Besondere Punkte für die Behandlung von Muskelkrämpfen

Muskelkrämpfe sind ein weit verbreitetes Problem, das Sportler und Nicht-Sportler gleichermaßen betrifft. Sie können plötzlich auftreten und sehr schmerzhaft sein, was die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Ursachen, Präventionsstrategien und Behandlungsmöglichkeiten von Muskelkrämpfen, um Betroffenen zu helfen, diese effektiv zu bewältigen.

Ursachen von Muskelkrämpfen

Muskelkrämpfe sind plötzliche, schmerzhafte und unwillkürliche Kontraktionen eines Muskels oder einer Muskelgruppe. Um zu verstehen, wie ein Krampf entsteht, ist es wichtig, die Grundlagen der Muskelkontraktion zu kennen. Bei einer normalen Kontraktion gleiten Aktin- und Myosinfilamente ineinander, was zu einer Verkürzung des Muskels führt. Dieser Prozess wird durch Nervenimpulse gesteuert und benötigt Energie in Form von ATP.

Die genauen Mechanismen, die zu Muskelkrämpfen führen, sind noch nicht vollständig geklärt. Früher ging man davon aus, dass Dehydration und Elektrolytmangel die Hauptursachen seien. Ein vielversprechender Ansatz ist die Theorie der neuromuskulären Ermüdung. Hierbei wird angenommen, dass Überlastung und Ermüdung der Muskeln zu einem Ungleichgewicht zwischen erregenden und hemmenden Signalen an die Muskelspindeln führen.

Dehydration und Elektrolytmangel

Dehydration und Elektrolytmangel spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Muskelkrämpfen. Beim Sport verliert man Flüssigkeit durchs Schwitzen, besonders bei hohen Temperaturen. Schwitzen ist zwar wichtig für die Kühlung des Körpers, kann aber zu Problemen führen, wenn man nicht genug trinkt. Wenn man mehr als 2% des Körpergewichts durch Schweiß verliert, kann dies die Leistung beeinträchtigen.

Elektrolyte sind lebenswichtige Mineralstoffe, die eine elektrische Ladung tragen, wenn sie in Flüssigkeiten wie dem Blut gelöst sind. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des Wasserhaushalts, der Muskelfunktion und der Nervenregulierung.

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Überanstrengung und mangelnde Vorbereitung

Muskelkrämpfe können nicht nur durch Dehydration und Elektrolytmangel entstehen, sondern auch durch Überanstrengung und mangelnde Vorbereitung auf sportliche Aktivitäten. Diese Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Wadenkrämpfen und anderen Muskelkrämpfen.

Ein gründliches Aufwärmen ist entscheidend, um Muskelkrämpfen vorzubeugen. Es bereitet den Körper optimal auf die bevorstehende Belastung vor. Durch das Aufwärmen wird die Durchblutung der Muskulatur verbessert, was zu einer besseren Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen führt.

Eine häufige Ursache für Muskelkrämpfe ist eine zu schnelle Steigerung der Trainingsintensität oder -dauer. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, das Prinzip der progressiven Belastungssteigerung zu befolgen. Für Anfänger ist es ratsam, zunächst die Trainingshäufigkeit und den Trainingsumfang zu steigern, bevor die Intensität erhöht wird. Erfahrene Sportler können die Belastung auch über die Intensität oder die Verkürzung der Pausen steigern.

Die Regeneration ist ein oft unterschätzter Aspekt des Trainings, der jedoch entscheidend für die Prävention von Muskelkrämpfen ist. Ausreichende Erholungsphasen zwischen den Trainingseinheiten sind besonders wichtig für Sportler, die Muskeln aufbauen möchten.

Weitere Ursachen

Neben den genannten Faktoren können auch andere Ursachen Muskelkrämpfe begünstigen:

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  • Erkrankungen: Bestimmte Erkrankungen wie Diabetes, Nierenerkrankungen oder Schilddrüsenstörungen können Muskelkrämpfe verursachen.
  • Medikamente: Einige Medikamente, wie Diuretika oder Statine, können als Nebenwirkung Muskelkrämpfe auslösen.
  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an Magnesium, Kalium oder Calcium kann die Muskelfunktion beeinträchtigen und Krämpfe verursachen.
  • Durchblutungsstörungen: Durchblutungsstörungen in den Beinen können ebenfalls zu Muskelkrämpfen führen.

