Unterbrochene Blutzufuhr zum Gehirn: Ursachen, Folgen und Behandlung

Ein Schlaganfall, auch Apoplex oder Hirnschlag genannt, ist ein medizinischer Notfall, der durch eine plötzliche Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn verursacht wird. Diese Unterbrechung kann zu dauerhaften Schäden oder sogar zum Tod führen. Jedes Jahr erleiden etwa 350.000 Deutsche einen Schlaganfall. Jeder fünfte Betroffene stirbt innerhalb der ersten vier Wochen nach einem Apoplex, ein Drittel der Überlebenden bleibt pflegebedürftig. Der Schlaganfall rangiert unter den 3 Haupt-Todesursachen westlicher Industrienationen und stellt die häufigste Ursache einer Pflegebedürftigkeit im Erwachsenenalter dar. Daher ist es wichtig, die Ursachen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten eines Schlaganfalls zu verstehen.

Ursachen eines Schlaganfalls

Schlaganfälle können drei Hauptursachen haben:

  • Thrombose: Eine Thrombose ist eine Gefäßverstopfung durch ein Blutgerinnsel, das sich an einer meist atherosklerotisch stark vorgeschädigten Stelle der Gefäßwand bildet. Dies betrifft insbesondere Menschen mit Bluthochdruck, Raucher, Diabetiker, Menschen mit zu hohem Cholesterin (Hyper- oder Dyslipidämie), Nierenkranke sowie Menschen, die sich kaum körperlich anstrengen. Begünstigend sind Phasen verminderter Kreislaufaktivität (z.B. Schlaf, niedriger Blutdruck), jedoch auch eine erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes (z.B.: Flüssigkeitsmangel). Als Folge entsteht eine Mangeldurchblutung jenseits des Verschlusses. 40 - 50 % aller Schlaganfälle entwickeln sich infolge einer Thrombose.
  • Embolie: Eine Embolie wird durch einen Embolus (Blutgerinnsel) ausgelöst. Im Unterschied zur Thrombose wird der Embolus an anderer Stelle gebildet - meist im Herzen, z.B. bei Herzrhythmusstörungen - und mit dem Blutstrom verschleppt. Er bleibt dort hängen, wo sein Durchmesser dem des Gefäßes entspricht. Die Folge ist eine sehr abrupte Unterbrechung der Blutversorgung. 30 - 35 % aller Schlaganfälle werden durch einen Embolus ausgelöst.
  • Hirnblutung (Hämorrhagie): Eine Hirnblutung wird durch den Austritt von Blut aus einer Hirnarterie verursacht. Meist sind unerkannte Schwachstellen oder Fehlbildungen der Hirnarterien ursächlich (z.B.: Aneurysma = Aussackung). Hirnblutungen werden durch Bluthochdruck und verminderte Gerinnungsfähigkeit des Blutes (z.B. medikamentöse "Blutverdünnung") begünstigt, ferner durch intrazerebrale venöse Stauung (z.B. "Sinusvenenthrombose"). 20 - 25 % der Schlaganfälle werden durch eine Hirnblutung verursacht.

Insgesamt ereignen sich 95% aller plötzlich auftretenden neurologischen Defizite aufgrund einer vaskulären (gefäßbezogenen) Ursache. In 50% handelt es sich um extrakranielle (außerhalb des Schädels gelegene) Gefäßschäden. Demgegenüber sind Enzephalitiden (Hirnentzündungen), Migräne, metabolische Störungen, Hirnödem, Tumor, Gasembolie oder psychische Ursachen seltene Ursachen für schlaganfallähnliche Störungen.

Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Ein Risikofaktor ist ein Umstand oder eine Verhaltensweise, die häufiger bei Menschen mit Schlaganfall auftreten als bei anderen. Ein Risikofaktor bedeutet nicht, daß Sie einen Schlaganfall erleiden werden, und die Behandlung oder Eliminierung eines Risikofaktors bedeutet auch nicht, daß man damit einen Schlaganfall sicher vermeiden kann. Das Risiko für einen Schlaganfall nimmt allerdings mit der Zahl und der Schwere der Risikofaktoren zu. Daher bietet sich hier ein sinnvoller Ansatz zur Vorsorge und Behandlung.

