  • Gurte: Ermöglichen eine sehr präzise Atemkontrolle. Sie sollten so angelegt werden, dass sie bei Bedarf schnell gelockert werden können.
  • BDSM-Kopfmasken: Insbesondere solche, die Nase und Mund bedecken, können ebenfalls gut verwendet werden, um die Sauerstoffzufuhr zu beschränken. Sie müssen so gestaltet sein, dass sie eine genaue Kontrolle der Atmung ermöglichen und über Ventile oder Mechanismen verfügen, die eine schnelle Sauerstoffzufuhr ermöglichen.

Sicherheitsregeln bei der Verwendung von Hilfsmitteln

  • Sich informieren: Bevor Sie Bondage-Seile, BDSM-Halsbänder, Gurte oder BDSM-Kopfmasken einsetzen, sollten Sie sich über diese Accessoires, die Verwendungsmöglichkeiten, Methoden und Risiken informieren. Praktische Informationen und Tipps finden Sie in einschlägigen Foren.
  • Auf Rückmeldungen achten: Mit einem Safeword oder einer entsprechenden Geste können Sie sich in einer Notsituation schnell bemerkbar machen. Der dominante Part muss den devoten Part immer im Blick behalten, um rechtzeitig sehen oder spüren zu können, dass eine Pause oder eine Unterbrechung erforderlich ist.
  • Den Partner im Blick behalten: Wird ein Hilfsmittel zum Würgen verwendet, sollten Sie dieses nur gemeinsam verwenden. Diese verfügen meist über integrierte Sicherheitsvorkehrungen.

Die Sache mit der Panik

Vergessen Sie nicht, vorab ein Safeword zu verabreden, auf dessen Nennung hin das Würgespiel sofort abgebrochen wird. Zur Sicherheit setzen Sie auf ein nonverbales Signal, denn wer nicht atmen kann, kann sich nicht unbedingt klar artikulieren. Hilfreich kann sein, den dominanten Partner anzutippen oder Brummlaute zu äußern. Denkbar sind auch Gegenstände, die fallengelassen werden können, eine erhobene Hand oder Fingerzeichen.

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Techniken für Choking beim Sex

  1. Auf dem Rücken liegend gewürgt werden:
    • Missionarsstellung: Der männliche Partner liegt auf seiner Partnerin und kann sie gleichzeitig würgen (ideal für Frauen, die sich unterwürfig fühlen möchten).
    • Cowgirl-Stellung: Der männliche Partner liegt auf dem Rücken, während seine Partnerin auf ihm liegt und ihn würgt (ideal für Frauen, die dominant sind).
  2. Von hinten zu packen:
    • Teaspooning-Stellung: Beide Akteure knien, Oberkörper aufgerichtet (ideal für Frauen, die gerne dominiert werden und sich entblößt fühlen).
    • Bodyguard-Stellung: Beide Partner stehen und schauen in dieselbe Richtung (der männliche Partner hinter der weiblichen).
    • Löffelchenstellung: Der Mann legt seine Hand von hinten um den Hals seiner Partnerin (Mischung aus Intimität und Dominanz).
  3. Würgen von Angesicht zu Angesicht:
    • Slow-Dance-Stellung: Der Mann kann leicht in seine Partnerin eindringen, während diese ihm aufrecht gegenübersteht.
    • Meister Stellung: Der Mann sitzt auf einem Sessel, die Frau kniet vor ihm.
  4. Beidhändiges Würgen:
    • Zweihändiger Würgegriff: Beide Hände um den Hals des Partners (weniger Kraft als mit einer Hand).
    • Würgen und Haare ziehen: Eine Hand um den Hals, die andere zieht an den Haaren am Hinterkopf (verstärkt das Gefühl der Verletzlichkeit).
    • Würgen mit einer Hand im Nacken: Eine Hand würgt, die andere greift in den Nacken des Partners (vorsichtig, um nicht zu viel Druck auszuüben).
  5. Choking und BDSM: Kombination von Fesseln und Würgespielchen (erfordert viel Kontrolle und Achtsamkeit des dominanten Partners).

