Blockierung der Blutbahn im Gehirn: Ursachen, Symptome und Behandlung

Damit unser Gehirn leistungsfähig bleibt, muss es rund um die Uhr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden - über ein hochkomplexes Netz aus Blutgefäßen. Unser Gehirn ist auf eine durchgehende Sauerstoffversorgung angewiesen. Bei Durchblutungsstörungen im Gehirn zählt vor allem eines: Zeit. Je schneller Warnzeichen erkannt und behandelt werden, desto geringer ist das Risiko für ernsthafte Folgen - von kognitiven Einschränkungen über Depressionen bis hin zu Schlaganfall oder sogar Tod.

Was ist eine Durchblutungsstörung im Gehirn?

Eine Durchblutungsstörung im Gehirn - auch zerebrale Ischämie genannt - liegt vor, wenn das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Das kann akut, z. B. durch ein Blutgerinnsel, oder schleichend durch verengte Gefäße passieren. An der Basis des Gehirns treffen sich diese Gefäße in einem ringförmigen System, dem sogenannten Circulus arteriosus Willisii. Die Hauptursache für Durchblutungsstörungen stellt eine Verengung der Gefäße dar. Dabei kommt es zu Ablagerungen von Fetten, Entzündungszellen und Bindegewebe in der innersten Schicht der Gefäßwand - der sogenannten Intima. Im Laufe der Zeit können diese Plaques die Gefäße verengen, den Blutfluss behindern und die Sauerstoffversorgung der Organe einschränken. Auch die westliche Ernährung scheint laut umfassender Studien (2) ein bedeutender Faktor zu sein. Viele Ursachen von Durchblutungsstörungen im Gehirn sind beeinflussbar - etwa durch einen gesunden Lebensstil, die gezielte Einnahme unterstützender Nahrungsergänzungsmittel und das Meiden bekannter Risikofaktoren. In manchen Fällen spielen jedoch auch genetische Veranlagungen eine Rolle.

Ursachen und Risikofaktoren

Es gibt verschiedene Ursachen und Risikofaktoren, die zu einer Durchblutungsstörung im Gehirn führen können. Dazu gehören:

  • Arterienverkalkung (Artherosklerose): Diese betrifft insbesondere Menschen mit Bluthochdruck, Raucher, Diabetiker, Menschen mit zu hohem Cholesterin (Hyper- oder Dyslipidämie), Nierenkranke sowie Menschen, die sich kaum körperlich anstrengen. Die Arterienwände werden hart und bröckelig. Es bildet sich ein Plaque aus Cholesterin, Kalk und Entzündungszellen. Dieser engt das Gefäß ein und das Blut an dieser Stelle fließt schnell und turbulent durch die Verengung, staut sich jedoch davor auch auf. Wenn sich hier kleine Gerinnsel bilden oder Teile der Plaques abbröckeln, werden sie stromaufwärts getragen und bleiben an einer Verästelung oder an einer anderen Engstelle hängen, wo sie das Gefäß verstopfen und stromabwärts eine Ischämie auslösen. Man spricht von einer arterioarteriellen Embolie.
  • Vorhofflimmern: Der Herzvorhof flimmert, anstatt das Blut darin ordentlich weiter zu pumpen. Dadurch stagniert der Blutfluss, so dass sich Gerinnsel bilden können. Diese gelangen dann ggf. in die linke Herzkammer, welche sie in die Halsschlagader pumpt, wo sie irgendwann hängen bleibt und ein Gefäß verstopft. Dies nennt man kardiogene Embolie.
  • Andere Herzerkrankungen: Insbesondere Störungen der Mitral- und Aortenklappe, Herzinsuffizienz.
  • Entzündungen der Gefäße: Z.B. die Riesenzellarteritis.
  • Erbliche Störungen: Der Blutgerinnung oder der Gefäße.
  • Verletzungen der Gefäße: Insbesondere die Dissektion, bei welcher die Gefäßwand einreisst, das Gefäß aber nicht ganz aufreisst. Die Gefäßwand schwillt an, da Blut einströmt, das Gefäß verengt sich dadurch rasch. Wenn sich Gerinnsel lösen, drohen wiederum Embolien stromabwärts.
  • Bluthochdruck: Die häufigste Ursache für eine Hirnblutung ist ein zu hoher Blutdruck, der die Hirngefäße schädigt.
  • Hirngefäß-Fehlbildungen: Auch können Hirngefäß-Fehlbildungen eine Hirnblutung verursachen. Dazu zählen Fehlbildungen, bei denen viele Gefäße in einem Knäuel (Blutschwamm oder Angiom), Kurzschlüsse zwischen Gefäßen (sog. Fistel) oder eine Aussackung der Gefäßwand (sog. Aneurysma) vorliegen.
  • Indirekte Risikofaktoren: Indirekt gelten alle eine Arteriosklerose begünstigenden Umstände als Risikofaktoren für eine Hirnblutung. Hierzu zählen neben einem Bluthochdruck der Konsum von Nikotin und Alkohol, ein erhöhter Blutfettspiegel, eine Blutzuckerkrankheit, Bewegungsmangel und Übergewicht.

