Nerv eingeklemmt im Nacken: Was tun mit Hausmitteln?

Nackenschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das viele Menschen betrifft, insbesondere solche, die viel Zeit am Schreibtisch verbringen. Ein eingeklemmter Nerv im Nacken kann zu stechenden Schmerzen, Taubheitsgefühlen und Kribbeln führen und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Hausmittel und Maßnahmen, um die Beschwerden zu lindern und die Heilung zu fördern.

Ursachen und Symptome eines eingeklemmten Nervs

Ein "eingeklemmter Nerv" ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für eine Nervenkompression. Dabei üben umliegende Strukturen wie Muskeln, Sehnen oder Gewebe Druck auf einen Nerv aus. Dieser Druck stört die Signalübertragung und führt zu Symptomen wie Schmerzen, Kribbeln oder Taubheit. Es fühlt sich oft so an, als wäre der Nerv buchstäblich eingeklemmt.

Häufige Ursachen sind Verspannungen durch Fehlhaltungen, degenerative Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle oder Arthrose sowie Verletzungen durch Stürze oder Überlastung. Auch systemische Erkrankungen wie Diabetes oder Engpasssyndrome wie das Karpaltunnelsyndrom können Nervenkompressionen auslösen.

Typische Symptome sind stechende oder brennende Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen. Je nach betroffener Stelle können auch Bewegungseinschränkungen oder eine verminderte Berührungsempfindlichkeit auftreten. Die Beschwerden reichen von leicht störend bis stark einschränkend. Sind besonders empfindliche Nerven im Bereich der Halswirbelsäule eingeklemmt, können durch die gestörte Signalübertragung zum Gehirn zusätzliche Symptome wie Schwindel oder Erbrechen auftreten.

Sofortmaßnahmen und Hausmittel zur Linderung

Bei einem eingeklemmten Nerv im Nacken ist es wichtig, die Beschwerden zu lindern und die Heilung zu fördern. Hier sind einige Sofortmaßnahmen und Hausmittel, die helfen können:

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  • Wärme: Wärme tut verspannten Muskeln gut. Dadurch weiten sich die Gefäße, die Blutzirkulation wird angeregt und der Muskel wird mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen auf den Nacken legen. Noch smarter für Wärme im Büro oder zuhause: Ein mobiles Heizkissen oder ein sogenanntes Wärmecape mit Akku, dass du bequem überall mitnehmen und tragen kannst.
  • Kälte: Sind hingegen Entzündungen Ursache für die Nackenschmerzen, ist Kälte wirksamer. Wechselbäder sollen gegen verschiedene, gesundheitliche Beschwerden helfen und auch allgemein das Immunsystem stärken. Auch als Hausmittel gegen Nervenschmerzen können sie wirksam sein. Wenn Sie den Wechsel zwischen kaltem und warmem Wasser im Wannenbad aber scheuen, ist der Wechsel zwischen Eisbeutel und Wärmeauflage eine mögliche Alternative. Legen Sie dafür zunächst einen Eisbeutel auf die schmerzende Stelle und belassen ihn dort für einige Minuten, anschließend kommt ein warmer Wickel oder ein Wärmekissen dorthin. Sie können dies mehrmals im Wechsel wiederholen.
  • Bewegung: Das beste Mittel gegen bestehende Verspannungen ist leichte Bewegung. Durch eine Schonhaltung verfestigen sich die Schmerzen nur weiter. Stattdessen kann die Muskulatur mithilfe von einfachen Übungen für den Nacken gelockert, gedehnt und gekräftigt werden. Auch leichter Ausdauersport, wie Radfahren oder Walken, entspannt und trainiert die Nackenmuskulatur.
  • Massage: Sind der Nacken und die Schultern verspannt, kann eine vorsichtige Massage die Muskulatur lockern. Nutzen Sie dafür die gegenüberliegende Hand der schmerzenden Schulter und massieren Sie in kreisenden Bewegungen. Zur Selbstmassage können Sie auch einen Massageball, einen Tennisball oder eine Faszienrolle verwenden. Noch besser wirkt eine Massage in Verbindung mit einer vorherigen Wärmeanwendung und erwärmtem Massageöl.
  • Dehnung: Schon wenige Minuten gezielter Dehnung können Wunder wirken - zum Beispiel eine einfache Nackendehnung zur Seite oder das bewusste Nach-vorne-Rollen des Kopfes. Am besten mit tiefer Atmung kombinieren - das aktiviert gleichzeitig den Parasympathikus, also dein körpereigenes Entspannungsprogramm.
  • Kräuter und Tees: Einige Kräuter können in Form von Kapseln eingenommen werden, die das wirksame Trocken-Extrakt enthalten. Dazu gehört zum Beispiel die Teufelskrallenwurzel. Diese soll ähnliche, schmerzlindernde Eigenschaften haben wie die Acetylsalicylsäure, ist dabei aber magenfreundlicher. Ein leckerer (Kräuter-)Tee kann von innen heraus seine Wirkung gegen Nervenschmerzen entfalten. Zu den geeigneten Hausmitteln bei Nervenentzündung und Nervenschmerzen gehören der Brennnessel-Tee oder der allseits beliebte Ingwer-Tee mit jeweils entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkung.
  • Pfefferminzöl: Herrlich kühlend wirkt Pfefferminzöl, das als Bestandteil von Massageölen Verwendung findet. Die Nervenschmerzen werden durch den kühlenden und krampflösenden Effekt oft reduziert oder im besten Fall gänzlich beseitigt. Wenn Sie auf Kälteanwendungen ansprechen, ist Pfefferminzöl in der Nervenschmerzen-Therapie auf jeden Fall einen Versuch wert.
  • Johanniskraut: Vor allem, wenn Sie an Nervenschmerzen im Rückenbereich leiden, vermag Ihnen ein Öl aus Johanniskraut Linderung verschaffen. Auch für die innere Anwendung eignet sich Johanniskraut, etwa als Tee oder in Tablettenform. Es wirkt entzündungshemmend und ist daher als Hausmittel gegen eine Nervenentzündung beliebt.

