Fersenschmerzen: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung von Fersensporn und eingeklemmten Nerven

Fersenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Häufige Auslöser sind Überlastung, ein Fersensporn oder eine Entzündung der Sehnenplatte am Fuß (Plantarfasziitis). Aber auch ein eingeklemmter Nerv kann die Ursache sein. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von Fersenschmerzen, insbesondere im Zusammenhang mit Fersensporn und eingeklemmten Nerven, und bietet einen umfassenden Überblick über Behandlungsmöglichkeiten und präventive Maßnahmen.

Einführung

Fersenschmerzen (Tarsalgie) können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Sie treten oft bei alltäglichen Aktivitäten wie Gehen, Stehen oder Springen auf und können unbehandelt zu langfristigen Problemen mit dem Gangbild und der Mobilität führen. Es ist wichtig, die Ursachen der Schmerzen zu verstehen, um eine gezielte Behandlung einzuleiten und langfristige Beschwerden zu vermeiden.

Ursachen von Fersenschmerzen

Fersenschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Im Folgenden werden die häufigsten Ursachen detailliert beschrieben:

Plantarfasziitis und Fersensporn

Die Plantarfasziitis ist eine der häufigsten Ursachen für Fersenschmerzen. Sie entsteht durch eine Überlastung der Plantarfaszie, einer Sehnenplatte, die sich an der Fußsohle vom Fersenbein bis zu den Zehengrundgelenken erstreckt. Diese Überlastung führt zu Entzündungen und Schmerzen, insbesondere am Ansatz der Plantarfaszie am Fersenbein.

Ein Fersensporn ist ein dornartiger Knochenauswuchs am Fersenbein (Calcaneus), der sich als Reaktion auf die chronische Überlastung der Plantarfaszie bilden kann. Es gibt zwei Arten von Fersensporn:

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  • Unterer (plantarer) Fersensporn: Dieser entsteht an der Unterseite des Fersenbeins, wo die Plantarfaszie ansetzt. Er verursacht heftige Druckschmerzen am mittleren unteren Ende des Fersenbeins und stechende Schmerzen an der Fußsohle bei Belastung.
  • Oberer (hinterer) Fersensporn (Haglund-Exostose, Haglund-Ferse): Dieser tritt seltener auf und entwickelt sich am Ansatz der Achillessehne. Er verursacht Druck und Schmerzen beim Tragen fester Schuhe sowie Schmerzen am Achillessehnenansatz.

Es ist wichtig zu beachten, dass der Fersensporn selbst nicht unbedingt die Ursache der Schmerzen ist, sondern eher eine Folge der Plantarfasziitis.

Eingeklemmter Nerv (Tarsaltunnelsyndrom, S1-Syndrom)

Ein eingeklemmter Nerv kann ebenfalls Fersenschmerzen verursachen. Es gibt verschiedene Arten von Nervenkompressionen, die zu Fersenschmerzen führen können:

  • Tarsaltunnelsyndrom: Hierbei ist der Schienbeinnerv (Nervus tibialis) im Tarsalkanal eingeklemmt. Dieser Kanal wird von Sprungbein, Fersenbein, Innenknöchel und einem Band gebildet. Symptome sind Kribbeln, Brennen und Missempfindungen an der Fußsohle, den Zehen oder der Ferse. Die Schmerzen können bis in die Wade ausstrahlen.
  • S1-Syndrom: Hierbei ist die Nervenwurzel eingeengt, die am ersten Kreuzbeinwirbel aus dem Rückenmark austritt. Dies kann durch einen Bandscheibenvorfall verursacht werden. Die Schmerzen strahlen über das Gesäß und die Rückseite von Ober- und Unterschenkel bis zur Ferse und zum Außenrand des Fußes aus.

Weitere Ursachen

Neben Plantarfasziitis, Fersensporn und eingeklemmten Nerven gibt es weitere mögliche Ursachen für Fersenschmerzen:

  • Krankhafte Veränderungen der Achillessehne: Verkalkungen oder Entzündungen am Achillessehnenansatz können Fersenschmerzen verursachen. Auch eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) im Bereich der Achillessehne kann zu Schmerzen führen.
  • Knochenbruch: Ein Fersenbeinbruch oder ein Ermüdungsbruch kann ebenfalls Fersenschmerzen verursachen.
  • Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans): Diese chronisch-entzündliche, rheumatische Erkrankung kann zu Gelenkentzündungen und Schmerzen führen, die bis in die Fersen ausstrahlen.
  • Verschmelzung von Fersen- und Kahnbein (Coalitio calcaneonaviculare): Diese angeborene Fehlbildung kann zu chronischen Fußschmerzen, einschließlich Fersenschmerzen, führen.

