Rehabilitation bei Hemiparese: Wiederherstellung der Armfunktion nach einem Schlaganfall

Ein Schlaganfall kann das Leben der Betroffenen tiefgreifend verändern. Eine häufige Folge ist die Hemiparese, eine Halbseitenlähmung, die oft den Arm betrifft. Die Rehabilitation des betroffenen Arms spielt eine entscheidende Rolle bei der Wiederherstellung der Funktionalität und der Verbesserung der Lebensqualität. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Therapieansätze und Trainingsmethoden, die bei der Behandlung von Armparese eingesetzt werden können.

Ursachen und Auswirkungen der Armparese

Armlähmungen gehören zu den häufigsten Folgen einer Hirnschädigung, wie sie beispielsweise nach einem Schlaganfall auftritt. Im Gehirn gibt es Gebiete, die für die Steuerung jeder Bewegung erforderlich sind. In der linken Hirnhälfte liegen diese für die rechte Körperseite, in der rechten Hirnhälfte für die linke Körperseite. Man nennt diese Gebiete „motorischer Kortex“ (Hirnrinde). Eine Lähmung entsteht, wenn entweder der motorische Kortex selbst geschädigt ist oder wenn die Nervenleitbahnen vom motorischen Kortex zum Rückenmark geschädigt sind (die sogenannten „kortikospinalen Bahnen“).

Die Ausprägung der Armlähmung kann sehr unterschiedlich sein. Häufig beobachtet werden leichtere Lähmungen und auch sehr schwere Lähmungen. Patienten mit einer schweren Armlähmung können ihren Arm oft im Alltag gar nicht oder nur sehr eingeschränkt einsetzen. Diesen Patienten fällt es schwer, einzelne Abschnitte im Arm willentlich zu bewegen. Das gilt zum Beispiel für den Arm im Schulterbereich, im Ellenbogen, im Handgelenk oder in den Fingern. Zu dem Problem der stark beeinträchtigten willentlichen Bewegungsfähigkeit kommt oft noch eine erhöhte Muskelanspannung („Spastik“) hinzu. Betroffene mit leichten Armlähmungen können ihren Arm zwar bewegen und im Alltag einsetzen. Die Bewegungen sind dabei aber oftmals noch verlangsamt und „ungeschickt“. Vieles, was eine gesunde Person mit ihrem Arm im Alltag macht, fällt schwer.

Die Lähmung nach einer Hirnschädigung kann als eine Störung der Bewegungskontrolle verstanden werden. Bei schweren Lähmungen gelingt es den Betroffenen hier nicht mehr oder nur sehr begrenzt, Arm, Hand und Finger in den betroffenen Abschnitten zu bewegen. Bei leichten Lähmungen gelingt das, aber die feine Abstimmung der Bewegungskontrolle etwa beim Hantieren von Objekten oder beim Schreiben ist noch gestört.

Diagnostik und Therapieziele

Ob eine Armlähmung nach einem Schlaganfall vorliegt, stellt der behandelnde Arzt in der klinisch-neurologischen Untersuchung fest. Liegt eine Lähmung vor, prüft er, wie stark sie ausgeprägt ist. Anschließend geht es darum, Therapieziele gemeinsam festzulegen, geeignete therapeutische Vorgehensweisen auszusuchen und im Verlauf die Therapieerfolge möglichst objektiv festzuhalten. Dabei können standardisierte klinische Beurteilungsmethoden nützlich sein. Diese Tests werden als „Beurteilungsskalen“ oder auch als „Assessment“-Verfahren bezeichnet. Sie basieren darauf, dass bestimmte Aspekte der Armmotorik bzw.

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Therapieansätze zur Armrehabilitation

In der Arm-Rehabilitation können sehr unterschiedliche therapeutische Ansätze gewählt werden. Welche Therapie im Einzelfall zum Einsatz kommt, hängt jeweils von den individuellen Gegebenheiten ab. Einerseits gibt es verschiedene Therapieformen ohne technische Geräte, um in der Ergo- oder Physiotherapie den betroffenen Arm aktiv zu trainieren.

