Die Botoxbehandlung ist längst nicht mehr nur ein Thema der ästhetischen Medizin. Auch in der Behandlung von Migräne hat sich Botox als wirksame Therapie etabliert. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Botox gegen Migräne, insbesondere im Raum Duisburg, und gibt einen Überblick über Ärzte, Wirkungsweise, Kosten und weitere wichtige Aspekte.
Was ist Botox und wie wirkt es?
Botox, kurz für Botulinumtoxin, ist ein Protein, das aus dem Bakterium Clostridium botulinum gewonnen wird. Es handelt sich um ein starkes Nervengift, das in der Medizin in stark verdünnter Form eingesetzt wird. Botox blockiert die Übertragung von Botenstoffen, die für die Muskelbewegungen notwendig sind. Dadurch entspannt sich der Muskel, was sowohl in der ästhetischen Medizin als auch in der Migränebehandlung genutzt wird.
Botox in der Ästhetischen Medizin
In der ästhetischen Medizin wird Botulinumtoxin hauptsächlich zur Faltenbehandlung eingesetzt. Bereits ab dem 25. Lebensjahr beginnt die Haut zu altern, die Regenerationsprozesse verlangsamen sich und erste Falten an Stirn und Augen werden sichtbar. Neben dem Alterungsprozess und äußeren Einflüssen wie die UV-Strahlung ist vor allem die Mimik für die Faltenbildung verantwortlich. Bei jedem Lachen, Weinen oder sonstigen Gesichtsregung werden eine Vielzahl unterschiedlicher Muskeln beansprucht, die die Haut an der jeweiligen Stelle falten. Mit einer Botox®-Behandlung können Mimikfalten effektiv und schonend behandelt werden. Botox adressiert nicht nur bestehende Falten, sondern auch deren Ursache: überaktive Gesichtsmuskeln. Der Wirkstoff des Clostridium-Bakteriums ist sehr stark und erfordert nur eine geringe Menge für eine sichtbare Faltenreduktion. Die Behandlung mit Botox zur Muskelentspannung und Glättung der Haut dauert nur kurz und hält vier bis sechs Monate an. Regelmäßige Behandlungen können tiefere Falten verhindern.
Botox kann überall dort eingesetzt werden, wo Muskelbewegungen zu einer Faltenbildung führen, wie z.B.:
- Nasenpartie (Falten an Nasenwurzel)
- Zornesfalte
- Stirnfalten
- Krähenfüße (Lachfalten)
- Hängende Mundwinkel
Botox bei Migräne
Die Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch anfallsartige Kopfschmerzen äußert. Es handelt sich nicht um gewöhnliche Kopfschmerzen, sondern um einen komplexen Zustand, der oft von begleitenden vegetativen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht-/Geräuschempfindlichkeit gekennzeichnet ist. Zudem kann zusätzlich eine sog. "Aura" vorliegen, die sich in Lichtflackern/-blitze, temporärem Sehverlust, Sensibilitätsstörungen (Taubheitsgefühle) und/oder Sprachstörungen äußern können. Migräneattacken können zwischen einigen Stunden und mehreren Tagen dauern und die Betroffenen in ihrem Alltag erheblich beeinträchtigen. Von chronischer Migräne spricht man bei Kopfschmerzen, die für mehr als drei Monate an mindestens 15 Tagen im Monat auftreten und denen mindestens fünf Migräneattacken (mit oder ohne Aura) vorausgegangen sind. Bei Patienten mit mehr als 15 Migränetagen pro Monat hat sich die Botox-Behandlung als wirksam erwiesen.
