Die BEMER-Matte ist ein Gerät, das im Rahmen der physikalischen Gefäßtherapie eingesetzt wird. Sie soll die Mikrozirkulation verbessern und somit verschiedene positive Effekte auf den Körper haben. In diesem Artikel werden die Funktionsweise der BEMER-Therapie, ihre Anwendungsbereiche, mögliche Kontraindikationen und Erfahrungen im Zusammenhang mit Epilepsie und Polyneuropathie beleuchtet.
Was ist die BEMER-Therapie?
Die Physikalische Gefäßtherapie BEMER zielt darauf ab, die Mikrozirkulation, also die Durchblutung der kleinsten Blutgefäße, zu verbessern. Diese kleinen Gefäße versorgen die Zellen des Körpers mit Nährstoffen und Sauerstoff und sind für den Abtransport von Stoffwechselprodukten verantwortlich. Eine eingeschränkte Mikrozirkulation kann zu vielfältigen Beschwerden führen.
Funktionsweise
Bei der BEMER-Therapie liegt der Patient bequem auf einer Matte. Eine spezielle Steuereinheit erzeugt elektromagnetische Impulse, die über die Matte auf den Körper übertragen werden. Diese Impulse sollen die Pumpbewegungen der kleinen Gefäße stimulieren und somit die Mikrozirkulation verbessern.
Mögliche positive Effekte
- Stärkung des Immunsystems: Die Reaktionsbereitschaft der weißen Blutkörperchen kann erhöht werden, was das Immunsystem stärkt.
- Förderung der Selbstheilung: Eine verbesserte Mikrozirkulation kann körpereigene Selbstheilungsprozesse und Regulationsvorgänge in Gang setzen. Dies kann besonders nach Operationen wichtig sein, da die Zellen eine optimale Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen benötigen.
- Verbesserung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit: Durch die verbesserte Durchblutung können Organe und Gewebe besser versorgt werden, was sich positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirken kann.
Anwendung und Sicherheit
Die BEMER-Therapie wird in vielen Praxen und Kliniken eingesetzt. Die Anwendung gilt als sicher und komfortabel. Bisher sind bei langjähriger Anwendung keine Nebenwirkungen bekannt. Während der Therapie kann ein Kribbeln oder Wärmegefühl als körpereigene Reaktion auf das Magnetfeld auftreten.
BEMER-Therapie und Epilepsie: Was ist zu beachten?
Eine der Kontraindikationen für die BEMER-Therapie ist Epilepsie. Dies bedeutet, dass die Therapie bei Menschen mit Epilepsie nicht angewendet werden sollte.
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Warum ist Epilepsie eine Kontraindikation?
Die elektromagnetischen Impulse der BEMER-Therapie können möglicherweise die Gehirnaktivität beeinflussen. Da Epilepsie eine neurologische Erkrankung ist, die durch unkontrollierte elektrische Entladungen im Gehirn gekennzeichnet ist, besteht theoretisch das Risiko, dass die BEMER-Therapie einen epileptischen Anfall auslösen könnte.
Was sagen die Erfahrungen?
Es gibt derzeit keine ausreichenden wissenschaftlichen Studien, die die Auswirkungen der BEMER-Therapie auf Epilepsiepatienten untersucht haben. Daher ist es wichtig, dass Menschen mit Epilepsie vor der Anwendung der BEMER-Therapie unbedingt ihren Arzt konsultieren und die Therapie nur unter ärztlicher Aufsicht in Betracht ziehen.
BEMER-Therapie und Polyneuropathie: Kann sie helfen?
Polyneuropathie ist eine Erkrankung der peripheren Nerven, die zu Empfindungsstörungen, Schmerzen, Muskelschwäche und Koordinationsproblemen führen kann. Die Ursachen für Polyneuropathie sind vielfältig, beispielsweise Diabetes, Alkoholkonsum, Vitaminmangel oder Autoimmunerkrankungen.
Mögliche Wirkungsweise bei Polyneuropathie
Da die BEMER-Therapie die Mikrozirkulation verbessern soll, könnte sie theoretisch auch bei Polyneuropathie von Nutzen sein. Eine verbesserte Durchblutung der Nerven könnte dazu beitragen, die Nervenfunktion zu unterstützen und Symptome wie Schmerzen und Empfindungsstörungen zu lindern.
Was sagen die Erfahrungen und Studien?
Auch hier gilt, dass es derzeit keine ausreichenden wissenschaftlichen Studien gibt, die die Wirksamkeit der BEMER-Therapie bei Polyneuropathie belegen. Einige Therapeuten berichten von positiven Erfahrungen bei der Anwendung der BEMER-Therapie bei Polyneuropathiepatienten, jedoch sind dies meist Einzelfallberichte oder kleine Studien ohne Kontrollgruppe.