Hirnaneurysma

Ein Hirnaneurysma ist eine beerenförmige Ausbuchtung einer Schlagader (Arterie) im oder nahe am Gehirn. Normalerweise sind Arterien fest und elastisch, ähnlich wie Schläuche. Wenn die Wand einer Arterie aber an einer Stelle nachgibt, sich nach außen wölbt und eine Ausbuchtung bildet, spricht man von einem Aneurysma.

Aneurysmen können an verschiedenen Stellen im Körper entstehen, etwa an der großen Schlagader im Bauch (Bauchaortenaneurysma) oder einer Schlagader im Kopf (Hirnaneurysma). Hirnaneurysmen bilden sich häufig an Verzweigungsstellen der Arterien, die das Gehirn mit Blut versorgen.

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Viele Menschen bemerken ihr gesamtes Leben lang nicht, dass sie ein Hirnaneurysma haben. Bei anderen verursacht es jedoch Beschwerden - oder sie haben ein erhöhtes Risiko, dass ihr Aneurysma irgendwann reißt und eine lebensbedrohliche Hirnblutung auslöst.

Ein Aneurysma verursacht häufig keine Beschwerden. In diesem Fall wird es als „asymptomatisches“ Aneurysma bezeichnet.

Zu Beschwerden kann es kommen, wenn ein Aneurysma besonders groß ist oder ungünstig liegt. Es kann dann auf das Gehirn oder auf Nerven drücken, die vom Gehirn wegziehen - zum Beispiel auf den Sehnerv.

Ein Hirnaneurysma entwickelt sich meist im Laufe des Lebens, weil an der betroffenen Stelle die Elastizität der Gefäßwand nachlässt. Bei Menschen, die Bluthochdruck haben oder rauchen, bildet sich häufiger ein Hirnaneurysma als bei anderen.

Frauen haben ein höheres Risiko für Hirnaneurysmen als Männer - ebenso Menschen, die Eltern oder Geschwister mit einem Aneurysma im Kopf haben. Außerdem steigt das Risiko mit zunehmendem Alter.

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Diese Faktoren machen es auch wahrscheinlicher, dass ein Aneurysma irgendwann reißt. Etwa 3 von 100 Erwachsenen haben ein Hirnaneurysma. Bei einigen Menschen entwickeln sich mehrere Aneurysmen im Gehirn.

Die meisten Hirnaneurysmen verändern sich nicht, machen nie Beschwerden und bleiben deshalb unbemerkt. Auch wenn ein Aneurysma zufällig entdeckt wird, muss es nicht immer behandelt werden: Zu wissen, dass man ein Hirnaneurysma hat, kann allerdings belastend sein.

Ein Hirnaneurysma, das mit der Zeit größer wird, kann Beschwerden verursachen. Aneurysmen können reißen. Man spricht dann auch von einer Aneurysma-Ruptur. Durch das Einreißen kommt es zu einer Hirnblutung - genauer gesagt zu einer sogenannten Subarachnoidalblutung. Dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der so schnell wie möglich notärztlich behandelt werden muss. Durch die Blutung steigt der Druck im Schädel und das empfindliche Hirngewebe wird geschädigt.

Plötzliche sehr starke Kopfschmerzen sind typische Anzeichen. Viele Betroffene sprechen von dem stärksten Kopfschmerz, den sie jemals erlebt haben. Zu Beginn tun oft vor allem der Hinterkopf und Nacken weh.

