Die radiologische Nervenblockade des Beins ist ein minimal-invasives Verfahren, das in der interventionellen Radiologie zur Behandlung von Schmerzen und anderen Beschwerden eingesetzt wird. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Indikationen, den Ablauf, die Risiken und die Vorteile dieser Behandlungsmethode.
Indikationen für eine radiologische Nervenblockade des Beins
Eine radiologische Nervenblockade des Beins kann bei verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden indiziert sein, darunter:
- Nervenwurzelreizsyndrome: Diese können durch Bandscheibenvorfälle, degenerative Veränderungen der Bandscheibe (chemische Radikulopathie) oder segmentale Instabilität verursacht werden. Die Indikation zur PRT besteht bei Nervenwurzelreizsyndromen. In seltenen Fällen tritt das Nervenwurzelreizsyndrom aufgrund des stark degenerierten Bandscheibenfaches auf - ohne einen Bandscheibenvorfall. Dabei spricht man von einer chemischen Radikulopathie bzw. Ein Nervenreizsyndrom kann oft auch als Folge einer segmentalen Instabilität entstehen.
- Chronische Rücken-, Nacken- oder Nervenschmerzen: Die computertomografie-gesteuerte Schmerztherapie setzen unsere Spezialisten in unterschiedlicher Weise bei chronischen (andauernden) Rücken-, Nacken- oder Nervenschmerzen ein, um den Schmerz auszuschalten.
- Arthrose der Wirbelgelenke (Facettensyndrom): Bei einer Facetteninfiltration behandeln wir die kleinen Wirbelgelenke, bei einer periradikulären Therapie (PRT) die aus der Wirbelsäule austretenden Nervenwurzeln.
- Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG-Syndrom): Für Betroffene beginnt dann oft eine langwierige Krankheitshistorie mit vielen erfolglosen Behandlungsversuchen, denn beim Iliosakralgelenk handelt es sich nicht nur um eines der unbeweglichsten Gelenke des Körpers, sondern auch um ein recht unbekanntes.
- Impingement-Syndrom der Hüfte: Beim Impingement-Syndrom der Hüfte kommt es zu einer Blockade im Gelenk. Diese kann mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergehen. Das Impingement-Syndrom der Hüfte wird auch als einklemmende oder blockierte Hüfte bezeichnet.
- Hexenschuss (Lumbago): Spüren Sie einen plötzlich einsetzenden stechenden Schmerz im unteren Rückenbereich? Dann könnte es sein, dass Sie unter einem Hexenschuss leiden. Mögliche Ursachen sind blockierte Wirbelgelenke, verspannte Muskeln oder gereizte Nerven.
- Mechanische Gelenkblockaden: Mechanische Gelenkblockaden können verschiedene Ursachen haben, z. B. Muskelverspannungen oder ein Impingement. Der Begriff Blockade wird in der Medizin auf verschiedene Weise verwendet.
Die radiologische Nervenblockade kann auch zur diagnostischen Lokalisierung von Schmerzursachen eingesetzt werden, z. B. bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall. Diagnostisch nutzt man Nervenblockaden zur Lokalisierung von Schmerzursachen, z. B. bei einem Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall.
Ablauf einer radiologischen Nervenblockade des Beins
Der Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt und dauert etwa 5 bis 10 Minuten. Vor dem Eingriff erfolgt an einem separaten Termin eine ausführliche Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen durch unsere Ärzte. Im Vorfeld benötigen wir mehrere Blutwerte von Ihnen, um ein erhöhtes Blutungsrisiko oder einen Infekt ausschließen zu können, die gegen die Durchführung des Eingriffes sprechen werden. Um welche Werte es sich handelt, erfahren Sie bei der Terminvereinbarung. Diese Blutwerte können Sie bei Ihrem Hausarzt oder ggfs. bei uns in der Praxis bestimmen lassen. Sollten Sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinung benötigen, teilen Sie dies bitte direkt bei der Anmeldung mit.
- Vorbereitung: Der Patient wird in Rücken- oder Bauchlage auf dem Tomographentisch gelagert. Für die PRT werden Sie in Rücken- oder Bauchlage auf dem Tomographentisch gelagert.
- Lokalisierung: Nach üblichen Vorbereitungen und der Festlegung des zu behandelnden Wirbelsäulenabschnitts erfolgt die Markierung der Koordinaten auf der Haut. Anschließend wird die Haut mehrfach desinfiziert und danach beginnt die Behandlung.
- Anästhesie: Unter Lokalanästhesie der Haut und Muskulatur wird eine dünne Injektionsnadel unter MRT-/CT-tomographischer Bildsteuerung bis in unmittelbarer Nähe zur Nervenwurzel (an Nervenaustrittstelle oder in Rückenmarkskanal) vorgeschoben. Unter MRT-/CT-tomographischer Bildsteuerung wird eine dünne Injektionsnadel unter Lokalanästhesie der Haut und Muskulatur bis in unmittelbarer Nähe zur Nervenwurzel (an Nervenaustrittstelle oder in Rückenmarkskanal) vorgeschoben.
