Migräne ist eine der häufigsten und schmerzhaftesten neurologischen Erkrankungen, die Millionen von Menschen betrifft. Wenn herkömmliche Behandlungsmethoden nicht den gewünschten Erfolg bringen, suchen immer mehr Menschen nach alternativen Lösungen. Eine der vielversprechendsten Methoden zur Migränebehandlung ist Botox®, ein Präparat, das ursprünglich für ästhetische Zwecke bekannt wurde, aber auch regulär in der somatischen Medizin eingesetzt wird. Botox, also Botulinumtoxin wird von dem Bakterienstamm Clostridium Botulinum gewonnen. Seit mehr als 20 Jahren wird Botox als Wirkstoff stark verdünnt verabreicht. Seit mehreren Jahren kann die Migräne, die viele Menschen plagt, mittels einer Botoxbehandlung gelindert werden.
Was ist Migräne?
Migräne ist eine häufige, neurologische Erkrankung, die mit starken, wiederkehrenden Kopfschmerzen und neurologischer Symptomatik einhergehen kann. Diese Kopfschmerzen sind oft einseitig und können von weiteren Symptomen begleitet werden wie Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Geräuschempfindlichkeit. Bei einigen Menschen kündigen sich die Schmerzattacken mit einer sogenannten Aura an, die auch Symptome wie Sehstörungen oder Taubheitsgefühle einschließen kann. Migräneattacken können mehrere Stunden bis Tage andauern und werden häufig durch Triggerfaktoren wie Stress, bestimmte Nahrungsmittel oder hormonelle Veränderungen, aber auch muskuläre Verspannungen ausgelöst. Migräne ist eine ernsthafte Erkrankung, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann und daher eine gezielte Behandlung erfordert. Migräne unterscheidet sich von Spannungskopfschmerzen in der Art des Schmerzes, in dessen Intensität und den Begleiterscheinungen. Der Migräne-Schmerz ist meist pochend-pulsierend und oft nur in einer Kopfhälfte zu spüren. Hinzu kommen häufig Licht- und Lärmempfindlichkeit, Sehstörungen, Müdigkeit und Übelkeit. Eine Schmerzattacke dauert bei Migräne oft mehrere Stunden oder Tage.
Was ist Botox® und wie hilft es bei Migräne?
Botox®, auch bekannt als Botulinumtoxin, ist ein Wirkstoff, der vor allem aus der ästhetischen Medizin bekannt ist, wo er zur Behandlung von Falten und mimischen Linien eingesetzt wird. Botulinumtoxin A ist ein Gift des Bakteriums Clostridium botulinum. Es wird in Deutschland vom Pharmaunternehmen Pharm-Allergan GmbH unter dem Markennamen "Botox" vertrieben. Botox ist im Moment als einziges Botulinumtoxin A zur Therapie von Migräne zugelassen. Botox® blockiert die Freisetzung von Acetylcholin, einem Botenstoff, der für die Aktivierung der Muskulatur verantwortlich ist. Dies führt zu einer temporären und dosisabhängigen Lähmung der behandelten Muskeln, wodurch Falten geglättet und die Haut sichtbar verjüngt werden kann. Die Wirkung hält in der Regel 3 bis 6 Monate an.
Botox® kann auch eine effektive Behandlungsmöglichkeit für Migräne sein, insbesondere bei chronischen Migränepatienten. Durch die Injektion von Botulinumtoxin in bestimmte Muskelgruppen im Kopf- und Nackenbereich wird die Nervenübertragung vorübergehend blockiert und die entsprechende Muskulatur entspannt sich. Dies kann die Häufigkeit und Intensität der Migräneanfälle reduzieren. Die Behandlung kann für viele eine langfristige Schmerzlinderung bieten und ist mittlerweile eine anerkannte Therapieoption insbesondere für Patienten, die auf andere Therapien nicht ausreichend ansprechen.
