Das Nervensystem: Eine einfache Erklärung für Kinder

Das Nervensystem ist ein faszinierendes und komplexes Netzwerk, das alle Körperfunktionen steuert. Es ist wie die Kommandozentrale unseres Körpers, die Informationen empfängt, verarbeitet und Befehle an verschiedene Organe und Muskeln sendet. Aber keine Sorge, wir werden es hier ganz einfach erklären!

Was ist das Nervensystem?

Stell dir vor, dein Körper ist wie ein Haus mit vielen Zimmern, und das Nervensystem ist wie das Stromnetz, das alle Zimmer miteinander verbindet. Es besteht aus Abermilliarden Nervenzellen, die wie kleine Boten arbeiten.

Ein Nerv ist wie ein Strang des Körpers, über den Informationen fließen. Nerven sind so etwas wie die Telefonleitungen des Körpers. Darüber werden über die Informationen an die Zentrale und Befehle an andere Organe geleitet. Wie eine Telefonleitung besteht ein Nerv aus vielen „Drähten“, nur sind diese nicht aus Metall. Diese „Drähte“ sind hauchdünne Ausläufer von Nervenzellen, sogenannte Nervenfasern. Diese Nervenfasern sind durch Bindegewebe zu Bündeln zusammengefasst. Die Informationen werden in den Nerven als elektrische Impulse weitergeleitet.

Das Nervensystem ist ein faszinierendes Steuerungssystem des Körpers, das für die Reizwahrnehmung, Reizverarbeitung und Reaktionssteuerung verantwortlich ist. Definition: Das Nervensystem bildet einen Regelkreis des Verhaltens auf äußere (externale) und innere (internale) Reize. Die Gliazellen Funktion ist dabei besonders wichtig. Diese speziellen Zellen unterscheiden sich in ihrer Struktur von anderen Gehirnzellen und übernehmen wichtige Aufgaben bei der Ernährung der Nervenzellen sowie der Informationsweiterleitung.

Die Hauptbestandteile des Nervensystems

Das Nervensystem besteht aus zwei Hauptteilen:

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  • Das zentrale Nervensystem (ZNS): Das ZNS ist die Kommandozentrale und besteht aus dem Gehirn und dem Rückenmark.
  • Das periphere Nervensystem (PNS): Das PNS ist wie ein Netzwerk von Nerven, das sich durch den ganzen Körper zieht und Informationen zum ZNS und zurück transportiert.

Das zentrale Nervensystem (ZNS)

Das ZNS ist wie der Hauptcomputer deines Körpers. Es besteht aus:

  • Gehirn: Das Gehirn ist das Kontrollzentrum und steuert alles, was du denkst, fühlst und tust. Es ist wie ein Supercomputer, der ständig Informationen verarbeitet und Befehle sendet. Allein im Gehirn sind es rund 100 Milliarden. Jede einzelne Nervenzelle besteht aus einem Körper und verschiedenen Fortsätzen. Die kürzeren Fortsätze (Dendriten) wirken wie Antennen: Über sie empfängt der Zellkörper Signale, zum Beispiel von anderen Nervenzellen.
    • Das Großhirn (Cerebrum) ist der größte und evolutionär jüngste Teil des Gehirns. Es besteht aus zwei Hemisphären und ist von besonderer Bedeutung für höhere geistige Funktionen. Die graue Substanz der Großhirnrinde enthält die Nervenzellkörper, während die weiße Substanz aus Nervenfasern besteht.
    • Das Zwischenhirn (Diencephalon) ist eine zentrale Schaltstelle für Sinnesreize und steuert wichtige vegetative Funktionen. Es produziert Neurohormone und reguliert den Tag-Nacht-Rhythmus durch die Ausschüttung von Melatonin.
    • Das Mittelhirn (Mesencephalon) koordiniert als Teil des Hirnstamms die Verbindung zwischen Sinnesorganen und Muskulatur.
    • Das Hinterhirn, bestehend aus Kleinhirn und Brücke, spielt eine zentrale Rolle bei der Bewegungskoordination. Das Kleinhirn ist essentiell für das Erlernen von Bewegungsabläufen und die Feinabstimmung von Bewegungen.
    • Das Nachhirn (verlängertes Mark) bildet den Übergang zwischen Rückenmark und Gehirn. Es beherbergt lebenswichtige Steuerungszentren für Atmung und Kreislauf sowie verschiedene Reflexzentren.
  • Rückenmark: Das Rückenmark ist wie eine dicke Leitung, die das Gehirn mit dem Rest des Körpers verbindet. Es leitet Informationen zwischen Gehirn und Körper weiter und steuert auch Reflexe. Das Rückenmark erstreckt sich als wichtiger Nervenstrang vom Hinterhauptsloch bis zum ersten Lendenwirbel. Der Aufbau des Rückenmarks zeigt eine charakteristische Organisation: An beiden Seiten treten Nervenfasern ein und aus, die sich zu Nervenwurzeln vereinigen. Die vorderen (ventralen) Wurzeln enthalten motorische Axone, die Signale vom Rückenmark zu den Muskeln leiten. Im Querschnitt zeigt das Rückenmark eine charakteristische Struktur mit grauer und weißer Substanz. Die graue Substanz in Schmetterlingsform enthält die Nervenzellkörper und bildet das Vorder- und Hinterhorn.

