Das BETHESDA Krankenhaus in Duisburg blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1904 gegründet und ursprünglich für 50 Patienten geplant, wurde das Krankenhaus stetig erweitert und verfügt heute über 413 Betten. Das BETHESDA betreut jährlich über 15.000 stationäre und eine ähnlich hohe Anzahl an ambulanten Patienten. Für viele Duisburger ist das BETHESDA traditionell "ihr" Krankenhaus, was auch an der Geburtsabteilung liegen mag, in der jährlich bis zu 1.000 Säuglinge geboren werden. Ein besonderes Aushängeschild ist das Onkologische Zentrum BETHESDA Duisburg Klinikum Niederrhein, das erste und einzige zertifizierte Onkologische Zentrum in Duisburg.
Die Neurologie im BETHESDA Krankenhaus Duisburg widmet sich der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie von Muskelkrankheiten. Das Leistungsspektrum umfasst die Behandlung von Schlaganfällen, Multipler Sklerose, Parkinson-Krankheit, Alzheimer-Krankheit, Epilepsie, Bandscheibenvorfällen und Rückenmarkserkrankungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der neurologischen Frührehabilitation von Patienten nach akuten Erkrankungen wie Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, entzündlichen und raumfordernden Prozessen des zentralen Nervensystems sowie nach Sauerstoffmangel infolge Herz-Kreislauf-Versagens.
Schwerpunkte und Spezialisierungen
Schlaganfallversorgung
Schlaganfallpatienten werden schwerpunktmäßig auf der überregional zertifizierten Stroke Unit behandelt. Die Klinik ist spezialisiert auf die Diagnostik und Therapie sämtlicher Formen des Schlaganfalls (Hirninfarkt, Hirnblutung, Subarachnoidalblutung, Sinus- und Hirnvenenthrombose, Gefäßverengungen). Je nach Ursache werden verschiedene Therapiemöglichkeiten, wie z.B. die Lysetherapie, angewendet.
Neurologische Frührehabilitation
In der Klinik für Neurologische Frührehabilitation werden schwerbetroffene Patienten nach akuten neurologischen Ereignissen behandelt. Ziel ist es, die Patienten so früh wie möglich zu mobilisieren und ihre verloren gegangenen Fähigkeiten wiederherzustellen.
Ambulante Spezialversorgung (ASV) für Multiple Sklerose (MS)
Das BETHESDA bietet eine ambulante Spezialversorgung (ASV) für Multiple Sklerose (MS) und weitere chronisch-entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) an. Im Fokus stehen umfassende Diagnostik und individuelle Therapie, einschließlich mehrstündiger Infusionstherapien.
Lesen Sie auch: Umfassende neurologische Versorgung
Diagnostische Verfahren
Für die Untersuchung stationärer und ambulanter Patienten setzt das Neurologie-Team eine Vielzahl von Untersuchungsmethoden ein. Oberste Priorität haben dabei eine schnelle, gesicherte Diagnose und eine darauf aufbauende gezielte Behandlung.
Neurologische Untersuchung
Die Diagnostik der Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur beginnt mit einer persönlichen Untersuchung. Anders als die bekannte allgemeinärztliche Untersuchung ist die neurologische Untersuchung eine gezielte Funktionsprüfung des Nerven- und Muskelsystems. Dabei werden auch Bewusstsein, Gedächtnis, Denken, Sprache und Handeln geprüft, um mögliche geistige Auswirkungen einer Hirnkrankheit festzustellen. Die neurologische Untersuchung ist eine Untersuchung des ganzen Körpers.
