Schmerzen mit ausstrahlendem Charakter, Missempfindungen, die vor allem plötzlich nach Bewegungen auftreten - all dies kann auf einen eingeklemmten Nerv hindeuten. Bei Lumedis in Frankfurt sind Dr. Jannik Ashauer und PD Dr. Elke Maurer Experten für die Diagnose und Behandlung eingeklemmter Nerven im Bereich der Brustwirbelsäule. Dieser Artikel, der von ihnen überarbeitet wurde, bietet einen umfassenden Überblick über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.
Was ist ein eingeklemmter Nerv am Brustwirbel?
Ein eingeklemmter Nerv am Brustwirbel bedeutet, dass ein Nerv, der aus dem Rückenmark auf Höhe der Brustwirbelsäule austritt, bei seinem Austritt aus der Wirbelsäule durch die Wirbelgelenke, einen Bandscheibenvorfall oder die Muskulatur eingeklemmt wird. Dies führt zu einer (kurzfristigen) Schädigung des Nervs, wodurch dieser seine Funktion nicht mehr einwandfrei ausüben kann.
Ursachen eines eingeklemmten Nervs am Brustwirbel
Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einem eingeklemmten Nerv am Brustwirbel führen können:
- Verspannte Muskulatur: Eine angespannte Muskulatur im Bereich der Brustwirbelsäule kann Druck auf die Nerven ausüben und diese einklemmen.
- Blockierung der Wirbelgelenke: Blockierungen in den Wirbelgelenken können die Nervenöffnungen verengen und so zu einer Einklemmung führen.
- Bandscheibenvorfall: Ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Brustwirbelsäule kann ebenfalls Druck auf die Nerven ausüben.
Symptome eines eingeklemmten Nervs am Brustwirbel
Ein eingeklemmter Nerv im Bereich der Brustwirbelsäule kann verschiedene Symptome verursachen:
- Schmerzen: Meist tritt ein stechender, auf die Brustwirbelsäule begrenzter Schmerz im Rücken oder an der Seite des Brustkorbs auf. Der Bereich ist oft druckempfindlich und die umgebende Muskulatur verspannt.
- Bewegungseinschränkung: Neben den Schmerzen kann es zu einer Bewegungseinschränkung durch Verspannung der Muskulatur oder durch Schmerzen kommen. Eine Drehung des Oberkörpers kann erschwert sein.
- Gefühlsstörungen: Auch Taubheitsgefühle oder Kribbeln können durch die Funktionsstörung des Nervs auftreten, da der Nerv falsche oder keine Signale mehr aus den von ihm versorgten Gebieten an das Gehirn weiterleitet.
- Muskelverspannungen: Ein gereizter Nerv sendet falsche Signale, was zu einer verstärkten Anspannung der Muskulatur führen kann. Durch die Anspannung können zudem Durchblutungsstörungen und Muskelverhärtungen entstehen. Häufig manifestiert sich ein Druckgefühl, und die Beweglichkeit ist durch die dauerhaft angespannte Muskulatur limitiert.
- Atembeschwerden: Da viele Brustmuskeln, darunter die Zwischenrippen- und die seitliche Rückenmuskulatur, die Hebung und Senkung des Brustkorbs unterstützen und somit auch an der Atmung beteiligt sind, kann eine Reizung dieser Nerven und der umgebenden Strukturen zu Verspannungen und Reizungen dieser Atemhilfsmuskulatur führen. Somit kann die Atmung durch die Beteiligung der Brust- und Rumpfmuskulatur als schmerzhaft empfunden werden.
- Schonhaltungen: Zur Vermeidung von Schmerzen nehmen viele Betroffene unbewusst eine Schonhaltung ein. Beispiele hierfür sind schiefes Sitzen, häufigeres Abstützen oder eine flachere Atmung. Diese Schonhaltungen führen jedoch meist nur kurzfristig zu einer Besserung der Symptomatik, da sie langfristig zu Fehlbelastungen und somit zu stärkeren Verspannungen der Muskulatur sowie zu Verkürzungen führen.
- Vegetative Symptome: Viele vegetative Nervenfasern treten auf Höhe der Brustwirbelsäule aus dem Rückenmark aus und können daher auch von einer Einklemmung eines Nervs auf Höhe der Brustwirbelsäule betroffen sein. Typische Symptome sind verändertes Schwitzen, Übelkeit oder Erbrechen, Herzklopfen, ein Engegefühl sowie ein verändertes Hitze- oder Kälteempfinden.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn die Beschwerden länger als ein paar Tage anhalten, zunehmen oder sehr starke Schmerzen verursachen. Bei starker Atemnot, Herzbeschwerden oder starken Kribbel- bzw. Taubheitsgefühlen sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen.