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Botox verhindert die Signalübertragung von Nerv zum Muskel. Dies führt zu einer verminderten Aktivität des Muskels und somit zu seiner Entspannung. Die Wirkung von Botox ist dabei reversibel, d.h. nach einigen Monaten erholt sich die Signalübertragung von Nerv zu Muskel wieder. Bei der Migräne sind verschiedene Injektionskonzepte in Abhängigkeit der individuellen Migräne-Charakteristik möglich. So kann bei Identifizierung der beteiligten Muskelgruppe-/Gesichtshälfte und/oder der Schmerzausstrahlung spezifisch in die jeweiligen Areale injiziert werden ("follow the pain"), um die Wirkung auf den primär auslösenden Bereich zu fokussieren. Ist eine Identifizierung der speziellen Schmerzpunkte nicht möglich, kann ein universelles Migräne-Botox-Schema (das sog. Schema) angewendet werden, das aus 31 Injektionspunkten besteht. Die Behandlung erfolgt durch mehrere kleine Injektionen an Stirn, Schläfen und Nacken. Botox (Botulinumtoxin) entspannt die Muskeln und verhindert, dass Schmerzsignale an das Gehirn weitergeleitet werden. Durch gezielte Injektionen in bestimmte Muskelbereiche werden überaktive Nerven gehemmt und Schmerzsignale blockiert.
Zahlreiche Studien konnten die Wirksamkeit von Botox® bei Patienten mit (chronischer) Migräne belegen, hierunter auch die bekannte PREEMPT-Studie aus dem Jahre 2010, die eine deutliche Verringerung der Schmerzintensität und der Kopfschmerz-Frequenz bestätigen konnte. Aus diesem Grund ist Botox® seit 2011 vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Behandlung der Migräne zugelassen. Wenn Medikamente nicht helfen oder starke Nebenwirkungen verursachen, kann eine Botox-Therapie eine wirksame Alternative sein.
Ablauf einer Botoxbehandlung gegen Migräne
Vor einer Botox®-Behandlung wirst Du über alle Aspekte der Behandlung umfassend aufgeklärt.
- Bei Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten sollte dies unbedingt berichtet werden - hierunter besteht ein erhöhtes Risiko für Hämatome ("Blaue Flecken")
- Eine Botox®-Behandlung ist bei bestimmten muskulären Erkrankungen (bsp. Myasthenia Gravis) kontraindiziert und darf nicht angewendet werden.
Vor der Botox®-Unterspritzung wird Ihre Haut gereinigt und desinfiziert. Auf Wunsch können die zu behandelnden Hautareale mit einer betäubenden Salbe eingerieben werden, sodass Sie bei der Injektion nichts spüren. Nach einer kurzen Einwirkzeit wird dann das Botulinum mit einer sehr feinen Nadel in mehreren Injektionen in die Haut gespritzt. Dabei verwenden wir ausschließlich hochwertige und geprüfte Wirkstoffe.
Eine Behandlung mit Botox® bei Migräne dauert i.d.R. 15 - 45 Minuten.
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Direkt nach der Botox®-Behandlung können Sie unter Umständen ein leichtes Kribbeln oder Jucken im Injektionsbereich spüren. Dies sollte nach etwa 24 Stunden abklingen. Bei länger anhaltenden Beschwerden oder Hautreaktionen wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnden Arzt.
Nach einer Botox®-Behandlung sollten folgende Dinge beachtet werden:
- Keine Gesichtsmassagen
- 3 - 4 h aufrechte Haltung. Idealerweise auf dem Rücken schlafen.
- mind. 24 - 48h auf heiße Bäder, Sauna, Solarien verzichten.
Die Botox®-Unterspritzung hält 3 bis 6 Monate. Botox® kann mit nachlassender Wirkung erneut injiziert werden.
Ärzte für Botoxbehandlungen gegen Migräne in Duisburg und Umgebung
Im Raum Duisburg gibt es zahlreiche Ärzte und Kliniken, die Botoxbehandlungen anbieten, sowohl im ästhetischen als auch im medizinischen Bereich. Es ist wichtig, einen erfahrenen Arzt zu wählen, der sich mit der Behandlung von Migräne mit Botox auskennt.
Einige Beispiele für Ärzte und Einrichtungen in Duisburg und Umgebung, die Botoxbehandlungen anbieten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
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- Dr. med. Jonny Bülthoff: Experte für Schönheitsbehandlungen und Pionier in der Behandlung von Mimikfalten mit Botox.
