Der Begriff "Blob" begegnet uns in verschiedenen Kontexten, von der Datenspeicherung bis hin zur Biologie. Dieser Artikel beleuchtet die unterschiedlichen Bedeutungen und Anwendungen des Begriffs "Blob", um ein umfassendes Verständnis zu ermöglichen.
Blob-Storage: Die Speicherung unstrukturierter Daten
Blob-Storage, kurz für Binary Large Object Storage, ist eine Lösung für die Speicherung großer Mengen unstrukturierter Daten. Es verarbeitet in erster Linie unstrukturierte Daten, die von Dokumenten, Bildern und Videos bis hin zu Protokolldateien und Backups reichen. Diese Art von Daten folgt keinem vordefinierten Organisationsschema oder -modell.
Merkmale von Blob-Storage
Blob-Storage zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
- Skalierbarkeit: Blob-Storage ermöglicht es, nahtlos mit den wachsenden Datenanforderungen zu wachsen.
- Kosteneffizienz: Er bietet eine wirtschaftliche Lösung für die Speicherung großer Datenmengen, ohne dass dafür hohe Kosten anfallen.
- Zugänglichkeit: Die Daten sind von jedem Ort mit Internetanschluss abrufbar. Der Cloud-basierte Charakter des Blob-Speichers bedeutet, dass die Daten von jedem Ort aus zugänglich sind, vorausgesetzt, es besteht eine Internetverbindung.
Blob-Storage im Vergleich
Im Vergleich zu herkömmlichen Speichermethoden wie Festplatten bietet Blob-Storage eine größere Skalierbarkeit und Zugänglichkeit, ohne die physischen Einschränkungen der Hardware. Im Vergleich zu anderen Cloud-Speicheroptionen, wie z. B. dem Blockspeicher, eignet sich der Blob-Speicher besser für unstrukturierte Daten und große Dateien, während der Blockspeicher in der Regel für die Speicherung von Datenbanken und Anwendungen verwendet wird, die häufige Lese-/Schreibvorgänge erfordern.
Anbieter von Blob-Storage-Lösungen
Zu den großen Cloud-Anbietern, die Blob-Storage-Lösungen anbieten, gehören Azure Blob Storage, Amazon S3 und Google Cloud Storage.
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Azure Blob Storage
Azure Blob Storage ist eine Art von cloudbasiertem Objektspeicher. Azure Blob Storage speichert Blobs in einer „Data Lake“-Struktur ohne Hierarchie. Einige der beliebtesten Anwendungsfälle für Azure Blob Storage sind Mediendateien, Backups und Disaster Recovery. Die Überwachung des Blob-Speichers ist daher eine wichtige Monitoring-Aufgabe.
Jeder Azure-Benutzer hat sein eigenes Speicherkonto und einen eindeutigen URI (Universal Resource Identifier), um mit der Datenspeicherung fortzufahren. Container helfen bei der Organisation von Blobs, um Daten auf logische und geordnete Weise zu speichern. Jeder Container kann eine unendliche Anzahl von Blobs speichern. Azure Blob Container haben eine ähnliche Struktur wie Ordner in Azure Blob Storage und werden verwendet, um eine unendliche Anzahl von Datenobjekten, oder Blobs, in einem Namensraum mit einer hierarchischen Struktur zu speichern und zu organisieren. Die Blobs sind in Containern gruppiert, die eine Reihe von Blobs mit einer ähnlichen Methodik organisieren, wie ein Dateisystemverzeichnis die Dateien organisiert. Man kann einen Blob-Container für Dokumente, einen anderen für Dateien, einen weiteren für Videos usw. verwenden. Der Vorteil daran ist, dass ein Speicherkonto potenziell unendlich viele Container enthalten kann und ein Container wiederum unendlich viele Blobs.
Unstrukturierte Daten im großen Umfang speichern und abrufen Azure Blob Storage unterstützt Sie bei der Erstellung von Data Lakes für Ihre Analyseanforderungen und bietet Speicher, um leistungsstarke cloudnative und mobile Apps zu entwickeln. Optimieren Sie die Kosten durch mehrstufigen Speicher für ihre langfristigen Daten, und skalieren Sie für High Performance Computing und Machine Learning-Workloads flexibel hoch. Ausgelegt für eine Dauerhaftigkeit von 99,99999999999999 Prozent (16 Neunen) inklusive Georeplikation und flexibler, bedarfsgesteuerter Skalierung. Authentifizierung mit Microsoft Entra ID (ehemals Azure Active Directory) und rollenbasierte Zugriffssteuerung (RBAC) plus Verschlüsselung ruhender Daten und Advanced Threat Protection. Für Data Lakes optimiert Dateinamespace- und Multiprotokollzugriff unterstützen Analyseworkloads, um fundierte Erkenntnisse aus Daten zu gewinnen. End-to-End-Lebenszyklusverwaltung, richtlinienbasierte Zugriffssteuerung und unveränderlicher Speicher (WORM).
