Die BDH-Klinik Braunfels hat sich als eine angesehene Institution für die Behandlung neurologischer Erkrankungen etabliert. Sie bietet Medizinstudierenden die Möglichkeit, im Rahmen einer Famulatur oder des Praktischen Jahres (PJ) wertvolle Erfahrungen in der Neurologie zu sammeln. Dieser Artikel fasst Erfahrungsberichte und Informationen über die BDH-Klinik Braunfels zusammen, um einen umfassenden Einblick in die dortigen Abläufe, Lernmöglichkeiten und die allgemeine Arbeitsatmosphäre zu geben.
Die BDH-Klinik Braunfels: Ein Überblick
Die BDH-Klinik Braunfels ist spezialisiert auf die Behandlung sämtlicher neurologischer Krankheitsbilder. Das Leistungsspektrum umfasst die Akutbehandlung, die neurologische Frührehabilitation (Phase B) sowie die weiterführende Rehabilitation (Phase C und D). Die Klinik bietet somit eine umfassende Rehabilitationskette an, die eine Behandlung aus einer Hand ermöglicht. Dies vermeidet Klinikwechsel und sorgt für eine hohe Behandlungskonstanz, da Patienten oft von denselben Therapeuten betreut werden, auch nach einem Phasenwechsel. Die Klinik behandelt Patienten mit Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems seit 1951.
Leistungsspektrum im Detail
Die BDH-Klinik Braunfels deckt ein breites Spektrum an neurologischen Krankheitsbildern ab, darunter:
- Vaskulär bedingte Schädigungen des Zentralnervensystems (ZNS) nach Hirninfarkten, Hirnblutungen, Hirnembolien oder nach Gefäßoperationen im ZNS
- Entzündliche und metabolische Störungen des ZNS und der peripheren Nerven
- Neurologische Störungen bei degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule
- Zustand nach Schädelhirntraumen aller Schweregrade einschließlich multilokulärer Schädigungen des ZNS und Polytraumatisierung sowie in bestimmten Fällen nach hypoxischer Hirnschädigung
- Degenerative und extrapyramidalmotorische Erkrankungen
- Zustand nach operativen Eingriffen am ZNS (raumfordernde Prozesse an Rückenmark und Gehirn)
- Zustand nach Bandscheiben- und Wirbelsäulenoperationen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung neurologisch bedingter Ausfallerscheinungen wie Lähmungen, Sprechstörungen, Kau-Schluck-Störungen und Wahrnehmungsstörungen. Hierfür wird ein individuell zugeschnittener Behandlungsplan erstellt, der in enger Zusammenarbeit von Ärzten, Pflegern und Therapeuten entwickelt wird.
Die Stroke Unit
Ein wichtiger Bestandteil der BDH-Klinik Braunfels ist die Stroke Unit, eine spezielle Abteilung für Schlaganfallpatienten. Hier stehen sechs Überwachungsbetten bereit, die eine sofortige und hochqualifizierte Behandlung von Schlaganfallpatienten ermöglichen. Die Stroke Unit ist seit Jahren etabliert und spielt eine zentrale Rolle in der Akutversorgung neurologischer Notfälle.
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Rehabilitationsphasen A bis D
In der BDH-Klinik Braunfels können alle Rehabilitationsphasen A bis D behandelt werden, die nach dem Phasenmodell der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) definiert sind. Dies ermöglicht eine umfassende und kontinuierliche Betreuung der Patienten, von der Akutversorgung bis zur weiterführenden Rehabilitation.
Famulatur und PJ in der Neurologie der BDH-Klinik Braunfels: Erfahrungsberichte
Die Famulatur und das PJ in der Neurologie der BDH-Klinik Braunfels bieten Medizinstudierenden die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in einem breiten Spektrum neurologischer Erkrankungen zu sammeln. Die Erfahrungsberichte von PJlern und Famulanten zeichnen ein positives Bild der Klinik und ihrer Lernmöglichkeiten.
Integration ins Team und Wertschätzung
Ein zentraler Aspekt, der in den Erfahrungsberichten immer wieder hervorgehoben wird, ist die gute Integration ins Team und die Wertschätzung, die den Studierenden entgegengebracht wird. PJler und Famulanten werden als Teammitglieder betrachtet und in die täglichen Abläufe einbezogen. Dies trägt zu einer angenehmen und kollegialen Arbeitsatmosphäre bei.
