Ein Provisorium im Mund ist eine temporäre Lösung, die jedoch bei Problemen schnell zu Komplikationen führen kann. Dieser Artikel beleuchtet, wie man mit einem gelockerten Provisorium umgeht, Entzündungen vermeidet und welche Sofortmaßnahmen bei Problemen wie Verschlucken oder Schmerzen zu ergreifen sind. Ziel ist es, sowohl Patienten als auch zahnmedizinisches Hilfspersonal umfassend zu informieren und Unsicherheiten zu beseitigen.
Was tun bei einem gelockerten Provisorium?
Ein gelockertes Provisorium sollte umgehend wieder befestigt werden, um Entzündungen im beschliffenen Zahn zu vermeiden. Hier sind die Schritte, die Sie selbst unternehmen können:
- Entfernen und Reinigen: Nehmen Sie das Provisorium vorsichtig ab und reinigen Sie es gründlich. Entfernen Sie Zementreste, idealerweise mit einer Nadel.
- Zahn trocknen: Trocknen Sie den betroffenen Zahn mit einem sauberen Taschentuch.
- Befestigung: Füllen Sie das Provisorium mit speziellem Zement (falls vorhanden) oder notfalls mit Zahnpasta und setzen Sie es wieder auf den Zahn.
Sollten Sie keinen Zement zur Hand haben, ist Zahnpasta eine akzeptable Übergangslösung. Es ist jedoch wichtig, so schnell wie möglich einen Zahnarzt aufzusuchen, um das Provisorium professionell befestigen zu lassen.
Umgang mit verschluckten Zähnen oder Provisorien
Das versehentliche Verschlucken eines Zahnes oder eines Provisoriums ist meistens ungefährlich. In der Regel passiert das Objekt den Magen-Darm-Trakt und wird innerhalb von zwei bis drei Tagen auf natürlichem Weg ausgeschieden.
- Was tun? Bewahren Sie Ruhe und beobachten Sie Ihren Körper.
- Wann zum Arzt? Wenn es sich um einen künstlichen Zahn, ein Implantat oder eine Krone handelt, sollten Sie dies ärztlich abklären lassen. Bei Verdacht auf Verletzungen im Verdauungstrakt oder wenn das Teil nicht innerhalb weniger Tage ausgeschieden wird, ist ebenfalls ein Arztbesuch ratsam.
- Wichtig: Das Einatmen eines Zahns (Aspiration) ist gefährlicher als das Verschlucken. Suchen Sie in diesem Fall sofort einen Arzt auf.
Wenn man ein gelockertes, altes Inlay oder eine Zahnkrone- oder andere Metallteile- verschluckt hat, besteht die Gefahr, dass es bei der Darmpassage dieser Teile zu Verletzungen kommt. Um dies zu verhindern, muss man sofort etwas essen, damit der Speisebrei das verlorene Teil umhüllt, und dieses den Darm ohne Schaden passieren kann. Am besten isst man nach dem Verschlucken eine große Portion Sauerkraut mit Kartoffelbrei. Handelt es sich um ein kleines Stück, das abgebrochen ist, muss man es nicht aufbewahren und vereinbart einfach einen Zahnarzttermin zur Kontrolle.
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Was tun bei Blutungen und Schwellungen?
Blutungen nach einem zahnärztlichen Eingriff können vorkommen. Hier sind einige Sofortmaßnahmen:
- Blutstillung: Beißen Sie so fest wie möglich für mindestens 15 Minuten auf ein gebügeltes Stofftaschentuch.
- Arzt aufsuchen: Sollte die Blutung trotz starker Kompression nicht zu stillen sein, suchen Sie umgehend einen Zahnarzt auf.
Schwellungen im Gesicht können verschiedene Ursachen haben, wie Allergien, Medikamente, Entzündungen oder Systemerkrankungen.
- Wann zum Arzt? Ist eine Gesichtsschwellung mit Zahnschmerzen und Rötung verbunden, sollte man schnellstmöglich einen Zahnarzt aufsuchen.
Schmerzen nach dem Einsetzen einer Zahnkrone: Was ist normal?
Der Einsatz einer Zahnkrone ist ein Routineeingriff, der dennoch mit Schmerzen und Beschwerden verbunden sein kann. Leichte bis mäßige Schmerzen sind normal und sollten innerhalb von ein bis zwei Wochen abklingen.
- Ursachen: Die Beschwerden entstehen durch die Anpassung des Zahns an die neue Krone und die Reizung des Zahnfleisches. Druckstellen, die durch die provisorische Krone entstehen, können ebenfalls die Ursache sein. Auch kann der Zahn empfindlich auf Temperaturveränderungen reagieren, da die Nerven im Zahn durch das Entfernen von Zahnschmelz und das Anpassen der Krone gereizt werden.
- Schlecht sitzende Krone: Eine schlecht angepasste Krone kann erhebliche Druckschmerzen verursachen. In solchen Fällen ist es entscheidend, den Zahnarzt aufzusuchen, um die Passform der Krone überprüfen und gegebenenfalls anpassen zu lassen.
Schmerzlinderung und Sofortmaßnahmen
Bei Schmerzen nach dem Einsetzen einer Zahnkrone können folgende Maßnahmen helfen:
- Schmerzmittel: Freiverkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können eingenommen werden.
- Kühlen: Das Auflegen von kalten Kompressen auf die betroffene Stelle kann Schmerzen lindern und Schwellungen reduzieren.
- Vermeiden: Sehr heiße oder kalte Speisen und Getränke sollten vermieden werden, um die Zahnempfindlichkeit nicht zu erhöhen.
