Unser Gehirn ist ein komplexes Organ, dessen Leistungsfähigkeit wir bis ins hohe Alter erhalten können. Regelmäßiges Gehirnjogging, abwechslungsreicher Denksport und das Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Gehirnjogging: Mehr als nur ein Trend
Der Begriff "Gehirnjogging" ist weit verbreitet, doch was steckt wirklich dahinter? Entwickelt in den frühen 1990er-Jahren, präzisierte der deutsche Psychologe Siegfried Lehrl den Begriff 1992 unter dem Ausdruck „Mentales Aktivierungstraining“ (Mat). Eine wichtige Unterscheidung. Sie räumt auf mit dem Irrglauben, das Gehirn könne wie ein Muskel trainiert werden. Denn ganz so einfach ist es nicht. Dazu ist das menschliche Gehirn viel zu komplex. Richtig ist jedoch: Mit gezielten Übungen lassen sich unterschiedliche Regionen im Gehirn aktivieren.
Unser Gehirn ist wie ein Muskel und kann auch wie ein solcher trainiert werden. Um bis ins hohe Alter geistig fit zu bleiben, sollte man regelmäßiges Gehirnjogging betreiben. Darunter verstehen sich Spiele und Rätsel zur Verbesserung der Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit, des logischen Denkens und zur allgemeinen Gehirnleistung. Wird unser Gehirn hingegen nicht regelmäßig gefordert, werden wir vergesslich und es verkommt - genau wie es ein Muskel tun würde.
Wichtig dabei ist, regelmäßig für Abwechslung zu sorgen. Denn einseitiges Training verbessert lediglich einzelne Teilbereiche. Deshalb ist Vielfalt im Training entscheidend, um den Herausforderungen von Demenz im Alltag besser zu begegnen. Ein Beispiel: Wer nur Worträtsel löst, verbessert zwar seinen Sprachschatz, das Erinnerungsvermögen oder Zahlenverständnis hingegen nicht. Wirkungsvolles Gehirnjogging sollte deshalb breit aufgestellt sein. Beim Gehirnjogging handelt es sich um Übungen für zu Hause oder unterwegs. In der Regel nehmen sie nur ein paar Minuten Zeit in Anspruch, Interessierte sollten sie allerdings regelmäßig wiederholen.
Online-Plattformen für Gehirnjogging
Das Internet bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, das Gehirn auf spielerische Weise zu trainieren. Hier eine Auswahl von Plattformen, die teilweise kostenlose Optionen anbieten:
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- brainfit: Hier können Sie kostenlos ohne Anmeldung direkt loslegen.
- Rätsel-Contest: Auf Rätsel-Contest können sie kostenlos, aber mit Anmeldung gegen andere antreten und tolle Tagesrätsel, Kreuzworträtsel, Bilderrätsel oder Silbenrätsel lösen. Hier heißt es: "Rätsel sind das perfekte Gehirnjogging! Spielt gegen Freunde und andere Rätsel-Begeisterte im Internet. Nur die besten Rätsler schaffen es in die Highscoreliste der Tagesrätsel.
- Bernhard Gaul: Hier erwartet uns nicht der schönste Webauftritt und die Seite von Bernhard Gaul dreht sich auch nicht ausschließlich um das Thema Gehirnjogging. Dennoch gibt es eine große Auswahl an Gehirnjogging- und Denksport-Spielen, die kostenlos und ohne Anmeldung zugänglich sind.
- Merkfähigkeit trainieren: Ohne Anmeldung und kostenlos - vor allem zur Steigerung der Merkfähigkeit geeignet (Wörter, Zahlen, Wege merken). Hier heißt es: "Mit unseren Denkbungen können Sie Ihre Merkfähigkeit trainieren und steigern.
- Brainspeeder: Brainspeeder wirbt wie folgt für sich: "Hier ist Spiel und Spaß geboten mit schnellen Brain Games rund um Zahlen, Mathe, Logik und Sudoku. Denksport mit gratis Spielen für die ganze Familie. Die Übungen zum Gehirnjogging und die kostenlosen Denkspiele bieten abwechslungsreiches Gehirntraining." Eine Anmeldung ist erforderlich, aber die Spiele gibt es dann kostenlos zum Download. Man kann sie im Wettbewerb mit anderen oder alleine in Ruhe spielen.
- Täglicher Gehirn-Snack: Hier bekommen Sie Ihren täglichen Gehirnsnack und zwar kostenlos und ohne Anmeldung.
- Vielfalt an Spielen: Hier gibt es querbeet alles von Schach und Memory bis hin zu außergewöhnlichen Spielen mit hohem Spaßfaktor wie "Tatort".
- IQ-Test: Auch ein IQ-Test ist möglich.
- Gehirn auf dem Laufband: Hier läuft ein Gehirn auf dem Laufband - das sagt schon alles.
Forschung im Bereich der Gehirnfunktion und -regeneration
Die Forschung zur Gehirnfunktion und Möglichkeiten der Regeneration ist ein aktives Feld. Aktuelle Studien untersuchen verschiedene Aspekte, von der Reaktion des Herzens auf Ischämie bis hin zu den Auswirkungen von Tumorerkrankungen auf das Immunsystem.
Kardioprotektion durch Staccato-Reperfusion
Die rasche Wiedereröffnung eines verschlossenen Koronargefäßes ist entscheidend, um das Herz vor einem akuten Infarkt zu retten. Allerdings kann die Reperfusion selbst zu Zellschäden beitragen. Forschungsergebnisse zeigen, dass eine verzögerte oder intermittierende Reperfusion die Infarktgröße begrenzen kann. Ein zentraler Mechanismus dabei ist die Aktivierung des STAT3-Signalwegs in den Mitochondrien, was die Respiration verbessert und den Kalziumhaushalt stabilisiert. Dies führt letztendlich zum Erhalt der Vitalität der Herzmuskelzellen.