Weitere Symptome sind:

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  • Nackensteifigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit

Die Blutung ist die häufigste Komplikation eines Aneurysmas. Wie wahrscheinlich es ist, dass ein Hirnaneurysma reißt und eine Blutung auslöst, hängt neben den erwähnten Risikofaktoren vor allem von seiner Größe ab.

Eine seltene andere Komplikation von Hirnaneurysmen ist der Verschluss einer Hirnarterie: Innerhalb eines Aneurysmas bilden sich oft Blutgerinnsel, die in der Regel keine Probleme machen. Selten gerät aber eins dieser Gerinnsel zurück in die Hirnarterie.

Viele Menschen erfahren zufällig, dass sie ein Hirnaneurysma haben, weil ihr Kopf wegen einer anderen Erkrankung untersucht wurde.

Bei Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Sehstörungen kann die Ärztin oder der Arzt zu einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) raten. Besonders gut sichtbar werden Aneurysmen bei der sogenannten digitalen Substraktionsangiografie (DSA). Dabei wird eine Röntgenaufnahme mit und eine ohne Kontrastmittel gemacht. Ein Computer errechnet daraus ein Bild, das nur noch die Blutgefäße zeigt - andere Strukturen wie Knochen sind nicht mehr zu sehen.

Die Diagnose, spätere Kontrolluntersuchungen und die Angst vor Komplikationen können belasten. Deshalb kann eine Zufallsdiagnose für Menschen, deren Aneurysma nie Beschwerden verursacht hätte und auch nicht gerissen wäre, eine unnötige Belastung sein. Wer keine Beschwerden hat und kein erhöhtes Risiko, dass das Aneurysma reißt, benötigt nicht unbedingt eine Behandlung. Die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung ist aber oft schwierig, da viele Faktoren eine Rolle spielen - etwa die Lage des Aneurysmas und der allgemeine Gesundheitszustand.

Auf jeden Fall ist es sinnvoll, Risikofaktoren für Komplikationen zu vermeiden - also zum Beispiel einen Bluthochdruck zu behandeln und nicht zu rauchen.

Bei einem unbehandelten Aneurysma wird in 1- bis 3-jährigen Abständen ein MRT oder CT gemacht.

Es gibt zwei Behandlungsoptionen:

  • Operation: Das Aneurysma wird dabei mit einem kleinen Metall-Clip abgeklemmt.
  • Katheter-Verfahren: Dabei werden meist feine Spiralen aus Platin durch das Blutgefäß bis in das Hirnaneurysma geschoben. Dadurch gerinnt das Blut im Aneurysma und es soll sich verschließen.

Beide Verfahren können dauerhaft verhindern, dass das Aneurysma weiter durchblutet wird. Das beugt einem Reißen vor, ist jedoch selbst mit Risiken verbunden.

Symptome einer Durchblutungsstörung im Gehirn

Durchblutungsstörungen können im gesamten Körper auftreten. Eine Durchblutungsstörung im Kopf äußert sich jedoch nicht einfach durch eine kalte Nasenspitze - die Symptome sind oft eher mentaler Art. Das Gehirn ist auf eine gleichmäßige und ausreichende Blutversorgung angewiesen, um seine komplexen Funktionen aufrechtzuerhalten. Diese Ablagerungen verengen die Gefäße und behindern die Durchblutung. Das Gehirn ist eines der empfindlichsten Organe des menschlichen Körpers.

Erste Anzeichen wie Schwindel, Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme werden oft unterschätzt. Dabei können sie frühe Warnsignale für eine Mangeldurchblutung sein.

Allgemeine Symptome einer Durchblutungsstörung im Gehirn können sein:

  • Sehstörungen: z. B.
  • Sprach- und Sprechstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Plötzlich sehr starke Kopfschmerzen
  • Nackensteifheit
  • Einseitig auftretende Lähmung am Körper, vor allem am Arm, Bein oder Gesicht
  • Generelles Taubheitsgefühl
  • Schluckstörung
  • Sehstörung und vorübergehender Sehverlust auf einem Auge
  • Pupillenerweiterung
  • Gleichgewichts- und Koordinationsprobleme
  • Schwindel mit Gangunsicherheit
  • Verwirrtheit oder Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit oder Koma
  • Krampfanfälle

Die Symptome einer Hirnblutung bei Männern und Frauen ähneln oft dem eines typischen Schlaganfalls. Ansonsten können die Anzeichen einer leichten oder schweren Hirnblutung je nach Art variieren. Sie hängen ebenso von Ort und Ausmaß der Blutung ab. Die Symptome entstehen jedoch immer dadurch, dass das ausgetretene Blut die Hirnhaut reizt oder auf benachbarte Hirnregionen drückt.