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Das Brustwandsyndrom
Beim Brustwandsyndrom treten Schmerzen im Brustbereich auf, die häufig durch Muskelverspannungen ausgelöst werden, aber harmlos sind. Ärzt*innen bezeichnen dies als Interkostalmyalgie. Die Brustschmerzen sind in diesem Fall meist stechend und treten auf der linken Seite oder hinter dem Brustbein auf.
Symptome des Brustwandsyndroms
Die folgenden Merkmale sprechen gegen eine schwerwiegende Erkrankung und für ein Brustwandsyndrom:
- Muskelverspannungen, die in einem bestimmten Bereich oder nur an einem Punkt auftreten.
- Schmerzen, die durch Druck auf den begrenzten Bereich wiederholt ausgelöst werden können.
- Stechende Schmerzen
- Schmerzen, die nur sehr kurz (unter 5 Sekunden) oder mehr als eine halbe Stunde andauern.
- Schmerzen, die beim Einatmen zunehmen.
- Schmerzen, die sich durch eine bestimmte Bewegung oder eine andere Körperhaltung verändern.
- Schmerzen, die innerhalb einiger Sekunden nach dem Hinlegen abnehmen.
- Schmerzen, die nach dem Essen innerhalb einiger Sekunden abnehmen.
Suchen Sie dagegen notfallmäßig ärztliche Hilfe, wenn die Brustschmerzen
- vor allem bei Anstrengung (Treppen steigen, Rennen …) auftreten - oder -
- als drückend und beengend empfunden werden - oder -
- mit Luftnot, Fieber oder Husten einhergehen - oder -
- falls Sie bereits bekannte Gefäßerkrankungen haben.
Ursachen und Häufigkeit des Brustwandsyndroms
Die Ursache für ein Brustwandsyndrom ist nicht immer eindeutig zu bestimmen. Häufig sind Muskelverspannungen der Grund. Stress und Angst können die Entstehung eines Brustwandsyndroms begünstigen. Etwa 20-40 % der Bevölkerung haben im Lauf des Lebens ein Brustwandsyndrom. Es ist mit 43-47 % die häufigste Ursache für Brustschmerz in der hausärztlichen Versorgung.
Diagnose des Brustwandsyndroms
Hausärzt*innen erkennen die Erkrankung anhand der vorhandenen Symptome für ein Brustwandsyndrom und des Fehlens von Symptomen für eine schwerwiegende Erkrankung. Dabei fragen sie auch danach, ob eine Gefäßerkrankung bekannt ist. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung wird der Brustkorb untersucht, und es werden Herz und Lunge abgehört. Ist unklar, ob eine Herz- oder Lungenerkrankung hinter den Beschwerden steckt, so werden zur Sicherheit weitere Untersuchungen durchgeführt, z. B. ein Elektrokardiogramm (EKG), eine Röntgenaufnahme oder eine Blutabnahme. Liegt keine schwerwiegende Erkrankung des Herzens oder der Lunge vor, so ist eine Behandlung der Symptome zunächst ausreichend.
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Intercostalneuralgie
Eine denkbare Ursache für Brustschmerzen ist auch die sogenannte Intercostalneuralgie. Dabei handelt es sich um neurologische (nervenbedingte) Schmerzen, welche die Intercostalnerven (also die Nerven zwischen den Rippen) betreffen. Der Brustkorb besteht aus 12 Rippenpaaren. Der Raum zwischen den einzelnen Rippen ist als Intercostalraum bekannt. Er wird von den Intercostalmuskeln (Zwischenrippenmuskeln) überspannt.
Ursachen der Intercostalneuralgie
Es kommt eine Vielzahl von Auslösern für eine Intercostalneuralgie infrage. Die Nervenschmerzen können unter anderem durch eine mechanische Schädigung der Zwischenrippennerven hervorgerufen werden. Diese kann beispielsweise bei einem Rippenbruch entstehen, oder aber bei Verletzungen der Nerven im Rahmen einer Operation am Brustkorb. Außerdem ist eine Reizung der Intercostalnerven durch neurologische Krankheiten möglich. Auch lang anhaltender Stress kann die Intercostalnerven beeinträchtigen. Ebenso bedingen möglicherweise Verhärtungen und Verspannungen im Zwerchfell sowie der Brust- oder Rückenmuskulatur eine Neuralgie, indem sie Druck auf die Nerven ausüben. Sehr selten sind auch Tumore im Bereich des Brustkorbs sowie Erkrankungen der Leber oder des Herzens Auslöser für die Schmerzen. In vielen Fällen lässt sich eine Intercostalneuralgie aber nicht auf eine klar identifizierbare Ursache zurückführen.