Präventionsstrategien

Um Muskelkrämpfen vorzubeugen, gibt es verschiedene Strategien, die man in den Alltag integrieren kann:

Ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr

Um Dehydration und Elektrolytmangel vorzubeugen, sollte man auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr achten.

  • Vor dem Training: Trinke vor dem Training ausreichend Wasser, um hydriert zu sein.
  • Während des Trainings: Trinke während des Trainings regelmäßig Wasser oder eine Sportgetränk, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Nach dem Training: Trinke direkt nach dem Training einen halben Liter Wasser. Für kurze oder weniger intensive Trainingseinheiten mag Wasser ausreichen.

Man kann auch auf natürliche Quellen von Elektrolyten zurückgreifen. Bananen und Avocados sind reich an Kalium, Nüsse und Samen bieten Magnesium, und salzige Snacks können den Natriumbedarf decken.

Richtiges Aufwärmen und Dehnen

Ein gründliches Aufwärmen ist entscheidend, um Muskelkrämpfen vorzubeugen. Es bereitet den Körper optimal auf die bevorstehende Belastung vor. Durch das Aufwärmen wird die Durchblutung der Muskulatur verbessert, was zu einer besseren Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen führt.

Führe sanfte Dehnübungen für alle Muskelgruppen durch, die du bei deiner sportlichen Aktivität beanspruchen wirst.

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Progressive Belastungssteigerung und Regeneration

Eine häufige Ursache für Muskelkrämpfe ist eine zu schnelle Steigerung der Trainingsintensität oder -dauer. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, das Prinzip der progressiven Belastungssteigerung zu befolgen. Für Anfänger ist es ratsam, zunächst die Trainingshäufigkeit und den Trainingsumfang zu steigern, bevor die Intensität erhöht wird. Erfahrene Sportler können die Belastung auch über die Intensität oder die Verkürzung der Pausen steigern.

Die Regeneration ist ein oft unterschätzter Aspekt des Trainings, der jedoch entscheidend für die Prävention von Muskelkrämpfen ist. Ausreichende Erholungsphasen zwischen den Trainingseinheiten sind besonders wichtig für Sportler, die Muskeln aufbauen möchten.

Angemessene Kleidung und Vermeidung von Auskühlung

Um Muskelkrämpfe zu vermeiden, ist es neben dem richtigen Warm-up, welches die Muskeln auf die bevorstehende Belastung vorbereitet, ebenso wichtig, die Muskulatur während dem Training nicht auskühlen zu lassen. Um also deine Körpertemperatur während dem Training konstant zu halten, solltest zu lange Pausen zwischen den Sätzen oder auch zwischen den Übungen vermeiden. Besonders bei niedrigen Umgebungstemperaturen kann die Muskulatur während des Trainings nochmal schneller auskühlen. Passe deshalb dein Trainings-Outfit deiner Umgebungstemperatur an. Funktionsunterwäsche oder Kompressions- und Thermowäsche, welche du unter deinen Trainingsklamotten anziehst, halten dich nicht nur während dem Training warm, sondern beugen auch ein zu schnelles Abkühlen der Muskulatur nach dem Training vor.

Ausgewogene Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Muskelkrämpfen. Magnesium wird oft als Wundermittel gegen Muskelkrämpfe angepriesen, aber die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind nicht eindeutig. Trotzdem kann eine ausreichende Magnesiumzufuhr über die Ernährung sinnvoll sein. Gute Magnesiumquellen sind Vollkornprodukte, Nüsse, Samen und grünes Blattgemüse. Kalium und Calcium spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für die Muskelfunktion. Kalium findest du in Bananen, während Calcium in Milchprodukten, Nüssen und grünem Blattgemüse reichlich vorhanden ist.