Blob Storage ist von Grund auf dafür ausgelegt, die Skalierungs-, Sicherheits- und Verfügbarkeitsanforderungen von Entwicklern zu erfüllen, die mobile, webbasierte und cloudnative Anwendungen entwickeln. Verwenden Sie ihn als Grundbaustein für serverlose Architekturen wie z. B. Azure Functions. Blob Storage unterstützt die gängigsten Entwicklungsframeworks, einschließlich Java, .NET, Python und Node.js, und ist der einzige Cloudspeicherdienst, der eine SSD-basierte Objektspeicherebene der Premiumklasse für Szenarien mit geringer Latenz und für interaktive Szenarien bietet. Dank mehrerer Speicherebenen und automatisierter Lebenszyklusverwaltung können Sie große Mengen an Daten, auf die nur selten zugegriffen wird, auf kosteneffiziente Weise speichern. Ersetzen Sie Ihre Bandarchive durch Blob Storage, und machen Sie sich keine Gedanken über die Migration zwischen Hardwaregenerationen. Azure Data Lake Storage ist eine hochgradig skalierbare und kostengünstige Data Lake-Lösung für Big Data-Analysen. Dank des leistungsstarken Dateisystems kombiniert mit immenser Skalierbarkeit und Profitabilität können Sie in kurzer Zeit aufschlussreiche Erkenntnisse gewinnen. Data Lake Storage erweitert die Funktionen von Azure Blob Storage und ist für Analyseworkloads optimiert.
Blob Storage erfüllt die anspruchsvollen Anforderungen von HPC-Anwendungen an hohen Durchsatz und bietet gleichzeitig die nötige Skalierbarkeit, um die Speicherung von Milliarden von Datenpunkten zu unterstützen, die von IoT-Endpunkten eingehen. Microsoft investiert über 1 Milliarde USD pro Jahr in die Forschung und Entwicklung der Cybersecurity. Microsoft beschäftigt mehr als 3.500 Sicherheitsexperten, die ausschließlich den Schutz und die Sicherheit Ihrer Daten im Blick haben. Wählen Sie je nachdem, wie oft Sie voraussichtlich auf Ihre Daten zugreifen, aus vier unterschiedlichen Speicherebenen aus. Speichern Sie Daten, bei denen Leistung im Vordergrund steht, in Premium, Daten mit häufigen Zugriffen auf der heißen Ebene, selten genutzte Daten auf der kalten und Cold Ebene und Daten, auf die nur sehr selten zugegriffen wird, auf der Archivebene. Erzielen Sie erhebliche Kosteneinsparungen, indem Sie Speicherkapazität reservieren.
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Blob-Typen in Azure Storage
In Azure Storage gibt es verschiedene Blob-Typen, die jeweils für unterschiedliche Anwendungsfälle optimiert sind:
- Block-Blobs: Block-Blobs verwendet man zum Speichern von Text, Mediendateien, Dokumenten und Binärdaten und sie bestehen aus Datenblöcken, die durch eine Block-ID identifiziert werden und sich einzeln verwalten lassen. Ein Block-Blob kann bis zu 50.000 Blöcke umfassen, wobei neue Blöcke bis zu ihrer Bestätigung oder Verwerfung nicht zugewiesen werden.
- Append-Blobs: Append-Blobs bestehen aus Blöcken (wie Block-Blobs selbst), sind aber für Append-Operationen optimiert: Dabei handelt es sich um Operationen, bei denen Datenelemente oder Datensätze am Ende eines bestehenden Datensatzes, einer Datei, einer Datenbanktabelle oder einer Liste hinzugefügt oder angehängt werden, und die sehr heikel sind, insbesondere wenn es sich beispielsweise um Datenströme handelt. Append-Blobs verwendet man z. B. zum Speichern von Daten aus virtuellen Maschinen. Jeder Append-Blob kann unterschiedlich groß sein (bis zu maximal 4 MiB) und bis zu 50.000 Blöcke umfassen, sodass die maximale Größe knapp über 195 GiB liegt (4 MiB x 50.000).
