Die Beratungsstelle Demenz Untermain (BDU) bietet ein umfassendes Spektrum an Leistungen für Menschen mit Demenz, deren Angehörige und Betreuungspersonen. Ziel ist es, die Erkrankung besser zu verstehen und den Alltag gemeinsam zu bewältigen. Die Beratungsstelle Demenz Untermain wurde im Jahr 2007 in Aschaffenburg als Modellprojekt des Bezirks Unterfranken und einem Zusammenschluss von Wohlfahrtsverbänden der Region bayerischer Untermain eröffnet. Seit 2008 gibt es weitere Beratungsstellen in Miltenberg und Erlenbach.
Einführung
Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Krankheitsformen, die dazu führen, dass Menschen ihren Alltag nicht mehr so gut wie früher bewältigen können. Die Beratungsstelle Demenz Untermain (BDU) unterstützt Betroffene und ihre Angehörigen dabei, die Erkrankung besser zu verstehen und den Alltag gemeinsam zu meistern.
Was ist Demenz?
Demenz bezeichnet, nach Definition der WHO, eine Erkrankung des Gehirns, bei der als Folge die kognitiven Fähigkeiten, wie z.B. Gedächtnisleistungen, Denkfunktionen und Orientierungsfähigkeit dauerhaft beeinträchtigt sind. Neben dem Gedächtnis lassen z. B. die Orientierung, die Sprache und das Urteilsvermögen nach. Es gibt viele verschiedene Anzeichen, die für eine Demenzerkrankung sprechen können. In Bayern leben derzeit über 240.000 Menschen mit Demenz. Aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft wird diese Zahl in den nächsten Jahren immer weiter steigen.
Nur vergesslich oder dement?
Viele Menschen fragen sich, ob Gedächtnisstörungen im Alter normal sind oder ob es sich um Anzeichen einer Demenz handelt. Eine leichte „Altersvergesslichkeit“ ist im Alter, bedingt durch physiologische Altersprozesse, normal. Jeder vergisst einmal etwas und erinnert sich später meist wieder daran. Die Demenz unterscheidet sich dadurch, dass nicht nur das Erinnerungsvermögen betroffen ist. Betroffene haben zunehmend Probleme bei der Beurteilung von Situationen, verlegen häufiger Gegenstände und erinnern sich meist später nicht mehr an Vergessenes. Alltägliche Abläufe, wie Kaffee kochen oder Schnürsenkel binden, stellen dann eine Herausforderung dar.
Diagnose und weitere Schritte
Eine frühzeitige Diagnosestellung ist wichtig. Sie ermöglicht einen längeren Erhalt der eigenen Fähigkeiten durch früh einsetzende Behandlung und die Erkrankung kann in der weiteren Lebensplanung berücksichtigt werden. Nach der Diagnosestellung sollten Betroffene und Angehörige frühzeitig regeln, wer ggf. den Willen umsetzen soll, z. B. durch Verfügungen für die Zukunft (z. B. Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung). Außerdem ist es wichtig Hilfe anzunehmen, z. B. vom sozialen Umfeld, Beratungsangebote, Angebote zur Unterstützung im Alltag. Wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt oder besuchen Sie eine sogenannte Gedächtnissprechstunde.
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Angebote der Beratungsstelle Demenz Untermain
Die BDU-Fachstelle am Untermain unterstützt Menschen mit Demenz, deren Angehörige und Betreuungspersonen. Die Beratungen erfolgen kostenlos, trägerunabhängig und unterliegen der Schweigepflicht. Das Ziel ist es, durch frühzeitige Beratung und abgestimmte Hilfsangebote das tägliche Zusammenleben zu erleichtern.
Das Team der Beratungsstelle Demenz Untermain (BDU) informiert und berät zu allen Fragen rund um Demenzerkrankungen. Neben der Beratung werden Informationsveranstaltungen, Vorträge und Kurse für pflegende Angehörige und Ehrenamtliche angeboten. Diese Angebote finden in enger Kooperation mit der Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige e. V. statt. Die BDU bietet unter anderem folgende Leistungen an:
- Individuelle Beratung: Die BDU berät Betroffene und Angehörige individuell und kostenfrei zu allen Fragen rund um Demenz.
- Informationen über Demenzformen: Die BDU informiert über die verschiedenen Formen der Demenz und hilft, die Erkrankung und das Verhalten der Betroffenen besser zu verstehen.
