Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die viele Menschen betrifft, aber oft missverstanden wird. Für Anfänger, die sich über Epilepsie informieren möchten, gibt es eine Vielzahl von Büchern, die einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Aspekte dieser Krankheit bieten. Dieser Artikel stellt eine Auswahl empfehlenswerter Bücher vor und gibt einen Überblick über deren Inhalte, um Lesern bei der Auswahl des passenden Buches zu helfen.
Einführung in Epilepsie
Epilepsie ist durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet, die durch abnormale elektrische Aktivität im Gehirn verursacht werden. Die Anfälle können sich in verschiedenen Formen äußern, von kurzen Absencen bis hin zu tonisch-klonischen Anfällen mit Krämpfen und Bewusstseinsverlust. Die Ursachen für Epilepsie sind vielfältig und reichen von genetischen Faktoren über Hirnschäden bis hin zu unbekannten Ursachen.
Empfehlenswerte Bücher für Anfänger
1. MOSES-Erarbeitungsbuch
Das MOSES-Erarbeitungsbuch ist ein umfassendes, leicht verständliches Buch über Epilepsie, das sich sowohl an Betroffene und ihre Angehörigen als auch an nicht-ärztliche Berufsgruppen im Gesundheitswesen richtet. Es ist so konzipiert, dass es auch ohne Teilnahme an einer MOSES-Schulung (Modular Offering of Self-Management for Epilepsy) genutzt werden kann. Die MOSES-Schulungsmaterialien werden regelmäßig überarbeitet und dem aktuellen Wissensstand angepasst.
Die Neuauflage des Erarbeitungsbuches besteht aus acht Modulen:
- Leben mit Epilepsie
- Epidemiologie
- Basiswissen
- Diagnostik
- Therapie
- Umgang mit Anfällen
- Prognose
- Psychosoziale Aspekte
Diese thematischen Module werden durch spezielle Informationsteile ergänzt:
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- Glossar mit in die Alltagssprache übersetzten medizinischen Fachausdrücken
- Übersicht über Wirkstoffe, Handelsnamen, Indikationen, Kontraindikationen und Nebenwirkungen von Antiepileptika
- Literaturverzeichnis mit vertiefender Literatur zu den einzelnen Modulen
- Adressen für weitere Informationen, Beratung und Hilfe: „Netzwerk Epilepsie“
Das Buch zielt auf das interaktive Erarbeiten von Inhalten ab. Es kann die Teilnahme an einer MOSES-Schulung nicht ersetzen.
2. Die Schatten der Epilepsie: Ein Leben zwischen den Anfällen
"Die Schatten der Epilepsie: Ein Leben zwischen den Anfällen" bietet einen tiefen Einblick in die oft missverstandene Erkrankung Epilepsie. Dieses Buch thematisiert die vielfältigen Herausforderungen, mit denen Betroffene konfrontiert sind, und beleuchtet die emotionalen sowie sozialen Aspekte des Lebens mit dieser neurologischen Störung. Angesichts der zunehmenden Aufmerksamkeit für psychische Gesundheit und chronische Krankheiten ist es von großer Bedeutung, das Bewusstsein für Epilepsie zu schärfen.
Das Werk führt die Leser durch verschiedene Lebensphasen eines Menschen mit Epilepsie - beginnend bei den ersten Anfällen bis hin zur Diagnose und den damit verbundenen Ängsten. Es werden sowohl die täglichen Herausforderungen als auch Momente der Hoffnung dargestellt. Unterstützt durch medizinische Fakten und persönliche Geschichten wird ein umfassendes Bild vermittelt, das aufzeigt, dass etwa 600.000 Menschen in Deutschland an dieser Krankheit leiden.
Ein zentrales Ziel des Buches ist es, Vorurteile abzubauen und eine offene Diskussion über Epilepsie zu fördern. Durch die Verbindung von persönlichen Erlebnissen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen wird verdeutlicht, wie wichtig es ist, sowohl medizinische als auch psychologische Faktoren in der Behandlung zu berücksichtigen. Zudem werden aktuelle Forschungsergebnisse und innovative Therapieansätze vorgestellt.
3. Panthertage
"Panthertage" ist ein Buch, das sich an ein jüngeres Publikum richtet und die Geschichte von Sarah erzählt, die im Alter von zwanzig Jahren an Epilepsie erkrankt. Das Buch beschreibt ihren Umgang mit der Krankheit, die Anfälle, die Medikamente und die damit verbundenen Einschränkungen. Sarah gibt sich und ihre Träume jedoch nicht auf und steht heute, zehn Jahre später, mit beiden Beinen im Leben. "Panthertage" ist eine Geschichte über das Leben mit Epilepsie, das nicht immer einfach, dafür aber lebenswert ist. Das Buch informiert, ohne zu belehren, öffnet Augen und bekämpft Vorurteile. Es ist bewegend und witzig.
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4. Expertenwissen: Demenz
Obwohl dieses Buch sich hauptsächlich mit Demenz befasst, enthält es auch Informationen, die für Menschen mit Epilepsie relevant sein können. Insbesondere der zweite Teil des Buches behandelt Therapieoptionen einschließlich medikamentöser Behandlungsmöglichkeiten für einzelne Symptome wie z.B. Delir, Unruhe oder Depression. Auch digitale Tools wie diagnostische Apps, Trainings- und Neurofeedback-Apps werden kurz angesprochen. Hervorzuheben sind die in Wort und Bild beschriebenen Bewegungsübungen für zuhause sowie die Rezeptvorschläge für eine gesunde, gehirnfreundliche Ernährung.
5. Schlaganfall. Das Übungsbuch
Dieses Buch richtet sich an Angehörige und Betreuende von Schlaganfallpatienten, kann aber auch für Menschen mit Epilepsie von Interesse sein, da es Übungen im Rahmen eines physiotherapeutischen Bewegungstrainings anschaulich darstellt. Auch zum Ausgleich von Wahrnehmungsstörungen und sowie auf die Behandlung von Schluck-, Sprach-, Sprech- und Kognitionsstörungen sowie weitere Symptome wie z.B. Ataxie, Spastik, Depression, Angststörungen u.ä. geht der Ratgeber fundiert ein und bietet neben hilfreichen Tipps zahlreiche Traingsübungen.
Weitere Ressourcen
Neben den genannten Büchern gibt es noch viele weitere Ressourcen, die für Menschen mit Epilepsie und ihre Angehörigen hilfreich sein können. Dazu gehören:
- Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.
- Beratungsstellen: Beratungsstellen bieten Informationen und Unterstützung zu allen Fragen rund um Epilepsie.
- Online-Foren und -Communities: Online-Foren und -Communities bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und Erfahrungen zu teilen.
- Ärzte und Therapeuten: Ärzte und Therapeuten sind wichtige Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Behandlung von Epilepsie.
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