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Zusätzliche Informationen zu Polyneuropathie
Es ist wichtig zu wissen, dass Polyneuropathie verschiedene Ursachen haben kann und die Behandlung entsprechend angepasst werden muss. Neben der BEMER-Therapie gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten wie Medikamente, Physiotherapie, Ergotherapie und die Anpassung der Ernährung.
Ursachen und Symptome der Polyneuropathie
Polyneuropathie ist eine Erkrankung, die die peripheren Nerven betrifft, also die Nerven außerhalb des zentralen Nervensystems. Es handelt sich um eine Gruppe von Erkrankungen mit unterschiedlichen Ursachen und Symptomen. Häufig beginnt die Polyneuropathie in den Füßen, insbesondere an den Zehen.
Mögliche Ursachen sind:
- Diabetes: Bis zu 25 % der Diabetiker können eine diabetische Polyneuropathie entwickeln.
- Alkoholmissbrauch: Übermäßiger Alkoholkonsum kann die Nerven schädigen.
- Vitaminmangel: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen, insbesondere B-Vitamine und Vitamin E, kann zu Polyneuropathie führen.
- Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom oder die chronisch entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) können die Nerven angreifen.
- Medikamente und Behandlungen: Einige Medikamente, insbesondere Chemotherapeutika, können Polyneuropathie verursachen.
- Andere Erkrankungen: Schilddrüsenerkrankungen, Lebererkrankungen und Nierenerkrankungen können ebenfalls zu Polyneuropathie führen.
Typische Symptome sind:
- Empfindungsstörungen: Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühl oder Schmerzen in den Füßen und Händen.
- Muskelschwäche: Schwäche in den Beinen oder Armen.
- Koordinationsprobleme: Schwierigkeiten beim Gehen oder Halten des Gleichgewichts.
- Muskelatrophie: Abbau von Muskelmasse.
- Erhöhtes Risiko von Stürzen und Verletzungen: Aufgrund der Empfindungsstörungen und Koordinationsprobleme.
Diagnose und Behandlung der Polyneuropathie
Die Diagnose der Polyneuropathie umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, neurologische Tests und Blutuntersuchungen. In einigen Fällen können auch eine MRT- oder CT-Untersuchung, eine Elektromyographie (EMG) oder eine Nervenbiopsie erforderlich sein.
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Die Behandlung der Polyneuropathie richtet sich nach der Ursache der Erkrankung. Bei diabetischer Polyneuropathie ist eine gute Blutzuckerkontrolle wichtig. Bei Vitaminmangel können Nahrungsergänzungsmittel helfen. Bei Autoimmunerkrankungen können Medikamente eingesetzt werden, die das Immunsystem unterdrücken.
Zusätzlich zur Behandlung der Ursache können symptomatische Therapien eingesetzt werden, um die Beschwerden zu lindern. Dazu gehören Schmerzmittel, Antidepressiva, Antikonvulsiva, Physiotherapie, Ergotherapie und orthopädische Hilfsmittel.
Weitere Tipps für Patienten mit Polyneuropathie
- Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen. Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum.
- Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann die Durchblutung verbessern und die Muskeln stärken. Wählen Sie Sportarten und Übungen, die Ihre Sicherheit nicht gefährden.
- Fußpflege: Kontrollieren Sie Ihre Füße regelmäßig auf Verletzungen und tragen Sie bequeme Schuhe.
- Vermeidung von Stress: Chronischer Stress kann neuropathische Schmerzen verstärken. Suchen Sie nach Möglichkeiten, Stress abzubauen, z. B. durch Entspannungsübungen oder Yoga.
Weitere alternative und komplementäre Behandlungsmethoden
Neben der BEMER-Therapie gibt es eine Vielzahl weiterer alternativer und komplementärer Behandlungsmethoden, die bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt werden. Einige davon werden im Folgenden kurz vorgestellt:
- Homöopathie: Die Homöopathie basiert auf dem Prinzip, dass Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden kann. Homöopathische Arzneimittel sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen.
- Pflanzenheilkunde: Die Pflanzenheilkunde nutzt die Heilkraft von Pflanzen zur Behandlung von Krankheiten und Beschwerden.
- Orthomolekulare Therapie: Die orthomolekulare Therapie zielt darauf ab, den Körper optimal mit allen notwendigen Nährstoffen, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen zu versorgen.
- Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht: Diese Therapieform kombiniert gezielte Osteopressur und Engpassdehnungen zur Linderung von Schmerzen.
- Ayurveda: Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilkunst, die den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele betrachtet.
- Akupunktur: Die Akupunktur ist eine traditionelle chinesische Heilmethode, bei der feine Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gestochen werden, um den Energiefluss zu regulieren.
- Magnetfeldtherapie (alternative Form): Neben der BEMER-Therapie gibt es auch andere Formen der Magnetfeldtherapie, bei denen statische oder pulsierende Magnetfelder eingesetzt werden, um die Heilung zu fördern.