- Unterstützung im Alltag: Die BDU unterstützt dabei, den Alltag mit Demenz zu erleichtern und bietet Hilfestellungen für Betroffene und Angehörige.
- Vermittlung von Hilfsangeboten: Die BDU informiert über passende Angebote aus den Bereichen Pflege und Betreuung, die auf die individuelle Situation zugeschnitten sind.
- Veranstaltungen und Kurse: Die BDU bietet regelmäßig Informationsveranstaltungen, Vorträge und Kurse für pflegende Angehörige und Ehrenamtliche an.
Weitere Unterstützungsangebote
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. engagiert sich für ein besseres Leben mit Demenz und bietet vielfältige Angebote für Menschen mit Demenz und deren Bezugspersonen. Das Infomaterial gibt es auch in verschiedenen Sprachen.
Selbsthilfegruppen
Bitte nehmen Sie vor einer ersten Teilnahme mit der Ansprechperson der Selbsthilfegruppe Kontakt auf.
Urlaub für pflegende Angehörige
An Urlaub zu denken, fällt oft nicht leicht. Dabei sind regelmäßige Auszeiten für pflegende Angehörige wichtig, um selbst gesund und zufrieden zu bleiben. Manche können sich jedoch einen Urlaub allein nicht vorstellen. Daher gibt es die Möglichkeit gemeinsam Urlaub zu machen.
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Angehörigen-Ampel und DemenzGuide
Überprüfen Sie Ihre körperliche und seelische Belastung und erfahren Sie, wo Sie Unterstützung finden können. Sie finden dort auch den DemenzGuide.
Demenz-Podcast und Alzheimer-Telefon
Der Demenz-Podcast erscheint monatlich mit Informationen für alle, die sich mit Demenz befassen. Jede Sendung behandelt ein Thema und dauert etwa 30 Minuten. Das Alzheimer-Telefon ist ein bundesweites Beratungsangebot für Menschen mit Demenz, für An- und Zugehörige sowie für alle, die sich beruflich oder ehrenamtlich engagieren. Geschulte Beraterinnen und Berater stehen Ratsuchenden Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr sowie freitags von 9 bis 15 Uhr unter der Telefonnummer 030 / 259379514 zur Verfügung.
Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Demenz
Regelmäßig finden in der Region Untermain Veranstaltungen und Aktionen statt, die das Thema Demenz in den Fokus rücken und über Unterstützungsmöglichkeiten informieren.
Bayerische Demenzwoche
Vom 16. bis 25. September 2022 fand die dritte Bayerische Demenzwoche statt. Viele Veranstaltungen in der Gesundheitsregionplus Aschaffenburg boten Einblicke und sensibilisierten für das Thema Demenz. Auch in den Jahren 2024 und 2025 stand das Schwerpunktthema "Frauengesundheit" im Mittelpunkt. Während 2024 der Fokus auf "Frauengesundheit - ein Leben lang" lag, lautet das Motto für 2025 „Frauen - sichtbar & gesund“.
Es fanden folgende Aktionen im Rahmen der Demenzwoche statt:
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- Kompaktkurs: Das Krankheitsbild und der Umgang mit der Demenz; Alzheimer Gesellschaft Aschaffenburg e.V. Selbsthilfe Demenz
- Wanderausstellung „Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz“: Klinikum Aschaffenburg-Alzenau gGmbH, Alzheimer Gesellschaft Aschaffenburg e.V. Die Ausstellung möchte dazu beitragen, die Öffentlichkeit für das Thema Demenz zu sensibilisieren und zu informieren. Sie stellt deshalb Informations- und Hilfsangebote für Betroffene und deren Angehörige vor - zielt aber auch darauf ab, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für diese wichtige gesellschaftliche Aufgabe zu gewinnen.
- DemenzMobil auf dem Marktplatz in Alzenau: Beratungsstelle Demenz Untermain. Angeboten wird ein Infostand zum Thema Demenz, der von der „Beratungsstelle Demenz Untermain“ aus Aschaffenburg in Zusammenarbeit mit der Seniorenlotsin der Stadt Alzenau, Frau Elke Scholz, organisiert wird. Vor Ort wird eine Fachärztin für persönliche Gespräche zur Verfügung stehen. Außerdem informiert die Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Demenz über ihre Möglichkeiten und Beratungsleistungen. Zusätzlich wird die Stadtbibliothek Alzenau mit einem Büchertisch zum Thema „Demenz“ das umfangreiche Angebot abrunden.