Phasen der Kompensation bei Durchblutungsstörungen

Der Körper kann anfangs durch Gefäßweitstellung und Sauerstoffextraktion kompensieren. Auch ohne akute Symptome kann eine dauerhafte Minderdurchblutung gefährlich sein, z. B. Die zerebrale Durchblutung ist essenziell für Konzentration, Gedächtnis, seelisches Gleichgewicht - und zum Schutz vor Demenz oder Schlaganfall.

  • Phase I: In der Anfangsphase versucht der Körper, die verminderte Durchblutung des Gehirns aktiv auszugleichen. Dies geschieht durch eine maximale Erweiterung der Hirngefäße, wodurch das transportierte Blutvolumen gesteigert wird.
  • Phase II: Reicht die Gefäßweitstellung allein nicht mehr aus, tritt das Gehirn in eine zweite Kompensationsstufe ein: Es entzieht dem verfügbaren Blut vermehrt Sauerstoff.
  • Phase III: In der letzten Phase sind sowohl die Gefäßerweiterung als auch die erhöhte Sauerstoffausnutzung erschöpft. Der Blutfluss ist so stark reduziert, dass der Energiebedarf der Nervenzellen nicht mehr gedeckt werden kann.

Transitorische Ischämische Attacke (TIA)

Viele Betroffene haben vor dem eigentlichen Schlaganfall sogenannte „stille Warnsignale“, z. B. in Form einer transitorisch ischämischen Attacke. Dabei handelt es sich um einen kurzzeitigen Durchblutungsstopp, bei dem die Symptome, wie Sprachstörungen, Sehverlust oder Taubheit, innerhalb weniger Minuten bis Stunden wieder verschwinden.

Bei einer Transitorischen Ischämischen Attacke, kurz TIA, wird ein Teil des Gehirns für kurze Zeit nicht mit Blut versorgt. Eine TIA ist häufig Vorbote eines größeren Schlaganfalls. Durch den Blutmangel wird die betroffene Hirnregion weder mit Sauerstoff noch mit Nährstoffen versorgt. Das führt dazu, dass neurologische Funktionen wie die Bewegungsfähigkeit, das Sehen oder die Sprache während der TIA eingeschränkt sind oder vollständig ausfallen.

Die TIA wird umgangssprachlich auch als Mini-Schlaganfall bezeichnet - aus gutem Grund: Die Symptome und Ursachen einer TIA stimmen tatsächlich mit denen eines Schlaganfalls weitgehend überein. Der wesentliche Unterschied ist, dass die Beschwerden bei einer TIA laut der offiziellen Definition nach spätestens 24 Stunden wieder abklingen. Oft ist das sogar schon nach wenigen Minuten der Fall.

Eine Transitorische Ischämische Attacke ist häufig Vorbote eines Schlaganfalls. Das Risiko, einen „richtigen“ Schlaganfall zu erleiden, ist in den ersten 24 bis 48 Stunden nach einer TIA am größten. Daher ist es unbedingt notwendig, bei Schlaganfallsymptomen die Notrufnummer 112 zu wählen - auch wenn diese nach kurzer Zeit abgeklungen sind.

Ursache einer Transitorischen Ischämischen Attacke ist ein vorübergehender Verschluss einer Arterie des Gehirns, meist durch ein Blutgerinnsel. Dieses kann beispielsweise im Bereich des Halses oder des Herzens entstehen, sich lösen und über die Blutbahn ins Gehirn gelangen.