TLR4-Polymorphismus und Darmkrebs
Toll-like Rezeptoren (TLR) spielen eine wichtige Rolle in der Immunabwehr des Gastrointestinaltrakts. Der TLR4-Polymorphismus D299G, der in der nordeuropäischen Bevölkerung relativ häufig vorkommt, wurde als Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen identifiziert. Eine Studie hat gezeigt, dass diese Mutation im Darmepithel zu einer Überexpression von Genen führt, die mit Tumorigenese und Entzündung assoziiert sind. Die Therapie mit einem STAT3-Inhibitor konnte das TLR4-D299G-induzierte Tumorwachstum blockieren. Klinische Daten bestätigten, dass Patienten mit der TLR4-D299G-Mutation häufiger ein fortgeschrittenes Tumorstadium bei Diagnose aufweisen.
Immunologie und Infektiologie: Forschungstag an der Universität Duisburg-Essen
Die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen lädt regelmäßig zu Forschungstagen ein, um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Immunologie und Infektiologie. Renommierte Wissenschaftler, wie Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen, präsentieren ihre Forschungsergebnisse zu Themen wie "Infektionen als Krebsauslöser".
Regulatorische T-Zellen und Tumorimmunität
Regulatorische T-Zellen (Treg) sind normalerweise dafür bekannt, überschießende Immunantworten zu unterdrücken. Bei Tumorerkrankungen ist ihre Rolle jedoch komplexer. In einigen Fällen wurde beobachtet, dass eine starke Infiltration des Tumors mit regulatorischen T-Zellen mit einer besseren Prognose einhergeht. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass NK-Zellen nach Kontakt mit regulatorischen T-Zellen eine stärkere Aktivierbarkeit durch Tumorzellen zeigen können. Dies könnte bedeuten, dass die therapeutische Depletion von regulatorischen T-Zellen je nach begleitender Immuntherapie unterschiedliche Ergebnisse haben kann.
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Mausmodelle und Antikörper in der medizinischen Forschung
Mausmodelle und Antikörper spielen eine zentrale Rolle in der medizinischen Forschung und Entwicklung. Ein Projekt des Science Support Centres der Universität Duisburg-Essen und ihrer Patentverwertungsagentur PROvendis GmbH hat das Ziel, die Entwicklung und Kommerzialisierung von neu entwickelten Antikörpern und Mausmodellen zu fördern.
Alzheimer-Krankheit: Forschung zu Beta-Amyloidpeptiden
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz. Charakteristische neuropathologische Veränderungen im Gehirn sind amyloide Plaques und neurofibrilläre Tangles. Die Forschung konzentriert sich auf die Charakterisierung von Beta-Amyloidpeptiden in Gehirnen von transgenen Mäusen, um die molekularen Mechanismen der Amyloidplaquebildung besser zu verstehen.
Ionisierende Strahlung und DNA-Schäden
Ionisierende Strahlung kann Zellen töten und wird in der Krebstherapie eingesetzt, kann aber auch selbst zu Krebsentstehung führen. Die Schäden, die durch ionisierende Strahlung in der DNA verursacht werden, sind vergleichbar mit denen, die durch oxidativen Stress induziert werden. Forschungsergebnisse zeigen, dass Läsionen des Zuckers Desoxyribose nicht sofort als Rückgrat brechende Läsionen auftreten, sondern sich erst nach Ablauf chemischer Prozesse entwickeln.
Virus-spezifische CD8+ T-Zellen bei Retrovirusinfektion
Die Forschung hat gezeigt, dass Mäuse, die mit einem Retrovirus infiziert werden, zwar virus-spezifische zytotoxische T-Zellen (CTL) bilden, diese aber nicht sofort funktionsunfähig sind. Die CTL exprimieren zwar das Molekül PD-1, sind aber dennoch in der Lage, infizierte Zellen abzutöten. PD-1 dient dazu, aktivierte CTL abzuschalten, aber dies geschieht erst nach mehreren Tagen bis Wochen nach der Infektion.
Nanotechnologien in der Medizin
Nanotechnologien gelten als besonders zukunftsträchtig in der Medizin. Sie werden unter anderem in der Krebstherapie und bei der Entwicklung von Nano-Transportsystemen für die gezielte Applikation von Wirksubstanzen eingesetzt.
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Demenz im Alltag: Unterstützung und Hilfsmittel
Neben dem gezielten Gehirnjogging gibt es weitere Aspekte, die im Umgang mit Demenz im Alltag eine Rolle spielen.
Medikamentenerinnerung mit Apps
Die richtige Medikamenteneinnahme ist ein wichtiger Aspekt bei der Organisation von Demenz im Alltag. Die kostenlose App "MyTherapy" ist Medikamenten-Wecker und Gesundheitstagebuch in einem. Denn sie erinnert nicht nur an die regelmäßige Einnahme von Tabletten, sondern in ihr können auch Aktivitäten sowie Symptome und Messwerte wie Bluthochdruck oder Blutzucker dokumentiert werden. Sie hilft dabei, den Therapieverlauf im Auge zu behalten.
Pflegegradeinstufung und finanzielle Unterstützung
Bei vielen Interessenten für häusliche Betreuung ist die zu erwartende Pflegegradeinstufung durch den Medizinischen Dienst (früher MDK) oder medicproof ein sehr relevanter Aspekt. Denn davon abhängig sind wichtige finanziellen Entlastungsmöglichkeiten für die Senioren und deren Familien.