Was man vermeiden sollte

  • Würgen mit Seilen, Gürteln und Co.: Birgt extreme Gefahren, da der Würger weniger Rückmeldung erhält und das Abschnüren der Luft schnell und vollständig erfolgen kann.
  • Choking während des Höhepunkts: Die Schmerztoleranz und Risikobereitschaft können mit der sexuellen Erregung enorm zunehmen, sodass der gewürgte Partner möglicherweise selbst starke Schmerzen nicht wahrnimmt oder nicht in der Lage ist, sein Sicherheitswort zu benutzen.

Wie man jemanden so sicher wie möglich würgt

Es gibt keine wirklich sichere Methode, jemanden zu würgen. Es ist und bleibt eine potenziell gefährliche Handlung. Der Schlüssel zum „sicheren Würgen” liegt darin, den Partner nicht zu erwürgen. Es kommt darauf an, wie Sie zupacken- es geht um Finesse. Beginnen Sie SEHR sanft. Wie bei jeder sexuellen Handlung sollten Sie nicht aggressiv damit beginnen, Ihrem Partner den Hals zuzudrücken. Sie müssen es langsam angehen lassen.

Wir beginnen mit dem sogenannten „light choke”, bei dem nur das Eigengewicht der Hand des Würgenden gespürt wird. Legen Sie dazu Ihre Hand locker auf den Hals des Partners, ohne Druck auszuüben. Ihre Hand sollte entspannt sein. Fragen Sie Ihren Partner, ob es ihm angenehm ist, bevor Sie weitermachen. Üben Sie dann leichten Druck aus, so dass Sie den Hals quasi gerade so festhalten, aber die Luftzirkulation/Blutzirkulation nicht einschränken. Fragen Sie Ihren Partner erneut, ob er damit einverstanden ist, bevor Sie weitermachen. Intensivieren Sie den Druck so, dass Sie den Hals beim Festhalten leicht zusammendrücken.

Wir empfehlen Ihnen, nie über eine längere Zeit fester zu drücken. Das Einverständnis Ihres Partners vorausgesetzt, können Sie schrittweise immer mehr Druck ausüben, wobei Sie sich jedes Mal vergewissern sollten, dass Sie ihn nicht verletzen. Jedes Mal, wenn Sie mehr Druck ausüben, halten Sie an und holen Sie sich ein Feedback. Man sollte immer sichergehen, dass der Partner es genießt, und erkennen, ob er mehr oder weniger Druck fühlen möchte.

Es spricht übrigens einiges dafür, Choking während des Küssens zu testen. Das Würgen demonstriert Dominanz, während ein inniger Kuss Geborgenheit vermittelt. Eine ziemlich gute Ausgangssituation, um sich mit dem Würgen bekannt zu machen, finden wir.

Hand auf Hand - der Profi Tipp

Es ist ratsam, dass die Person, die gewürgt wird, die Handgelenke ihres Partners während des Aktes festhält, vor allem beim ersten Experimentieren mit dem Würgen beim Sex.

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Auf diese Weise kann die Person, die gewürgt wird, ihrem Partner ein Feedback geben. Beim Wunsch nach härterem Würgen kann sie die Handgelenke des Partners zu sich ziehen.

Für sanfteres Choking können die Handgelenke des Partners weggeschoben werden. So lässt sich das Würgen auch perfekt in Rollenspiele einbauen, bei denen man sich z.B. gegen einen Angreifer wehrt.

Aftercare: Zeit für Entspannung und Erholung

Beim Aftercare sollten Sie es sich zu zweit gemütlich machen. Schenken Sie sich Zeit, Aufmerksamkeiten und Streicheleinheiten. Nach der intensiven Erfahrung beim Würgen sollten Sie diese Phase auf keinen Fall auslassen, denn sie hilft Ihnen beiden, wieder in einen ausgeglichenen emotionalen und körperlichen Zustand zu gelangen. Daher ist Aftercare auch ein grundlegender Bestandteil jeder BDSM-Spielart.

Individuelle Vorlieben

Vielleicht mögen Sie lieber Umarmungen und sanfte Berührungen. Vielleicht möchten Sie einfach nur ein wenig Zeit zusammen genießen, ohne sich viel zu berühren. Nach dem Würgen ist es vielleicht angenehm, zuerst etwas zu trinken oder zu essen. Das hilft dabei, das körperliche Gleichgewicht wiederherzustellen. Nutzen Sie die Gelegenheit auch, die Körperstellen zu untersuchen, die Druck oder Belastung ausgesetzt waren, um sicherzustellen, dass keine Verletzungen vorliegen. Wenden Sie gegebenenfalls geeignete Pflegemaßnahmen an.