- Kontrastmittel: Danach werden kleine Mengen von Röntgenkontrastmitteln injiziert damit sichergestellt wird, dass die Nadelspitze nicht in Gefäße oder Nerven liegt und das die zu injizierenden Medikamente ein richtiges Umfluten der Nervenwurzel erreichen. Danach werden kleine Mengen von Röntgenkonrastmitteln injiziert damit sichergestellt wird, dass die Nadelspitze nicht in Gefäße oder Nerven liegt und das die zu injizierenden Medikamente ein richtiges Umfluten der Nervenwurzel erreichen.
- Medikamenteninjektion: Dadurch gelingt es, präzise Medikamente um diesen Nerv zu spritzen, die sich bis in den Wirbelkanal verteilen. So kann eine hohe örtliche Wirkdosis an dem geschädigten Nerv erreicht werden. Bei den Injektionen werden zusätzlich Lokalanästhetika um den Nerv injiziert.
- Nachbeobachtung: Nach der Injektion verspüren manche Patienten kurzfristig ein Taubheitsgefühl oder bemerken eine Schwäche im Bein. Diese Wirkung hängt von der Dosis ab und verschwindet normalerweise nach kurzer Zeit wieder.
Bildgebung während des Eingriffs
Unter MRT-/CT-tomographischer Bildsteuerung wird eine dünne Injektionsnadel unter Lokalanästhesie der Haut und Muskulatur bis in unmittelbarer Nähe zur Nervenwurzel (an Nervenaustrittstelle oder in Rückenmarkskanal) vorgeschoben. Die computertomografie-gesteuerte Behandlung bietet ein hohes Maß an Sicherheit und Präzision. Im CT-Bild können unsere Experten Nerven, Blutgefäße und andere Körpergewebe genau erkennen und unterscheiden, ob krankhafte Veränderungen vorliegen oder nicht. Auch die Instrumente, die wir einsetzen, sehen wir exakt im Bild. Dank der verfügbaren Materialien können wir Medikamente tief im Körperinneren ganz exakt direkt an den Entzündungsherden und Nervenstrukturen einbringen und dabei das umgebende, gesunde Gewebe schonen. Durch diese Methode wird eine hohe örtliche Wirkdosis erzielt. Wir können sie zudem zu diagnostischen Zwecken einsetzen, um zu bestimmen, von welcher Stelle genau der Schmerz ausgeht (Schmerzausgangslokalisation).
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Medikamente
Für die Behandlung spritzen wir unseren Patienten Betäubungsmittel und lokal (örtlich) wirksame kortisonhaltige, entzündungshemmende Medikamente. Bei den Injektionen werden zusätzlich Lokalanästhetika um den Nerv injiziert. Dadurch lässt der Schmerz meist sofort nach, kann aber ein vorübergehendes Taubheitsgefühl mit oder ohne Kraftverlust in den Beinen oder den Armen auftreten.
Vorteile der radiologischen Nervenblockade des Beins
Die radiologische Nervenblockade des Beins bietet mehrere Vorteile gegenüber anderen Behandlungsmethoden:
- Gezielte Schmerzlinderung: Schmerzen werden direkt behandelt, die Schmerzursache verschwindet zunehmend.
- Vermeidung von Operationen: So lässt sich eine operative Therapie vermeiden.
- Ambulante Durchführung: Computertomografie-gesteuerte interventionelle Behandlungen können wir aufgrund der niedrigen Komplikationsrate ambulant durchführen.
- Geringe Komplikationsrate: Nebenwirkungen aufgrund des niedrig dosierten Kortisonpräparates treten bei der computertomografie-gesteuerten Schmerztherapie selten auf.
Risiken und Nebenwirkungen
Wie bei jedem medizinischen Eingriff sind auch bei der radiologischen Nervenblockade des Beins Risiken und Nebenwirkungen möglich:
- Allergische Reaktionen: Die örtliche Betäubung und das Kontrastmittel können im Extremfall allergische Reaktionen auslösen.
- Blutungen und blaue Flecken: Durch die Punktion (den Einstich mit der Hohlnadel) können kleinere Blutungen im Stichkanal auftreten und blaue Flecken sich ausbilden.
- Infektionen: Denkbar sind zudem Entzündungen, die beispielsweise durch Hautkeime verursacht werden.
- Nervenschäden: Wird ein Nerv geschädigt, so kann es zu Sensibilitätsstörungen, Lähmungserscheinungen oder anderen Funktionsausfällen kommen.
- Weitere Nebenwirkungen: Weitere möglicherweise auftretende Nebenwirkungen sind: Wadenkrämpfe, geringe Gewichtszunahme, Blutzuckeranstieg, geringe Blutdruckerhöhung, Akne, vermehrte Brüchigkeit kleiner Gefäße mit Auftreten von blauen Flecken und Zyklusstörungen bei Frauen.