Symptome der Intercostalneuralgie
Die Symptome einer Intercostalneuralgie sind stechende Schmerzen entlang der Rippen, die sich vor allem beim Atmen, bei Bewegung, Husten oder Druck auf den Brustkorb verstärken können. Die Schmerzen sind unterschiedlich stark und können die täglichen Aktivitäten erheblich beeinträchtigen. Zusätzlich können ein brennendes Gefühl, eine erhöhte Empfindlichkeit zwischen den Rippen sowie gelegentlich Muskelschwäche, Taubheitsgefühl oder Juckreiz im Rippenbereich auftreten, die ebenfalls auf eine Interkostalneuralgie hinweisen können. Einige Patienten berichten, dass sie vor allem beim Husten unter den Schmerzen im Rippenbereich leiden. Manch einer könnte daher denken, dass das Husten die Ursache sei. Vielmehr ist es jedoch so, dass die zugrunde liegende Erkrankung (zum Beispiel der Lunge oder des Rippenfells) der Auslöser für die Beschwerden ist.
Diagnose der Intercostalneuralgie
Der erste Ansprechpartner bei zunächst undefinierbaren Schmerzen ist meist der Hausarzt. Vermutet er eine Intercostalneuralgie, kann er an einen Neurologen verweisen. Dieser wird sich zunächst nach den Beschwerden durch den Patienten erkundigen (Anamnese). Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt den Brustkorb abtastet und gezielt auf die Intercostalnerven Druck ausüben. Treten dabei Schmerzen auf, deutet das auf eine Reizung einer oder mehrerer Nerven hin. Im nächsten Schritt gilt es, die Ursache für das Symptom zu ermitteln. Dafür gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Untersuchungsmethoden. Unter Umständen verweist der Neurologe an einen anderen Facharzt, wie einen Orthopäden (Spezialist für Erkrankungen des Bewegungsapparates) oder Internisten (Experte für innere Medizin). Auch bildgebende Verfahren können zum Einsatz kommen. Bei einem Röntgenbild werden beispielsweise Brüche oder knöcherne Fehlstellungen im Brustraum sichtbar. Ein MRT (Magnetresonanztomografie) oder CT (Computertomografie) mit mehrschichtigen Aufnahmen ist angebracht, um beispielsweise Organerkrankungen als Grund für die Beschwerden auszuschließen. Häufig lässt sich die Ursache der Rippenschmerzen nicht klar feststellen - trotzdem sollten Sie starke oder anhaltende Schmerzen in der Brust immer ernst nehmen und baldmöglichst von einem Arzt abklären lassen.
Behandlung der Intercostalneuralgie
Generell wird die Therapie der Intercostalneuralgie an der jeweiligen Ursache ausgerichtet. Bei einer gebrochenen Rippe beispielsweise, muss der Knochenbruch behandelt werden (durch Ruhigstellung oder eine Operation). Ergänzend ist eine Physiotherapie zur Behandlung der Intercostalneuralgie sinnvoll. Der Therapeut zeigt dem Patienten dabei Übungen zur Lösung von muskulären Verspannungen im Rücken- und Brustbereich, was zu einer Reduktion der Schmerzen beiträgt. Da es in vielen Fällen nicht möglich ist, die Ursache einer Intercostalneuralgie trotz gründlicher Diagnose eindeutig festzustellen, kommt häufig eine rein symptomatische Therapie mit schmerzlindernden Mitteln zum Einsatz. Es gibt auch Maßnahmen, die der Betroffene selbst ergreifen kann.
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Was kann man gegen Intercostalneuralgie machen?
Zur Behandlung von Intercostalneuralgie kommen verschiedene Ansätze infrage, darunter Schmerzmittel, physikalische Therapien wie Wärmebehandlungen oder Elektrotherapie sowie Entspannungstechniken und Physiotherapie. Akupunktur und manuelle Therapien können ebenfalls Linderung verschaffen. Wichtig ist die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, denn nur so lassen sich die Symptome effektiv bekämpfen. Eine fachärztliche Beratung hilft, die geeignete Therapieform zu bestimmen.