- Page-Blobs: Abschließend sind Page-Blobs Sammlungen von 512-Byte-Seiten, die für zufällige Lese- und Schreibvorgänge optimiert sind. Sie sind für die Speicherung von Dateien auf der VHD (virtuelle Festplatte) zuständig und dienen als Festplatten für Azure-VMs.
Zugriffsebenen in Azure Storage
In Azure Storage können Sie je nach primärem Verwendungszweck der gespeicherten Daten verschiedene Zugriffsebenen für Blob-Daten verwenden.
- Hot Tier: Eine Online-Speicherstufe, auf die häufig zugegriffen wird und die häufig geändert werden. Sie hat zwar höhere Speicherkosten, aber die niedrigsten Zugriffskosten. Die Stufe ist ideal für Daten, die ein Unternehmen gerade nutzt und auf die es regelmäßig zugreifen muss, wie z. B.
- Cool und Cold Tiers: Diese beiden Stufen sind für Daten gedacht, auf die weniger häufig zugegriffen wird, die aber dennoch sofort verfügbar sein müssen. Sie bieten geringere Speicherkosten, aber höhere Zugriffskosten im Vergleich zur Hot Tier.
- Archiv Tier: Eine Offline-Option für Daten, auf die nur selten zugegriffen wird, wie z. B. Langzeit-Backups, Archive und Compliance-Daten.
Überwachung von Azure Blob Storage
Daher ist es für Unternehmen wichtig, die Leistung und Verfügbarkeit von Anwendungen, die mit Blobs verbunden sind, zu optimieren und ihre korrekte Funktion sicherzustellen.
- Behalten Sie die Leistung im Auge: Verfolgen Sie regelmäßig die wichtigsten Leistungskennzahlen, um Probleme sofort zu erkennen und zu beheben. Metriken wie „Transaction Count“, „Ingress“ und „Egress“ helfen Ihnen, Engpässe schnell zu erkennen und Infrastrukturkomponenten auszumachen, die möglicherweise optimiert werden müssen. Die Metriken „Success E2E Latency“ und „Success Server Latency“ sind entscheidend für die Erkennung von Problemen und Konflikten mit clientseitigen Ressourcen, die die Geschwindigkeit der Datenübertragung beeinträchtigen könnten.
- Analysieren Sie die Speicherkapazität: Bewerten Sie die Kapazität von Konten, Containern und Blobs, um den Bedarf zu decken, Über- oder Unterschätzungen zu beheben und einen effizienten Service für eine optimale Benutzererfahrung zu gewährleisten. Anhand der Metrik „Used Capacity“ können Sie überprüfen, ob für geschäftskritische Dienste ausreichend Speicherplatz zur Verfügung steht, während die Metriken „Blob-Container Count“ und „Blob Count“ Aufschluss über die Anzahl der gespeicherten Container und Blob-Objekte sowie über die von jedem Container genutzte Kapazität geben.
- Kontosicherheit aufrechterhalten: Erhöhen Sie die Kontosicherheit, indem Sie mit den Metriken „Ingress“, „Egress“ und „Transaction Count“ auf verdächtige Aktivitäten und Datenverkehr achten. Die „Transaction Count“-Metrik bietet außerdem einen umfassenden Überblick über das Benutzerverhalten.
- Identifizieren Sie Möglichkeiten zur Kosteneinsparung: Verwenden Sie die Metriken „Used Capacity“ und „Transaction Count“, um Speicherkonten mit minimaler oder keiner Nutzung zu identifizieren. Da die Kosten für die Datenübertragung je nach Typ variieren (z. B.
Azure Monitor ist das umfassendste Tool zum Monitoring von Azure-Ressourcen, einschließlich Blob Storage. Azure Storage Analytics bietet detaillierte Einblicke in die Nutzung und Leistung von Blob-Storage durch die Erfassung von Metriken und Protokollen. Azure Monitor kombiniert mit Azure Storage Analytics und Azure Log Analytics bietet die umfassendsten und flexibelsten Überwachungsoptionen. Die Verwendung der Azure-Suite ermöglicht eine präzise Verwaltung aller Aspekte der Überwachung Ihrer Azure-Speicherkonten und Blob-Speicher.