Es gibt verschiedene Faktoren, die das TIA-Risiko erhöhen und auch den Risikofaktoren für Schlaganfälle entsprechen. Dazu gehören unter anderem:

  • Übergewicht und Adipositas
  • Ein gestörter Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus)
  • Vorhofflimmern
  • Bluthochdruck
  • Hormonelle Verhütungsmittel wie die Anti-Baby-Pille

Eine Transitorische Ischämische Attacke zeigt sich mit typischen akuten Symptomen, die auch bei einem Schlaganfall auftreten. Dazu gehören:

  • Gefühlsstörungen in Form von Kribbeln oder einem Taubheitsgefühl in einem Arm, einem Bein oder einer Hälfte des Körpers
  • Lähmungserscheinungen in einem Bein, einem Arm oder einer Körperhälfte
  • Sprach- und Sprechstörungen
  • Schwindel, damit einhergehend: unsicherer Gang, Schwanken, Drehgefühl
  • Vorübergehendes Doppeltsehen
  • Einseitige Erblindung, medizinisch Amaurosis fugax genannt

Bei einer TIA treten all diese Symptome nur für einen kurzen Zeitraum auf und bilden sich dann vollständig wieder zurück. Bei manchen Betroffenen kann es während einer Transitorischen Ischämischen Attacke zusätzlich zu Kopfschmerzen kommen. Ansonsten verläuft die TIA in der Regel völlig ohne Schmerzen. Das Fehlen von Schmerzen sowie die kurze Dauer führen dazu, dass viele Betroffenen die TIA nicht ernst nehmen - eine potentiell gefährliche Fehleinschätzung.

Schlaganfall

Kann eine unbehandelte Durchblutungsstörung zu einem Schlaganfall führen? Ja. Besonders wenn Gefäßverengungen fortschreiten oder ein Blutgerinnsel entsteht, kann es zu einem ischämischen Schlaganfall kommen. Dabei wird ein Teil des Gehirns plötzlich gar nicht mehr durchblutet.

Der Hirninfarkt ist eine von zwei Unterkategorien des Schlaganfalls. Ursächlich ist zumeist ein Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß im Gehirn blockiert. In der Folge können in diesem Areal Gehirnzellen absterben. Für dieses Blutgerinnsel verantwortlich sein können verschiedene Ursachen. Darunter eine Thrombose, eine Embolie, Atherosklerose oder auch ein Blutdruckabfall. Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel direkt im Hirngefäß und blockiert dieses, wohingegen es bei einer Embolie ebenfalls zu einem blockierten Gefäß kommt, dieses jedoch durch ein Gerinnsel oder einen Fremdkörper aus einer anderen Arterie, das in das Gehirn geschwemmt wird, einen Hirninfarkt auslösen kann. Ablagerungen an den Gefäßwänden, wie sie durch eine Atherosklerose entstehen können, können dafür verantwortlich sein, dass sich Blutgefäße verengen oder verschließen.

Ein Hirninfarkt tritt plötzlich auf und kann verschiedene Symptome mit sich bringen. Je nach betroffenem Hirnareal, das einen Gefäßverschluss aufweist, variieren auch die Symptome. Diese Schlaganfall-Symptome können einzeln oder in Kombination und kurzzeitig auftreten. Das rechtzeitige Erkennen und Eingreifen kann bei einem Schlaganfall von großer Bedeutung sein.

Die Behandlung eines Hirninfarkts sieht zumeist eine Auflösung des Blutgerinnsels vor. Mittels Thrombolyse soll diese Auflösung erreicht werden, indem ein Medikament verabreicht wird. Dieses kann entweder über eine Vene in den gesamten Körper oder gezielt über einen Katheter in das verschlossene Gefäß verabreicht werden. Eine weitere Möglichkeit ist eine Thrombektomie, bei der das Gerinnsel durch einen Katheter operativ entfernt wird.

Je länger das betroffene Gehirnareal ohne Sauerstoff auskommen muss, desto schwerwiegender können die Folgen eines Hirninfarkts sein. Eine davon ist eine dauerhafte halbseitige Lähmung. Diese kann zwar im Anschluss an die Akutbehandlung und während der Rehabilitation mit verschiedenen Therapien wiedererlangt werden, doch in manchen Fällen kann eine Hemiparese zurückbleiben. Diese kann sowohl die gesamte Körperhälfte oder nur einzelne Teile betreffen, wie eine Lähmung in Arm und Hand. Hilfsmittel sind daher bei einem Schlaganfall umso wichtiger, um die Selbstständigkeit zurückzuerlangen.

Der Schlaganfall ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Pro Jahr treten in Deutschland 270.000 neue Schlaganfälle auf, davon in Köln ca. 3000. Hierzulande lebten 2021 ca. 1,3 Millionen Menschen mit den Folgen eines Schlanganfalls, Tendenz steigend. Schlaganfälle sind die häufigste Ursache einer Behinderung im Erwachsenenalter und die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Bis zu 90% der Schlaganfälle werden durch behandelbare Risikofaktoren ausgelöst.

