Borreliose, Kopfschmerzen und Migräne: Eine Differenzierung

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Migräne und Borreliose sind zwei mögliche Ursachen für Kopfschmerzen, die jedoch unterschiedliche Merkmale aufweisen und unterschiedliche Behandlungen erfordern. Dieser Artikel soll helfen, die Unterschiede zwischen Borreliose-bedingten Kopfschmerzen und Migräne zu verstehen.

Einleitung

Kopfschmerzen können ein Symptom vieler verschiedener Erkrankungen sein, von einfachen Verspannungen bis hin zu schwerwiegenden Infektionen. Es ist wichtig, die Ursache der Kopfschmerzen zu identifizieren, um die richtige Behandlung zu erhalten. In diesem Artikel werden wir uns auf zwei spezifische Ursachen konzentrieren: Borreliose und Migräne.

Borreliose und Kopfschmerzen

Borreliose, auch Lyme-Krankheit genannt, ist eine bakterielle Infektion, die durch Zeckenstiche übertragen wird. Die Krankheit wird durch Bakterien der Art Borrelia burgdorferi verursacht, die überall in Deutschland durch Zecken übertragen werden können. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 30 bis 50 (regional über 100) von 100.000 Einwohnern neu.

Symptome der Borreliose

Die Symptome der Borreliose können vielfältig sein und verschiedene Organe betreffen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Wanderröte (Erythema migrans): Dies ist eine ringförmige, juckende Hautrötung, die nach innen blasser wird und meist einige Tage nach einem Zeckenstich auftritt. Allerdings tritt dieses Merkmal nur bei ca. 50% der Betroffenen auf.
  • Grippeähnliche Symptome: Fieber, Muskel- oder Kopfschmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit können ebenfalls auftreten.
  • Nervenstörungen: In schweren Fällen kann das Nervensystem betroffen sein, was zu einer akuten Neuroborreliose führen kann.

Neuroborreliose und Kopfschmerzen

Wenn die Borrelien das Nervensystem befallen, spricht man von einer Neuroborreliose. Beschwerden einer Neuroborreliose beginnen meist wenige Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich. Typisch sind brennende Nervenschmerzen, die sich vor allem nachts verschlimmern. Auch entzündliche Nervenreizungen sind möglich, die zu Taubheitsgefühlen, Seh- oder Hörstörungen und in seltenen Fällen zu Lähmungen des Rumpfes, der Arme oder der Beine führen. Bei Kindern äußert sich die Neuroborreliose häufiger in Form einer nichteitrigen Hirnhautentzündung, die mit starken Kopfschmerzen einhergehen kann.

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Diagnose und Behandlung der Borreliose

Die Diagnose der Borreliose basiert auf der Anamnese des Patienten, den klinischen Symptomen und den Ergebnissen von Labortests. Eine Blutuntersuchung kann durchgeführt werden, um Antikörper gegen Borrelien nachzuweisen. Die Neuroborreliose wird (wie die normale Borreliose) mit Antibiotika behandelt. Zur Verfügung stehen folgende Antibiotika: Doxycyclin (als Tablette), Ceftriaxon (als Infusion), Cefotaxim (als Infusion) und Penicillin G (als Infusion). Die Dauer der Antibiotikatherapie richtet sich danach, ob eine frühe oder späte Neuroborreliose vorliegt.

Migräne und Kopfschmerzen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, anfallsartige Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Es gibt verschiedene Arten von Migräne, darunter Migräne mit Aura und Migräne ohne Aura.

Symptome der Migräne

Die Symptome der Migräne können von Person zu Person variieren, aber zu den häufigsten gehören:

  • Starke, pulsierende Kopfschmerzen: Die Schmerzen sind oft einseitig und können von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit begleitet sein.
  • Aura: Einige Menschen erleben vor oder während der Migräne eine Aura, die sich in Form von visuellen Störungen, sensorischen Veränderungen oder Sprachstörungen äußern kann.
  • Weitere Symptome: Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Nackensteifigkeit und Schwindel können ebenfalls auftreten.

Vestibuläre Migräne

Seit einigen Jahren weiß man, dass auch Schwindelattacken Symptom einer Migräne sein können. Das können zum Beispiel plötzliche Drehschwindelanfälle sein oder ein schwankendes, unsicheres Gefühl beim Laufen oder auch kurze Schwindelanfälle bei raschen Kopfbewegungen. Man schätzt, dass zwischen 10 bis 40 Prozent auch Schwindel haben.