Der wichtigste Risikofaktor für einen Schlaganfall ist erhöhter Blutdruck (Hypertonie). Weitere Risikofaktoren sind erhöhte Fibrinogenspiegel, Diabetes mellitus, Rauchen, Lipoprotein A, niedriges HDL-Cholesterin, körperliche Inaktivität, Adipositas, Ovulationshemmer (insbesondere in Verbindung mit Rauchen), hoher Alkoholkonsum und höheres Alter. Für die Entstehung von Embolien sind oft Herzrhythmusstörungen oder eine Herzmuskelschwäche ursächlich. Auch entzündliche Veränderungen (z.B. durch Chlamydien-Infektion) können bei der Entstehung von gefährlichen Gefäßablagerungen mitwirken.

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Vorboten eines Schlaganfalls

Im Rahmen einer Herzerkrankung oder einer Atherosklerose können kleine Blutklümpchen, Fettkristalle oder -tröpfchen winzige Hirnarterien verlegen und somit zu minimalen Störungen in den betreffenden Hirngebieten führen. Ebenfalls infolge einer Atherosklerose kann auch der Zustrom durch größere hirnzuführender Arterien durch eine zunehmende Engstelle behindert werden, und vorübergehende Durchblutungsstörungen hervorrufen. Dies ist die "transitorische ischämische Attacke" (TIA).

Folgende Warnsignale können ein Hinweis darauf sein, dass ein Schlaganfall droht:

  • Plötzliche Lähmung, Schwäche oder Empfindungsstörung im Bereich von Gesicht, Arm, Bein oder einer Seite des Körpers
  • Plötzliche (meist einseitige) Sehminderung, Sehfeldbegrenzung, Doppelbilder
  • Plötzliche Schwierigkeiten, zu sprechen oder Sprache zu verstehen
  • Plötzliche Hör-, Geschmacks- oder Schluckstörungen
  • Plötzliche starke Kopfschmerzen ohne plausible Ursache
  • Plötzlicher unerklärlicher Schwindel, Gangunsicherheit, Schwanken oder gar Umkippen
  • Erhebliche Müdigkeit ohne gegebenen Anlass

Die Symptome bestehen oft nur sehr kurze Zeit und verschwinden wieder - vermeintlich folgenlos. Deshalb werden sie häufig als harmlos abgetan. Diese Fehleinschätzung ist jedoch fatal! Ein Schlaganfall ist sozusagen eine Zeitbombe mit unbekanntem Zündungszeitpunkt, die nach Möglichkeit entschärft werden sollte! Also: Wer eines dieser Anzeichen bei sich selber, Angehörigen, Freunden und Kollegen wahrnimmt, sollte sofort an die Notwendigkeit einer ärztlichen Untersuchung denken!

Folgen eines Schlaganfalls

Die Folgen eines Schlaganfalls hängen von der Schwere und dem Ort der Schädigung im Gehirn ab. Zu den häufigsten Folgen gehören:

  • Lähmungen: Lähmungen können eine Körperseite (Hemiparese oder Hemiplegie), einen Arm oder ein Bein betreffen.
  • Sprachstörungen (Aphasie): Sprachstörungen können sich in Schwierigkeiten beim Sprechen, Verstehen, Lesen oder Schreiben äußern.
  • Sprechstörungen (Dysarthrie): Undeutliche, verwaschene Aussprache bei intaktem Sprachverständnis.
  • Sehstörungen: Sehstörungen können sich in verschwommenem Sehen, Doppeltsehen, Gesichtsfeldausfällen oder Erblindung äußern.
  • Schluckstörungen (Dysphagie): Schwierigkeiten beim Schlucken von Nahrung oder Flüssigkeiten.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Kognitive Beeinträchtigungen können sich in Gedächtnisproblemen, Konzentrationsschwierigkeiten oder Problemen mit der Aufmerksamkeit äußern.
  • Psychische Veränderungen: Psychische Veränderungen können sich in Depressionen, Angstzuständen oder Persönlichkeitsveränderungen äußern.