Das richtige Timing der Mahlzeiten kann einen großen Unterschied in deiner sportlichen Leistung machen. Nach dem Training ist es wichtig, die Energiespeicher schnell wieder aufzufüllen. Eine ideale Post-Workout-Mahlzeit sollte aus einer Kombination von leicht verdaulichen Kohlenhydraten, etwas Eiweiß und wenig Fett bestehen. Beachte auch die Reihenfolge deiner Mahlzeiten: Beginne mit nahrungsfaserreichen und energiearmen Produkten, gefolgt von Proteinlieferanten und schließlich Energielieferanten.

Obwohl eine ausgewogene Ernährung in den meisten Fällen ausreicht, können Nahrungsergänzungsmittel in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Bei langen und intensiven Trainingseinheiten wie einem Marathonlauf reicht Wasser allein oft nicht aus. Magnesiumsupplemente werden oft zur Krampfprävention empfohlen, aber ihre Wirksamkeit ist umstritten. Wenn du Magnesium supplementieren möchtest, kann eine Dosierung von 350 bis 400 mg täglich für den Therapie-Einstieg geeignet sein. Es ist wichtig zu betonen, dass Nahrungsergänzungsmittel kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung sind.

Dehnübungen und Mobilisationstechniken

Um Muskelkrämpfe zu vermeiden und deine Beweglichkeit zu verbessern, sind effektive Dehnübungen und Mobilisationstechniken unerlässlich. Beim Dehnen unterscheidet man zwischen statischem und dynamischem Dehnen. Für die Vorbeugung von Muskelkrämpfen und zur Verbesserung der Beweglichkeit sind beide Methoden effektiv. Als Vorbereitung auf intensive sportliche Aktivitäten ist jedoch das dynamische Dehnen dem statischen überlegen.

Foam Rolling, auch bekannt als Selbstmassage mit einer Hartschaumrolle, ist in den letzten Jahren zu einer beliebten Technik geworden. Es verspricht eine Verbesserung der Beweglichkeit und eine Reduzierung von Muskelkater. Obwohl Foam Rolling kurzfristige Vorteile bieten kann, ist es wichtig zu verstehen, dass es hauptsächlich Symptome bekämpft und nicht die Ursachen von Muskelkrämpfen behandelt.

Um Muskelkrämpfen vorzubeugen, ist es wichtig, gezielte Dehnübungen für besonders anfällige Muskelgruppen durchzuführen.

  • Wadendehnung: Gehe in einen leichten Ausfallschritt, das hintere Bein gestreckt. Schiebe die Hüfte nach vorne, bis du einen Zug in der Wade spürst.
  • Dehnung des vorderen Oberschenkels: Stehe aufrecht und greife mit einer Hand dein Fußgelenk hinter dem Rücken. Ziehe die Ferse sanft zum Gesäß, bis du eine Dehnung spürst.
  • Dehnung des hinteren Oberschenkels: Setze dich auf den Boden, ein Bein ausgestreckt, das andere angewinkelt. Beuge dich mit geradem Rücken nach vorne und greife in Richtung Fußspitze.

Führe diese Übungen regelmäßig durch, am besten täglich vor dem Schlafengehen. Zusätzlich zu diesen Dehnübungen ist es wichtig, deine Muskulatur durch regelmäßiges Training zu kräftigen. Eine starke und flexible Muskulatur ist weniger anfällig für Krämpfe.

Anpassung des Trainings

Um Muskelkrämpfe zu vermeiden, ist es wichtig, dein Training gezielt anzupassen. Eine effektive Strategie berücksichtigt verschiedene Aspekte, da die Ursachen für Krämpfe individuell unterschiedlich sein können. Ein guter Ansatz ist das Führen eines Krampf-Tagebuchs, in dem du Details wie Schlafqualität, Trainingsdauer, Ernährung und Flüssigkeitsaufnahme notierst.

Eine kluge Periodisierung deines Trainings kann maßgeblich zur Krampfvermeidung beitragen. Statt wochen- oder monatelang den gleichen Trainingsplan beizubehalten, solltest du regelmäßig Abwechslung in dein Training bringen. Dies verhindert einen Gewöhnungseffekt und setzt neue Reize für den Muskelaufbau. Eine Möglichkeit ist die lineare Periodisierung, bei der du das Gewicht der einzelnen Sätze kontinuierlich steigerst. Dies kann Mikrotraumen in der Muskulatur verursachen, die zu einer besseren Anpassung führen. Achte besonders auf die richtige Mischung aus Volumen und Intensität, um deine Muskeln optimal auf die bevorstehenden Anforderungen vorzubereiten. Passe das Training an dein Fitnesslevel an, um eine vorzeitige Überlastung zu vermeiden.