Als Patienten, die an chronischer Migräne litten, sich mit Botox ihre Falten behandeln liessen, fiel auf, dass auch die Migräne verschwand oder sich besserte. Dadurch wurde die Behandlung von Migräne durch Botox genauer untersucht. Hierzu gibt es zwei große Studien, die die Wirksamkeit dieser Behandlung belegen. Es ist jedoch anzumerken, dass die Migräne-Attacken dadurch nicht völlig verhindert werden können. Die Behandlung lindert lediglich die Symptome. Weiterhin kann das Geflecht aus Nerven und Muskeln nicht dauerhaft verändert werden: Wie bei der Faltenbehandlung durch Botox wird der Wirkstoff vom Körper abgebaut, so dass die Wirkung des Botox bei Migräne nach zwei bis vier Monaten nachlässt und sollte dann wiederholt werden. In einer Studie litten die Patienten nach der Botox-Injektion deutlich seltener an Migräne Attacken, in vielen Fällen wurde die Häufigkeit der Attacken um sogar 50 Prozent reduziert. Die Behandlung von Migräne durch Botox kann eine langfristig wirksame Behandlungsmöglichkeit für chronische Migräne sein. Von der Behandlung einer „normalen“ Migräne, die nicht chronisch ist, durch Botox ist abzusehen.
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Botulinumtoxin ist ein natürliches Eiweiß, dass die Übertragung von Nervenimpulsen zum Muskel hemmt, so dass der Muskel sich entspannt. Insgesamt gibt es bei der Migränebehandlung durch Botox 31 Punkte an Stirn, Schläfe, Nacken und Schultern, an denen das Botox gespritzt werden kann, um die Migräneschmerzen zu lindern. Der behandelnde Arzt ermittelt im individuellen Beratungsgespräch die Schmerzpunkte der Migräne, um dort Botox zu injizieren. Die Botoxbehandlung entspannt die übermäßige Empfindlichkeit und schützt das Nervensystem. Durch eine gezielte Injektion werden die betroffenen Muskeln angesprochen. Das Injizieren des Botox dauert nicht lange und kann ambulant durchgeführt werden. Ein positiver Nebeneffekt der Botoxbehandlung von Migräne können teilweise geliftete Gesichtszüge sein, da das injizierte Botox im Muskel zu einem Anheben führt.
Botox® kann auch Spannungskopfschmerzen lindern
Spannungskopfschmerzen stellen die häufigste Form von Kopfschmerzen dar und äußern sich meist in einem dumpfen, drückenden Schmerz, der nicht einseitig begrenzt ist. Sie entstehen meist durch Muskelverspannungen im Nacken- und Kopfbereich, häufig bedingt durch Stress oder schlechte Körperhaltung, weshalb eine gezielte Entspannung dieser Muskulatur Spannungskopfschmerzen verbessern kann. Im Gegensatz zur Migräne, die häufig starke, pulsierende Schmerzen mit begleitenden Symptomen wie Übelkeit und Lichtempfindlichkeit verursacht, sind Spannungskopfschmerzen oft weniger intensiv und gehen nicht mit zusätzlichen Symptomen wie Aura oder Lichtempfindlichkeit einher. Symptome wie Übelkeit und Unwohlsein können jedoch auch hier auftreten.
Wie wirkt die Behandlung mit Botox® gegen Migräne?
Botox® hemmt die Muskelaktivität und die Freisetzung von Botenstoffen, die Schmerzsignale weiterleiten. Durch die gezielte Injektion in bestimmte Punkte im Kopf- und Nackenbereich werden diese Muskeln entspannt und können nicht mehr auf die Nerven drücken und dadurch Schmerzen auslösen oder verstärken. Botox blockiert vorübergehend die Freisetzung von Neurotransmittern, die Muskelkontraktionen auslösen. Studien haben gezeigt, dass Botox-Injektionen die Anzahl der monatlichen Migräneanfälle bei Menschen mit chronischer Migräne reduzieren können. Es ist wichtig zu beachten, dass Botox keine akuten Migräneanfälle behandelt.
Für wen eignet sich eine Behandlung mit Botox® gegen Migräne?