Klassische Physiotherapie und Ergotherapie

Die verschiedenen klassischen Physiotherapie­schulen (zum Beispiel Bobath oder PNF) werden nicht ausdrücklich empfohlen. Insbesondere bei leichten bis mittelschweren Lähmungen ist für die Behandlung geeigneter Patienten ein „Zirkeltraining“ denkbar. Dabei können auch passive mechanische Trainingsgeräte und virtuelle Realitäts-Anwendungen zum Einsatz kommen. Um die Arm-Handaktivitäten zu verbessern, lassen sich tägliches Eigentraining und Training mit Therapeuten kombinieren (Eigentraining mit regelmäßiger therapeutischer Begleitung, 90 Minuten pro Woche).

Arm-Basis- und Arm-Fähigkeits-Training

Mit dem Arm-Basis-Training übt man jeden Tag die Bewegungsfähigkeit wiederholt und einzeln in den verschiedenen Abschnitten von Arm, Hand und Fingern. Sie sollte bei Patienten früh nach dem Schlaganfall durchgeführt werden. Das Arm-Fähigkeits-Training trainiert täglich Präzision und Geschwindigkeit („Geschicklichkeit“) bei verschiedenen Armfunktions-Anforderungen an der individuellen Leistungsgrenze.

Bewegungsinduktionstherapie (CIMT)

Die sogenannte Bewegungsinduktionstherapie („Constraint induced movement therapy, CIMT“) ist eine spezielle Therapie für Schlaganfall-Betroffene mit einem „erlernten Nicht-Gebrauch“. Diese Personen haben früh nach einem Schlaganfall realisiert, dass ihr gelähmter Arm im Alltag nicht oder kaum eingesetzt werden kann. Sie haben dann gelernt, alles mit der nicht betroffenen Hand zu machen. Später hat sich der gelähmte Arm eventuell schon erholt. CIMT umfasst üblicherweise sechs Stunden Therapie pro Tag. Ergänzend stellt man über zwei Wochen die weniger betroffene Hand für die größte Zeit des Tages ruhig (90 Prozent der Wachstunden). Möglich ist auch eine abgeänderte, weniger intensive Form. Diese Behandlungsformen sind sehr zeitintensiv. Aber sie sind wirksam, um einen erlernten „Nichtgebrauch“ zu verändern und den tatsächlichen Einsatz des betroffenen Armes im Alltag zu fördern. Wenn eine solche Therapie organisatorisch möglich gemacht werden kann, ist sie sinnvoll, wenn der Patient bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Unter anderem müssen eine zum Teil erhaltene Handfunktion und ein gelernter „Nichtgebrauch“ des Armes im Alltag vorhanden sein.

Spiegeltherapie

Bei der Spiegeltherapie betrachtet der Patient im Spiegel die Bewegung seiner nicht gelähmten Hand. Durch den Blick in den Spiegel sieht diese Bewegung so aus als würde sich seine gelähmte Hand ganz normal bewegen.

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Mentales Training

Eine Verbesserung der Armfunktion ist auch durch das mentale Training denkbar.

Geräteunterstützte Therapien

Zusätzlich gibt es geräteunterstützte Therapien wie die neuromuskuläre Elektrostimulation und die Robot-Therapie, aber auch die Therapie mit virtueller Realitätsanwendungen sowie die sensible Stimulation und Akupunktur.

Bei den verschiedenen Verfahren der neuromuskulären Elektrostimulation werden Nerven und Muskel am Arm elektrisch stimuliert. So erzeugt man technisch eine Bewegung, die eine betroffene Person mit schwerer Armlähmung nach Hirnschädigung noch nicht selbst ausführen könnte.