Elektroenzephalographie (EEG)
Das EEG registriert die elektrische Aktivität der Nervenzellen des Gehirns ohne direkte Berührung. Mit Hilfe des EEG können Erkrankungen des Gehirns, aber auch des gesamten Körpers untersucht werden, soweit sie sich auf die elektrische Aktivität des Gehirns auswirken. Für die Epilepsiediagnostik ist das EEG nach wie vor unersetzlich. Am Kopf werden 20 Elektroden mit einer Haube aus Gummibändern auf die Haut geklebt. Unter die Elektroden wird etwas Kontaktpaste aufgetragen, um einen guten elektrischen Kontakt zu erhalten. Die EEG-Aufzeichnung selbst dauert ca. 20 Minuten. Mit auf der Kopfhaut platzierten Elektroden wird die elektrische Hirnaktivität („Hirnstromkurve“) abgeleitet. Die Untersuchung ist schmerzlos und gibt besonders bei Epilepsien (Anfallsleiden) und umschriebenen Veränderungen des Gehirns wichtige Hinweise.
Ultraschall-Doppler-Sonographie und Duplex-Sonographie
Erkrankungen wie die Arteriosklerose können beispielsweise zu Verengungen der Arterien innerhalb und außerhalb des Kopfes führen. Dadurch ist die Blutversorgung des Gehirns gefährdet. An Engstellen fließt das Blut schneller. Mit Hilfe von Ultraschall-DOPPLER-Methoden ist es möglich, diese Geschwindigkeitsänderung festzustellen. Mit der transkraniellen DOPPEL-Sonographie können auch die Hirnarterien im Inneren des Kopfes untersucht werden. Während es sich bei den DOPPEL-Methoden im Prinzip um eine Messung handelt, werden bei der sogenannten Duplex-Methode das Gewebe und die Innenwand der Arterie abgebildet und gleichzeitig der Blutfluss im Bild dargestellt. Durch die farbige Darstellung lässt sich die Fließgeschwindigkeit im untersuchten Gefäßabschnitt noch besser beurteilen. Eingesetzt wird Ultraschall, d.h. nicht hörbarer Schall mit einer Frequenz von 2 bis 10 Megahertz und geringer Energie. Eine Schädigung ist selbst bei empfindlichen Organen wie dem Auge nahezu ausgeschlossen. Die Untersuchung wird in leichter Liegeposition auf einem Untersuchungsstuhl durchgeführt. Bei Patienten und Patientinnen, die nicht in der Lage sind zu gehen, führen wir die Untersuchung gegebenenfalls auch im Bett durch. Zur Ankopplung der Messsonde an die Haut wird ein Gel auf pflanzlicher Basis verwendet. Verglichen mit anderen Methoden, um die Hirndurchblutung zu untersuchen, haben die Ultraschallmethoden den Vorteil, dass sie den Organismus nicht belasten und daher wiederholt werden können, ohne den Patienten zu beeinträchtigen.
Evozierte Potentiale (EP)
Die Untersuchung der EP erlaubt, die Sinnesorgane, vor allem für Sehen, Hören und Tasten, mit ihren dazugehörigen Leitungsbahnen zu untersuchen. Evozierte Potentiale sind „sinnesspezifische Hirn-Antwortpotentiale“. Die abgeleiteten Potentiale werden im Gegensatz zu den spontanen Potentialen des EEG durch einen bestimmten Sinnesreiz hervorgerufen (lat.: evoziert). Durch optische, akustische oder elektrische Reize wird am Kopf mit EEG-Elektroden über den entsprechenden Hirnregionen (Sehrinde, Hörrinde etc.) abgeleitet. Nach entsprechender Reizung wird die Leitfähigkeit verschiedener Sinnesbahnen gemessen.
Lesen Sie auch: Informationen zur Neurochirurgie
Elektromyographie (EMG)
Die Elektromyographie (EMG) ist zur Untersuchung bei Erkrankungen der Nerven und Muskeln von wesentlicher Bedeutung. Zur Untersuchung werden sehr dünne, sterile Nadelelektroden durch die Haut in den Muskel gestochen. Untersucht wird die elektrische Muskelaktivität bei völliger Entspannung, bei leichter und bei starker Anspannung. Das entstehende Signal ist auf dem Bildschirm sichtbar und mit seinem charakteristischen Knacken auch hörbar. Patientinnen und Patienten mit deutlich verminderter Gerinnungsfunktion des Blutes sollten nicht untersucht werden.
