Die Bioresonanztherapie (BRT) ist ein Verfahren der alternativen Medizin, das darauf abzielt, den Gesundheitszustand eines Patienten zu verbessern. Dies geschieht, indem die körpereigenen elektromagnetischen Schwingungen oder Frequenzen genutzt und beeinflusst werden. Sie basiert auf der Annahme, dass Krankheiten und gesundheitliche Störungen durch Veränderungen dieser natürlichen Schwingungen verursacht werden. Mithilfe eines Bioresonanzgeräts sollen diese krankhaften Schwingungen identifiziert und moduliert werden, um den Körper bei der Wiederherstellung seines natürlichen Gleichgewichts zu unterstützen.
Grundlagen der Bioresonanztherapie
Die Bioresonanztherapie beruht auf der Radionik, einer alternativen Heilmethode mit Radiowellen, die um 1920 von Albert Abrams in den USA begründet wurde. Franz Morell, ein deutscher Arzt, und Erich Rasche, ein Ingenieur, führten das BRT-Verfahren 1977 ein. Die Basis für die Mora-Therapie ist das Bioresonanzgerät, das erstmals von der von Morell und Rasche gegründeten Firma Medtronic hergestellt wurde. Heutzutage gibt es jedoch viele weitere Hersteller von Bioresonanzgeräten.
Die Hersteller und Anwender gehen davon aus, dass Krankheiten durch ein Ungleichgewicht im Energiefeld des Körpers verursacht werden. Bioresonanzgeräte werden verwendet, um negative Schwingungen, also Krankheiten, aufzuspüren und zu diagnostizieren.
Das vegetative Nervensystem (VNS)
Das vegetative Nervensystem (VNS) ist neben dem zentralen Nervensystem (ZNS) das übergeordnete Steuer- und Regelsystem des Körpers. Es steuert alle lebensnotwendigen Organsysteme wie Blutdruck, Herzschlag, Atmung, Verdauung, Immunsystem und Hormonsystem. Das VNS besteht aus zwei Hauptkomponenten: dem Sympathikus und dem Parasympathikus.
- Sympathikus: Hierbei handelt es sich um das Kampf- oder Fluchtnervensystem, welches die Körperfunktion während körperlicher Anstrengung, bei Stress oder bei emotionaler Belastung steuert. Dabei haben z.B. die Funktionen des Verdauungssystems, des Immunsystems und der Geschlechtsorgane keine Priorität. Dafür entsteht eine Anspannung der Muskulatur, der Blutdruck und die Herzfrequenz steigen, ebenso der Zuckerspiegel im Blut.
- Parasympathikus: Der Gegenspieler des Sympathikus ist das Ruhe- oder Erholungsnervensystem. Er ist vorrangig für den Energieaufbau verantwortlich.
Nur im Zustand des „vegetativen Gleichgewichtes“ laufen diese Funktionen in ausgewogenem Verhältnis ab: wir sind gesund. Schon seit Beginn der Evolution ist diese Funktion des VNS im Körper verankert. In der heutigen Zeit besteht das Problem, dass unser Körper durch unsere Lebensumstände mit vielen verschiedenen und zum Teil lang anhaltenden Stressfaktoren (unausgewogene Ernährung, schnelllebige Gesellschaft, Umweltbelastungen, zu wenig Schlaf, ständige Erreichbarkeit, Digitalisierung, zu wenig körperliche Bewegung…) umgehen muss.
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Ablauf einer Bioresonanztherapie
- Anamnese: Zu Beginn schildert der Patient dem Arzt oder Therapeuten seine Beschwerden sowie seine Krankengeschichte. Auch Aspekte wie Lebensstil, Ernährung und Stressbelastung werden häufig berücksichtigt.
- Messung: Über Elektroden, die der Patient meist wie Griffe in den Händen hält, wird sein individuelles körpereigenes Schwingungsspektrum gemessen. Das Gerät vergleicht diese Schwingungen mit Frequenzmustern verschiedenster Belastungen (z. B. Pollen, Bakterien, Schwermetalle).
- Modulation: Das Gerät moduliert die festgestellten Störfrequenzen, kehrt sie gegebenenfalls um oder verstärkt harmonische Schwingungen. Diese "harmonisierten" Schwingungen werden dem Patienten anschließend über die Griffe bzw. Elektroden wieder zugeführt.
- Therapieplan: Basierend auf den Ergebnissen wird ein individueller Therapieplan erstellt.