- Dr. Stephan Bock und Marietta Ludwikowska (Arztpraxis in Duisburg): Bieten professionelle Botox-Behandlungen an, auch zur Behandlung von Migräne.
- BG Klinikum Duisburg (Botulinumtoxin-Ambulanz): Behandelt spezielle neuromuskuläre Störungen mittels Botulinumtoxin. Dr. Detlev Schneider ist Leiter der Botulinumtoxin- und KV-Ambulanz.
- Diverse Kliniken und Ärzte in der Umgebung von Duisburg: Eine Suche auf Online-Portalen wie https://www.injectablesbooking.de/botox/nordrhein-westfalen/duisburg kann helfen, weitere Anbieter zu finden.
Wichtiger Hinweis: Diese Liste dient nur als erster Anhaltspunkt. Es ist ratsam, sich vor einer Behandlung umfassend über den jeweiligen Arzt und seine Erfahrung zu informieren.
Kosten einer Botoxbehandlung
Die Kosten für Botox-Behandlungen können je nach Umfang der Behandlung und der verwendeten Menge variieren. Einen ersten Überblick können Sie sich in der Preisliste der jeweiligen Praxis verschaffen. Der Preis für eine Botox-Behandlung in der Umgebung von Duisburg beträgt durchschnittlich € 179,43 pro Zone. Das ist 6% niedriger als der landesweite Durchschnittspreis für Botox (€ 190,75). In Duisburg kostet eine Zone Botox durchschnittlich € 179,43 in allen Kliniken. Der günstigste Preis für eine Zone Botox in einer kosmetischen Klinik in der Umgebung beträgt € 80,00. Die Preise variieren zwischen verschiedenen Kliniken erheblich, mit Kosten zwischen 75 € und 250 € pro Zone. Diese Unterschiede lassen sich durch Faktoren wie Erfahrung, Reputation, Standort, verwendete Botulinumtoxin-Marke und Qualität der Behandlung erklären.
Risiken und Nebenwirkungen
Botulinumtoxin ist zwar ein Nervengift, aber bei der ästhetischen Anwendung ungefährlich. Es wird nur eine sehr geringe Menge von einem Facharzt oder einer Fachärztin injiziert. Botox ist eine sichere Behandlung, wenn Sie von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden. Dennoch kann es zu leichten Nebenwirkungen wie vorübergehender Rötung, Schwellung oder leichten Blutergüssen an der Injektionsstelle kommen. Bei Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten besteht ein erhöhtes Risiko für Hämatome ("Blaue Flecken"). Botulinumtoxin führt zu einer Muskelentspannung und kann bei unsachgemäßer Anwendung zu einer starr wirkenden Mimik führen. Gerade bei einer zu großen Menge kann dies passieren. Eine Botox®-Behandlung ist bei bestimmten muskulären Erkrankungen (bsp. Myasthenia Gravis) kontraindiziert und darf nicht angewendet werden.
Alternativen zur Botoxbehandlung bei Migräne
Für die Linderung/Vorbeugen einer Migräne gibt es verschiedene Möglichkeiten, die jedoch häufig nur in Kombination den gewünschten Erfolg bringen.
- Schmerzmittel,die v.a. bei akuten Migräneattacken eingenommen werden können.
- Triptane, die ebenfalls im Rahmen einer akut einsetzenden Migräneattacke angewendet werden können.
- Ein gesunder Lebensstil kann helfen, Migräne zu kontrollieren. Dazu gehören ausreichend Schlaf, regelmäßige körperliche Aktivität, Stressbewältigungstechniken wie Entspannungsübungen oder Meditation, eine ausgewogene Ernährung und das Vermeiden von Auslösern wie Alkohol oder starken Gerüchen.
- Antikörpertherapie (CGRP-Rezeptor-Antikörper)Patienten mit Migräne zeigen (v.a. bei Migräneattacken) deutlich erhöhte CGRP(Calcitonin Gene-Related Peptide)-Spiegel. Durch den Antikörper werden die Rezeptoren, an denen CGRP binden sollen, blockiert, sodass ihre Wirkung nicht entfaltet werden kann.
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