BLOBs in Dynamics 365 Business Central
In Dynamics 365 Business Central bzw. Dynamics NAV wird das BLOB-Feld auf Tabellen-Ebene wie ein FlowField behandelt. Das bedeutet, dass es nicht direkt beschrieben werden kann, sondern durch einen Developer erst angepasst bzw. Generell bietet ein BLOB-Feld Funktionen, die „normale“ Felder in Dynamics 365 Business Central bzw. Dynamics NAV nicht bieten. Um beispielsweise ein Bild im System anzuzeigen, muss im Programm immer eine Quelle angegeben werden, aus der die zugehörige Grafik „gezogen” werden kann. Das BLOB-Feld würde dann hier entsprechend die Möglichkeit bieten, ein Bild direkt im zugehörigen Datensatz zu hinterlegen (z. B. Der Nachteil ist hierbei, dass BLOB-Felder nur per Code befüllt und ausgelesen werden können, weshalb man immer einen Developer braucht, der das Feld und die benötigten Funktionen einrichtet.
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Was ist ein BLOB?
Ein BLOB (Binary Large Object ) ist ein großes binäres Datenobjekt, das von Datenbanken meist in besonderer Form verarbeitet und gespeichert wird. Es kann sich beispielsweise um Video-, Audio- oder Bild- und Grafikdateien handeln. Zur Speicherung und Bearbeitung solch großer Dateien in Datenbanken sind spezielle Vorgehensweisen und Datentypen notwendig. Zum einen liegt dies an der Größe der Dateien, zum anderen an der für die Datenbanksysteme nicht lesbaren Struktur des Inhalts der BLOBs.
Unterschied zwischen BLOB und CLOB
Der Oberbegriff für Binary Large Object (BLOB) und Character Large Object (CLOB) lautet Large Object (LOB). BLOB und CLOB sind große Dateien, die sich in ihrem grundsätzlichen Aufbau jedoch unterscheiden. Während ein BLOB binär aufgebaut ist, besteht ein CLOB aus Zeichenketten. Einige Datenbanksysteme bieten Funktionen, BLOBs in CLOBs oder CLOBs in BLOBs zu konvertieren.
Die Problematik bei der Speicherung von BLOBs in Datenbanken
Grundproblem der Verarbeitung von BLOBs durch Datenbanken ist, dass die Daten der BLOBs aus Datenbanksicht unstrukturiert und daher nicht lesbar sind. Obwohl BLOBs eine innere Struktur besitzen, lässt diese sich von den Datenbanken weder erfassen noch auswerten. Die Inhalte und Kontexte selbst sind daher nicht nutzbar und sind als Ganzes zu speichern und zu interpretieren. Die Datenbankoperationen beschränken sich bei den BLOBs auf das vollständige Einlesen und Speichern. Typische Datenbankoperationen wie das Suchen, Sortieren oder Filtern der Daten sind auf den Inhalt der BLOBs nicht anwendbar, sondern meist nur auf Dateinamen und Dateityp. Nur die komplette Datei beziehungsweise ihr Dateiname und ihr Dateityp sind von der Datenbank prozessierbar.
Da in spalten- und zeilenbasierten Datenbanken die Felder in den häufigsten Datenbankmanagementsystemen nicht für die Speicherung von BLOBs geeignet sind, speichern viele Datenbanksysteme in den Datenbankfeldern nur einen Verweis auf den tatsächlichen Speicherort der BLOBs. Die unterstützte Größe eines BLOBs ist vom Typ des Datenbanksystems oder von den getroffenen Einstellungen abhängig. LOB-Segmente können unter Umständen in völlig anderen Speicherbereichen wie die Tabellen der Datenbank liegen. Dieses Verfahren verhindert, dass die großen Datenmengen der BLOBs die Performance der Bearbeitung anderer Tabellendaten beeinflussen. In vielen Datenbanksystemen lassen sich für normale Tabellendaten und BLOBs unterschiedliche Einstellungen für Buffer und Cache festlegen. Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass die gleichzeitige Verarbeitung normaler Tabellendaten und BLOBs in den verschiedenen Datenbanken hinsichtlich Zugriff und benötigtem Speicherplatz nicht besonders effizient ist.
Die Vorteile der Speicherung von BLOBS in einer Datenbank
Obwohl die Speicherung und Verarbeitung von BLOBs in Datenbanken eher ineffizient ist, sind auch einige Vorteile damit verbunden. Alle Daten inklusive der BLOBs sind sauber in das Datenbankschema eingebunden und referenziert. Backups und Dumps der Datenbank enthalten sämtliche relevanten Daten. Ein weitere Vorteil ist, dass die Zugriffsrechte auf die Daten sauber durch die Rechteverwaltung des Datenbanksystems geregelt sind.