Elektroneurographie (NLG)
Bei der Elektroneurographie wird die Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) gemessen. Untersucht werden die Leitgeschwindigkeit von Muskel- und Sinnesnerven und die Funktion der „Schnittstelle“ zwischen Nerv und Muskel. Bei der Untersuchung wird ein elektrischer Impuls auf den Nerv gegeben und die Zeit gemessen, in der der Impuls einen bestimmten Teil des Nervs durchläuft. Die Nervenleitgeschwindigkeit wird heute meist mit Oberflächenelektroden gemessen, da mit digitaler Verstärkung auch geringe Spannungen ausreichend messbar sind.
Elektronystagmographie (ENG)
Die Elektronystagmographie ist die Untersuchung der elektrischen Signale des Gleichgewichtssystems, insbesondere durch Aufzeichnung des Augenzitterns. Dabei werden die einzelnen Teile des Gleichgewichtssystems im Innenohr, im Gehirn und deren Verbindungen untersucht. Im Gesicht werden, wie beim EEG, mittels einer Paste Elektroden angeklebt. Das Augenzittern (Nystagmus) wird unter verschiedenen Bedingungen ausgelöst. Bevor der Gehörgang gespült wird, prüft der Arzt, ob das Trommelfell intakt ist.
Lumbalpunktion
Die Lumbalpunktion wird in der Regel durchgeführt, um Nervenwasser für chemische und mikroskopische Untersuchungen zu gewinnen, z. B. bei Verdacht auf einen entzündlichen Prozess (Hirnhautentzündung, Entzündung des Gehirns oder Rückenmarks, Gefäßentzündung u. ä.). Die Untersuchung erfolgt im unteren Bereich der Wirbelsäule. Die Haut wird abgetastet und desinfiziert. Eine Verletzung des Rückenmarks ist kaum möglich, da das Rückenmark nicht bis hierher reicht. Die Untersuchung erfolgt im Sitzen. Dabei wird eine speziell geformte, dünne Nadel in den Nervenwasserraum eingeführt.
Schlaflabor
Im neurologischen Schlaflabor werden bevorzugt Patientinnen und Patienten untersucht, bei denen eine neurologische Ursache der Schlafstörung vermutet wird. Im neurologischen Schlaflabor werden während des Nachtschlafes verschiedene Parameter wie EEG (Hirnstromaktivität), EKG (Herzaktivität), Muskelaktivität, Atmung und Sauerstoffsättigung erfasst und aufgezeichnet. Diese Untersuchung wird als Ganznacht-Schlafuntersuchung oder Polysomnographie bezeichnet. Zusätzliche Erkenntnisse kann der Schlaflatenztest ergeben. Aus den Aufzeichnungen während der Untersuchungen können Schlafmuster, mit den einzelnen Tiefschlafphasen abgelesen werden sowie Muskelbewegungen und Veränderungen der Atmung. Auffälligkeiten dieser Parameter können die Diagnose verschiedener Erkrankungen, die nur im Schlaf auftreten, ermöglichen.
Lesen Sie auch: Umfassende Neurologie im BETHESDA KRANKENHAUS
Beratung, Aufklärung und Vorbeugung
Beratung, Aufklärung und Vorbeugung sind wichtige Anliegen, die das Neurologie-Team auch nach außen trägt. So hat das BETHESDA von der Deutschen Schlaganfall-Hilfe die Regionalorganisation zum Thema "Schlaganfall" übernommen.
Notfallaufnahme
Patientinnen und Patienten mit akuten Beschwerden können jederzeit in der zentralen Notaufnahme vorgestellt werden. Wenn möglich sollten relevante Vorbefunde und eine Aufstellung der aktuell eingenommenen Medikamente (oder die Medikamentenschachteln) mitgebracht werden.
tags: #bethesda #duisburg #neurologie