Man unterscheidet folgende Arten von Schlaganfällen:

  • Ischämischer Schlaganfall (Hirninfarkt): Hier wird ein Gefäß im Gehirn durch ein Blutgerinnsel verstopft, wodurch das Hirngewebe dahinter nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird. In über 80 % der Fälle wird ein Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel verursacht, das ein bereits verengtes Hirngefäß vollständig verschließt.
  • Hämorrhagischer Schlaganfall (Hirnblutung): Dabei platzt ein Blutgefäß, und es tritt Blut ins Gehirn aus - entweder ins Hirngewebe (intrazerebral) oder in die Hirnhäute (Subarachnoidalblutung). Seltener, aber ebenso gefährlich ist eine Hirnblutung infolge eines Gefäßrisses. Hirnblutungen können sehr gefährlich sein. In schweren Fällen kann eine Hirnblutung auch tödlich verlaufen. Deshalb zählt jede Minute.

Diagnose einer Durchblutungsstörung im Gehirn

Um eine Hirnblutung schnell zu erkennen und eine exakte Diagnose zu stellen, sollten Sie sofort den Notarzt verständigen, sobald jemand die Anzeichen einer Hirnblutung aufzeigt. Je schneller eine Blutung im Hirn behandelt wird, desto besser. Je nach Form der Hirnblutung erhöhen sich dadurch die Überlebenschancen.

Eine sichere Diagnose erfolgt durch eine neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren wie MRT (mit spezieller Durchblutungsmessung), CT oder Doppler-Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße.

Es gibt unterschiedliche Untersuchungen, um eine genaue Diagnose einer Hirnblutung zu stellen. Bei der Diagnose einer akuten Hirnblutung wird von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten eine neurologische Untersuchung durchgeführt. Dabei werden die Bewusstseinslage und die Funktion verschiedener Nerven der Patientin oder des Patienten überprüft. In einem Gespräch wird zusätzlich besprochen, wie es zu den Symptomen der Hirnblutung kam. Für die Ärztinnen und Ärzte ist es wichtig zu wissen, ob die Gehirnblutung durch einen Sturz, Medikamenteneinnahme oder z. B. den Konsum von Drogen ausgelöst wurde.

Ein wichtiges Verfahren zur Bildgebung bei einer Hirnblutung ist eine Computertomografie des Kopfes (CT). Damit lässt sich eine Blutung im Gehirn bildlich direkt nachweisen. Diese erscheint als „heller Fleck“ auf dem Scan des Gehirns und zeigt damit sowohl das Ausmaß der Hirnblutung als auch den Ort der Entstehung. Außerdem kann durch einen CT-Scan eine Hirnblutung von einem Schlaganfall unterschieden werden.

Eine weitere wichtige Untersuchung, um eine akute Hirnblutung festzustellen, ist das Gefäßröntgen (Angiografie) im Schädelbereich. Mit der Hilfe von Kontrastmitteln wird eine Röntgendarstellung der Hirngefäße erstellt. Um noch bessere Ergebnisse zu erzielen, wird dieses Verfahren oft mit einem CT oder MRT kombiniert.

Feststellung einer TIA

Eine TIA ist ein medizinischer Notfall: Die Betroffenen sollten den Notruf wählen, damit sie umgehend in einem Krankenhaus untersucht und behandelt werden können. Dort werden sie meist auf eine Spezialstation gebracht, die sogenannte Stroke-Unit, wo abgeklärt wird, woher die Symptome stammen und worum es sich handelt.

Wenn die Symptome noch bestehen, ist zunächst von einem Schlaganfall auszugehen. Haben sich die Symptome bereits zurückgebildet, wenn der oder die Betroffene in der Klinik eintrifft, müssen sich Ärzte und Ärztinnen hauptsächlich auf die genauen Angaben der Betroffenen oder ihrer Angehörigen verlassen, die die Symptome schildern. Eine bereits rückgebildete TIA sowie dadurch möglicherweise entstandene Veränderungen des Hirngewebes lassen sich durch bildgebende Verfahren, wie zum Beispiel eine Kernspintomografie (MRT) nur dann feststellen, wenn sie länger als einige Minuten andauerten. In der einfachen Computertomografie (CT) finden sich meist keine Auffälligkeiten.

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