Grundsätzlich kann sich die Botox® Behandlung für alle Patienten mit chronischer Migräne eignen, bei denen herkömmliche Behandlungen bisher nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben. Botox ist nur zur Behandlung der chronischen Migräne zugelassen und nur dann, wenn die Patienten auf orale prophylaktische Medikamente nicht ausreichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. Eine Migräne gilt dann als chronisch, wenn ein Patient an mindestens 15 Tagen im Monat unter Kopfschmerzen leidet und davon an mindestens acht unter Migräne.
Vorteile einer Botox®-Behandlung bei Kopfschmerzen
- Schmerzlinderung und Lebensqualität: Botox® kann in vielen Fällen sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität von Migräne oder Spannungskopfschmerzen deutlich verringern. Viele Patienten berichten von einer deutlich gesteigerten Lebensqualität.
- Weniger Medikamente: Bei entsprechender Wirksamkeit kann auch die Einnahme von Medikamenten häufig deutlich reduziert werden.
- Gute Verträglichkeit: Eine Botox®-Behandlung ist in aller Regel sehr gut verträglich und verursacht meist nur geringe Nebenwirkungen, wie vorübergehende Schwellungen oder kleine Hämatome.
- Nicht-invasive Methode: Die Botox® Unterspritzung ist eine effektive nicht-invasive Methode zur Migräne-Behandlung.
Botox® gegen Kopfschmerzen: Wo wird es gespritzt?
Botox® gegen Kopfschmerzen wird in der Regel in bestimmte Muskelgruppen im Kopf-, Nacken- und Schulterbereich injiziert. Die häufigsten Injektionsstellen befinden sich an der Stirn, an den Schläfen, im Nacken, hinter den Ohren und im oberen Rückenbereich. Diese Bereiche sind besonders relevant bei der Behandlung von Migräne und Spannungskopfschmerzen, da Verspannungen in diesen Bereichen häufig zur entsprechenden Symptomatik führen. Insgesamt gibt es bei der Migränebehandlung durch Botox 31 Punkte an Stirn, Schläfe, Nacken und Schultern, an denen das Botox gespritzt werden kann, um die Migräneschmerzen zu lindern. Es ist wichtig, dass der behandelnde Arzt die Schmerzpunkte der Migräne ermittelt, um dort Botox zu injizieren.
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Besonders wichtig ist, dass Deine individuelle Schmerzproblematik und Anatomie bei der Wahl der Injektionspunkte und der Dosierung berücksichtigt werden.
Ablauf einer Botox®-Behandlung bei Migräne
- Beratung: Zunächst erfolgt eine ausführliche Beratung, in der die medizinische Vorgeschichte erfragt wird, insbesondere im Hinblick auf die Kopfschmerzen und Trigger. Auf der Grundlage wird ein auf den Patienten zugeschnittener Behandlungs- und Kostenplan erstellt.
- Behandlung: Die Behandlung selbst dauert je nach behandelten Arealen etwa 10-30 Minuten und ist in aller Regel sehr gut verträglich. Das Botox® wird in gezielten Injektionen in die entsprechende Muskulatur eingebracht. An den Injektionspunkten können je nach Areal kleine Schwellungen oder Quaddeln sichtbar sein, die jedoch rasch innerhalb von etwa einer Stunde wieder abklingen. Auch kleine Hämatome an den Injektionsstellen können vorkommen.
- Nachsorge: Je nach Behandlungsareal wird der Patient gebeten, den Kopf für die folgenden vier Stunden möglichst aufrecht zu halten. Die behandelten Areale sollten möglichst in Ruhe gelassen und kein Druck ausgeübt werden. Manchmal kann es vorkommen, dass durch die Injektionen selbst in den Triggerbereichen vorübergehend Kopfschmerzen ausgelöst werden. Nach wenigen Tagen setzt die Botox®-Wirkung ein und der Patient wird merken, dass die Spannung in der entsprechenden Muskulatur sinkt und die Schmerzen zurückgehen. Bis sich die Wirkung vollständig ausgebildet hat, können 7-14 Tage vergehen.