Die verschiedenen Datentypen gängiger Datenbanksysteme
In den verschiedenen Datenbankmanagementsystemen der unterschiedlichen Hersteller sind spezielle LOB-Datentypen für das Speichern von BLOBs und CLOBs vorhanden. BLOBs werden beispielsweise durch folgende Datentypen abgebildet:
- Datenbanksystem: MySQL - BLOB-Datentypen: TINYBLOB (bis 64 Kilobyte), MEDIUMBLOB (bis 16 Megabyte), LONGBLOB (bis vier Gigabyte)
- Datenbanksystem: PostgreSQL - BLOB-Datentypen: BYTEA oder per OID (Object Identifier)
- Datenbanksystem: Oracle - BLOB-Datentypen: BLOB
- Datenbanksystem: DB2 - BLOB-Datentypen: BLOB
- Datenbanksystem: Microsoft SQL Server - BLOB-Datentypen: varbinary ab SQL Server 2005, text, ntext
Für die Programmiersprache Java existiert eine eigene Schnittstelle mit dem Namen BLOB. Mit ihr ist der Zugriff auf die in den Datenbanksystemen gespeicherten BLOBs möglich.
Der Blob als biologisches Mysterium: Physarum polycephalum
Neben der Verwendung des Begriffs "Blob" im Bereich der Datenspeicherung hat dieser auch in der Biologie für Aufsehen gesorgt. Der Zoo von Paris beherbergt ein äußerst ungewöhnliches Wesen, das als "Blob" bekannt ist.
Was ist Physarum polycephalum?
Der Blob heißt eigentlich Physarum polycephalum. Dabei handelt es sich um einen Schleimpilz, der weite Netzwerke aus gelblich bis braunen Fäden und Fruchtkörpern ausbildet. Die Organismen haben weder Augen noch ein Gehirn, trotzdem können sie Nahrung erkennen und sich in einem Irrgarten orientieren. Wie sie das genau machen, können Forscher bislang nicht erklären. Haben die Lebewesen das Futter einmal ausfindig gemacht, verdauen sie es mithilfe eines Enzyms, das sie ausscheiden. Ihren Namen haben die Organismen dem Science-Fiction-B-Movie "Blob - Schrecken ohne Namen" aus dem Jahr 1958 zu verdanken.
Besonders macht die Einzeller auch, dass sie 720 Geschlechter haben. Allerdings lässt sich die Fortpflanzung nicht mit der von Tieren vergleichen. Der Blob vermehrt sich über sogenannte Konjugation. Gene werden dabei direkt von einer Spender- auf eine Empfängerzelle übertragen. Die Organismen haben dafür 720 verschiedene Varianten entwickelt. Dadurch können sie sich mit einer sehr großen Anzahl unterschiedlicher Artgenossen fortpflanzen. Zur Verschmelzung der Zellen, wie bei Säugetieren, kommt es nicht.
"Der Blob gehört zu den großen Mysterien der Natur", sagt Bruno David, Direktor des Pariser Naturkundemuseums. Am meisten fasziniert Forscher, dass die Einzeller Dinge lernen und an Artgenossen weitergeben können. Wissenschaftler nutzen den gelben Glibber außerdem, um zu erforschen, wie Zellen ihre Gestalt ändern und sich von Ort zu Ort bewegen. Denn der Blob hat, wie für Einzeller üblich, keine Beine. Trotzdem kann er sich fortbewegen. Das gelingt ihm, indem er das Plasma in seiner Zelle rhythmisch vor und zurück bewegt. Zerteilt man eine Blob-Zelle, überlebt sie und ist nach zwei Minuten wieder voll funktionsfähig. Für Einzeller ist diese Art der Regeneration nicht ungewöhnlich.
Fähigkeiten des Blobs
Der Blob findet mühelos den kürzesten Weg durch ein Labyrinth. Er ist nicht zu stoppen, er wächst immer weiter, er wird dich lebendig verspeisen: der Blob! Physarum polycephalum heißt das Etwas, das weder Pflanze, Tier noch Pilz ist. Und auch wenn er bisher keinen Menschen verspeist hat, gleicht der Blob seinem filmischen Namensgeber in Wachstum und Verhalten verblüffend - und scheint sogar klüger als seine Filmvorlage.