Schweregrade von Schlaganfällen

Durchblutungsstörungen im Bereich des Gehirns können in verschiedenen Verlaufsformen (akut - chronisch) und in unterschiedlichen Schweregraden (asymptomatisch bis zum dauerhaften Funktionsverlust) entstehen. Unter klinischen Gesichtspunkten spricht man von einer "zerebrovaskulären Insuffizienz". Sie kann in Stadien eingeteilt werden, wobei unter Medizinern einige Abkürzungen gebräuchlich sind:

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  • I: asymptomatisch
  • IIa: TIA (= transitorische ischämische Attacke, innerhalb 24 h voll reversibel)
  • IIb: PRIND (= prolongiert/partiell reversibles ischämisch - neurologisches Defizit, Restdefizit verbleibt)
  • III: ischämischer Schlaganfall (ohne Bewusstseinsverlust)
  • IV: PS (= progredienter Schlaganfall; dauerhaftes neurologisches Defizit, z. T. Bewusstseinsstörungen)

Bildet sich infolge einer Minderperfusion eine zerebrale Nekrose, so nennt man dies Hirninfarkt. Der Infarkt ist das "Endstadium" einer Durchblutungsstörung. Folgeereignisse in anderen Arealen sind nicht auszuschließen. 70% der Infarkte betreffen das Versorgungsgebiet der sog. Arteria cerebri media.

Behandlung eines Schlaganfalls

Die Behandlung eines Schlaganfalls hängt von der Ursache und dem Schweregrad des Schlaganfalls ab.

Notfall-Behandlung

Ein Schlaganfall äußert sich durch Zeichen ähnlich der "Vorboten" mit dem wesentlichen Unterschied, daß sie heftiger ausfallen und nicht binnen Sekunden vorübergehen:

  • Plötzliche Lähmung und/oder Empfindungsverlust im Bereich von Gesicht, Arm, Bein oder einer Seite des Körpers
  • Plötzliche Erblindung oder Ertaubung (vollständig oder partiell)
  • Plötzliche Sprachstörung
  • Bewusstseinsstörungen

Ein Schlaganfall ist ein Notfall, daher sollte sofort der Rettungsdienst gerufen und eine Krankenhauseinweisung veranlasst werden. Bei sofortiger Behandlung lässt sich der Schaden im Gehirn begrenzen.

Ist die Ursache ein Blutgerinnsel im Gehirn selbst oder in einem der großen, hirnversorgenden Blutgefäße, so kann bei Erfordernis entweder die Verstopfung mit einer Lysetherapie (hochwirksame Medikamente, die über kleine Schläuche direkt in die Verstopfung gegeben werden; Risiko: Blutungen) oder je nach Lage ggf. auch operativ beseitigt werden. Verschleppte feste Gefäßablagerungen, Fettkristalle oder -tröpfchen sind auf diese Weise nicht zu entfernen, so dass nur eine Begleitbehandlung (Vermeidung einer Gehirnschwellung, Blutdruckregulation) bleiben.

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Wenn die Ursache eine Hirnblutung ist, muss diese rasch gestillt werden (Blutdrucksenkung, Beeinflussung der Blutgerinnung). Ist sehr viel Blut ausgetreten, kann eine operative Ausräumung zur Entlastung erforderlich werden. Dies geht umso einfacher, je weiter außen gelegen und je umschriebener die Blutung war.

Maßnahmen zur Vorsorge

Je früher ein Risikofaktor für einen Schlaganfall behandelt wird, desto eher läßt sich das fatale Geschehen abwenden. Alle genannten Risikofaktoren sind behandelbar: Blutdrucksenkung, Normalisierung der Blutfette, Gewichtsreduktion, Behandlung einer Herzerkrankung, Aufgabe von Rauchgewohnheiten. Die Kunst des Therapeuten ist es, diese Maßnahmen so durchzuführen, daß der Patient an Lebensqualität spürbar gewinnt. Nur dies sichert die langfristige Beständigkeit der Maßnahmen und ihrer Wirkung.