Das periphere Nervensystem (PNS)

Das PNS ist wie ein Netzwerk von Straßen, das alle Teile des Körpers mit dem ZNS verbindet. Es besteht aus:

  • Nerven: Nerven sind wie Kabel, die Informationen in Form von elektrischen Signalen übertragen. Es gibt sensorische Nerven, die Informationen von den Sinnesorganen zum ZNS leiten, und motorische Nerven, die Befehle vom ZNS zu den Muskeln und Organen senden.
  • Ganglien: Ganglien sind Ansammlungen von Nervenzellen außerhalb des ZNS, die als Schaltstellen dienen. Die Zellkörper der sympathischen Nervenzellen‎ liegen hauptsächlich im Rückenmark von Brust- und Lendenwirbelsäule. Von dort schicken sie ihre Fasern zum sympathischen Grenzstrang‎ (Truncus sympathicus). Es handelt sich dabei um eine Kette von Nervenzellhaufen (sympathischen Ganglien), die zu beiden Seiten der Wirbelsäule von der Schädelbasis bis zum Steißbein verläuft. Anders als im Sympathikus liegen die Ganglien des Parasympathikus aber nicht neben der Wirbelsäule, sondern dicht bei den versorgten Organen.

Wie funktioniert das Nervensystem?

Das Nervensystem funktioniert wie ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem. Hier ist eine einfache Erklärung:

  1. Sinnesorgane nehmen Reize wahr: Deine Augen sehen ein rotes Ampelsignal, deine Ohren hören Musik, deine Haut spürt die Wärme der Sonne.
  2. Sensorische Nerven leiten die Information zum ZNS: Die sensorischen Nerven senden die Information als elektrische Signale zum Gehirn und Rückenmark.
  3. Das ZNS verarbeitet die Information: Das Gehirn interpretiert die Signale und entscheidet, was zu tun ist. Zum Beispiel: "Die Ampel ist rot, also musst du anhalten."
  4. Motorische Nerven senden Befehle an die Muskeln und Organe: Die motorischen Nerven leiten die Befehle vom Gehirn zu den Muskeln, die dann die entsprechenden Aktionen ausführen. Zum Beispiel: "Drücke das Bremspedal."

Erstens gibt es den Weg vom Körper zum Gehirn: Wenn man etwas Heißes anfasst, wird diese Information an das Gehirn weitergeleitet. Dort wird das Signal verarbeitet wie in einem Computer. Das Gehirn stellt fest: Diese Hitze tut der Haut nicht gut. Die zweite Art von Nervenbahnen schickt dann einen Befehl an die Hand. Dieser kann bedeuten: „loslassen!“ oder „zurückzucken!“.

Beispiel: Wenn wir eine brennende Kerze berühren, nehmen Sinnesrezeptoren den Schmerzreiz wahr. Afferente Neuronen leiten diese Information zum Gehirn, wo sie verarbeitet wird.