Ergonomische Anpassungen und Prävention

Um zukünftigen Nervenkompressionen vorzubeugen, ist es wichtig, ergonomische Anpassungen vorzunehmen und präventive Maßnahmen zu ergreifen:

  • Ergonomie am Arbeitsplatz: Eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes hilft, eingeklemmten Nerven vorzubeugen. Bei sitzenden Tätigkeiten im Büro sind eine aufrechte Haltung, passende Stühle und Tische sowie Hilfsmittel wie Handauflagen sinnvoll. Der Blickwinkel zum Bildschirm und die Sitzhöhe sollten ergonomisch ausgerichtet sein, sodass sich Ihr Kopf in einer natürlichen und entspannten Position befindet.
  • Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität beugt Verspannungen vor und stärkt die Muskulatur.
  • Stressmanagement: Muskelverspannungen können durch Stress begünstigt werden. Meditation und Yoga können ebenfalls zur Entspannung der Muskulatur beitragen und gleichzeitig Verspannungen vorbeugen.
  • Gesundes Körpergewicht: Ein gesundes Körpergewicht entlastet die Wirbelsäule und verhindert zusätzlichen Druck auf Nerven.
  • Richtige Schlafposition: Achten Sie auf eine für Sie geeignete Matratze und ergonomisch geformte Nackenkissen oder Nackenrollen. Im Idealfall bildet die Halswirbelsäule mit dem restlichen Teil der Wirbelsäule eine gerade Linie. Rücken- und Seitenschläfern wird daher ein Kopfkissen empfohlen, das Kopf und Nacken stützt und die Wirbelsäule entlastet.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

In den meisten Fällen verschwinden Nackenschmerzen und Beschwerden durch einen eingeklemmten Nerv nach einigen Tagen von selbst wieder. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Arzt aufgesucht werden sollte:

  • Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder über einen längeren Zeitraum anhalten.
  • Wenn die Schmerzen in die Schulter, Arme oder Hände ausstrahlen.
  • Wenn Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Kraftverlust in den Armen oder Händen auftreten.
  • Wenn Lähmungserscheinungen auftreten.
  • Wenn die Beschwerden nach einem Unfall oder einer Verletzung auftreten.
  • Wenn zusätzliche Symptome wie starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen auftreten.

In diesen Fällen kann der Arzt die Ursache der Beschwerden diagnostizieren und eine geeignete Behandlung einleiten.

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