Risikofaktoren

Verschiedene Faktoren können das Risiko für Fersenschmerzen erhöhen:

  • Überlastung: Sportliche Aktivitäten wie Laufen oder Springen, insbesondere bei plötzlicher Belastungssteigerung, können die Plantarfaszie überlasten und zu einer Entzündung führen.
  • Fehlbelastungen: Fußfehlstellungen wie Plattfuß, Senkfuß oder Hohlfuß, sowie ungeeignetes Schuhwerk können zu Fehlbelastungen der Ferse führen. Eine verkürzte Achillessehne kann ebenfalls eine Kräfteverlagerung in Richtung Plantarfaszie verursachen.
  • Übergewicht: Übergewichtige Menschen haben ein höheres Risiko für Fersensporn und Plantarfasziitis, da das zusätzliche Gewicht die Füße stärker belastet.
  • Alter: Altersbedingte Abnutzung kann ebenfalls zu Fersenschmerzen führen.
  • Andere Erkrankungen: Erkrankungen wie Morbus Bechterew oder Gicht können ebenfalls Fersenschmerzen verursachen.

Symptome

Die Symptome von Fersenschmerzen können je nach Ursache variieren. Typische Symptome sind:

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  • Schmerzen in der Ferse, die sich bei Belastung verschlimmern
  • Anlaufschmerzen am Morgen oder nach längeren Ruhepausen
  • Stechende Schmerzen an der Fußsohle oder am Achillessehnenansatz
  • Druckempfindlichkeit im Bereich der Ferse
  • Schwellungen oder Rötungen
  • Kribbeln, Brennen oder Missempfindungen an der Fußsohle (bei eingeklemmtem Nerv)
  • Eingeschränkte Beweglichkeit des Fußes

Diagnose

Die Diagnose von Fersenschmerzen umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, eine Anamnese (Befragung des Patienten) und gegebenenfalls bildgebende Verfahren.

Körperliche Untersuchung

Der Arzt untersucht den Fuß auf Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Schwellungen, Rötungen und Bewegungseinschränkungen. Er testet auch die Funktion der Nerven und Muskeln im Fuß und Bein.

Anamnese

Der Arzt befragt den Patienten nach der Art der Schmerzen, dem Zeitpunkt des Auftretens, den auslösenden Faktoren und eventuellen Vorerkrankungen.

Bildgebende Verfahren

  • Röntgen: Eine Röntgenaufnahme kann einen Fersensporn oder andere knöcherne Veränderungen sichtbar machen.
  • Ultraschall: Eine Ultraschalluntersuchung kann den Zustand der Plantarfaszie und der Achillessehne beurteilen und Entzündungen oder Verdickungen erkennen.
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Eine MRT kann detailliertere Informationen über die Weichteile im Fuß liefern und einen eingeklemmten Nerv oder andere Ursachen für die Schmerzen erkennen.
  • Fußdruckmessung (Pedobarographie): Diese Untersuchung misst die Druckverteilung unter dem Fuß und kann Fehlbelastungen und schmerzbedingte Schonhaltungen aufdecken.

Behandlung

Die Behandlung von Fersenschmerzen richtet sich nach der Ursache der Schmerzen. In den meisten Fällen sind konservative Maßnahmen ausreichend, um die Beschwerden zu lindern.

