Viele Menschen kennen das Gefühl kalter Füße, besonders Frauen. Oftmals werden abends dicke Socken angezogen und zusätzliche Decken verwendet, um die Füße warm zu halten und so besser einschlafen zu können. Kalte Füße können verschiedene Ursachen haben, von harmlosen äußeren Faktoren bis hin zu zugrunde liegenden Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen kalter Füße im Zusammenhang mit Multipler Sklerose (MS) und gibt Tipps zur Linderung der Beschwerden.
Ursachen kalter Füße
Kalte Füße können verschiedene Ursachen haben. Oft sind es äußere Einflüsse wie niedrige Temperaturen, Nässe oder zu enge Schuhe, die zu kalten Füßen führen. Aber auch innere Faktoren wie niedriger Blutdruck, Durchblutungsstörungen oder Erkrankungen können die Ursache sein.
Äußere Einflüsse
- Kälte und Nässe: Wenn die Außentemperatur sinkt, versucht der Körper, die Körpermitte und die lebenswichtigen Organe warm zu halten. Dazu wird den äußeren Gliedmaßen, also Füßen und Händen, Wärme entzogen. Nasse Füße verstärken diesen Effekt, da die Verdunstungskälte zusätzlich Wärme entzieht.
- Enge Schuhe: Zu enge Schuhe können die feinen Blutgefäße und Nerven in den Füßen einquetschen und so die Durchblutung behindern.
- Schweißfüße: Auch Schweißfüße können zu kalten Füßen führen, da die Feuchtigkeit die Wärmeableitung fördert.
Innere Faktoren
- Niedriger Blutdruck: Ein niedriger Blutdruck kann zu einer schlechteren Durchblutung der Füße führen.
- Durchblutungsstörungen: Ablagerungen in den Gefäßen (Arteriosklerose) können die Durchblutung der Füße beeinträchtigen und zu kalten Füßen führen.
- Erkrankungen: Bestimmte Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen, Blutarmut, Schilddrüsenunterfunktion, Fibromyalgie oder das Raynaud-Syndrom können ebenfalls kalte Füße verursachen.
- Stress und psychische Belastungen: Stress, Angststörungen und Depressionen können sich ebenfalls auf die Durchblutung auswirken und zu kalten Füßen führen.
- Medikamente: Einige Medikamente, insbesondere Betablocker, können als Nebenwirkung kalte Füße verursachen.
Kalte Füße im Zusammenhang mit Multipler Sklerose (MS)
Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der Entzündungen und die Degeneration von Nervenzellen parallel auftreten. Die Entzündungen können die Myelinscheiden der Nervenfasern schädigen, was zu einer Vielzahl von Symptomen führen kann.
Mögliche Ursachen für kalte Füße bei MS
- Neuropathie: Nervenschädigungen (Neuropathie), die durch MS verursacht werden, können die Nervenfunktion beeinträchtigen und zu Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühlen und kalten Füßen führen.
- Durchblutungsstörungen: MS kann auch zu Durchblutungsstörungen führen, die die Wärmeversorgung der Füße beeinträchtigen.
- Raynaud-Syndrom: In einigen Fällen kann MS mit dem Raynaud-Syndrom einhergehen, einer Gefäßstörung, die zu krampfartigen Verengungen der Blutgefäße in den Fingern und Zehen führt.
- Eingeschränkte Mobilität: Probleme mit dem Laufen, die durch MS verursacht werden, können die Durchblutung der Füße beeinträchtigen.
Weitere Symptome bei MS
Neben kalten Füßen können bei MS auch weitere Symptome auftreten, wie zum Beispiel:
- Müdigkeit
- Schwindel
- Gangunsicherheit
- Muskelkrämpfe
- Schmerzen
- Sehstörungen
- Konzentrationsstörungen
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Wenn kalte Füße häufig oder ständig auftreten, auch bei normalen oder höheren Temperaturen, und zusätzlich weitere Symptome wie Krämpfe, Schmerzen, Hautveränderungen oder Fieber auftreten, sollte man ärztlichen Rat suchen. Auch bei plötzlichem Auftreten von kalten Füßen mit starken Schmerzen und Blässe oder bläulicher Verfärbung der Haut sollte man sofort einen Arzt aufsuchen, da dies auf eine Embolie hindeuten kann.
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Diagnose
Der Arzt wird zunächst die Krankengeschichte erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen. Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen wie Blutuntersuchungen, Durchblutungsmessungen oder neurologische Untersuchungen erforderlich sein.
Was kann man gegen kalte Füße tun?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die man selbst ergreifen kann, um kalte Füße zu lindern:
Allgemeine Maßnahmen
- Warme Kleidung: Tragen Sie warme Socken aus Wolle oder Kaschmir und gefütterte Schuhe mit dicken Sohlen.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und wärmt die Füße.
- Wechselbäder: Wechselwarme Fußbäder können die Durchblutung anregen.
- Massagen: Massagen der Füße und Zehen können die Durchblutung verbessern.
- Fußgymnastik: Kleine Übungen für die Zehen und Fußgelenke können die Durchblutung fördern.
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr sind wichtig für eine gute Durchblutung. Vermeiden Sie Alkohol und Nikotin.
- Stressabbau: Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen und die Durchblutung zu verbessern.
Spezielle Maßnahmen bei MS
- Behandlung der Grunderkrankung: Eine gezielte Behandlung der MS kann dazu beitragen, die Symptome zu lindern.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Mobilität zu verbessern und die Durchblutung der Füße zu fördern.
- Ergotherapie: Ergotherapie kann helfen, den Alltag besser zu bewältigen und Strategien zu entwickeln, um mit den Symptomen umzugehen.
Medikamentöse Behandlung
In einigen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein, um die Durchblutung zu verbessern oder die Nervenschmerzen zu lindern.
Tipps für warme Füße im Winter
- Tragen Sie gefütterte Stiefel mit dicken Sohlen.
- Verwenden Sie Thermoeinlagen.
- Vermeiden Sie enge Schuhe.
- Trocknen Sie Ihre Füße nach dem Duschen oder Baden gründlich ab.
- Vermeiden Sie es, barfuß zu laufen.
- Tragen Sie nachts dicke Socken.
- Verwenden Sie eine Wärmflasche oder ein Heizkissen.
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