Diagnose und Behandlung der Migräne

Die Diagnose der Migräne basiert auf der Anamnese des Patienten und den klinischen Symptomen. Es gibt keine spezifischen Labortests, um Migräne zu diagnostizieren. Die Behandlung der Migräne umfasst in der Regel Schmerzmittel, Triptane und vorbeugende Medikamente.

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Differenzierung zwischen Borreliose-bedingten Kopfschmerzen und Migräne

Es gibt einige wichtige Unterschiede zwischen Borreliose-bedingten Kopfschmerzen und Migräne:

  • Ursache: Borreliose wird durch eine bakterielle Infektion verursacht, während Migräne eine neurologische Erkrankung ist.
  • Symptome: Borreliose kann eine Vielzahl von Symptomen verursachen, darunter Wanderröte, grippeähnliche Symptome und Nervenstörungen. Migräne ist in der Regel durch starke, pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet, die von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit begleitet sein können.
  • Beginn: Borreliose-bedingte Kopfschmerzen treten in der Regel einige Wochen oder Monate nach einem Zeckenstich auf, während Migräneanfälle plötzlich und ohne erkennbare Ursache auftreten können.
  • Behandlung: Borreliose wird mit Antibiotika behandelt, während Migräne mit Schmerzmitteln, Triptanen und vorbeugenden Medikamenten behandelt wird.

Diagnostisches Spektrum

Um die Ursache von Kopfschmerzen zu ermitteln, ist eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte und eine fachärztliche klinisch-neurologische Untersuchung unerlässlich. Das diagnostische Spektrum kann folgende Untersuchungen umfassen:

  • Elektroenzephalogramm (EEG): Aufzeichnung der Gehirnströme, um Störungen der Gehirnfunktion aufzudecken.
  • Polygraphie: Meist ambulant zu Hause durchgeführt, um Schlafstörungen zu untersuchen.
  • Umfassende differenzierte Labordiagnostik: Zur Untersuchung verschiedener Blutwerte und anderer Parameter.

Spezialisierte Schmerzkliniken

Für die spezielle Therapie von Migräne und anderen Kopfschmerzen gibt es neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzkliniken. Diese Kliniken bieten eine umfassende Behandlung von Schmerzerkrankungen, einschließlich Migräne mit und ohne Aura, chronische Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch, Clusterkopfschmerz und Nervenschmerz.

Clusterkopfschmerz

Cluster-Kopfschmerz ist eine der schwersten Schmerzerkrankungen des Menschen. Es eskalieren unvermittelt unvorstellbar schwerste Schmerzattacken von 15-180 Minuten Dauer einseitig im Augenbereich, der Stirn oder der Schläfe. Die Häufigkeit beträgt bis zu acht Attacken pro Tag. Zusätzlich zu den Schmerzen treten Augenrötung, Augentränen, Verstopfung der Nase, Nasenlaufen, vermehrtes Schwitzen im Bereich von Stirn und Gesicht, Verengung der Pupille, Hängen des Augenlides, Schwellung der Augenlider und körperliche Unruhe mit Bewegungsdrang auf. Die Attacken erscheinen während einer bestimmten Zeitspanne gehäuft, meist über eine aktive Periode von ca. sechs Wochen.

Weitere Erkrankungen, die Kopfschmerzen verursachen können

Neben Borreliose und Migräne gibt es noch viele andere Erkrankungen, die Kopfschmerzen verursachen können. Dazu gehören:

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  • Rheumatoide Arthritis
  • Schuppenflechten-Arthritis
  • Spondylitis ankylosans
  • Polymyalgia rheumatica
  • Riesenzellarteriitis
  • Vaskulitis
  • Sjöqren-Syndrom
  • Systemischer Lupus Erythematodes (SLE)
  • Reaktive Arthritis
  • Systemische Sklerose
  • Arthrose
  • Weichteilrheumatische Beschwerden

Prävention von Borreliose

Um das Risiko einer Borreliose zu verringern, sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Tragen Sie bei einem Aufenthalt im Wald oder auf Wiesen geschlossene Schuhe, langärmlige Hemden und lange Hosen.
  • Ziehen Sie die Strümpfe über die Hosenbeine.
  • Wählen Sie am besten helle Kleidung, dann lassen sich die winzigen dunklen Zecken leichter erkennen und entfernen.
  • Wenn Sie vor dem Aufenthalt in Wäldern oder Wiesen Zecken-abweisende Mittel auf die Haut auftragen, beachten Sie genau die Herstellerangaben.
  • Suchen Sie trotz Vorbeugung nach dem Aufenthalt in der Natur den Körper gründlich nach Zecken ab.
  • Zecken sollten immer schnellstmöglich entfernt werden.

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