Kontraindikationen
Es gibt bestimmte Umstände, unter denen eine radiologische Nervenblockade des Beins nicht durchgeführt werden sollte:
- Unzureichender Gerinnungsstatus: ein unzureichender Gerinnungsstatus (Quick-Wert mindestens 60%)
- Lokale Infektionen: lokale Infektionen
- Unverträglichkeit von Steroiden (Kortisonpräparaten): Unverträglichkeit von Steroiden (Kortisonpräparaten)
- Unverträglichkeit von Lokalanästhetika (Betäubungsmitteln): Unverträglichkeit von Lokalanästhetika (Betäubungsmitteln)
Alternativen zur radiologischen Nervenblockade des Beins
Es gibt verschiedene alternative Behandlungsmethoden für die oben genannten Indikationen, darunter:
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- Konservative Therapie: Wenn keine gravierenden motorischen und sensiblen Ausfälle bestehen und die konservative Therapie nach 2 bis 4 Wochen keinen Erfolg bringt, lassen sich Ihre Schmerzen mit Hilfe der interventionellen Schmerztherapie behandeln.
- Operation: So lässt sich eine operative Therapie vermeiden.
- Medikamentöse Therapie: Bei einem beginnenden Hüftimpingement können die Schmerzen mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln oder Bewegungsübungen behandelt werden.
- Manuelle Therapie, Physiotherapie oder Massagen: Behandelt werden Blockaden am Bewegungsapparat mit manueller Therapie, Physiotherapie oder Massagen, manchmal sind auch Operationen erforderlich.
Periphere Nervenblockaden als Alternative oder Ergänzung
Neben der CT-gesteuerten Nervenblockade gibt es auch periphere Nervenblockaden, die eine wichtige Rolle in der Anästhesie und Schmerztherapie spielen.
Arten peripherer Nervenblockaden am Bein
- Ischiadikus-Blockade: Betäubt Anteile des Ischiasnervs und kann in unterschiedlichen Höhen gesetzt werden. Die Ischiadikus-Blockade betäubt Anteile des Ischiasnervs und kann in unterschiedlichen Höhen gesetzt werden, beispielsweise als dorsale Ischiadikus-Blockade in das Gesäß, als anteriore Ischiadikus-Blockade an den vorderen oberen Oberschenkel, als distale Ischiadikus-Blockade über der Kniekehle oder an weiteren Bereichen.
- Femoralis-Blockade: Wird in ein Geflecht aus Nerven gegeben, das sich unter der Leiste befindet. Die Femoralis-Blockade oder 3-in-1-Block wird in ein Geflecht aus Nerven gegeben, das sich unter der Leiste befindet.
- Psoaskompartment-Blockade: Wird im Lendenbereich verabreicht. Die Psoaskompartment-Blockade wird im Lendenbereich verabreicht.
- Obturatorius-Blockade: Betäubt den Nervus obturatorius, der neben dem Schambein entlangzieht. Die Obturatorius-Blockade betäubt den Nervus obturatorius, der neben dem Schambein entlangzieht.
- Nervus-saphenus-Blockade: Wird in die Nähe feiner Nervenäste unter der Haut an der Innenseite des Knies gegeben. Die Nervus-saphenus-Blockade wird in die Nähe feiner Nervenäste unter der Haut an der Innenseite des Knies gegeben.
- Fußblock: Wird in der Nähe des Sprunggelenks verabreicht. Der Fußblock wird in der Nähe des Sprunggelenks verabreicht.
- Nervus-peronaeus-Block: Wird an das Ende des Wadenbeins gesetzt. Der Nervus-peronaeus-Block wird an das Ende des Wadenbeins gesetzt.
Durchführung peripherer Nervenblockaden
Für eine periphere Nervenblockade werden einer oder mehrerer der Nerven des Beines betäubt. Die größten und wichtigsten Beinnerven sind der Ischiasnerv und der Femoralnerv. Bei der peripheren Nervenblockade wird ein Wirkstoff, der die Schmerzleitung unterbricht, in die Nähe des Nervs (unterhalb der Leiste oder z.B. am Kniegelenk) gespritzt, der den (sensiblen) Bereich versorgt, in dem operiert werden muss. Um eine effektive Wirkung zu erzielen, sind meist mehrere Einstiche an verschiedenen Bereichen erforderlich, weil mehrere größere Nerven in das Bein ziehen.
Intravenöse Regionalanästhesie
Eine andere Möglichkeit zur Betäubung des Beines ist die intravenöse Regionalanästhesie. Bei dieser wird zunächst mit einer straffen Gummihülle, die vom Fuß bis zum Oberschenkel reicht, das Blut aus den Beinvenen gedrückt. Daraufhin kann eine Manschette um das Bein gelegt und der Betäubungswirkstoff in eine Vene injiziert werden.
Örtliche Betäubung
Bei einer örtlichen Betäubung oder Lokalanästhesie wird der Wirkstoff zur Betäubung direkt in das Gewebe am Operationsort hineingespritzt.
Anschließende Schmerztherapie
In einigen Fällen ist es sinnvoll, einen kleinen Kunststoffschlauch (Katheter) in die Nähe der Nerven zu legen, um eine anschließende Schmerztherapie zu ermöglichen. Nach der Operation kann über den Katheter eine Zeit lang kontinuierlich und wiederholt ein örtliches Betäubungsmittel zur Schmerzbehandlung gespritzt werden.
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