- Online-Veranstaltung “Ein Mitglied unseres Vereins oder eine Person in der Nachbarschaft hat Demenz - was nun?”: Alzheimer Gesellschaft Aschaffenburg e.V., Demenzberatungsstelle Untermain, Fachstelle Angehörigenarbeit der Franz-Göhler-Stiftung, Gesundheitsregionplus, Landkreis und Stadt Aschaffenburg, Pflegestützpunkt Landkreis Aschaffenburg.
Veranstaltungen in Aschaffenburg
Am Freitag, den 19. September 2025 fand im Rahmen der bayerischen Demenzwoche „Festhalten, was verbindet“ von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr im Martinushaus Aschaffenburg eine Veranstaltung für Angehörige, Ehrenamtliche und Betroffene statt. Ein Vortrag und ein Sinnesparcours sensibilisierten für die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz. Im zweiten Teil der Veranstaltung erwartete die Gäste ein interaktiver Sinnesparcours. Hier hatten sie die Möglichkeit, selbst zu erfahren, wie sich die Sinneswahrnehmungen im Alter verändern.
Mit einer Veranstaltung zum Thema „Demenz“ beteiligten sich Stadt und Landkreis Aschaffenburg am Freitag, 20. September 2024, im Martinushaus, Treibgasse 26, an der 5. Bayerischen Demenzwoche. Die Veranstaltung wurde um 13.45 Uhr durch Bürgermeisterin und Sozialreferentin Jessica Euler eröffnet. Im Anschluss konnten Besucherinnen und Besucher bis 18 Uhr an 13 Stationen eines sogenannten Demenzparcours testen, wie sich eine Demenz anfühlen kann und Verständnis für Betroffene entwickeln.
Weitere Aktionen und Initiativen
- Kostenfreie Demenz-Testungen im Bibliothekszentrum in Hösbach: Am Freitag, den 6. Juni 2025, fand im Bibliothekszentrum Hösbach ein besonderer Aktionstag zum Thema Demenz und Gedächtnisgesundheit statt.
- Tag der Pflege: Feiern Sie mit uns den Tag der Pflege am 12. Mai 2025 beim Gesundheitstag für Pflegende! Sie haben die Möglichkeit, sich umfassend zu Gesundheitsthemen weiterzubilden und neue Impulse für den Pflegealltag zu gewinnen.
- Online-Vortrag zum Thema „Mehr Work-Life-Balance: Wie KI mich im Alltag entlasten kann“: Am Mittwoch, den 22.
- Initiativen zur Erleichterung des Familienalltags: Im Rahmen der Weltstillwoche startet die Gesundheitsregionplus Landkreis und Stadt Aschaffenburg gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle des Landkreises und dem Fachbereich Präventive Jugendhilfe des Landratsamtes eine neue Initiative, um Familien den Alltag zu erleichtern.
- Theaterabend „Frauengesundheit - endlich raus aus dem Wartezimmer und rauf auf die Bühne!“: Die Gesundheitsregionplus Landkreis und Stadt Aschaffenburg, die Gleichstellungsstelle des Landratsamts sowie das Gesundheitsamt Aschaffenburg laden zum Theaterabend ein.
Nicht-medikamentöse Therapieformen bei Demenz
Neben medikamentösen Behandlungen gibt es eine Reihe unterstützender Therapieformen, die im Wesentlichen darauf ausgerichtet sind, Menschen mit Demenz geistig, körperlich und emotional zu fördern. Die verschiedenen Therapieformen werden im Folgenden in Hinblick auf ihre Nutzung im Alltag dargestellt.
Erinnerungsarbeit
Für hochbetagte und verwirrte Menschen ist es schwer, Neues aufzunehmen. Mit Erinnerungsarbeit lässt sich über vertraute Tätigkeiten, Geschichten und Melodien an Vergangenes anknüpfen. Erinnerungsarbeit ist die individualisierte Ansprache und Zuwendung über die Sinne - möglichst mit einer Vielfalt von Reizen, die geeignet sind, verbliebene Erinnerungsfähigkeiten spielerisch und ohne Leistungsdruck zu aktivieren und aufzugreifen.