Seit fast einer Milliarde Jahren besiedelt Physarum polycephalum schon die Erde, als Einzeller gehört es zu den ältesten und einfachsten Lebensformen überhaupt. Heute lebt es bevorzugt in der gemäßigten Zone, also in den Nadel-, Misch- und Laubwäldern dieser Erde, auf feuchtem Holz. Eine Spenderzelle kann ihre Gene über 720 Varianten auf eine Empfängerzelle übertragen - laut Wissenschaft hat ein Blob demnach 720 Geschlechter. Da er sich über mehrere Quadratmeter ausdehnen kann, schaffte er es als größte lebende Zelle ins Guinnessbuch der Rekorde. Ein Blob hat weder Augen noch Mund, Magen oder Beine und kann trotzdem sehen, schmecken, verdauen und sich fortbewegen: Einen Zentimeter kommt er pro Stunde voran - ist er hungrig, schafft er sogar vier Zentimeter.
Der Blob kann sich Dinge merken, ohne ein Gehirn zu besitzen, und dass sich ein amerikanischer Blob in seinem Nahrungsverhalten stark von einem französischen Exemplar unterscheidet. Bekommt es mehrere Speisen angeboten, entscheidet es sich stets für seine optimalen Bedürfnisse. Im Gegensatz zum Menschen, der oft dem Appetit nachgibt, obwohl er satt ist, „weiß sich der Blob in der Regel zu beherrschen“.
Übrigens vergrößert sich der Blob mit seinen Mahlzeiten stetig. In Vorträgen erzählt Dussutour vom größten Feind des Blobs: der Nacktschnecke, die das schleimige Ding liebend gern verspeist. Inzwischen und spätestens mit der medienwirksamen Ausstellung im Pariser Zoo steigt das Interesse an der Erforschung des Blobs, nicht zuletzt, weil sich aus seinem Verständnis Wirkweisen von Tumorzellen ableiten lassen.
Der Blob im Pariser Zoo
Blob mag Haferflocken und Pilze: Der gelbe, schleimige Einzeller ist weder Tier noch Pflanze, dafür aber eine Attraktion im Pariser Zoo. Er sieht nach Alien aus. Und nach Science-Fiction, kommt aber ganz harmlos aus der Petrischale: Blob ist der neue, ungewöhnliche Star des Pariser Tierparks. Ein Organismus aus gelblichen Knoten und Fäden, der auf altem, feuchtem Holz ein Netzwerk bildet. Der Pariser Zoo ist der Erste, der den Einzeller ausstellt. Der Blob kann sich pro Stunde bis zu vier Zentimeter fortbewegen und Nahrung mithilfe eines Enzyms verdauen. In Paris ernährt sich der Organismus von Haferflocken und Pilzen. Nach der Zucht wird er ins Terrarium umgesiedelt. Der Blob ist in der Lage, sich zu orientieren und kann den kürzesten Weg zwischen Nahrungsquellen finden. Hierfür wächst er und bildet ein großes schleimiges Geflecht - manchmal über einen Quadratmeter groß. Hat der Blob Nahrung gefunden, bildet er sich auf die direkten Verbindungen zum Futter zurück. Besonders faszinierend ist die Fortpflanzung des Einzellers. Es gibt 720 mögliche Varianten - oder besser Paarungstypen - der Art.
Bruno David, Direktor des Pariser Museums für Naturgeschichte, ist von seinem neuen Schützling begeistert: „Der Blob ist eines der Lebewesen, die zu den Mysterien der Natur gehören. Wir wissen nicht wirklich, was es ist. Bis heute wissen wir nicht, ob es ein Tier oder ein Pilz ist. Es ist keine Pflanze - da sind wir sicher.“
Untersuchungen ergaben, dass er sich selbst heilt, wenn er halbiert wurde. Zudem bewegt er sich bis zu vier Zentimeter pro Stunde - ohne Gliedmaßen. Bereits im Jahr 2000 stellten japanische Forscher der Hokkaido-Universität in Sapporo fest, dass der Blob stets den kürzesten Weg durch ein Labyrinth finde. Diese Kunststücke gelingen dem schleimigen Wesen übrigens ohne Gehirn! „Der Blob lernt, wie er über Hindernisse kommt“Genau dazu fällt Bruno David noch etwas ein: „Der Blob lernt, wie er über Hindernisse zu seinem Essen kommt - dadurch wird er schneller. Und wenn wir zwei Blobs verbinden, dann überträgt der eine dieses Wissen dem anderen. Und der weiß dann auch, wie er über dieses Hindernis kommt.“
Je nach Kontinent besitzt der Blob unterschiedliche Charakteristika.