Bioresonanztherapie bei Nervenschmerzen: Erfahrungen, Wirksamkeit und Kritik

Die Bioresonanztherapie (BRT) ist eine komplementärmedizinische Methode, die in den letzten Jahren zunehmend an Popularität gewonnen hat. Sie wird von einigen Therapeuten und Patienten als vielversprechende Option zur Behandlung verschiedener Beschwerden, einschließlich Nervenschmerzen, angesehen. Dieser Artikel beleuchtet die Grundlagen der Bioresonanztherapie, ihre Anwendung bei Nervenschmerzen, die wissenschaftliche Evidenz, die Kosten und die Kritik an dieser Methode.

Einführung in die Bioresonanztherapie

Die Bioresonanztherapie ist eine alternative Therapiemethode, die auf der Annahme basiert, dass jeder Mensch ein eigenes, individuelles Schwingungsfeld besitzt. Dieses Schwingungsfeld kann jedoch durch verschiedene Faktoren gestört werden, wie beispielsweise Schwermetalle, Stress, Strahlenbelastung, Umweltgifte oder falsche Ernährung. Solche Störungen können laut der Theorie der Bioresonanztherapie zu einer Schwächung des Abwehrsystems, einer Minderung der Leistungsfähigkeit und letztendlich zu Erkrankungen führen.

Die Bioresonanztherapie kombiniert Elemente der Elektroakupunktur und der Homöopathie und zielt darauf ab, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen und die Abwehrkräfte zu verbessern. Sie gehört wie die Homöopathie und die Akupunktur zum Bereich der "Regulativen Medizin".

Dr. Milan Dinic, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und ärztliche Osteopathie sowie Vorstandsmitglied in der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur, Chirotherapie und Osteopathie e. V., setzt die Bioresonanz in seiner Praxis zur Diagnostik und Therapie unterschiedlichster Erkrankungen und Beschwerden ein, darunter akute und chronische Schmerzen, Allergien, Infektanfälligkeit, chronische Entzündungen, Migräne, Erschöpfungs- und Schwächezustände, Nahrungsmittel- und Material-Unverträglichkeiten, Narbenbeschwerden, Neurodermitis sowie Rheuma.

Die Theorie hinter der Bioresonanztherapie

Die Bioresonanztherapie beruht auf Erkenntnissen der Quantenphysikforschung. In Kurzform besagt diese, dass Materie verdichtete Energie ist und ein Frequenzmuster abstrahlt, auf welches Einfluss genommen werden kann. Jeder Mensch besitzt ein eigenes typisches Schwingungsmuster. Bei gesunden Menschen überwiegen die harmonischen (gesunden) Schwingungen im Gegensatz zu den disharmonischen (kranken) Schwingungen. Krankheiten werden laut der Theorie durch zu viele disharmonische Schwingungen verursacht.

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Anwendung der Bioresonanztherapie

Die Bioresonanztherapie wird sowohl zur Diagnostik als auch zur Behandlung eingesetzt. Dabei werden die körpereigenen Signale in Form von elektromagnetischen Wellen mit Hilfe von Elektroden ausgeleitet. Sie gelangen in ein Gerät, werden dort umgewandelt und von dort als gesunde Schwingungen wieder zurück in den Körper des Patienten geleitet. Nach Bedarf reichert das Gerät die Signale mit den Schwingungen von Farben, Edelsteinen, Medikamenten oder Tönen an, um deren positive Wirkung zusätzlich in den erkrankten Körper zu bringen.

Die heutige Bioresonanztherapie wurde in den Zwanzigerjahren vom amerikanischen Pathologen Albert Abrams entwickelt, der die Heilmethode Radionik nannte. Nach Deutschland kam das Verfahren schließlich im Jahr 1977 durch den deutschen Scientologen Franz Morell. Später benannten Therapeuten die Therapieform um. Heute ist das Verfahren auch als MORA (MOrell und RAsche)-, Bicom-, Multicom-, Multiresonanz- oder Kippschwingungstherapie bekannt.

Ablauf einer Bioresonanztherapie

Der grundsätzliche Ablauf einer Bioresonanztherapie ist meist wie folgt:

  1. Anamnese: Der Heilpraktiker oder Arzt erfragt die Beschwerden und die Krankengeschichte des Patienten. Auch Aspekte wie Lebensstil, Ernährung und Stressbelastung werden häufig berücksichtigt.
  2. Diagnose: Über Elektroden, die der Patient meist wie Griffe in den Händen hält, wird das individuelle körpereigene Schwingungsspektrum gemessen. Das Gerät vergleicht diese Schwingungen mit Frequenzmustern verschiedenster Belastungen (z. B. Pollen, Bakterien, Schwermetalle).
  3. Behandlung: Das Gerät moduliert die festgestellten Störfrequenzen, kehrt sie gegebenenfalls um oder verstärkt harmonische Schwingungen. Diese "harmonisierten" Schwingungen werden dem Patienten anschließend über die Griffe bzw. Elektroden zurück in den Körper geleitet.
  4. Therapieplan: Basierend auf den Ergebnissen wird ein individueller Therapieplan erstellt.