Um die Verklumpungsneigung von Blutplättchen zu vermindern, eignet sich u.a der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS, Produkt: z.B. Schon mit geringen Mengen ASS (100 - 200 mg pro Tag) sinkt das Schlaganfallrisiko um bis zu 20 Prozent. Der neue Wirkstoff Clopidogrel (z.B. Plavix ®) ist noch etwas wirksamer, jedoch auch wesentlich teurer. Bei Patienten mit einem besonders hohen Embolie- und Apoplexrisiko (z.B. nachgewiesene Thromben im Herzen oder vorausgegangene Arterienverschlüsse) bevorzugen die meisten Ärzte die "Blutverdünnung" mit einem Medikament, das die Gerinnungsfähigkeit des Blutes wesentlich herabsetzt (z.B. Marcumar ®).

Ist eine höhergradige Stenose (Engstelle) an einem Blutgefäß am Hals Ursache eines Schlaganfall - Vorbotens, sollte diese durch eine Operation oder "Schlüsselloch - Techniken" (Ballondilatation, Stenting) beseitigt werden.

Rehabilitation

Wenn es zu einem Schlaganfall gekommen ist, so kann zunächst in jedem Fall auf eine völlige Wiederherstellung gehofft werden.

Diagnostik

Ziel der Diagnostik ist, bereits die Frühstadien von Schlaganfall-begünstigenden Gefäßerkrankungen festzustellen, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten. Während am Beginn Befragung und körperliche Untersuchung sowie die "einfachen" diagnostischen Methoden wie Blutdruckmessung und Laboruntersuchungen stehen, folgen danach apparative Techniken für die exakte Statuserhebung und Diagnose.

Die Beschaffenheit der Arterien, insbesondere der großen Arterien im Halsbereich, kann sehr gut mittels Ultraschall beurteilt werden. Die Farbdopplersonographie zeigt Gefäßwände, Blutfüllung und Strömungseigenschaften zugleich an. In frühen Stadien einer Atherosklerose - Jahre oder Jahrzehnte vor den ersten Symptomen! - misst man bereits eine Verdickung der Gefäßinnenschicht (Intima). Mit Spezialsonden können per Hautkontakt sogar Gefäße tief im Inneren des Schädels untersucht werden (transkranieller Doppler bzw. Farbdoppler). Ultraschalltechniken dienen auch am Herzen zur Suche nach Thromben und Herzfehlern (Echokardiographie). Rhythmusstörungen werden in EKG und Langzeit - EKG dargestellt.

Das Gehirn selbst kann bildgebend sehr aussagestark mit MR - Techniken (MR = Magnetresonanz; synonym: Kernspin) untersucht werden. Areale mit frischen oder chronischen Durchblutungsstörungen sind gut erkennbar. Zugleich können die Hirngefäße bildlich dargestellt werden. Diese Methode ist zwar in vielen Zentren verfügbar, jedoch nur selten rund um die Uhr für Notfalleinsätze besetzt.

Eine ähnliche Untersuchung des Schädels ist die Computertomographie (CT, Röntgenverfahren). Sie zeigt frühe Infarktstadien und Blutungen sehr sensibel. Bei Unfällen (sog. Schädel-Hirn-Traumen) ist dies die Standardmethode der Primärdiagnostik.

Die gegenwärtig aussagekräftigste Methode zur Darstellung der Gefäße des Halses und des Hirngebietes ist die Angiographie. Sie erfolgt heute in digitaler Subtraktionstechnik, die eine erhebliche Reduktion der Strahlendosis bei hervorragender Detailerkennbarkeit gestattet. Über eine Punktion im Leistenbereich (in lokaler Schmerzfreiheit) wird ein spezieller Miniaturschlauch ("Katheter") bis in die Brustschlagader vorgeschoben und hierüber Kontrastmittel eingebracht, welches die Gefäße im Röntgenbild erkennbar macht. Bei Erfordernis kann mit noch weiter miniaturisierten Systemen bis in einzelne, kleine und kleinste Gefäße des Hirngebietes ("selektiv") weiter untersucht werden.

Zu welchem Arzt zwecks Vorsorge?

Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Er vermag zu beurteilen, ob aufgrund Ihres Risikoprofils, Ihrer Beobachtungen oder Beschwerden ein Verdacht auf mögliche zerebrale Durchblutungsstörungen besteht. Eine gute Gefäßdiagnostik- und Therapie verlangt Spezialwissen und Kooperation aus mehreren Fachgebieten, insbesondere der Radiologie, Neurologie und Inneren Medizin (s. "Fachspektrum"). Ein gutes Untersuchungskonzept wird stets eine ausführliche Befragung, Blutentnahme zur Labordiagnostik, Blutdruckmessung, EKG, bildgebende Verfahren zur Gefäßuntersuchung (z.B. Farbdoppler) sowie auch zur Herzdiagnostik (Echokardiographie) und eine neurologische Untersuchung (bes.: Hirnnerven) umfassen (s.: Diagnostik). Der ledigliche Vollzug einzelner Methoden (etwa: Ultraschall-Doppler der Halsarterien) ist keinesfalls ausreichend!

Altersbedingte Durchblutungsstörungen im Gehirn

Altersbedingte Durchblutungsstörungen im Gehirn können im Alter häufiger auftreten, aber sie gelten nicht als normal. Es ist wichtig, mögliche Symptome ernst zu nehmen und ärztlichen Rat einzuholen, um geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung oder Behandlung zu besprechen.

Symptome

Altersbedingte Durchblutungsstörungen im Gehirn, auch als zerebrovaskuläre Erkrankungen bekannt, können verschiedene Symptome verursachen.

  • Gedächtnisprobleme: Ein nachlassendes Gedächtnis, insbesondere Schwierigkeiten beim Erinnern an kürzlich erlebte Ereignisse oder das Vergessen von wichtigen Terminen. Beispiel: Schwierigkeiten, sich an kürzlich erlebte Ereignisse oder Informationen zu erinnern, vergesslich sein, regelmäßiges Wiederholen von Fragen.
  • Konzentrationsstörungen: Schwierigkeiten, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, komplexe Informationen zu verarbeiten oder Aufgaben zu organisieren, leicht ablenkbar sein, oder Probleme beim Lesen oder Verstehen von Texten zu haben.
  • Schwindel: Ein Gefühl der Desorientierung oder Schwindel, insbesondere beim Aufstehen oder Drehen des Kopfes, Instabilität oder ein Drehschwindel, insbesondere beim Aufstehen oder Ändern der Position.
  • Kopfschmerzen: Unregelmäßige Kopfschmerzen, die sich von üblichen Spannungskopfschmerzen unterscheiden können. Häufig auftretende Kopfschmerzen, die möglicherweise von Migräneanfällen begleitet werden können.
  • Gleichgewichtsprobleme: Schwierigkeiten beim Gehen oder Stehen, Instabilität und ein erhöhtes Sturzrisiko. Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten.
  • Sprachprobleme: Veränderungen in der Sprachfähigkeit, wie Schwierigkeiten beim Finden von Worten, Verwechseln von Wörtern oder undeutliche Aussprache. Vergesslichkeit von Wörtern, Schwierigkeiten beim Formulieren von Sätzen, ungewöhnliche Artikulation.
  • Lähmungen: In schweren Fällen können Durchblutungsstörungen zu Lähmungen oder Muskelschwäche führen, insbesondere auf einer Körperseite. Schwierigkeiten beim Bewegen bestimmter Körperteile, Kraftverlust in den Armen oder Beinen, eingeschränkte Mobilität.

Diese Symptome weisen nicht notwendigerweise ausschließlich auf altersbedingte Durchblutungsstörungen hin, sondern können auch andere Ursachen haben. Bei Verdacht auf derartige Probleme sollte eine umfassende ärztliche Untersuchung erfolgen, um eine genaue Diagnose zu stellen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Durchblutungsstörungen als Warnzeichen für einen Schlaganfall

Durchblutungsstörungen im Gehirn können ein Warnzeichen für einen möglichen Schlaganfall sein. Ein Schlaganfall tritt auf, wenn die Blutzufuhr zu Teilen des Gehirns unterbrochen wird, entweder aufgrund eines Blutgerinnsels (ischämischer Schlaganfall) oder einer Blutung (hämorrhagischer Schlaganfall). Die Symptome von Durchblutungsstörungen, wie plötzliche Sehstörungen, Sprachprobleme, Lähmungen oder starke Kopfschmerzen, können auf einen drohenden Schlaganfall hinweisen.