- Sitzungsdauer: Die erste Sitzung dauert meist 60 bis 90 Minuten (wegen Anamnese, Diagnose, evtl. erster Behandlung). Folgebehandlungen sind oft kürzer, ca. 30 bis 60 Minuten.
Die Rolle des vegetativen Nervensystems in der Bioresonanztherapie
Ein zentraler Aspekt der Bioresonanztherapie ist die Beeinflussung des vegetativen Nervensystems. Die Therapie zielt darauf ab, das VNS zu regulieren und das Gleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus wiederherzustellen. Durch die Modulation der elektromagnetischen Schwingungen sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und die natürlichen Regulationsmechanismen unterstützt werden.
Eigenbluttherapie als verwandtes Verfahren
Die Eigenbluttherapie ist ein naturheilkundliches Verfahren, das ebenfalls das vegetative Nervensystem beeinflussen kann. Hierbei wird dem Patienten eine definierte Menge Blut entnommen, die anschließend behandelt oder unbehandelt wieder zurück injiziert wird. Das Eigenblut wirkt als Fremdkörperreiz anregend auf den Organismus und stimuliert Heilungsprozesse. Ein weiterer Effekt ist die vegetative Gesamtumschaltung. Das Eigenblut bewirkt in Form einer Umstimmungstherapie eine tiefgreifende Stimulation des vegetativen Nervensystems (unbewusstes Nervensystem, das z. B. die Organe versorgt und Körperreaktionen wie das Schwitzen moduliert). In der ersten Phase wird der Sympathikus erregt. Dies führt unter anderem zu einem Temperaturanstieg und der Stoffwechselaktivierung (der Sympathikus ist der Teil des vegetativen Nervensystems, der eine erregende Wirkung hat und z. B. bei Angst sehr aktiv ist). In der zweiten Phase überwiegt der Parasympathikus (Gegenspieler des Sympathikus), welcher eine Erholungsphase einleitet.
Anwendungsbereiche und Studienlage
Zu den am häufigsten empfohlenen Anwendungsbereichen der Bioresonanztherapie zählen:
- Allergien
- Schmerzen
- Hauterkrankungen
- Magen-Darm-Beschwerden
- Raucherentwöhnung
- Depressionen
Mittlerweile haben mehrere Studien gezeigt, dass die Bioresonanztherapie positive Effekte auf den Organismus haben kann. Dazu zählen z. B.:
- Übertraining bei Sportlern: Eine Studie mit 60 vom Übertraining betroffenen Sportlern zeigte, dass die Anwendung der BRT (im Vergleich zur Placebo-Anwendung) u. a. die Aktivität des sympathischen Nervensystems verbesserte. Die BRT kann also offenbar aufgrund der verbesserten Aktivität des sympathischen Nervensystems bei Übertraining hilfreich sein.
- Raucherentwöhnung: An einer 1-jährigen Pilotstudie nahmen 190 Raucher teil. Nach einer Woche hatten 77,2 Prozent der Teilnehmer aus Gruppe I (BRT) und 54,8 Prozent der Teilnehmer aus Gruppe II (Placebo) mit dem Rauchen aufgehört. Einen Monat nach der Behandlung waren es rund 51 vs. 28,6 Prozent. Nach 1 Jahr waren es immerhin noch 28,6 vs. 16,7 Prozent. Der subjektive Gesundheitszustand nach der Behandlung und die subjektive Bewertung der Wirksamkeit war bei Teilnehmern der BRT-Gruppe positiver. Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.
- Depressionen: An einer Studie nahmen 140 Patienten mit Depressionen teil, die in 3 Gruppen eingeteilt wurden. 40 Probanden erhielten ausschließlich eine Bioresonanztherapie, 40 Patienten Antidepressiva in Kombination mit BRT und 60 Patienten nur Antidepressiva.
- Funktionelle Magen-Darm-Probleme: Im Rahmen einer randomisierten, placebokontrollierten Studie mit 20 Teilnehmern wurde untersucht, wie sich eine BR-Therapie auf die Intensität und Häufigkeit der Beschwerden (z. B. Blähungen, Bauchschmerzen) auswirkt. Laut Angaben der Probanden und der Einschätzung des Arztes waren die Intensität und Häufigkeit der Magen-Darm-Beschwerden in der BRT-Gruppe deutlich reduziert. Auch beim Reizdarmsyndrom scheint die BRT hilfreich zu sein, so eine Pilotstudie aus 2023 mit 20 Patienten. Jeder Patient erhielt 8 Sitzungen (alle 2 Tage 65 Minuten lang). Zu Beginn der Studie hatten nur 5 Probanden einen normale Stuhlqualität, hinterher waren es 14 Teilnehmer. Die Probanden fühlten sich außerdem körperlich und emotional besser, ihre Vitalität erhöhte sich und Schmerzen wurden weniger.