Arm-Therapie-Roboter können je nach Bauart Schulter- und Ellenbogen-Bewegungen, Unterarm- und Handgelenksbewegungen oder Fingerbewegungen mechanisch unterstützen. Die Arm-Therapie-Roboter erkennen, welchen Anteil an Bewegungen der Betroffene schon selbst ausführen kann und ergänzen den Rest der Trainingsbewegungen. Mit ihnen können Betroffene mit sehr hohen Wiederholungsraten die gezielte Bewegungsfähigkeit in den einzelnen Armabschnitten trainieren und verbessern.

Sensible Stimulation

Als Zusatztherapie zur Behandlung von Armlähmungen können verschiedene Formen der sensiblen Stimulation erwogen werden.

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Tablet-basiertes Training

Ein Team der BDH-Klinik Hessisch Oldendorf untersucht aktuell in Kooperation mit dem Institut für Sportwissenschaften der Leibniz Universität Hannover, inwieweit ein Tablet die Armrehabilitation unterstützen kann. Eine neu entwickelte App für Tablets zielt darauf ab, die Koordination beider Arme in bestimmten zeitlichen Abfolgen und Intensitäten bzw. Rhythmen zu trainieren und spricht dabei gleichzeitig verschiedene Sinnesmodalitäten an (visuell, auditiv und kinästhetisch). Das Forschungsteam untersucht nun, ob das Tablet-basierte Training mit dieser App die bimanuelle Koordination der Patientinnen und Patienten verbessert. Bisher konnte das Forschungsteam allerdings keinen Unterschied zwischen dem klassischen unilateralen ergotherapeutischen Training und dem bimanuellen Tablet-Training erkennen. Alle Patientinnen und Patienten konnten im Verlauf der Rehabilitation ihre Beweglichkeit und Kraft in der betroffenen Hand verbessern. Dennoch stellt das Tablet-basierte Training eine Therapieoption dar, die von den Patientinnen und Patienten gut angenommen und als bereichernde Abwechslung empfunden wurde. Der finanzielle Aufwand zur Umsetzung dieses Trainings ist zudem vergleichsweise gering und das Training könnte auch nach Abschluss der Rehabilitationsbehandlung im häuslichen Umfeld fortgeführt werden. Da die Studie noch nicht abgeschlossen ist, lassen sich bislang keine abschließenden Schlussfolgerungen ziehen. Sobald die Daten vollständig vorliegen, sollen neben den motorischen Veränderungen auch die zusätzlich erhobenen funktionellen MRT-Bilder ausgewertet werden. Diese wurden vor und nach dem zweiwöchigen Training erhoben, um mögliche Veränderungen in den Bereichen des Gehirns zu untersuchen, die für Bewegungen der Hand zuständig sind. Es ist anzunehmen, dass das bimanuelle Tablet-Training im Vergleich zum unilateralen Aximo-Training zu einem stärkeren Informationsaustausch zwischen den beiden Gehirnhälften führt. Dies könnte eine verbesserte funktionelle Vernetzung zwischen der geschädigten und der gesunden Gehirnhälfte begünstigen.

BATRAC-Therapie

Die BATRAC (Bilateral Arm Training with Rhythmic Auditory Cueing)-Therapie beruht ebenfalls auf aktivem Training, stützt sich aber auf die Erkenntnis, daß ein Mitführen des gesunden Armes den kranken Arm stärkt, da beide neurophysiologisch eine Einheit bilden. Nach sechs Wochen Training hatten sich bei den Patienten mit chronischer Hemiparese die sensomotorischen Funktionen des gelähmten Armes signifikant gebessert. Die Erfolge waren auch zwei Monate nach Abschluß der Übungen noch vorhanden. "Der Clou daran ist, daß die Besserung nicht etwa von Muskeln, Herz oder peripherem Nervensystem ausgeht, sondern vom Gehirn", sagte Dr. "Denn mit der funktionellen Kernspintomografie hat sich bestätigt, daß dort Veränderungen angeregt wurden." Nun soll BATRAC beim frischen Schlaganfall erprobt werden.