- Mundhygiene: Eine gründliche Mundhygiene ist entscheidend, um Infektionen zu vermeiden und die Heilung zu fördern. Verwenden Sie eine antiseptische Mundspülung, um Bakterien zu reduzieren.
Was tun bei anhaltenden Schmerzen?
Normalerweise sollten die Schmerzen nach einer Zahnkrone innerhalb von ein bis zwei Wochen nachlassen. Wenn die Beschwerden jedoch länger anhalten oder sich verschlimmern, ist es wichtig, den Zahnarzt aufzusuchen.
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- Regelmäßige Nachkontrollen: Diese sind essenziell, um sicherzustellen, dass die Zahnkrone korrekt sitzt und keine Komplikationen auftreten.
- Anpassung der Krone: Falls die Krone Druckschmerzen verursacht, kann der Zahnarzt die Krone anpassen.
- Zahnschiene: Bei Patienten, die nachts mit den Zähnen knirschen, kann eine Zahnschiene hilfreich sein, um den Druck auf die Zahnkrone zu reduzieren.
- Entzündungshemmende Mundspülungen: Diese können dazu beitragen, das Zahnfleisch zu beruhigen und Infektionen vorzubeugen.
Entzündung unter der Zahnkrone: Ursachen und Behandlung
Eine Entzündung unter der Zahnkrone entsteht in erster Linie durch das Eindringen von Bakterien, häufig bedingt durch eine unzureichende Mundhygiene. Zwar ist der Zahn von der Krone umschlossen, im Randbereich bleibt jedoch ein minimaler Spalt bestehen, in dem sich die Krankheitserreger bevorzugt ansiedeln.
- Symptome: Anfänglich leichte Schmerzen, die mit der Zeit zunehmen und mit einem Pulsieren einhergehen können. Das Zahnfleisch um die Krone kann gerötet und geschwollen sein.
- Hausmittel: Kamillentee, Nelkenöl oder kalte Kompressen können zur Linderung der Symptome beitragen, ersetzen aber nicht den Zahnarztbesuch.
- Zahnärztliche Behandlung: Bei den ersten Anzeichen einer Entzündung empfiehlt sich ein unverzüglicher Besuch beim Zahnarzt, um einer weiteren Ausbreitung der Bakterien entgegenzuwirken. Gehen die Krankheitserreger auf die Zahnwurzel über, kann eine Wurzelbehandlung notwendig werden.
- Weitere Ursachen: Karies (Sekundärkaries) im Übergangsbereich von Zahnkrone und Zahnwurzel, ein Loch oder Riss in der Krone oder eine Lockerung der Krone können ebenfalls Entzündungen verursachen.
Vorbeugung von Entzündungen und Karies unter der Krone
Eine gute Mundhygiene ist entscheidend, um Entzündungen und Karies unter der Krone vorzubeugen. Hier sind einige Tipps:
- Gründliche Zahnpflege: Regelmäßiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta, Verwendung von Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten.
- Regelmäßige Kontrolltermine: Zahnärztliche Kontrollen und professionelle Zahnreinigungen sind wichtig, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
- Zahnfreundliche Ernährung: Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke und Speisen, die einen Nährboden für Bakterien darstellen.
- Fluoridhaltige Mundspüllösungen: Die zweimal tägliche Anwendung einer fluoridhaltigen Mundspüllösung ist sinnvoll, insbesondere zur Vorbeugung von Wurzelkaries.
- Vermeidung harter und klebriger Lebensmittel: Diese können die Krone beschädigen oder lockern.
Das Zahnprovisorium als Visitenkarte des Zahnarztes
Das Zahnprovisorium ist nicht nur eine Übergangslösung, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der zahnärztlichen Behandlung. Es dient als Prototyp und ermöglicht es, Form, Farbe und Passgenauigkeit des späteren Zahnersatzes zu optimieren.
- Funktionen: Schutz der präparierten Zähne, Fixierung der Lage der Zähne, ästhetische und funktionelle Rehabilitation.
- Materialien: Moderne Zweikomponenten-Kunststoffe, die stabil, gut polierbar, kaubelastbar, ästhetisch und biologisch sehr gut verträglich sind.
- Herstellung: Die Herstellung von guten Zahnprovisorien erfordert technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und Erfahrung. In vielen Praxen wird die Herstellung an das Hilfspersonal delegiert, aber Zahnärzte, die Wert auf höchste Qualität legen, fertigen Provisorien oft selbst an.
- Bedeutung: Verlässliche, stabile, schöne und schmerzfreie Provisorien bedeuten für die Patienten ein großes Plus an Lebensqualität.
Zahnbrücke: Ursachen für Schmerzen und was zu tun ist
Eine Zahnbrücke ist ein festsitzender Zahnersatz, mit dem der Zahnarzt eine kleine bis mittlere Zahnlücke versorgen kann. Zahnschmerz nach einer Brückenbehandlung kann unterschiedliche Ursachen haben:
- Lockerung der Brücke: Entweder sind die Pfeilerzähne locker oder der Kleber hat sich gelöst.
- Zahnfleischentzündung: Plaque und Essensreste unter der Brücke können zu Entzündungen führen.
- Karies am Kronenrand: Ein Loch am Übergang zur Krone kann Schmerzen verursachen.
- Falsche Passform: Wenn die Zähne nicht richtig aufeinander passen, kann dies zu Druck und Schmerzen führen.
- Entzündeter Zahnnerv: Die Hitze beim Abschleifen der Zähne kann den Zahnnerv reizen oder entzünden.
Wann sollte man in jedem Fall den Zahnarzt aufsuchen?
Ein Zahnarztbesuch ist bei starken Schmerzen dringend empfohlen. Zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um Komplikationen zu vermeiden und die langfristige Gesundheit Ihrer Zähne zu gewährleisten.
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