Langzurückliegende Erinnerungen bleiben recht lange erhalten und können helfen, den Alltag zu bewältigen. Die Orientierung auf positive Erinnerungen kann die Lebenszufriedenheit des Betroffenen erhöhen. Die Pflege der Erinnerungen ermöglicht den älteren Menschen, sich als kompetent, sozial integriert und aktiv zu erleben.
Was kann man tun? Zuhause bietet sich das Ansehen von Fotos aus früheren Zeiten an, die für den Betroffenen mit positiven Erinnerungen behaftet sind. Auch durch das Anhören altbekannter Musikstücke sowie durch die Zubereitung vertrauter Speisen oder die Darbietung bekannter Gerüche können Erinnerungen geweckt werden.
Ergotherapie
Ergotherapie ist eine Behandlungsform, die durch sinnvolle Beschäftigung und Arbeit helfen soll, die Folgen einer Krankheit zu überwinden, die Selbstständigkeit des Betroffenen zu fördern und ihn an das Alltagsleben heranzuführen. Ergotherapie umfasst Beschäftigungstherapie und Arbeitstherapie.
Bei Demenzerkrankungen geht es vorrangig darum, erhaltene Fähigkeiten so lange wie möglich zu erhalten. Darum sollte die Ergotherapie auf die Bedürfnisse des Erkrankten abgestimmt sein. Die Beschäftigungsmöglichkeiten sind vielfältig, zum Beispiel bieten sich Handarbeiten, Küchenarbeiten oder handwerkliche Arbeiten an.
Was kann man tun? Zu Hause bieten sich Tätigkeiten des täglichen Lebens an, um die Selbstständigkeit so lange es geht zu erhalten. Im Haushalt könnte dies Kaffee kochen, Betten machen, Bügeln, Staubwischen usw. bedeuten.
Milieutherapie
Experten nehmen an, dass viele der zu beobachtenden emotionalen Störungen und Verhaltensprobleme auch durch Umgebungseinflüsse, d.h. durch ein nicht der Krankheit angemessen gestaltetes soziales und physisches Milieu mit verursacht werden. Bei der Milieutherapie wird das Umfeld, in dem der Betroffene lebt, positiv verändert.
Die Milieutherapie erleichtert dem Betroffenen die Wahrnehmung und Orientierung. Zum Beispiel fördern hell erleuchtete, schattenarme Räume oder die gezielte Farbgestaltung mit satten, warmen und hellen Farben die Wahrnehmung und das Wohlbefinden. Auch erleichtern offene Räume wie zum Beispiel Wohnküchen oder offene Regale dem Kranken sich zurechtzufinden.
Was kann man tun? Neben den genannten Anregungen sollte man zu Hause auch auf Gefahrenquellen achten und diese mindern. Zu den Maßnahmen, die die Umgebung an die Bedürfnisse des Betroffenen anpassen, kann zum Beispiel auch gehören, einen freien Bewegungsraum zu schaffen, in welchem der Betroffene vor Verletzungsgefahren möglichst sicher ist und der seinem Bewegungsdrang entgegenkommt (z.B. ein Garten für Menschen mit Demenz).
Validation
Das Konzept der Validation legt den Schwerpunkt weniger auf die objektive Realität, sondern vielmehr auf die subjektive, gefühlsbetonte Welt des Betroffenen. Validieren bedeutet, die Realität des Menschen mit Demenz anzunehmen, seine aktuellen Gefühle und Verhaltensweisen "für gültig zu erklären" und wertzuschätzen.
Validation versucht den Menschen mit Demenz trotz aller zunehmenden Veränderungen grundsätzlich ernst zu nehmen. Das steigert das Selbstwertgefühl des Betroffenen. Darum orientiert sich Validation stets am aktuell gezeigten Gefühl des Betroffenen.
Was kann man tun? Sprechen Sie die Gefühle, die der Erkrankte äußert, an. Stellen Sie bei Bedarf nur einfache Fragen, keine Warum-Fragen. Für die Kommunikation bieten sich oft Elemente aus der Biographie wie Kindheit und Familie an.