Emotionale Stabilisierung

Sich als Paar Zeit zum Entspannen und Erholen zu gewähren, ist entscheidend. Dazu kann eine ruhige gemeinsame Auszeit gehören, das Hören von beruhigender Musik oder einfach nur ein leises Gespräch. Später, wenn sich die Emotionen stabilisiert haben, kann ein Gespräch helfen, das Erlebte besser zu verstehen und die Beziehung zu stärken.

Rechtliche Aspekte

Selbst wenn Ihr Partner damit einverstanden ist, beim Sex gewürgt zu werden, könnten Sie sich in rechtlich tosende Gewässer begeben. Ihr Partner könnte Ihre sexuelle Vorgeschichte z.B. bei einer Trennung vor Gericht „strategisch” gegen Sie verwenden. Und bei einem Unfalltod könnten Sie wegen Mordes angeklagt werden- eine Erklärung Ihres Würge-Fetischs würde Ihnen in dem Fall nicht viel nützen. Rechtlich gesehen ist nämlich jede sadomasochistische Handlung im Kontext BDSM-Session eine Körperverletzung. Jedoch gibt es zahlreiche Urteile, nach denen eine solche Tat keinen Rechtsverstoß darstellt, wenn die Einwilligung des „Opfers“ vorliegt. Das gilt allerdings, solange die sexuelle Handlung nicht „gegen die guten Sitten" verstößt und ein solcher Verstoß liegt natürlich beim Breath-Play vor, wenn es bei diesen Handlungen im Rahmen der Atemkontrolle zu einem Todesfall kommt. In den meisten dieser Fälle urteilen die Richter jedoch milde, indem sie zum Beispiel die verhängte Strafe zur Bewährung aussetzen.

Fazit: Sicherheit und Einvernehmen an erster Stelle

Würgen beim Sex ist ein Trend, der nur dann gut funktioniert, wenn Sicherheit und einvernehmliches Handeln an oberster Stelle stehen. Experimentieren Sie achtsam und informiert mit neuen Sexpraktiken wie Choking. Informieren Sie sich genau über die physiologischen Vorgänge der Atmung und Bewusstlosigkeit, damit Sie als Bottom (derjenige, dessen Atmung gedrosselt wird) wissen, wann der Druck zu viel wird. Als Top (derjenige, der die Strangulation oder das Würgen durchführt und beobachtet) sollten Sie ebenso Kenntnisse in Erste Hilfe haben und genau wissen, was zu tun ist, wenn jemand ohnmächtig wird. Es ist empfehlenswert eine oder mehrere Flaschen Wasser bereitzustellen. Es kann durchaus sein, dass man Durst während einer Session bekommt. Und noch eine Frage zum Abschluss: Wie lange ist euer „Erste Hilfe“-Kurs her? Vielleicht sollte man hier seine Kenntnisse nochmal etwas auffrischen. Redet miteinander! Sprecht über eure Wünsche, Gefühle und auch eure Grenzen. Und vor allem: Passt aufeinander auf, damit ihr noch viele schöne BDSM-Momente erleben könnt!

Wenn Sie solche Spiele machen möchten, sollten Sie also wirklich am besten in eine richtige BDSM-Schule gehen. Da sind die Leute, die am meisten Ahnung davon haben, was der Mensch physisch aushält. Die meisten von denen haben sich über die Zeit viel medizinisches Wissen angeeignet, was dafür echt wichtig ist. Wer wirklich sichergehen will, sollte sich einen Lehrer suchen. Daran ist nichts Verwerfliches oder Perverses. Das muss man anders sehen, als es oftmals vom Klischee her wahrgenommen wird: Die ganze BDSM-Szene spielt damit, die Kontrolle abgeben oder übernehmen zu lernen. Je nachdem, welche Position man gerade hat. Es geht nicht vorrangig um Schmerzen. Hauptsächlich geht es um dieses grenzenlose Vertrauen in den anderen, dass der soweit mit mir spielen und umgehen kann, wie nur irgend möglich. Das ist für viele einfach emotional und physisch noch mal ein mega Kick.

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