Die richtige Technik ist entscheidend, um Muskelkrämpfen vorzubeugen. Experten empfehlen, bei jeder Übung den vollen Bewegungsradius zu nutzen. Dies dehnt den Muskel einerseits und lässt ihn andererseits maximal kontrahieren. Achte auch auf die Geschwindigkeit deiner Bewegungen. Für Tennisspieler und andere Sportler mit ähnlichen Anforderungen kann ein plyometrisches Training der Beine etwa 2-3 Mal pro Woche hilfreich sein.

Vergiss nicht, dich vor dem Training gründlich aufzuwärmen. Ein effektives Aufwärmprogramm sollte etwa 10 bis 15 Minuten dauern und aus drei Phasen bestehen: allgemeines Aufwärmen, sanfte Dehnübungen und sportspezifische Übungen.

Sofortmaßnahmen bei akuten Muskelkrämpfen

Wenn du plötzlich von einem Muskelkrampf überrascht wirst, gibt es einige effektive Maßnahmen, die du sofort ergreifen kannst, um die Beschwerden zu lindern.

Dehnen der betroffenen Muskulatur

Eine der wirksamsten Methoden, um einen akuten Muskelkrampf zu bekämpfen, ist das Dehnen der betroffenen Muskulatur. Bei einem Wadenkrampf kannst du beispielsweise die Zehen in Richtung Schienbein ziehen und diese Position für einige Sekunden halten. Diese Dehnung hilft, den Krampf zu lösen und die Muskulatur zu entspannen. Für andere Muskelgruppen gelten ähnliche Prinzipien. Versuche, den betroffenen Muskel vorsichtig in die Länge zu ziehen. Bei einem Krampf im Oberschenkel kannst du beispielsweise das Bein leicht anwinkeln und den Fuß in Richtung Gesäß ziehen. Es ist wichtig, die Dehnung langsam und kontrolliert durchzuführen. Übermäßiges oder zu schnelles Dehnen kann den Krampf verstärken oder sogar zu Verletzungen führen.

Massage und Akupressur

Neben dem Dehnen kann auch eine sanfte Massage der verkrampften Muskulatur Linderung bringen. Massiere den betroffenen Bereich vorsichtig mit kreisenden Bewegungen.

Die Akupressur, eine Technik aus der traditionellen chinesischen Medizin, kann ebenfalls bei Muskelkrämpfen hilfreich sein. Durch gezielten Druck auf bestimmte Körperpunkte lassen sich Energieblockaden lösen und Beschwerden lindern. Ein wichtiger Punkt bei Wadenkrämpfen befindet sich beispielsweise in der Mitte der Wade. Ein weiterer effektiver Druckpunkt, der sogenannte "Talsenke"-Punkt, befindet sich am Handrücken zwischen Daumen und Zeigefinger. Drücke diesen Punkt für etwa 10 Sekunden, mache eine kurze Pause und wiederhole den Vorgang.

Wärme- oder Kälteanwendungen

Die Anwendung von Wärme oder Kälte kann ebenfalls zur Linderung von Muskelkrämpfen beitragen. Wärmeanwendungen können besonders effektiv sein, wenn der Krampf bereits einige Zeit andauert. Warme Wickel, eine Wärmflasche oder ein heißes Bad können die Muskulatur entspannen und die Durchblutung fördern. Dies unterstützt den Heilungsprozess und kann die Schmerzen lindern.

Kälteanwendungen hingegen können direkt nach intensiven Trainingseinheiten hilfreich sein, um Entzündungsprozesse einzudämmen und das Immunsystem zu stärken.

Es ist wichtig zu beachten, dass sowohl bei Wärme- als auch bei Kälteanwendungen Vorsicht geboten ist. Lege Wärme- oder Kältepackungen nie direkt auf die Haut, sondern wickle sie in ein Handtuch.