Was ist nach der Botox® Behandlung bei Migräne zu beachten?
Die Migräne Therapie in Hamburg verursacht in der Regel keinerlei Ausfallzeiten. Auch eine spezifische Nachsorge ist nicht erforderlich. Sie sollten lediglich darauf achten, dass Sie den Kopf in den folgenden Stunden aufrecht halten und sich nicht hinlegen. So gehen wir sicher, dass das Botox® in der gewünschten Region verbleibt und wirkt.Weiterhin empfehlen wir, sich für 1 - 2 Tage körperlich zu schonen und auf Sonnenbäder, Sauna- und Solariumgänge zu verzichten. Die Behandlungsstellen sollten nicht massiert werden.
Nach der Behandlung durch Botox können kleine Blutergüsse oder Schwellungen an den Stellen entstehen, in die injiziert wurde. Solche Komplikationen sind natürliche Reaktionen des Körpers und unbedenklich. Der Patient ist direkt nach der Behandlung wieder gesellschaftsfähig und kann nach circa zwei Tagen auch wieder Sport betreiben.
Sie sollten den Kopf in den Stunden nach der Behandlung jedoch möglichst aufrecht halten und sich nicht hinlegen. Schonen Sie sich in den nächsten 1-2 Tagen und üben Sie keinen Druck auf die behandelten Stellen aus. Verzichten Sie bitte in dieser Zeit auch auf Sonnenbäder und Solariumbesuche.
Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie an?
Die schmerzstillende Wirkung des Botox® setzt nach ca. 48 bis 72 Stunden ein und hält bis zu drei Monate an. Danach muss die Behandlung regelmäßig wiederholt werden, um eine langfristige Besserung der Migräne-Schmerzen zu erzielen. Die Wirkung von Botox® gegen Migräne hält normalerweise etwa 3-4 Monate an. Wenn man versucht, die Intervalle zu strecken, treten bei vielen Patienten wieder häufiger Kopfschmerzen auf. Im ersten Jahr der Botox®-Therapie sollte die Behandlung circa alle drei Monate wiederholt werden, um eine Linderung der Beschwerden zu erzielen. Bei gutem Ansprechen auf das Medikament kann der Behandlungszyklus gegebenenfalls auf 4 Monate erweitert werden.
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Mögliche Nebenwirkungen und Risiken
Nach einer Botox® Behandlung gegen Migräne kann es vorrübergehend zu Nacken- oder Kopfschmerzen kommen. Wie bei jeder Therapie können auch bei Botox Nebenwirkungen auftreten. Grundsätzlich können an der Injektionsstelle kurzfristig Schmerzen auftreten. Botox wird bei der Migräne-Behandlung auch in die Stirn gespritzt. Da das Medikament Muskeln lähmt, kann als Nebenwirkung auch der Muskel betroffen sein, der das Augenlid hebt - und dann hängt das Lid runter. Das ist jetzt etwas überspitzt formuliert. Die Dosis, die zur Migräne-Prophylaxe in die Stirn injiziert wird, ist geringer als die Dosis, die zur kosmetischen Behandlung eingesetzt wird. Häufig beeinträchtigt die Botox-Therapie die Stirnmimik nicht wesentlich, einige Patienten haben jedoch tatsächlich anschließend eine glattere Stirn. Die Lidschwäche dagegen ist in den Zulassungs-Studien bei 3,3 Prozent der Patienten aufgetreten. An den Einstichstellen der Migräne Spritze kommt es zu kurzzeitigen Rötungen, die binnen weniger Minuten wieder vergehen. Vereinzelt können auch leichte Blutergüsse auftreten.
Seltener können Schluck- oder Sprechstörungen auftreten.
Die fachgerechte Durchführung einer Botox® Behandlung durch eine erfahrene Ärztin gilt als sichere Methode. Botulinumtoxin ist zudem ein besonders gut erforschter und verträglicher Wirkstoff. An den Injektionsstellen kann es allerdings vorübergehend zu leichten Schmerzen, Rötungen, Blutergüssen oder Schwellungen kommen, die jedoch schon nach kurzer Zeit von selbst wieder abklingen.
