Brucellose: Auswirkungen auf Muskeln, Nerven und Symptome

Brucellose ist eine Zoonose, eine Krankheit, die von Tieren auf Menschen übertragen werden kann. Obwohl sie in Deutschland selten vorkommt, ist es wichtig, die Symptome, Übertragungswege und Behandlungsmöglichkeiten zu kennen, insbesondere für Reisende und Personen mit Tierkontakt.

Was ist Brucellose?

Brucellose, auch bekannt als Maltafieber oder Bang-Krankheit (Febris undulans), wird durch Bakterien der Gattung Brucella verursacht. Diese Bakterien sind gramnegative Stäbchen, die aerob und fakultativ intrazellulär sind. Es gibt verschiedene Brucella-Arten, die unterschiedliche Tierarten befallen können, wobei einige Arten an bestimmte Tiere als Hauptwirte angepasst sind:

  • Brucella melitensis: Hauptsächlich bei Schafen und Ziegen, häufigste Ursache für Brucellose beim Menschen und hat die stärkste krankmachende Wirkung.
  • Brucella abortus: Wichtigster Erreger der Rinderbrucellose, ebenfalls häufig für Brucellose beim Menschen verantwortlich.
  • Brucella suis: Auslöser der Schweinebrucellose, wobei es vier Varianten gibt, deren Gesundheitsrisiko für den Menschen unterschiedlich hoch ist.
  • Brucella canis: Verursacht die Hundebrucellose, für Menschen nur wenig ansteckend.

Übertragungswege

Die Übertragung von Brucellose auf den Menschen erfolgt hauptsächlich durch:

  • Verzehr kontaminierter Lebensmittel: Insbesondere Rohmilch und daraus hergestellte Milchprodukte (z. B. Schafs- oder Ziegenkäse) sind häufige Infektionsquellen.
  • Direkter Kontakt zu infizierten Tieren: Eine winzige Hautverletzung reicht aus, damit der Erreger eindringen kann. Das Risiko besteht besonders bei engem Kontakt zu tierischen Geweben (z. B. bei Jägern oder Schäfern).
  • Einatmen kontaminierter Aerosole: Inhalation von erregerhaltigem Staub oder Aerosolen, z. B. bei Tieruntersuchungen oder in Laboren.
  • Seltenere Übertragungswege: In extrem seltenen Fällen kann Brucellose von Mensch zu Mensch übertragen werden, hauptsächlich beim Stillen.

Symptome der Brucellose

Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung) beträgt in der Regel 5 bis 60 Tage, kann aber auch länger sein. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und reichen von milden grippeähnlichen Beschwerden bis hin zu schweren chronischen Erkrankungen. Bis zu 90 Prozent der Menschen, die sich mit Brucellen infizieren, verspüren kaum oder gar keine Beschwerden. Das beginnt entweder schleichend (meist, wenn Brucella abortus der Auslöser ist) oder plötzlich (besonders, wenn Brucella melitensis hinter der Brucellose steckt).

Typische Symptome sind:

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  • Fieber: Oft wellenartig (Febris undulans), d. h. es steigt und fällt in Schüben und dauert 7 bis 21 Tage an.
  • Starker, übelriechender Schweiß
  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit
  • Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Schmerzhafte Lymphadenopathien

Auswirkungen auf Muskeln und Nerven

Brucellose kann verschiedene Organe und Systeme im Körper befallen, einschließlich der Muskeln und des Nervensystems.

Muskelbeschwerden

  • Muskelschmerzen (Myalgie): Häufiges Symptom der akuten Brucellose.
  • Gelenkentzündungen (Arthritis): Können in verschiedenen Gelenken auftreten und zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen.
  • Spondylose: Entzündung der Wirbelsäule.

Neurologische Auswirkungen

Eine unerkannte oder falsch behandelte Brucellose kann das Nervensystem befallen und zu verschiedenen neurologischen Komplikationen führen:

  • Meningitis: Entzündung der Hirnhäute (Meningen).
  • Enzephalitis: Entzündung des Gehirns.
  • Radikulopathien: Nervenschmerzen, z. B. durch Beteiligung der Nervenwurzeln.
  • Neurologische Defizite: Z. B. Bewusstseinsstörung (Verwirrtheit) oder neurologische Ausfälle.
  • Depression mit somatischen Beschwerden: Erschöpfung (anhaltende Müdigkeit) und vegetative Symptome.

Diagnose

Um Brucellose zu diagnostizieren, sind Laboruntersuchungen erforderlich. Die wichtigsten Methoden sind:

  • Bluttests auf Antikörper: Nachweis spezifischer Antikörper gegen Brucella-Bakterien im Blut. Am besten mehrmals während der Fieberphase und vor Behandlungsbeginn.
  • Erregernachweis im Labor: Anzüchtung der Brucella-Bakterien aus Blut-, Knochenmark- oder anderen Körperflüssigkeiten.
  • PCR-Test: Nachweis des Erbguts der Bakterien.

Behandlung

Die Behandlung der Brucellose erfolgt mit einer Kombination aus Antibiotika, meist über einen Zeitraum von 6 Wochen oder länger. Ziel ist es, die Bakterien vollständig aus dem Körper zu entfernen und Rückfälle zu vermeiden.

Häufig verwendete Antibiotika-Kombinationen sind:

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  • Doxycyclin und Rifampicin: Gelten als Standardtherapie.
  • Bei schwerem Verlauf: Zusätzlich Streptomycin oder Gentamicin als Infusion.

Je nach Ausmaß der Brucellose können auch weitere Medikamente und eine längere Behandlungsdauer nötig sein, z. B. wenn Gelenke, Nervensystem oder innere Organe befallen sind.

Vorbeugung

Es gibt keinen zugelassenen Impfstoff gegen Brucellose für Menschen in Deutschland. Daher sind folgende Schutzmaßnahmen wichtig:

  • Verzehr von pasteurisierten Milchprodukten: Vermeiden Sie Rohmilch und daraus hergestellte Produkte.
  • Gute Hygiene: Waschen Sie Ihre Hände gründlich nach Kontakt mit Tieren oder tierischen Produkten.
  • Schutzkleidung bei Tierkontakt: Tragen Sie Handschuhe und Schutzkleidung bei der Arbeit mit Tieren oder tierischen Geweben.
  • Vorsicht bei Reisen: Achten Sie in Risikogebieten auf eine sichere Lebensmittelhygiene.

Brucellose als Berufskrankheit

In bestimmten Berufen ist das Risiko einer Übertragung von Brucellen auf den Menschen erhöht. Darum zählt die Brucellose zu den meldepflichtigen Berufskrankheiten.

Brucellose bei Tieren

Brucellose ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind in der Verordnung zum Schutz gegen die Brucellose der Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen geregelt. Deutschland gilt seit 1999 als amtlich frei von Rinderbrucellose und als Schaf- und Ziegenbrucellose freier Staat.

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