Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die mit vielfältigen Symptomen einhergeht. Neben den klassischen neurologischen Ausfällen wie Muskelschwäche und Koordinationsstörungen leiden viele Betroffene unter Fatigue, einem Zustand ausgeprägter Erschöpfung und Müdigkeit. Die Suche nach wirksamen Therapien, die nicht nur die Symptome lindern, sondern auch die Lebensqualität verbessern, ist daher von großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang rückt die BEMER-Therapie, eine spezielle Form der physikalischen Gefäßtherapie, zunehmend in den Fokus.
Grundlagen der BEMER-Therapie
Die BEMER-Therapie (Bio-Elektro-Magnetische-Energie-Regulation) ist eine physikalische Gefäßtherapie, die darauf abzielt, die Mikrozirkulation, also die Durchblutung der kleinsten Blutgefäße, zu verbessern. Die Gesundheit unseres Körpers hängt entscheidend davon ab, wie gut jede einzelne Zelle mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Diese Versorgung geschieht größtenteils über die feinsten Blutgefäße, die sogenannte Mikrozirkulation. Störungen in diesem Bereich können viele Beschwerden verursachen.
Wie funktioniert die BEMER-Therapie?
Anders als die klassische Magnetfeldtherapie nutzt BEMER ein patentiertes, mehrdimensionales Signal, das gezielt die rhythmische Aktivität der kleinsten Blutgefäße stimulieren soll. Kern der Methode ist ein spezielles elektromagnetisches Signal, das auf die Vasomotion wirkt. Vasomotion bzw. Vasomotorik bezeichnet die rhythmische Kontraktion und Entspannung kleinster Gefäße. Normalerweise geschieht dies automatisch, doch Stress, Alterung oder Krankheiten können diesen Mechanismus einschränken. Die Mikrozirkulation umfasst die Durchblutung in den kleinsten Gefäßen (Arteriolen, Kapillaren, Venolen). Hier findet der Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen und Stoffwechselprodukten statt. Wird dieser Bereich gestört, können Zellen nicht mehr optimal arbeiten.
Anwendung der BEMER-Therapie
Eine typische Sitzung läuft so ab: Die Person liegt oder sitzt auf einer Matte, die mit Spulen ausgestattet ist. Diese erzeugen das charakteristische BEMER-Signal. Eine Anwendung dauert meist 8 bis 20 Minuten und wird oft 1 bis 2 Mal täglich empfohlen. Die Geräte sind vor allem für den Heimgebrauch konzipiert. Manche Heilpraktiker oder Praxen bieten auch Sitzungen zur Miete an.
Erfahrungen mit BEMER-Therapie bei Multipler Sklerose
Die Erfahrungen von MS-Patienten mit der BEMER-Therapie sind vielfältig. Einige berichten von einer deutlichen Verbesserung ihrer Symptome, insbesondere der Fatigue. So konnte in einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie der TU Dresden und der Akademischen Lehrpraxis Dresden die positiven Auswirkungen einer regelmäßigen BEMER-Therapie auf MS-Fatigue nachgewiesen werden. Die Autoren empfehlen auf Basis dieser Ergebnisse die Physikalische Gefäßtherapie BEMER® als geeignete Behandlungsform der MS-Fatigue.
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Ein Anwender berichtete, dass sich seine Lebensqualität seit Beginn der Therapie deutlich verbessert habe. Ein anderer Patient mit schubförmig remittierender MS und Typ-1-Diabetes berichtete von einer positiven Regulation seiner Zuckereinstellung, sinkendem Insulinbedarf, mehr Energie und weniger Müdigkeit. Er führte dies auf die verbesserte Mikrozirkulation zurück.
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Ein Anwender berichtete, dass er trotz des Erwerbs einer BEMER-Ganzkörpermatte und Zusatzausstattung keine positiven Effekte feststellen konnte. Er bemängelte zudem das fehlende Fachwissen der Verkäufer.
Wissenschaftliche Evidenz
Es gibt wissenschaftliche Studien, die positive Effekte auf die Mikrozirkulation und die allgemeine Durchblutung zeigen. Auch Verbesserungen bei Wundheilung, Regeneration und Leistungsfähigkeit wurden dokumentiert. Die Bemer‑Therapie steht zunehmend im Fokus der Forschung: Sie nutzt pulsierende elektromagnetische Felder, um die Mikrozirkulation zu verbessern. Studien berichten von positiven Effekten auf Schmerzen, Regeneration und Lebensqualität. Besonders in der ergänzenden Behandlung chronischer Beschwerden zeigt die Methode Potenzial. Die Bemer-Therapie, eine Methode der physikalischen Gefäßtherapie, rückt zunehmend in den Fokus von Wissenschaft und Gesundheitsförderung. Durch pulsierende elektromagnetische Felder soll sie die Mikrozirkulation anregen. Doch was sagt die Forschung dazu? Zahlreiche Studien liefern Hinweise auf positive Effekte, insbesondere bei Schmerzen, Regeneration und Lebensqualität.