Wann darf Botox nicht eingesetzt werden (Kontraindikationen)?
Es gibt einige Erkrankungen, bei denen Botox generell nicht angewendet werden sollte:
- Neuromuskulären Erkrankungen
- Bei Schluckstörungen oder chronischen Atembeschwerden.
- Das Bestehen akuter Infekte und Entzündungen der vorgesehenen Injektionsstellen.
- Die gleichzeitige Einnahme bestimmter Medikamente, die die muskuläre Transmission beeinflussen sowie bestimmter Antibiotika (Aminoglykosid-Antibiotika, Spectinomycin).
- Die nachgewiesene Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile von BOTOX.
- Schwangerschaft und Stillzeit
- In bestimmten Fällen darf Botox nicht eingesetzt werden: beispielsweise, wenn der Patient an einer Erkrankung leidet, die die neuromuskuläre Übertragung beeinflusst, wie z.B. die Myasthenia gravis oder wenn der Patient eine bekannte Unverträglichkeit gegenüber Botulinumtoxinen hat. Beides kommt jedoch im klinischen Alltag nicht häufig vor.
Kosten der Behandlung und Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Die Kosten für eine Behandlung mit Botox® gegen Migräne hängen von der Menge der Injektionspunkte ab. Die genauen Kosten sind von der Menge des benötigten Medikaments abhängig und werden im Beratungsgespräch erörtert.
Der behandelnde Arzt erstellt einen Kostenvoranschlag, den die Patienten bei ihrer Krankenkasse einreichen. Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
- Es muss eine chronische Migräne vorliegen, mit min. 15 Kopfschmerz-Tagen pro Monat, davon min. 8 Tage mit Migräne.
- Zwei bis drei verschiedene Migräne-Medikamente müssen bereits erfolglos getestet worden sein - in ausreichender Dosierung und Dauer.
- Die Behandlung muss von einem Spezialisten durchgeführt werden.
Botox bei chronischer Migräne wird von den gesetzlichen und den privaten Krankenkassen übernommen, wenn die o.g. Voraussetzungen erfüllt sind. Sollte Botox bei episodischer Migräne versucht werden, belaufen sich die Kosten einer 3-Monats-Behandlung auf ca. 580 Euro (für 155 AE) als ungefährer Richtwert. Die konkreten Kosten hängen dann von den spezifischen Bedingungen des individuellen Falles ab und werden nach GOÄ abgerechnet.
Alternativen zur Botox-Behandlung
Es gibt medikamentöse und nicht-medikamentöse Verfahren, um der Migräne vorzubeugen. Bei Patienten, bei denen die Migräne noch nicht sehr stark ausgeprägt ist, sollten zunächst die nicht-medikamentösen Verfahren ausgeschöpft werden. Dazu gehören zum Beispiel Entspannungs-Übungen und / oder ein regelmäßiger Ausdauersport. Oft helfen auch gewisse Lebensstil-Modifikationen, wie regelmäßig zu essen, regelmäßig zu schlafen und ein gutes Stress-Management. Wenn trotzdem noch häufig Attacken vorkommen, die die Lebensqualität eines Patienten deutlich beeinträchtigen, sollte eine medikamentöse Therapie, optimalerweise in Kombination mit nicht-medikamentösen Verfahren, begonnen werden.
Seit Ende 2018 stehen mit Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab und Eptinezumab neue Wirkstoffe zur Verfügung. Hier greift der Wirkstoff als Antikörper gezielt am CGRP-Rezeptor an, der an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Migräne zentral beteiligt ist. CGRP ist ein sogenannter Neurotransmitter, ein Botenstoff, der bei Migräne vermehrt freigesetzt wird. Die in Studien erzielten Ergebnisse mit Erenumab waren teilweise vergleichbar zu BOTOX, teilweise blieben sie dahinter zurück.