Eine Sitzung dauert etwa 20 Minuten und ist für den Patienten nicht spürbar. Meist wird mit einer Basistherapie begonnen, die der Stabilisierung des Energiehaushalts dienen soll.

Bioresonanztherapie bei Nervenschmerzen

In der Bioresonanztherapie geht man davon aus, dass Schmerzen durch Störungen im eigenen Energiefeld entstehen. Löst man diese mit gezielten, entgegenwirkenden Schwingungen, sollen die Beschwerden verschwinden. Die Bioresonanztherapie wird häufig bei Allergieerkrankungen und chronischen Schmerzen eingesetzt.

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Wissenschaftliche Evidenz

Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit der Bioresonanztherapie ist begrenzt. Bisher konnte noch kein wissenschaftlicher Nachweis für die Wirksamkeit und den Erfolg dieser Therapie erbracht werden. Fachleute aus dem Bereich der Schulmedizin erklären bekannte Therapieerfolge mit dem sogenannten Placeboeffekt. Sie argumentieren, dass bereits die Kombination aus Anwesenheit des Arztes oder Heilpraktikers, die Praxisumgebung und medizinische Anwendung zu einer Verbesserung von Symptomen führt.

Die Stiftung Warentest rät deshalb entschieden von der Bioresonanztherapie ab, egal, unter welchem Namen sie betrieben wird: Bioresonanztherapie muss als reine Spekulation und Irreführung des Patienten gelten.

Studienlage

Inzwischen gibt es zwar einige Studien, welche die Bioresonanztherapie als positiv bewerten. Doch gilt die Wirksamkeit der Bioresonanztherapie (noch) nicht als wissenschaftlich erwiesen.

Einige Studien deuten auf positive Effekte hin:

  1. Eine Studie mit Sportlern, die von Übertraining betroffen waren, zeigte, dass die Bioresonanztherapie die Aktivität des sympathischen Nervensystems verbessern und somit hilfreich sein kann.
  2. Eine Pilotstudie mit Rauchern ergab, dass die Bioresonanztherapie die Erfolgsrate beim Rauchstopp erhöhen kann.
  3. Eine Studie mit Patienten mit Depressionen zeigte, dass die Bioresonanztherapie in Kombination mit Antidepressiva positive Effekte haben kann.
  4. Studien mit Patienten mit funktionellen Magen-Darm-Problemen und Reizdarmsyndrom deuten darauf hin, dass die Bioresonanztherapie die Intensität und Häufigkeit der Beschwerden reduzieren kann.
  5. Eine Studie mit Patienten mit Kniearthrose zeigte, dass die Bioresonanztherapie in Kombination mit einer Standardtherapie das Ansprechen auf die Behandlung verbessern kann.

Allerdings gibt es auch Studien, die keine Wirkung der Bioresonanztherapie feststellen konnten und sie in der Diagnostik als unbrauchbar einstuften.

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Kosten der Bioresonanztherapie

Die Kosten der Bioresonanztherapie hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise der Sitzungsart, der Sitzungsanzahl und dem behandelnden Therapeuten. Die erste Sitzung kostet oft zwischen 150 und 200 EUR, Folgesitzungen etwa 50 bis 100 EUR. Die Anzahl der Sitzungen, die für eine erfolgreiche Bioresonanztherapie benötigt werden, ist abhängig von den Beschwerden und dem konkreten Ablauf. Die Behandlung von Allergien beispielsweise braucht oft 3 bis 5 Sitzungen.

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten für die Bioresonanztherapie in der Regel nicht, da es keine wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit gibt. In der Schweiz und Österreich kann eine Bioresonanztherapie hingegen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden.

Kritik an der Bioresonanztherapie

Die Bioresonanztherapie steht in der Kritik, da ihre Wirksamkeit wissenschaftlich nicht ausreichend belegt ist. Kritiker bemängeln, dass die theoretischen Grundlagen der Therapie nicht nachvollziehbar sind und dass die Geräte, die bei der Bioresonanztherapie eingesetzt werden, keine validen Messungen durchführen. Zudem wird kritisiert, dass die Bioresonanztherapie oft mit unrealistischen Heilversprechen beworben wird.

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) stuft Apparate, die verwendet werden, um anhand von Widerstandsmessungen diverse Krankheiten zu diagnostizieren und zu behandeln, als Geräte der Klasse III (hohes Risiko) ein. Gesundheitliche Aussagen wie "BRT kann Krebs heilen" werden von Gesundheitsorganisationen sehr kritisch beäugt.

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