Behandlung von Spastik

Ein gelähmter Arm nach einem Schlaganfall oder einer anderen Nervenerkrankung kann nicht nur eine Bewegungseinschränkung zur Folge haben, auch eine Spastik kann sich daraus entwickeln. Dabei entsteht eine unkontrollierbare Muskelverkrampfung, die das Zusammenspiel von Beuge- und Streckmuskulatur stört und sich in einer angewinkelten Haltung äußert. Um zu vermeiden, dass sich die Muskeln weiter verkürzen, die Durchblutung gestört wird und die Beweglichkeit der Gelenke verringert wird, ist eine anschließende Physio- und Ergotherapie wichtig.

Aktive und passive Übungen

Verschiedene Therapieformen können dabei helfen, den gelähmten Arm und die Hand zu stärken. Je nach Schwere der Lähmung werden aktive oder passive Übungen eingesetzt, um die Arm- und Handmuskulatur wieder aufzubauen oder die Nerven im Gehirn zu stimulieren. Bei einer partiellen Lähmung wird als Behandlungsmethode das aktive Muskeltraining angewandt. Der Betroffene führt die Bewegungen dabei selbstständig aus. Passive Übungen hingegen kommen zum Einsatz, wenn eine vollständige Lähmung vorliegt. Aufgrund der Lähmung hat das Gehirn die Kommunikation zu den Muskeln verloren, weshalb die Bewegungsmuster im Gehirn neu vernetzt werden müssen. Durch die Stimulation der Neuroplastizität ist eine solche Neuvernetzung möglich. Passive Übungen zielen auf die Stimulation ab, der gelähmte Arm wird mittels Unterstützung des Therapeuten oder Angehöriger bewegt.

Ergänzende Behandlungen

Neben aktiven und passiven Übungen, kann der gelähmte Arm mithilfe von anderen Therapieformen unterstützend behandelt werden. So können Wärmeanwendungen, Elektrobehandlungen oder Wechselbäder helfen, die Muskulatur zu stärken und die generelle Beweglichkeit sowie Durchblutung zu fördern. Um die Muskulatur zu entspannen und Verkürzungen zu vermeiden, können zudem bestimmte Techniken und Gelenkübungen angewandt werden.

Training zu Hause

Neben der professionellen Physio- und Ergotherapie ist das Training zu Hause unabdinglich, um die Stärkung des gelähmten Arms und der Hand weiter voranzutreiben. Daher werden bereits während der Therapie Übungen gezeigt, die im Alltag genauso umsetzbar sind. Die MyoPro® ist so ein Hilfsmittel, mit der der gelähmte Arm und die Hand im Alltag wieder eingesetzt werden können. Die Übungen, die bereits ohne die Orthese durchgeführt wurden, können zusätzlich zum Training mit der MyoPro® umgesetzt werden. Im Vordergrund des Trainings steht der allgemeine Umgang, sodass Sie Schritt für Schritt immer mehr Aufgaben mit der Orthese erledigen können.

ReMoD-Therapie

Die ReMoD-Therapie zielt auf das (Wieder)Erlernen eines weitgehend symmetrischen Gangbildes. Diese symmetrische Bewegung bildet eine ideale Passung mit der Anatomie des menschlichen Körpers, welche durch die Hemiparese zunächst nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Um Menschen mit einer Hemiparese beim Erreichen des Therapiezieles auf allen Ebenen wirksam unterstützen zu können, enthält das ReMoD-Konzept zwei Bausteine. Das Sensorische System, vornehmlich propriozeptorische, vestibuläre visuelle und haptische Sinneseindrücke geben Meldung über die aktuelle Lage des Körpers im Raum, den Raum an sich und die Bewegung im Raum. Das Vorhandensein dieser Informationen/Signale sind Vorbedingung jeder Gehbewegung. Dieses Training ist das Herzstück des ReMoD-Rehalilitationsansatzes. Das Training ist auf den besonderen Bedarf von Hemiparesepatienten abgestimmt: Impulse, die lähmungsbedingt nicht zur Verfügung stehen, müssen durch alternativ zur Verfügung stehenden Impulse ersetzt oder, wenn möglich, auftrainiert werden. Diese beiden Bausteine wurden in der Rehabilitation mit Dindia Gutmann entwickelt.