- Kniearthrose: An einer Studie nahmen 75 Patienten mit Kniearthrose teil. 40 von ihnen erhielten eine Standardkombinationstherapie (u. a. nichtsteroidale Antirheumatika und Physiotherapie), 35 dieselbe Standardtherapie plus Bioresonanzbehandlung. Das Ansprechen auf die Behandlung war in der BRT-Gruppe signifikant höher (57,5 vs. 94 Prozent). Die Symptome infolge von Gelenkinnenhautentzündung und Sehnenentzündung verbesserten sich in der BRT-Gruppe deutlicher (32,5 vs. 75 Prozent).
Kritik und Kontroversen
Trotz der positiven Studienergebnisse gibt es auch Kritik an der Bioresonanztherapie. Einige Studien zeigten keinerlei Wirkung und erwiesen sich in der Diagnostik als unbrauchbar. So haben z. B. Allergologen in Bezug auf die Diagnostik den sogenannten Leberkäse-Test für besonderes Aufsehen gesorgt, bei dem 2 Bioresonanzgeräte (Bioscan-SWA und Vieva Vital-Analyser) getestet wurden. Die Bioresonanzgeräte waren nicht in der Lage, zwischen Leberkäse und Mensch zu unterscheiden. Es scheint so, als ob die Messwerte der beiden Geräte hauptsächlich durch die vor den Messungen eingegebenen Personendaten beeinflusst werden.
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Befürworter der BRT argumentieren, dass das Verfahren von vielen Heilpraktikern, aber auch Schulmedizinern erfolgreich angewandt wird. Zudem häufen sich mittlerweile die Studien, denen zufolge die Wirkung über einen Placeboeffekt hinausgeht. Auch wird darauf verwiesen, dass sich Kritiker oft auf Studien älteren Datums beziehen. In Hinblick auf den Leberkäse-Test konterte ein Hersteller, dass es sich um eine Zweckentfremdung des Gerätes gehandelt habe. Würde man in einen warmen Leberkäse ein Fieberthermometer stecken, könne man daraus auch schließen, das Nahrungsmittel habe Fieber.
Viele Kritikpunkte, die an der Bioresonanztherapie geäußert werden, treffen allerdings nicht nur auf die BRT, sondern auf unzählige alternativmedizinische Therapien zu, so etwa auf die Homöopathie oder Therapeutic Touch (Therapeutische Berührung).
Rechtliche und gesundheitliche Aspekte
Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) stuft Apparate, die verwendet werden, um anhand von Widerstandsmessungen diverse Krankheiten zu diagnostizieren und zu behandeln, als Geräte der Klasse III (hohes Risiko) ein. Gesundheitliche Aussagen wie "BRT kann Krebs heilen" werden von Gesundheitsorganisationen sehr kritisch beäugt. In der EU müssen Bioresonanzgeräte (wie alle anderen Medizinprodukte), die auf dem europäischen Markt in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden können, über eine CE-Kennzeichnung verfügen. Zudem gilt für Medizinprodukte EU-weit das Verbot irreführender Werbung. Dieses untersagt, einem Produkt Funktionen und Eigenschaften zuzuschreiben, die es nicht besitzt. 2022 kam ein deutsches Gericht zum Schluss, dass das Bioscan-Gerät die beworbenen Behauptungen nicht erfüllen kann.
zugelassene Bioresonanzgeräte arbeiten mit so niedrigen Frequenzen, dass die Therapie niemandem schaden kann. Es handelt sich um eine nicht-invasive Therapie, die sehr sicher ist. Problematisch ist aber, wenn Patienten Heilversprechen gemacht werden, die aus gutem Grund verboten sind. Hier besteht die Gefahr, dass sich Menschen in schweren Lebenssituationen in die Irre führen lassen.
Kosten und Erstattung
Die Preise für eine Bioresonanztherapie schwanken je nach Therapeut, Region und Umfang der Behandlung. Meist kostet eine Sitzung zwischen 50 und 150 Euro. Bei akuten Themen reichen manchmal 3-5 Sitzungen. Bei chronischen oder komplexeren Beschwerden können 10 oder mehr Sitzungen nötig sein. Die Kosten können also recht hoch werden, zumal man meist ja auch noch weitere Maßnahmen umsetzen wird, die dann weitere Kosten mit sich bringen, z. B. Ernährungsberatung oder Nahrungsergänzungsmittel.