Selbst-Erhaltungs-Therapie (SET)
Die Selbst-Erhaltungs-Therapie (SET) richtet sich auf einen zentralen Aspekt der Demenz, in dem diese Therapieform die Erhaltung der Persönlichkeit, die durch den Krankheitsprozess gefährdet ist, anstrebt. Selbst-Erhaltungs-Therapie knüpft gezielt an die individuell noch vorhandenen Kompetenzen an und ermöglicht so Erfolgserlebnisse.
Mit dieser Methode können Situationen vermieden werden, die das Selbstverständnis des Kranken irritieren und Scham, Depressionen und Aggressionen hervorrufen.
Was kann man tun? Entdecken Sie die Stärken und Vorlieben des Erkrankten und arbeiten Sie an ihnen, das kann heißen: musizieren, erzählen, malen oder kochen Sie mit ihm.
Kunsttherapie/Musiktherapie
Zu den Therapieverfahren, die sich bewusst und gezielt auf die Emotionalität und Kreativität bei Menschen mit Demenz beziehen, zählen Musik- und Kunsttherapie. Erkrankte, denen andere Wege der Kommunikation nur noch begrenzt zur Verfügung stehen, sollen Gelegenheit erhalten, durch Singen oder andere künstlerische Aktivitäten Gefühle zu erleben oder wieder zu erleben.
Zum Beispiel können durch das Anhören von Musik oder dem Ansehen von Bildern die unterschiedlichsten Gefühle freigesetzt werden, an die dann therapeutisch angeknüpft werden kann.
Was kann man tun? Vertraute Musikstücke, Fotos und Bilder, aber zum Beispiel auch das Selbstgestalten von Bildern - immer orientiert an den Ambitionen und Fähigkeiten des Betroffenen - könnten sich anbieten.
Verhaltenstherapie
Ein wichtiges Element der Verhaltenstherapie ist die Technik des Verhaltensaufbaus und -abbaus vor allem durch positive Anreize ("Belohnungen"). Es wird eine Verhaltensänderung ermöglicht ohne die aktive Mitarbeit des Betroffenen.
Diese Therapie wird in "klassischen" Problemsituationen wirksam, zum Beispiel zum Abbau von störendem Sozialverhalten. Mit Verhaltenstherapie kann weiterhin eine größere Selbständigkeit erreicht werden zum Beispiel beim Baden oder Anziehen.
Was kann man tun? Sehr hilfreich ist es, die alltäglichen Handlungen zu "ritualisieren", d.h. z.B. beim Baden oder Anziehen zu versuchen immer die gleiche Reihenfolge der Handlungen beizubehalten und nacheinander vorzunehmen. Durch das tägliche Einüben der immer gleichen Vorgänge, können diese Handlungen länger erinnerbar bleiben.
Basale Stimulation
Im Vordergrund der basalen Stimulation stehen die positiven Möglichkeiten eines Menschen, nicht seine Defekte und Defizite. Basale Stimulation ist der Versuch, sich der Lebenssituation eines kranken Menschen anzupassen und ihm für diese aktuelle Lebenssituation geeignete Wahrnehmungs-, Bewegungs- und Kommunikationsangebote zu machen.
Es wird versucht, Betroffene in schwierigen subjektiven Situationen, die durch Stress, hohe emotionale Belastung wie Angst oder Unruhe gekennzeichnet sind, eine Orientierung über den eigenen Körper und seine vorhandenen Möglichkeiten zu geben. Dies geschieht durch die Anregung von Grundbedürfnissen, z.B. nach Ruhe, Wärme, Gestreichelt werden.
Was kann man tun? Der Betroffene ist fähig, in unmittelbarer Nähe mit anderen Menschen "basal" zu kommunizieren. Durch gezielten Körperkontakt (z.B. Arm auf die Schulter legen) können Reize und Signale (Sicherheit, Geborgenheit) gegeben werden.
Gedächtnistraining
Gedächtnistraining ist die gezielte Übung von Gedächtnisleistung durch Fragespiele, Kreuzworträtsel oder andere Hirnleistungsübungen. Für den Alzheimer-Kranken stellen solche Übungen vielfach eine Überforderung dar und sollten daher eher vermieden werden. Sinnvoller sind einfache Übungen, die zudem auch Spaß machen sollen.
Einfache Denkübungen regen die "grauen Zellen" an, überfordern aber nicht. Auf keinen Fall soll hierbei eine Stresssituation entstehen.
Was kann man tun?
tags: #beratungsstelle #demenz #untermain