Konservative Behandlung

  • Schonung und Entlastung: Vermeiden Sie Aktivitäten, die die Schmerzen verschlimmern. Verwenden Sie bei Bedarf Gehhilfen oder spezielle Schuhe zur Entlastung der Ferse.
  • Kühlung: Kühlen Sie die Ferse mehrmals täglich für 15-20 Minuten mit Eis, um Entzündungen zu reduzieren.
  • Dehnübungen: Regelmäßige Dehnübungen der Wadenmuskulatur und der Plantarfaszie können die Spannung in den Sehnen reduzieren und die Schmerzen lindern.
  • Schuheinlagen: Spezielle Schuheinlagen können die Ferse entlasten, Fußfehlstellungen korrigieren und die Druckverteilung unter dem Fuß verbessern. Locheinlagen können den Sehnenansatz gezielt entlasten.
  • Medikamente: Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente (z.B. Ibuprofen oder Diclofenac) können die Schmerzen lindern. Bei starken Schmerzen können Kortikosteroide in die Ferse gespritzt werden, aber dies sollte aufgrund möglicher Nebenwirkungen nur in Ausnahmefällen erfolgen.
  • Physiotherapie: Ein Physiotherapeut kann Ihnen spezifische Übungen zeigen, um die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und Fehlbelastungen zu korrigieren.
  • Stoßwellentherapie (ESWT): Bei der Stoßwellentherapie werden Schallwellen auf die schmerzende Stelle gerichtet, um die Heilung zu fördern und Entzündungen zu reduzieren.
  • Autologes Conditioniertes Plasma (ACP): Bei dieser Behandlung wird Eigenblut aufbereitet und in die Ferse gespritzt, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und die Regeneration des Gewebes zu fördern.

Operative Behandlung

Eine Operation ist nur in seltenen Fällen erforderlich, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen. Mögliche operative Eingriffe sind:

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  • Entfernung des Fersensporns: Der Knochenauswuchs wird operativ entfernt, um den Druck auf das umliegende Gewebe zu reduzieren.
  • Entlastung der Plantarfaszie: Die Plantarfaszie wird eingekerbt oder teilweise durchtrennt, um die Spannung zu reduzieren.
  • Nervenentlastung: Bei einem eingeklemmten Nerv wird der Nerv operativ freigelegt, um den Druck zu reduzieren.

Hausmittel und alternative Behandlungsmethoden

Neben den schulmedizinischen Behandlungen gibt es auch verschiedene Hausmittel und alternative Behandlungsmethoden, die bei Fersenschmerzen helfen können:

  • Apfelessig: Fußbäder oder Umschläge mit Apfelessig können entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken.
  • Epsomsalz: Fußbäder mit Epsomsalz (Magnesiumsulfat) können die Muskeln entspannen und die Durchblutung verbessern.
  • Kräuterauflagen: Auflagen mit Beinwell, Arnika oder Johanniskraut können entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken.
  • Fußmassagen: Regelmäßige Fußmassagen können die Durchblutung verbessern, Verspannungen lösen und die Schmerzen lindern.
  • Triggerpunkttherapie: Die Behandlung von Triggerpunkten (Muskelknoten) in der Wadenmuskulatur und der Fußsohle kann die Spannung reduzieren und die Schmerzen lindern.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit entzündungshemmenden Lebensmitteln (z.B. Omega-3-Fettsäuren, Kurkuma) kann den Heilungsprozess unterstützen.

Prävention

Es gibt verschiedene Maßnahmen, um Fersenschmerzen vorzubeugen:

  • Geeignetes Schuhwerk: Tragen Sie Schuhe mit guter Dämpfung und Unterstützung des Fußgewölbes. Vermeiden Sie Schuhe mit hohen Absätzen oder flachen Sohlen ohne Dämpfung.
  • Fußfehlstellungen korrigieren: Lassen Sie Fußfehlstellungen wie Plattfuß oder Senkfuß durch Einlagen korrigieren.
  • Regelmäßige Dehnübungen: Dehnen Sie regelmäßig Ihre Wadenmuskulatur und die Plantarfaszie, um die Spannung in den Sehnen zu reduzieren.
  • Gewichtskontrolle: Achten Sie auf ein gesundes Gewicht, um die Füße nicht unnötig zu belasten.
  • Überlastung vermeiden: Steigern Sie die Belastung bei sportlichen Aktivitäten langsam und vermeiden Sie plötzliche Belastungssteigerungen.
  • Barfußlaufen: Laufen Sie regelmäßig barfuß auf unterschiedlichen Untergründen, um die Fußmuskulatur zu stärken und die natürliche Belastung des Fußgewölbes zu fördern.

Wann zum Arzt?

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:

  • Die Fersenschmerzen plötzlich auftreten und sehr stark sind.
  • Die Schmerzen trotz konservativer Maßnahmen nicht besser werden.
  • Zusätzlich zu den Schmerzen Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen auftreten.
  • Die Schmerzen das Gehen oder Stehen stark beeinträchtigen.
  • Anzeichen einer Entzündung wie Rötung, Schwellung oder Überwärmung auftreten.

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