Aufgaben und Tätigkeiten
Als PJler oder Famulant hat man die Möglichkeit, vielfältige Aufgaben zu übernehmen und sich aktiv an der Patientenversorgung zu beteiligen. Zu den typischen Tätigkeiten gehören:
- Patientenaufnahme: Die Studierenden übernehmen in der Regel 1-3 Patienten, die sie selbstständig aufnehmen und anschließend mit einem Stationsarzt oder Oberarzt besprechen. Dies ermöglicht es, frühzeitig Routine in der Anamneseerhebung und der neurologischen Untersuchung zu entwickeln.
- Entlassbriefe: Das Diktieren von Entlassbriefen ist eine weitere wichtige Aufgabe, die den Studierenden übertragen wird. Hierbei werden sie von den Ärzten unterstützt und erhalten eine gründliche Einführung in die Erstellung von Arztbriefen.
- Untersuchungen: Die Studierenden können unter Aufsicht an verschiedenen Untersuchungen teilnehmen, wie z.B. Lumbalpunktionen (LP), Elektroneurographie (ENG), Elektromyographie (EMG), transösophageale Echokardiographie (TEE) und transthorakale Echokardiographie (TTE).
- Stroke-Überwachungsbögen: Auf der Akut-/Stroke-Station können die Studierenden das Ausfüllen der Stroke-Überwachungsbögen übernehmen.
- Rotation in andere Bereiche: Es besteht die Möglichkeit, für einige Wochen in den Frührehabereich/Intensivstation zu rotieren. Dort lernt man von Internisten und Anästhesisten einiges über Intensivmedizin, Beatmung und Weaning. Auch Ultraschalluntersuchungen und das Legen von arteriellen Zugängen können dort erlernt werden.
Betreuung und Lehre
Die Betreuung der Studierenden wird als sehr gut beschrieben. Die Stationsärzte erklären die täglichen Arbeitsabläufe und stehen für Fragen zur Verfügung. Zusätzlich gibt es einen Studentenunterricht, der 3-4 Mal pro Woche stattfindet und von einem der Ärzte geleitet wird. Die Themen können individuell abgesprochen werden, sodass die Studierenden ihre Interessen und Bedürfnisse einbringen können. Der Unterricht wird aufgrund der geringen Anzahl an Studierenden oft sehr individuell gestaltet, was zu einem hohen Lerneffekt führt.
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Arbeitszeiten und Organisation
Der reguläre Dienstschluss ist um 16:30 Uhr. Teilweise ist aber auch weniger los, und man wird früher nach Hause geschickt. Die Arbeitszeiten werden als flexibel und entgegenkommend beschrieben.
Blutentnahmen und Viggos
In der Klinik gibt es einen Blutentnahmedienst, der die meisten Blutentnahmen übernimmt. Studierende werden nur in schwierigen Fällen oder gelegentlich zum Legen von Viggos (peripheren Venenkathetern) angerufen.
Fortbildungen
Es gibt einen Plan für studentische Fortbildungen, der monatlich aktualisiert wird. An jedem Werktag (außer am Studientag) hält ein Arzt eine Fortbildung für PJler ab. Die Themen können individuell abgesprochen oder an Wünsche angepasst werden.
Atmosphäre und Teamgeist
Die Atmosphäre in der BDH-Klinik Braunfels wird durchweg als freundlich und respektvoll beschrieben. Egal ob Pflege, Ärzte, Therapeuten oder Seelsorger, alle begegnen sich mit Wertschätzung und Herzlichkeit. Dieser positive Teamgeist trägt maßgeblich zu einem angenehmen Arbeitsumfeld bei.
Herausforderungen und Nachteile
Einziger Nachteil, der in den Erfahrungsberichten genannt wird, ist die periphere Lage von Braunfels. Die Stadt ist am besten mit dem Auto erreichbar (30 Minuten von Gießen). Wer kein eigenes Auto hat, ist auf Fahrgemeinschaften angewiesen, was die Flexibilität bezüglich der Arbeitszeiten einschränken kann. Mit Bus und Bahn dauert die Anreise etwas über eine Stunde.
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