Das BWS-Syndrom
Schmerzen an Brustkorb und Rippen, Atemprobleme und Magenschmerzen sind Symptome für das BWS-Syndrom. Dumpfe, drückende Schmerzen im Brustkorb, die sich beim Einatmen oder in der Bewegung noch verstärken - das können Anzeichen einer Brustwirbelblockade sein. Das ziehende Gefühl zwischen die Schulterblätter kann sich über den Rippenbogen bis nach vorn ziehen und sogar bis in den Bauchraum gehen. Blockaden der Brustwirbelsäule schränken die Beweglichkeit ein und erschweren die Atmung.
Ursachen des BWS-Syndroms
Im Alltag haben wir fast immer eine leicht vornüber gebeugte Haltung, insbesondere, wenn wir den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen. Eigentlich bräuchte unsere Muskulatur aber regelmäßigen Ausgleich. Weil sich aber kaum jemand ständig dehnt und streckt, verkürzt sich die Muskulatur auf unserer Körpervorderseite. Die Rückenmuskulatur als Gegenspieler ist ständig darum bemüht, uns wieder aufzurichten - und davon völlig überfordert. Die Muskeln befinden sich daher kontinuierlich im Ungleichgewicht. Auf Dauer und ohne gezielten Ausgleich verspannen, verkrampfen und verhärten sie. "Sitzen ist das neue Rauchen", heißt es.
Was tun bei einem BWS-Syndrom?
Mit eigener Unterstützung ist es möglich, dass sich Brustwirbelblockaden von selbst lösen. Das Geheimnis lautet Bewegung: Über den Tag verteilt, gilt es immer wieder aktiv zu sein. Dehnen, strecken, recken ist das Mindeste. Häufiges Gehen ist günstig, Treppensteigen auch. Und zum Einkaufen lieber radeln oder rollern, statt das Auto zu nehmen. Regelmäßige Dehnübungen, bei denen eine Muskelstreckung über einen längeren Zeitraum konstant gehalten wird, setzen willkommene Reize, um verhärteten Muskeln und verkürzten Bändern entgegenzuwirken. Und vor allem gilt: Kaputtmachen kann man damit nichts. Die Dauer einer Brustwirbelblockade hängt ganz von uns selbst ab, wie aktiv wir sind und wie viel Raum wir den Schmerzen geben. Schonen und Bettruhe sind jetzt nicht angesagt. Die Idee ist zwar naheliegend, den Rücken zu entlasten, indem man ihn möglichst wenig bewegt. Aber diese Ansicht ist mittlerweile überholt. Im Gegenteil: Bettruhe verstärkt die Beschwerden nur noch. Damit man sich wieder bewegen und aktiv sein kann, sind jetzt sogar Schmerzmittel erlaubt. Bei muskulären Verspannungen eignen sich Ibuprofen und Diclofenac besonders gut. Ohne Rücksprache mit dem Arzt sollten sie nicht länger als eine Woche angewendet werden. Die eine Aktivität oder Sportart, die gegen Rückenschmerzen hilft, existiert nicht. Damit die Brustwirbelblockade nicht erneut auftritt, bieten sich Kraftsport und Rückenschule an. Dabei wird die vernachlässigte Rückenmuskulatur gezielt trainiert. Um den Rumpf stabil zu bekommen, müssen aber auch die Bauchmuskeln fitter werden. Dafür eignen sich Sportarten, die möglichst viele Muskelgruppen trainieren - etwa Kickboxen oder Schwimmen.
Der Brustmuskel und seine Bedeutung
Der große Brustmuskel (Pectoralis Major) ist ein flächiger und kräftiger Muskel vorne oben am Brustkorb. Er hat drei Anteile: Sein oberer Anteil entspringt am Schlüsselbein, der mittlere Teil am Brustbein und der untere Teil an den Rippen unterhalb des Brustbeins. Alle Anteile laufen zu einer Sehne zusammen, die am Oberarmknochen ansetzt. Der Zustand des Brustmuskels hat einen großen Einfluss auf das Schultergelenk, da er am Oberarmknochen ansetzt.
Verspannungen im Brustmuskel
Stark verspannte Muskeln sind oft druckempfindlich und verhärtet. Eine dauerhaft zu hohe Spannung in der Muskulatur kann sich über ein Brennen und Ziehen äußern. Betroffene haben außerdem das Gefühl, dass ihr Brustkorb zu eng ist und die Schultern nach vorne gezogen werden. Viele machen sich bei Brustbeschwerden Sorgen, es könnte sich um einen lebensbedrohlichen Herzinfarkt oder Angina Pectoris handeln.