Studienlage im Detail
Verschiedene Studien haben sich mit der Wirkung pulsierender elektromagnetischer Felder - teils explizit im Kontext der BEMER-Therapie - befasst. Eine randomisierte, kontrollierte Doppelblindstudie von Gyulai et al. (2015) berichtete über signifikante Verbesserungen bei Patient:innen mit chronischen Rückenschmerzen und Kniearthrose. Eine randomisierte Pilotstudie (2020) untersuchte die ergänzende Anwendung bei myofaszialem Schmerz-Dysfunktion-Syndrom (MPDS). Weitere Studien analysierten die generelle Wirkung pulsierender Magnetfelder - nicht spezifisch BEMER. Ein Review von Nicolakis et al. (2002) mit Fokus auf Kniearthrose fand nach acht Wochen Anwendung signifikante Verbesserungen im Vergleich zu Placebo [Nicolakis et al., 2002]. Auch eine Meta-Analyse von Vavken et al.
Eine weitere Studie von Alzharani et al. (2024) untersuchte die Wirkung der BEMER-Therapie auf erektile Dysfunktion bei Patienten mit Multipler Sklerose. Benedetti et al. (2018) führten eine Pilotstudie zur Behandlung des komplexen regionalen Schmerzsyndroms Typ I mit BEMER durch. Palmer et al. (2023) untersuchten den Effekt von osteopathischer Behandlung und BEMER-Therapie auf unspezifische Nackenschmerzen bei Erwachsenen.
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Kritische Betrachtung der Evidenz
Trotz der positiven Ergebnisse gibt es Einschränkungen. Kritiker bemängeln, dass die Studienlage noch nicht umfassend genug ist, um weitreichende medizinische Aussagen zu treffen. Dennoch betonen Experten, dass die Therapie gerade als Ergänzung zu konventionellen Methoden besonders effektiv sein kann.
Sicherheit und Risiken
Die BEMER-Therapie gilt als sicher und nicht-invasiv. Sie arbeitet mit sehr schwachen elektromagnetischen Feldern, weit unterhalb gesetzlicher Grenzwerte. Nebenwirkungen sind selten und meist mild (z. B. kurzfristige Müdigkeit oder Wärmeempfinden). Nicht empfohlen ist die Therapie mit elektronischen Implantaten (z. B. Herzschrittmachern).
Kosten und Erstattung
Die Geräte sind relativ kostenintensiv (mehrere tausend Euro). Eine Kostenübernahme durch Krankenkassen ist aktuell die Ausnahme, da die Methode noch nicht in den Leistungskatalog aufgenommen wurde.
Abgrenzung zu anderen Magnetfeldtherapien
Klassische Magnetfeldtherapie arbeitet meist mit simplen, sinusförmigen Feldern. BEMER unterscheidet sich durch sein spezielles, mehrdimensionales Signal. Im Vergleich zu Medikamenten hat die Therapie keine pharmakologischen Nebenwirkungen, wirkt aber auch nicht so direkt und akut.
Fazit und Ausblick
Die BEMER-Therapie ist kein Allheilmittel, aber die wissenschaftliche Evidenz deutet auf ein erhebliches Potenzial hin, insbesondere in der präventiven Gesundheitsförderung und als ergänzende Behandlung. Mit wachsendem Forschungsinteresse und einer zunehmenden Zahl zufriedener Anwender könnte die Methode in den kommenden Jahren eine feste Größe in der Gesundheitsbranche werden. Die Bemer-Therapie zeigt, wie neue Ansätze die Gesundheitsförderung bereichern können. Die Forschung zur Mikrozirkulation und allgemeinen positiven Wirkungen der Magnettherapie nimmt zu, da dieser Bereich für viele Krankheiten eine Schlüsselrolle spielt. Zukünftige Studien könnten die BEMER-Therapie als ergänzenden Standardbaustein in Prävention und Rehabilitation etablieren.
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Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die BEMER-Therapie nicht als Ersatz für eine konventionelle medizinische Behandlung angesehen werden sollte. Vielmehr kann sie eine sinnvolle Ergänzung sein, um die Symptome der Multiplen Sklerose zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
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