Flüssigkeitszufuhr und Ernährung

Zusätzlich zu diesen Sofortmaßnahmen ist es wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Dehydration kann Muskelkrämpfe begünstigen, daher solltest du besonders während und nach dem Sport genügend trinken. Wenn du häufig unter Muskelkrämpfen leidest, kann es hilfreich sein, deine Ernährung zu überprüfen. Eine ausreichende Zufuhr von Magnesium und Calcium kann zur Prävention von Krämpfen beitragen.

Ärztliche Abklärung

Beachte, dass bei häufig auftretenden oder besonders schmerzhaften Muskelkrämpfen eine ärztliche Abklärung ratsam ist.

Ärztliche Untersuchung und Diagnose

Um die Ursache von Muskelkrämpfen abzuklären, ist ein Arzt-Patienten-Gespräch wichtig. Die Hausärztin oder der Hausarzt kennt meist die Krankengeschichte, eventuelle Erkrankungen und weiß, welche Medikamente eingenommen werden. Falls nicht, wird er oder sie sich danach erkundigen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist es zusätzlich wichtig zu klären, ob möglicherweise eine noch nicht bekannte Schwangerschaft vorliegt.

Im ärztlichen Gespräch geht es zunächst darum, die Beschwerden genau einzuordnen. Mögliche Fragen können sein:

  • Wann und wie oft verkrampft sich die Muskulatur?
  • Welche Muskeln verhärten sich genau?
  • Wie äußern sich die Krämpfe und wie lange halten sie an?
  • Was haben Sie gegen die Krämpfe unternommen und hat das geholfen?

Außerdem wird die Ärztin oder der Arzt Fragen zum Lebensstil stellen, beispielsweise:

  • Was tun Sie, um körperlich aktiv zu sein?
  • Treiben Sie Sport?
  • Wie sehen Ihre Trink- und Ernährungsgewohnheiten aus?
  • Trinken Sie Alkohol und wenn ja, wie viel?
  • Rauchen Sie?
  • Welche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel nehmen Sie aktuell ein?

Wichtig für den Arzt oder die Ärztin zu wissen, ist zudem, ob Sie beispielsweise:

  • in letzter Zeit vermehrt geschwitzt haben
  • häufig Wasser lassen mussten
  • mit (Brech-)Durchfällen zu kämpfen hatten
  • sich verletzt haben, zum Beispiel an den Beinen oder am Rücken
  • Eltern, Geschwister und andere Verwandte haben, die häufiger an Muskelkrämpfen leiden

In der ersten Analyse der Symptome geht es unter anderem darum, die Wadenkrämpfe von anderen Beschwerden abzugrenzen, die in den Beinen auftreten können. Dazu zählen zum Beispiel gelegentliche, meist nächtliche Muskelzuckungen, das Syndrom der unruhigen Beine (Restless Legs Syndrom) oder Durchblutungsstörungen in den Beinen, auch bekannt als periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK).

Körperliche Untersuchung und Laboranalysen

Zunächst wird sich die Ärztin oder der Arzt die Beine und Füße genau ansehen und den betroffenen Bereich abtasten. Mit neurologischen Tests lässt sich herausfinden, wie gut die Nerven und Muskeln funktionieren. So prüft die Ärztin oder der Arzt zum Beispiel:

  • wie kräftig die Muskulatur ist
  • wie gut die Reflexe ausgeprägt sind
  • wie man auf bestimmte Berührungsreize reagiert
  • wie gut man gehen und stehen kann
  • ob man mit Zittern zu tun hat

Blutuntersuchungen geben etwa Aufschluss über den Salz-Wasser-Haushalt (Elektrolythaushalt), die Blutzuckerwerte sowie die Nieren- und Leberfunktion. Vermutlich lässt die Ärztin oder der Arzt im Blut auch die Schilddrüsenhormone, zunächst das TSH, sowie Muskelenzyme (Kreatinkinase) messen.