Brustmuskel und Atmung
Der Brustmuskel bewegt sich bei jedem Atemzug mit. Wenn Faszien und Muskulatur wie beim Brustwandsyndrom eine zu hohe Spannung aufweisen, kann das Atmen unangenehm sein oder als erschwert empfunden werden. Wer dauerhaft eine unelastische Muskulatur in der Brust hat, leidet häufiger unter einer flachen Atmung. Bei einer akuten Verspannung in der Muskulatur kann jeder Atemzug ein unangenehm stechendes Gefühl auslösen. Dahinter muss also keineswegs immer eine lebensbedrohliche Lungen- oder Herzerkrankung stecken.
Was kann man gegen Schmerzen im Brustmuskel tun?
Langfristig hilft nur eins: Die Muskulatur samt Faszien muss regelmäßig gedehnt werden. So passen sich die Faszien in ihrer Struktur an und bleiben elastisch.
Der Einfluss des Alltags auf den Brustmuskel
Doch nicht nur sportliche Belastung verändert den Zustand des Muskels. Auch unser Alltag mit häufigem Sitzen bestimmt maßgeblich mit, wie geschmeidig unsere Muskeln und Faszien sind. Immer, wenn die Arme vor dem Körper etwas tun, trainieren wir den Brustmuskel: am Computer, beim Essen, beim Autofahren, beim Fahrradfahren, bei handwerklichen Tätigkeiten usw. Davon wächst der Brustmuskel zwar nicht, aber die ständigen Kontraktionen bringen Muskelfasern und Faszien dauerhaft in ihre kürzeste Position.
Brustmuskelriss
Eine seltene Verletzung der Brustmuskulatur ist ein Riss am Muskelansatz am Oberarm. Meistens passiert das beim Kraftsport unter hoher Belastung und muss operativ behandelt werden. Um Muskelfaserrissen und Sehnenverletzungen vorzubeugen, sollten man sich vor dem Sport immer gut aufwärmen und nach dem Sport ausreichend dehnen. So bleibt die Muskulatur elastisch und geschmeidig und ist weniger verletzungsanfällig.
Schlechte Körperhaltung und Nackenschmerzen
Ohne Dehnung bekommen die Faszien keinen Impuls, elastisch zu bleiben. Sie werden unnachgiebig und die Spannung im Brustmuskel erhöht sich. Das zieht die Schultern immer weiter nach vorne vor den Körper. Die Wirbelsäule wird zunehmend rund und eine buckelähnliche Haltung entsteht. Auch ein dauerhaft zu unnachgiebiger Brustmuskel kann hinter Nackenbeschwerden stecken. Denn wenn die Vorderseite des Körpers kürzer und enger wird, muss die Muskulatur auf der Körperrückseite umso mehr anspannen, um das auszugleichen.
Schulter-Impingement
Wenn der kleine Brustmuskel (Pectoralis Minor) zu kurz und unnachgiebig ist, kann es zu einem schmerzhaften Impingement-Syndrom der Schulter kommen. Der Muskel zieht dann am Rabenschnabelfortsatz in der Schulter und erhöht den Druck im Gewebe der Schulter insgesamt. Die Sehne unter dem Schulterdach hat dadurch nicht genug Platz und wird eingeklemmt.
Präventive Maßnahmen und Übungen
Um einem eingeklemmten Nerv oder Verspannungen im Brustbereich vorzubeugen, sind regelmäßige Bewegung, Dehnübungen und eine korrekte Körperhaltung wichtig.
- Dehnübungen: Regelmäßige Dehnübungen helfen, die Muskulatur im Brustbereich geschmeidig zu halten und Verspannungen zu lösen.
- Bewegung: Ausreichend Bewegung, insbesondere Sportarten, die den Rumpf stabilisieren und die Muskulatur stärken, sind empfehlenswert.
- Ergonomischer Arbeitsplatz: Achten Sie auf einen ergonomischen Arbeitsplatz, um Fehlhaltungen zu vermeiden.
- Stressmanagement: Stress kann zu Muskelverspannungen führen. Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen.
- Rückenfreundliches Sitzen: Sie entlasten Ihren Rücken, wenn Sie aufrecht, aber nicht steif sitzen. Ihre Sitzhaltung sollte der doppelten S-Krümmung der Wirbelsäule folgen. Die Knie bilden einen rechten Winkel, die Füße liegen flach am Boden auf und die Unterarme können sich an den Armlehnen oder am Tisch abstützen. Die Schultern sind entspannt, der Kopf ist leicht geneigt und der Bildschirm gerade im Blickfeld.
- Übungen: Viele Übungen sind einfach zu Hause ausführbar. Sie können sich zum Beispiel auf einen Stuhl setzen, die Arme vor dem Brustkorb verschränken, dabei die Ellenbogen fassen und den Oberkörper von einer Seite zur anderen drehen.
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