Physiotherapie nach Schlaganfall

Ein Schlaganfall verändert nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern oft auch das gesamte Lebensgefühl. Bewegungen, die vorher automatisch abliefen, müssen plötzlich mühsam neu erlernt werden. Für viele Betroffene bedeutet das einen tiefgreifenden Einschnitt - körperlich, seelisch und sozial. Das Ziel physiotherapeutischer Maßnahmen nach einem Schlaganfall ist es, dem Körper zu helfen, verlorengegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen oder bestmöglich zu kompensieren. Dabei wird gezielt das Zusammenspiel von Muskeln, Nerven und Gehirn stimuliert. Denn unser Gehirn besitzt eine bemerkenswerte Fähigkeit: die Neuroplastizität. Das bedeutet, dass sich gesunde Hirnareale teilweise neu organisieren und Aufgaben übernehmen können, die zuvor durch geschädigte Bereiche gesteuert wurden. Physiotherapie nach Schlaganfall verfolgt mehrere Ziele gleichzeitig. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Mobilität und Kraft, sondern auch Wahrnehmung, Gleichgewicht, Haltung und das Wiedererlangen alltagsrelevanter Fähigkeiten. Die Übungen orientieren sich am jeweiligen Funktionsniveau der betroffenen Person und bauen systematisch aufeinander auf.

Ziele der Physiotherapie

  • Stärkung der Muskulatur: Nach einem Schlaganfall sind viele Muskeln geschwächt oder in ihrer Funktion eingeschränkt.
  • Verbesserung der Bewegungskoordination: Viele Betroffene erleben unkontrollierte oder zittrige Bewegungen.
  • Förderung der Gelenkbeweglichkeit: Immobilität kann zu Steifheit und Schmerzen führen.
  • Spastikmanagement: Einige Schlaganfallpatienten entwickeln Muskelverkrampfungen (Spastiken).

Wichtig zu wissen: Jeder Rehabilitationsverlauf ist individuell. Manche Menschen machen schnelle Fortschritte, andere benötigen mehr Zeit. Die ersten Wochen nach dem Ereignis gelten als besonders lernintensiv. In dieser sogenannten frühen Rehabilitationsphase ist das Gehirn besonders empfänglich für Reize - deshalb sollte Physiotherapie idealerweise so früh wie möglich beginnen, meist bereits in der Klinik. Doch auch nach der Akutphase ist kontinuierliches Üben entscheidend. Dabei ist es sinnvoll, auch im häuslichen Umfeld aktiv zu bleiben. Ergänzende Physiotherapieübungen zu Hause unterstützen den Erhalt und Ausbau der Fortschritte aus der Praxis. Nicht alle Übungen müssen unter professioneller Anleitung stattfinden.

Übungsbeispiele für zu Hause

  1. Armheben:

    • Ausführung: Setze Dich aufrecht auf einen stabilen Stuhl. Hebe langsam einen Arm nach vorne, bis er in etwa auf Schulterhöhe ist. Versuche, den Ellenbogen gestreckt zu lassen. Halte die Position für 3-5 Sekunden, senke dann den Arm kontrolliert wieder ab.
    • Varianten: Wenn die Bewegung schwerfällt, kannst Du den betroffenen Arm mit der gesunden Hand stützen oder führen.
  2. Ball drücken:

    • Ausführung: Nimm einen weichen Ball (z. B. Therapieknete oder einen Stressball) in die betroffene Hand. Drücke den Ball mit möglichst gleichmäßigem Druck zusammen, halte die Spannung für etwa 5 Sekunden und lasse dann locker.
  3. Beinheben:

    • Ausführung: Lege Dich auf eine weiche Unterlage (z. B. eine Gymnastikmatte). Die Beine sind gestreckt. Hebe nun ein Bein etwa 20-30 cm an, halte die Position für ein paar Sekunden und senke es dann langsam wieder ab.
    • Tipp: Diese Übung kann auch mit Unterstützung (z. B.
  4. Gewichtsverlagerung:

    • Ausführung: Stelle Dich hüftbreit an eine Wand oder einen Tisch, an dem Du Dich bei Bedarf abstützen kannst. Verlagere nun langsam Dein Körpergewicht von einem Bein auf das andere. Achte dabei darauf, die Fußsohlen fest auf dem Boden zu lassen. Spüre, wie sich der Druck unter dem Fuß verändert.
  5. Seitliches Tippen:

    • Ausführung: Im sicheren Stand (ggf. mit Haltemöglichkeit): Tippe mit der Fußspitze seitlich auf den Boden und führe den Fuß wieder zur Mitte zurück. Wechsle die Seite. Versuche, die Bewegung flüssig und rhythmisch auszuführen.
  6. Kognitive Übung mit Bewegung:

    • Ausführung: Wähle eine einfache Bewegungsübung, z. B. das Heben der Arme oder Tipp-Bewegungen. Währenddessen nenne bei jeder Wiederholung ein Wort aus einer vorher gewählten Kategorie - etwa Obstsorten, Städte oder Tiernamen.

Egal ob Arm, Bein oder Rumpf - bei allen Übungen gilt: Niemals gegen Schmerzen arbeiten! Auch Schwindel oder Kreislaufprobleme sind Warnzeichen, bei denen sofort pausiert werden sollte. Zudem sollten die Übungen stets an die individuellen Fähigkeiten angepasst werden.

Ein häufiges Problem nach einem Schlaganfall ist das gestörte Gleichgewichtsempfinden. Viele Betroffene fühlen sich unsicher beim Stehen oder Gehen, was die Mobilität stark einschränkt und das Sturzrisiko erhöht.

Tipps für den Rehabilitationsprozess

  • Dokumentation der Erfolge: Ob Tagebuch, Video oder Checkliste - wer seine Erfolge dokumentiert, erkennt leichter, was sich verbessert hat.
  • Feste Übungszeiten: Ein fester Übungszeitpunkt pro Tag schafft Struktur und hilft, das Training zur Gewohnheit zu machen.
  • Unterstützung suchen: Partner, Kinder oder Freunde können wichtige Motivatoren sein. Sie können beim Üben helfen, mit anleiten oder einfach durch ihre Anwesenheit unterstützen.
  • Professionelle Begleitung: Selbst wenn Du viele Übungen selbstständig durchführst, bleibt die Zusammenarbeit mit ausgebildeten Physiotherapeut:innen unverzichtbar. Sie erkennen muskuläre Dysbalancen, Bewegungsmuster oder Fehlhaltungen, die Dir selbst gar nicht auffallen würden. In der modernen Physiotherapie kommen oft auch neurophysiologische Konzepte wie Bobath oder PNF zum Einsatz. Diese Trainingsmethoden orientieren sich an natürlichen Bewegungsabläufen und setzen gezielte Reize zur Reorganisation des Nervensystems.
  • Geduld haben: Rehabilitation ist ein Marathon, kein Sprint. Gerade bei Rückschlägen oder stagnierenden Fortschritten kann es schwerfallen, motiviert zu bleiben. Große Veränderungen brauchen Zeit. Wer sich zu viel auf einmal vornimmt, riskiert Frust.

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