Blopress ist ein Medikament, das hauptsächlich zur Behandlung von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) und Herzinsuffizienz eingesetzt wird. Es enthält den Wirkstoff Candesartan, der zu den Angiotensin-II-Rezeptorblockern gehört. Dieser Artikel bietet umfassende Informationen zu Blopress, einschließlich seiner Wirkungsweise, Anwendung, Dosierung, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und wichtiger Hinweise.
Wirkungsweise von Blopress
Der Hauptwirkstoff in Blopress, Candesartan, wirkt indirekt gefäßerweiternd. Bei Bluthochdruck bewirkt Candesartan eine dosisabhängige und lang anhaltende Senkung des Blutdrucks. Dies wird erreicht, indem der Wirkstoff im Körper die Bindungsstellen von Botenstoffen, sogenannte Angiotensin-Rezeptoren, blockiert.
Candesartan ist ein Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker. Normalerweise steigert der AT1-Rezeptor die Vasokonstriktion und kardiale Kontraktilität sowie die renale Perfusion. Unter der Wirkung von Candesartan entspannen und weiten sich die Gefäße, wodurch der Blutdruck sinkt.
Nach der Einnahme der Tablette wird Candesartancilexetil in die aktive Form Candesartan umgewandelt. Die geschätzte absolute Bioverfügbarkeit der Tablette liegt bei etwa 14%. Die Wirkung setzt etwa zwei Stunden nach der Einnahme ein. Drei bis vier Stunden nach der Einnahme erreicht die Konzentration im Serum ihren Höchstwert. Aufgenommene Nahrung oder das Geschlecht des Patienten beeinflussen dies nicht. Mehr als 99% des aufgenommenen Candesartans wird an Plasmaproteine gebunden.
Ausgeschieden wird Candesartan hauptsächlich unverändert über die Nieren, die Galle und zu einem kleinen Teil auch über den Leberstoffwechsel (CYP2C9). Wirkungen auf CYP2C9 und CYP3A4 sind nicht bekannt. Bei Menschen ab 65 Jahre sind die mittlere Serumhöchstkonzentration und die Serumkonzentration pro Zeit um 50 bzw. Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion steigen die mittlere Serumhöchstkonzentration und die Serumkonzentration pro Zeit um 50 bzw.
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Anwendungsgebiete von Blopress
Blopress wird hauptsächlich in folgenden Fällen eingesetzt:
- Bluthochdruck (Hypertonie): Zur Senkung des Blutdrucks und zur Vorbeugung von Folgeerkrankungen.
- Herzinsuffizienz: Zur Behandlung von Herzschwäche, insbesondere wenn ACE-Hemmer nicht angewendet werden können. Hierbei wird Blopress vor allem für die Folgebehandlung eingesetzt.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Blopress ist individuell auf den Patienten abzustimmen und sollte stets nach Anweisung des Arztes erfolgen. Die folgenden Empfehlungen dienen als allgemeine Richtlinie:
- Bluthochdruck:
- Erwachsene: In der Regel 1 Tablette täglich, unabhängig von den Mahlzeiten. Die Dosis kann unter ärztlicher Aufsicht auf bis zu 4 Tabletten pro Tag erhöht werden.
- Herzinsuffizienz:
- Erwachsene: Die Dosierung wird in der Regel langsam vom Arzt erhöht und auf eine passende Erhaltungsdosis eingestellt. Zu Beginn der Behandlung wird oft eine halbe Tablette täglich empfohlen. Die Dosis kann unter ärztlicher Aufsicht auf bis zu 4 Tabletten pro Tag erhöht werden.
Wichtige Hinweise zur Anwendung:
- Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
- Nehmen Sie das Arzneimittel mit ausreichend Flüssigkeit ein, z.B. einem Glas Wasser.
- Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art und Dauer der Erkrankung und wird vom Arzt festgelegt.
- Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen kann eine Dosisanpassung erforderlich sein.
Candesartan wird einmal täglich mit einem Glas Wasser eingenommen - unabhängig von den Mahlzeiten, aber möglichst immer zur gleichen Zeit. Üblicherweise enthalten die Tabletten 4, 8, 16 oder 32 mg Candesartancilexetil. Binnen vier Wochen wird der Großteil der Blutdruck senkenden Wirkung erreicht. Außer bei älteren Patienten kann die Anfangsdosis ggf. erhöht werden. Die Dosisanpassung sollte jedoch innerhalb eines Monats nach Behandlungsstart erfolgen. Bei Patienten mit schwarzer Hautfarbe kann der antihypertensive Effekt vermindert sein.