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Das willkürliche und unwillkürliche Nervensystem

Das Nervensystem lässt sich auch nach seiner Funktion einteilen:

  • Willkürliches Nervensystem (somatisches Nervensystem): Dieses System steuert alle bewussten Bewegungen, wie Laufen, Sprechen oder das Greifen nach einem Buch. Das somatische (willkürliche) Nervensystem steuert die Motorik der Skelettmuskulatur und damit alle bewussten, willentlichen Körperreaktionen und Reflexe, die als Reaktion auf unsere Umwelt erfolgen. Wenn wir also im Sommer nach draußen gehen und realisieren, dass es uns zu hell ist, leiten die Sinneszellen der Augen die Information über sensorische Nervenfasern an das Gehirn weiter. Dort wird die Information dann zur Entscheidung umgewandelt, eine Sonnenbrille zu tragen - und der Befehl „Sonnenbrille aufsetzen“ wird über motorische Nervenfasern an die Hand weitergeleitet.
  • Unwillkürliches Nervensystem (vegetatives oder autonomes Nervensystem): Dieses System steuert alle unbewussten Körperfunktionen wie Atmung, Herzschlag, Verdauung und Stoffwechsel. Es arbeitet automatisch, ohne dass du darüber nachdenken musst. Das vegetative Nervensystem (autonomes Nervensystem) regelt die Abläufe im Körper, die man nicht mit dem Willen steuern kann. Es ist ständig aktiv und reguliert beispielsweise Atmung, Herzschlag und Stoffwechsel. Hierzu empfängt es Signale aus dem Gehirn und sendet sie an den Körper. In der Gegenrichtung überträgt das vegetative Nervensystem Meldungen des Körpers zum Gehirn, zum Beispiel wie voll die Blase ist oder wie schnell das Herz schlägt. Das vegetative Nervensystem kann sehr rasch die Funktion des Körpers an andere Bedingungen anpassen. Ist einem Menschen beispielsweise warm, erhöht das System die Durchblutung der Haut und die Schweißbildung, um den Körper abzukühlen. Im Gegensatz zum somatischen Nervensystem haben wir über das vegetative Nervensystem keinerlei Kontrolle. Die Tatsache, dass wir es nicht beeinflussen können, bedeutet aber nicht, dass es weniger wichtig für uns ist. Im Gegenteil: Das vegetative Nervensystem innerviert unser Herz, die Gefäße sowie Drüsen und die glatte Muskulatur der Eingeweide und steuert so sämtliche „Vitalfunktionen“ (u. a. Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Körpertemperatur, Wasserhaushalt, Kreislauf).
    • Sympathikus: Der Sympathikus ist wie ein Gaspedal, das den Körper in Stresssituationen aktiviert. Er erhöht Herzfrequenz, Atmung und Blutdruck und bereitet den Körper auf "Kampf oder Flucht" vor. Der Sympathikus bereitet den Organismus auf körperliche und geistige Leistungen vor. Er sorgt dafür, dass das Herz schneller und kräftiger schlägt, erweitert die Atemwege, damit man besser atmen kann, und hemmt die Darmtätigkeit.
    • Parasympathikus: Der Parasympathikus ist wie eine Bremse, die den Körper in Ruhephasen beruhigt. Er senkt Herzfrequenz, Atmung und Blutdruck und fördert die Verdauung. Der Parasympathikus kümmert sich um die Körperfunktionen in Ruhe: Er aktiviert die Verdauung, kurbelt verschiedene Stoffwechselvorgänge an und sorgt für Entspannung.

Die Bedeutung des Nervensystems

Das Nervensystem ist für unser Überleben unerlässlich. Es ermöglicht uns, unsere Umwelt wahrzunehmen, auf Gefahren zu reagieren, uns zu bewegen, zu denken und zu fühlen. Ohne ein funktionierendes Nervensystem könnten wir nicht leben.

Wie man das Nervensystem gesund hält

Eine gesunde Lebensweise ist wichtig, um das Nervensystem gesund zu halten:

  • Ausgewogene Ernährung: Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten versorgt das Nervensystem mit wichtigen Nährstoffen.
  • Regelmäßige Bewegung: Bewegung fördert die Durchblutung und stärkt die Nerven.
  • Ausreichend Schlaf: Schlaf ist wichtig, damit sich das Nervensystem erholen kann.
  • Stress vermeiden: Chronischer Stress kann das Nervensystem schädigen. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
  • Vermeidung von schädlichen Substanzen: Alkohol, Nikotin und andere Drogen können das Nervensystem schädigen.

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