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Dennoch wird die BRT in vielen Ländern wie Deutschland wegen des fehlenden wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweises von der Erstattungsfähigkeit durch gesetzliche Krankenkassen in der Regel ausgeschlossen. In der Schweiz und Österreich kann eine Bioresonanztherapie hingegen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden.
Tiefenentspannung und Stressbewältigung
Unabhängig von der Wirksamkeit der Bioresonanztherapie ist es wichtig, sich Auszeiten zu gönnen, um langfristig chronische Krankheiten zu vermeiden. Tiefenentspannung spielt hierbei eine zentrale Rolle.
Die Bedeutung von Tiefenentspannung
In unserer schnelllebigen Welt, in der Leistung, Produktivität und ständige Erreichbarkeit oft als Maßstab für Erfolg gelten, vergessen viele Menschen eines der grundlegendsten Bedürfnisse: Erholung. Pausen werden als Luxus betrachtet, Entspannung als Zeitverschwendung. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Stress ist ein natürlicher Bestandteil des Lebens - kurzfristig hilft er uns, leistungsfähig zu bleiben und Herausforderungen zu meistern. Doch wenn der Körper über Wochen, Monate oder gar Jahre hinweg im sogenannten „Alarmzustand“ bleibt, hat das fatale Folgen. Dauerstress führt dazu, dass Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin dauerhaft im Blut erhöht sind. Studien zeigen, dass chronischer Stress einer der wichtigsten Risikofaktoren für Krankheiten wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2, Depressionen und Burnout ist. Auch Autoimmunerkrankungen und Verdauungsprobleme werden zunehmend mit Dauerbelastung in Verbindung gebracht.
Hier kommt die Tiefenentspannung ins Spiel - ein Zustand, in dem Körper und Geist in einen Modus der vollständigen Erholung übergehen. Anders als bei oberflächlicher Ablenkung - etwa durch Fernsehen oder Social Media - wird bei echter Tiefenentspannung das vegetative Nervensystem aktiv angesprochen. Der Parasympathikus, auch „Ruhenerv“ genannt, übernimmt die Kontrolle und sorgt dafür, dass Herzfrequenz, Blutdruck und Atemfrequenz sinken.
Tiefenentspannung kann auf viele Arten erreicht werden: durch Meditation, Atemübungen, progressive Muskelentspannung, Yoga, autogenes Training oder auch bewusste Spaziergänge in der Natur. Entscheidend ist nicht die Methode, sondern die Regelmäßigkeit. Schon wenige Minuten täglich können einen spürbaren Unterschied machen.
Viele Menschen empfinden Schuldgefühle, wenn sie sich Pausen gönnen. „Ich habe keine Zeit für Entspannung“, ist ein häufiger Satz im Alltag. Doch gerade wer viel zu tun hat, profitiert am meisten von kurzen, aber bewussten Auszeiten. Denn Tiefenentspannung steigert die Konzentration, verbessert die Kreativität und stärkt die emotionale Stabilität.
Langfristig gesehen sind regelmäßige Entspannungsphasen sogar ökonomisch sinnvoll. Menschen, die sich bewusst Erholungszeiten schaffen, haben ein geringeres Risiko für stressbedingte Krankheiten, Fehlzeiten im Beruf und Burnout.
Oft braucht es keine großen Veränderungen, um mehr Ruhe in den Alltag zu integrieren. Wer regelmäßig kleine Inseln der Ruhe schafft, aktiviert die natürlichen Selbstheilungskräfte des Körpers.
Chronische Krankheiten entstehen selten über Nacht. Sie sind oft das Ergebnis eines überlasteten Lebensstils, mangelnder Bewegung, schlechter Ernährung - und vor allem fehlender Regeneration. Tiefenentspannung ist daher nicht nur ein Wohlfühltrend, sondern ein wirksamer Präventionsfaktor.
Selbstfürsorge bedeutet, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Dazu gehört, sich bewusst Zeit zu nehmen - für Ruhe, für Erholung, für sich selbst. Sich Auszeiten zu gönnen ist kein Egoismus, sondern eine Notwendigkeit. In einer Welt, die immer schneller wird, brauchen wir Momente der Stille, um gesund zu bleiben. Tiefenentspannung ist dabei der Schlüssel, um Körper und Geist nachhaltig zu regenerieren und chronischen Krankheiten vorzubeugen.
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