Gegenanzeigen
Es gibt bestimmte Erkrankungen und Umstände, bei denen Blopress nicht angewendet werden sollte. Dazu gehören:
- Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Schwere Einschränkung der Nierenfunktion
- Schwere Einschränkung der Leberfunktion
- Stauung der Gallenflüssigkeit
- Kaliummangel
- Erhöhte Kalziumwerte
- Gicht
- Unter Umständen (Rücksprache mit dem Arzt erforderlich):
- Verschiebung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut zur alkalischen Seite (Alkalose)
- Asthma bronchiale
- Herzschwäche
- Ischämische Kardiomyopathie (Herzmuskelschwäche nach Herzinfarkt)
- Herzmuskelerkrankung mit starker Verdickung und Einengung der Herzkammer (Hypertrophe Kardiomyopathie)
- Verengung einer Herzklappe der linken Herzhälfte (Mitral- bzw. Aortenklappe)
- Durchblutungsstörung der Hirngefäße
- Verengung einer Nierenarterie
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Erhöhte Harnsäurewerte
- Überproduktion von Aldosteron in der Nebenniere
- Störungen des Flüssigkeit- und Salzhaushaltes (z.B. erhöhte Kaliumwerte, Natriummangel, Magnesiummangel, Flüssigkeitsmangel)
- Neigung zu Allergien
- Lupus erythematodes
- Bevorstehende Operation
Altersgruppen:
- Säuglinge unter 1 Jahr: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder unter 6 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
Schwangerschaft und Stillzeit:
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden. Weil insbesondere im zweiten und dritten Trimester ein fetotoxisches Risiko besteht, sollte bei Patientinnen im gebärfähigen Alter regelmäßig die Möglichkeit einer Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Nebenwirkungen
Wie alle Medikamente kann auch Blopress Nebenwirkungen haben. Diese müssen jedoch nicht bei jedem auftreten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
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- Magen-Darm-Beschwerden (Durchfall, Verstopfung, Magenreizungen, Appetitlosigkeit)
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Benommenheit
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (Hautausschlag, Nesselausschlag, erhöhte Lichtempfindlichkeit)
- Orthostatische Hypotonie (Kreislaufstörungen aufgrund niedrigen Blutdrucks)
- Infektionen der oberen und unteren Atemwege
- Erhöhte Zuckerwerte im Urin
- Störungen des Flüssigkeit- und Salzhaushaltes (Natriummangel, Kaliummangel)
- Anstieg des Blutzuckers
- Anstieg der Harnsäurekonzentration im Blut
- Anstieg der Blutfettwerte (Cholesterin, Triglyceride)
- Allgemeine Schwäche
- Niedriger Blutdruck
- Nierenfunktionsstörungen bis zum Nierenversagen
Wichtiger Hinweis: Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Im Fall einer Überdosis kommt es voraussichtlich zu Schwindel und Blutdruckabfall. Dann sollte eine symptomatische Behandlung eingeleitet werden - bei Überwachung der Vitalfunktionen. Ggf. muss ein Volumenausgleich mit physiologischer Kochsalzlösung erfolgen. Die häufigsten Nebenwirkungen von Candesartan sind Atemwegsinfektionen, Benommenheit und Schwindel. Bei allergischen Reaktionen (Atemnot, Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge, Rachen oder starkem Juckreiz) sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Reaktionsvermögen: Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen.
- Engwinkelglaukom: Patienten mit Engwinkelglaukom haben ein erhöhtes Risiko, insbesondere im akuten Anfall.
- UV-Strahlung: Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, da die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
- Doping: Dieses Arzneimittel enthält Stoffe, die unter Umständen als Dopingstoffe eingeordnet werden können. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Allergien: Vorsicht bei Allergie gegen Sulfonamide und Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466)!
- Lactose-Unverträglichkeit: Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Wechselwirkungen: Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über alle Medikamente, die Sie einnehmen, auch selbstgekaufte.
Blopress und Migräne
Es gibt Hinweise darauf, dass Candesartan, der Wirkstoff in Blopress, möglicherweise auch zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden könnte. Eine Studie untersuchte die Wirksamkeit von Candesartan bei der Reduzierung von Migräneattacken. Dabei erhielten die Teilnehmer täglich 16 mg des Antihypertensivums oder ein Placebo.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer unter Candesartan durchschnittlich weniger Tage mit Kopfschmerzen hatten (13,6 Tage im Vergleich zu 18,5 Tagen unter Scheinmedikament). Auch Tage mit Migräne kamen unter dem Sartan deutlich seltener vor.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Ergebnisse nicht statistisch hinreichend abgesichert sind und Candesartan bisher nicht offiziell als Migräneprophylaktikum zugelassen ist. Mittel der Wahl zur Vorbeugung von Migräneanfällen sind Betablocker. Die Anwendung von Blopress zur Migräneprophylaxe sollte klinischen Studien vorbehalten bleiben.
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Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden. Bitte verwenden Sie dieses Arzneimittel nicht mehr nach dem auf der Packung oder der Umverpackung angegebenen Verfallsdatum.