Es ist entscheidend, bei Verdacht auf Durchblutungsstörungen oder Schlaganfall sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die schnelle Behandlung kann dazu beitragen, Schäden am Gehirn zu minimieren und die Aussichten für eine vollständige Genesung zu verbessern. Zeit ist ein kritischer Faktor bei der Behandlung von Schlaganfällen, daher sollte keine Verzögerung bei der medizinischen Versorgung erfolgen.

Spezialisten bei Verdacht auf Schlaganfall

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall oder das Vorliegen von Durchblutungsstörungen im Gehirn sind mehrere Ärzte und Spezialisten involviert, abhängig von der Phase der Diagnose und Behandlung. Spezialisten, die in die Versorgung von Schlaganfallpatienten eingebunden sein können, sind:

  • Notärzte und Rettungsdienstpersonal
  • Neurologen
  • Neuroradiologen
  • Intensivmediziner
  • Neurochirurgen
  • Physiotherapeuten und Ergotherapeuten

Im Notfall sollte der Rettungsdienst kontaktiert werden, die Erstversorgung erfolgt in der Regel in einer Notaufnahme unter der Leitung von Notärzten und Neurologen.

Vorbeugungsmaßnahmen

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die dazu beitragen können, das Risiko von Durchblutungsstörungen im Gehirn und Schlaganfällen zu reduzieren.

  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, magerem Eiweiß und gesunden Fetten kann dazu beitragen, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität: Sportliche Betätigung fördert die Durchblutung, hilft bei der Gewichtskontrolle und trägt zur allgemeinen Herzgesundheit bei.
  • Blutdruckkontrolle: Ein hoher Blutdruck ist ein bedeutender Risikofaktor für Durchblutungsstörungen. Regelmäßige Überprüfung und Kontrolle sind wichtig.
  • Cholesterinspiegel im Auge behalten: Hohe Cholesterinwerte können zu Arteriosklerose führen, was das Risiko von Durchblutungsstörungen erhöht. Eine gesunde Ernährung und, falls notwendig, Medikamente können dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu kontrollieren.
  • Vermeidung von Rauchen: Rauchen ist ein bedeutender Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, einschließlich Durchblutungsstörungen. Das Aufhören mit dem Rauchen ist eine wichtige Maßnahme.
  • Alkoholkonsum begrenzen: Übermäßiger Alkoholkonsum kann den Blutdruck erhöhen. Es wird empfohlen, Alkohol in Maßen zu konsumieren oder ihn ganz zu meiden.
  • Gewichtsmanagement: Übergewicht kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität helfen dabei, das Gewicht zu kontrollieren.

LDL-Cholesterin und Schlaganfall

Ein Schlaganfall (Apoplex oder Hirnschlag) kann den plötzlichen Ausfall von Gehirnfunktionen nach sich ziehen, bei dem unter anderem unvermittelte Lähmungserscheinungen auf der rechten oder linken Körperseite möglich sind. Schlaganfälle können zu dauerhaften Beeinträchtigungen führen oder sogar lebensgefährlich sein. Bei der Entstehung spielt der LDL-Cholesterinspiegel häufig eine wichtige Rolle. Wenn über einen langen Zeitraum zu viel LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert, kann es sich unter anderem mit weißen Blutkörperchen verbinden und in die Wände der Blutgefäße einlagern. Die Gefäßwände verdicken und Ablagerungen (Plaques) entstehen. Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die durch das Blut zu unterschiedlichen Organen gelangt und dort wichtige Aufgaben übernimmt. Ursache für einen Schlaganfall können auch Durchblutungsstörungen sein, die durch einen Blutpfropfen (Thrombus) ausgelöst werden.

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