Weiterführende Untersuchungen

Falls notwendig, kommen zur weiteren Abklärung von Muskelkrämpfen und anderen Beschwerden in den Beinen - je nach vermuteter Ursache - verschiedene Verfahren infrage. Dazu zählen:

  • Bestimmung weiterer Blutwerte bis hin zu einer genetischen Untersuchung beim Verdacht auf eine Muskelerkrankung (Myopathie)
  • Elektromyografie (EMG): Damit lässt sich erkennen, ob eine Störung auf Muskel- oder Nervenebene vorliegt. Das geschieht mithilfe feinster Nadelelektroden, die im Muskel stecken und die elektrischen Aktivitäten des Muskels im entspannten und angespannten Zustand messen.
  • Elektroneurografie (ENG): Hier erfasst man mit über auf der Haut angebrachten Elektroden die Nervenleitgeschwindigkeit. Diese zeigt an, wie schnell die Nervenfasern elektrische Reize, also bestimmte Kommandos an die Muskelfasern, weitergeben.
  • Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT): Damit kann sich die Ärztin oder der Arzt ein Bild von der Wirbelsäule, den Bandscheiben und dem Wirbelsäulenkanal verschaffen.
  • Ultraschall (Sonografie) der Blutgefäße: Gibt Aufschluss darüber, wie gut die Beine durchblutet sind. Mit einer Doppler-Sonografie lässt sich erkennen, ob die Blutzirkulation gestört ist und ob Venenklappen nicht richtig schließen.
  • Ischämie-Tests unter Belastung von Unterarmmuskeln: Sie können auf krankhafte Veränderungen im Stoffwechsel der Muskeln hinweisen.
  • feingewebliche Untersuchung einer Muskelgewebe-Probe (Biopsie): insbesondere bei Verdacht auf eine Myopathie.
  • spezielle Gefäßuntersuchungen: bei Verdacht auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK). Dazu gehören bestimmte Geh-Tests sowie Messungen des Blutdrucks mit Manschetten an Armen, Knöcheln und Füßen mit Hilfe eines Ultraschallgeräts.

Alternative Behandlungsmethoden

Neben den konventionellen Behandlungsmethoden gibt es auch alternative Ansätze, die bei Muskelkrämpfen Linderung verschaffen können:

Akupressur

Akupressur ist eine Therapie-Variante, die von bestimmten Druckpunkten am Körper ausgeht. Die Akupressur ist ein Naturheilverfahren, das über manuelle Druckausübung ganz bestimmter Körperstellen, sogenannter Akupressurpunkte, funktioniert. Die Akupressur kann körperliche, aber auch psychische Beschwerden wie Depressionen oder Stress lindern.

Die Akupressur kann als Methode auch von Laien zur Selbstbehandlung angewandt werden. Dennoch sind körperliche Signale wie Schmerzen von einem Arzt abzuklären, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen. Akupressur gehört - genauso wie Akupunktur (Nadelbehandlung) - zu den Säulen der traditionellen chinesischen Medizin und hat sich in den letzten Jahrzehnten auch vermehrt im europäischen Raum als Naturheilverfahren etabliert. Per Definition handelt es sich dabei um eine Anwendung, bei welcher eine manuelle Reizsetzung durch Druck sowie Massage erfolgt. Der Fokus liegt hier auf ganz bestimmten Akupressurpunkten. oder mit kleinen, sanften Bewegungen umkreist werden.

Die chinesische Therapieform baut auf der Annahme auf, dass der menschliche Körper durchzogen ist von einem System mit insgesamt 12 Energiebahnen, den sogenannten Meridianen. Über diese strömt die Lebensenergie (Qi, sprich: Tschi) durch den Organismus. Die Energiebahnen sind Organsystemen zugeordnet. Das bedeutet, dass sie nach Organen benannt sind. So gibt es zum Beispiel den Organfunktionskreis der Blase (Bl), des Dünndarms (Dü) oder des Magens (Ma). Kommt es zu einem „Qi-Stau“, können unter anderem Rückenschmerzen die Folge sein.

Auf der Suche nach einem fachkundigen Akupressur-Therapeuten werden Betroffene vor allem bei Heilpraktikern und Physiotherapeuten fündig. Doch auch eine Vielzahl an Ärzten bietet mittlerweile diese alternative Behandlungsvariante an. Die Kosten für die Behandlung übernimmt in der Regel der Patient selbst.

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