Burnout, Migräne und Schüttelfrost: Ursachen und Zusammenhänge

Burnout, Migräne und Schüttelfrost sind Beschwerden, die viele Menschen betreffen können. Obwohl sie unterschiedliche Symptome und Ursachen haben, können sie sich gegenseitig beeinflussen und verstärken. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen und Zusammenhänge dieser Beschwerden, um ein besseres Verständnis und mögliche Behandlungsansätze aufzuzeigen.

Burnout: Ein Zustand tiefer Erschöpfung

Definition und Entstehung

Burnout bedeutet übersetzt "ausgebrannt" und bezeichnet einen tiefen und andauernden Erschöpfungszustand. Ein Burnout entsteht durch anhaltende Überforderung sowie durch Mehrfach- und Überlastung im Beruf, aber auch im Privatleben. Neben Stress und Überlastung können auch mangelnde Wertschätzung und ausbleibende Erfolgserlebnisse auf Dauer in einen Burnout münden.

Symptome

Burnout-Betroffene leiden unter einer bleiernen Müdigkeit, sind antriebslos und mutlos. Viele Burnout-Patienten empfinden kaum noch Freude und verspüren eine innere Leere. Sie haben häufig das Gefühl, dass alles sinnlos ist. Die Symptome können einer Depression sehr ähnlich sein. Daher ist eine sorgfältige Diagnostik nötig, um ein Burnout von einer Depression zu unterscheiden. Neben den psychischen Symptomen können bei Burnout auch psychosomatische Beschwerden, insbesondere Schmerzen und Schlafstörungen auftreten.

Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Dauermüdigkeit und Erschöpfung
  • Leistungsabfall
  • Rückzug
  • Sinnverlust
  • Schlafstörungen
  • Kopf- und Rückenschmerzen

Chronisches Erschöpfungssyndrom

Ein chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS) wird von Fehlfunktionen des Immun-, Hormon- oder Nervensystems ausgelöst. Wie das chronische Erschöpfungssyndrom genau entsteht, ist jedoch noch nicht völlig geklärt. Es beginnt meistens plötzlich, kann sich aber auch über eine längere Zeit entwickeln. Beruflicher und privater Stress sowie Bewegungsmangel oder einseitige Ernährung verstärken die Beschwerden.

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Zu den Symptomen eines chronischen Erschöpfungssyndroms zählen:

  • Grippegefühl (Halsschmerzen, geschwollene Lymphknoten)
  • Keine erholsame Nachtruhe (Schlafstörungen, ständig unausgeschlafen sein)
  • Verspannungen (Kopf- und Gliederschmerzen)
  • Verdauungsstörungen (Übelkeit, Appetitlosigkeit, Magenschmerzen usw.)
  • Gewichtsschwankungen
  • Libidoverlust (Verlust der sexuellen Lust)
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden (Schwäche, Schwindel usw.)
  • Kurzatmigkeit
  • Geringe Belastbarkeit
  • Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
  • Unausgeglichenheit (Stimmungsschwankungen)
  • Ängste (Panikattacken)

Behandlung

Ursachen, Auslöser und Erscheinungsbild von Burnout und dem Chronischem Erschöpfungssyndrom sind sehr vielfältig und so unterschiedlich wie die Betroffenen selbst. Deshalb steht die Therapie des kranken Menschen und nicht die Behandlung des Burnouts oder des Erschöpfungssyndroms im Mittelpunkt. Um optimal auf das Krankheitsbild eingehen zu können, wird mit dem Patienten gemeinsam eine aus vielen Bausteinen bestehende (multimodale) Therapie zusammengestellt.

Zu den Bausteinen eines ganzheitlichen Konzepts gehören:

  • intensive Einzel- und Gruppenpsychotherapien
  • fachärztliche Visiten
  • medikamentöse Therapie
  • Patientenseminare
  • Entspannungsverfahren
  • Achtsamkeits- und Genusstraining
  • sporttherapeutisches Angebot
  • Musiktherapie, Ergotherapie und Kreativtherapie
  • Tanztherapie
  • Ernährungsberatung
  • Beratung „Wie geht es nach der Reha weiter?“
  • ggf. Einleitung der Nachsorge bzw. nachfolgender ambulanter Therapie (Familien-und Paargespräche bei Bedarf)

Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen

Definition und Formen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die in der Regel mit anfallsartigen Kopfschmerzen verbunden ist. Häufig wird der Migränekopfschmerz von weiteren Symptomen begleitet und kann das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen. Die neurologische Krankheit Migräne tritt bei etwa zwölf bis 14 Prozent aller Frauen und sechs bis acht Prozent aller Männer in Deutschland auf.

Man kann zwischen mehreren Migräneformen unterscheiden:

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  • einfache Migräne oder auch Migräne ohne Aura
  • klassische Migräne oder auch Migräne mit Aura
  • komplizierte Migräne oder auch Migraine accompagnée

Zudem lassen sich folgende Unterformen unterscheiden:

  • Migräne der Augen (auch okulare Migräne genannt)
  • menstruelle Migräne
  • abdominelle Migräne
  • hemiplegische Migräne
  • Migräne mit Hirnstammaura (früher als basilaris Migräne bekannt)
  • vestibuläre Migräne

Symptome und Phasen

Die Symptome einer Migräne sind vielfältig und können von Person zu Person variieren. Typisch sind mäßige bis starke, einseitige Kopfschmerzen. Patientinnen und Patienten berichten von einem pulsierenden, pochenden oder hämmernden Schmerz, der sich bei körperlicher Aktivität verstärkt.

Die Symptome sind typisch für die jeweiligen Migräneformen:

  • Migräne ohne Aura: Die einfache Migräne zeichnet sich auch durch eine hohe Empfindlichkeit von Licht, Geräuschen und Gerüchen aus. Hinzukommen können Schwindel, das Sehen von Lichtblitzen und eigenartigen Formen.
  • Migräne mit Aura: Bei der klassischen bzw. Migräne mit Aura kommen zu den Kopfschmerzen neurologische Defizite hinzu. Meist als Vorbote von einem Migräneanfall können sogenannte Gesichtsfeldausfälle auftreten. Diese äußern sich in Form von Sehstörungen wie Lichtblitzen und werden in der Neurologie als Aura oder Migräneaura bezeichnet.
  • Komplizierte Migräne: Die komplizierte Migräne oder auch Migraine accompagnée ist gekennzeichnet durch lange neurologische Störungen im Vergleich zur Migräne mit Aura. Die Vorboten können den jeweiligen Migräneanfall auch überdauern. Zu der komplizierten Migräne zählen Unterformen wie die hemiplegische Migräne, die Basilaris-Migräne sowie die ophthalmoplegische Migräne. Die Symptome einer Migraine accompagnée reichen von leichten Lähmungserscheinungen über Gang- und Sehstörungen bis hin zu Sprachverlust oder Sprachstörungen.

Ein Migräneanfall kann in verschiedene Phasen unterteilt werden:

  1. Prodromalphase: Vor einer Attacke leiden Betroffene an ersten Anzeichen einer Migräne. Diese können wenige Stunden oder schon einen Tag zuvor auftreten. Symptome sind Hochstimmungen, das Gefühl, besonders leistungsfähig zu sein sowie Gereiztheit und depressive Verstimmungen.
  2. Auraphase: Die Aura geht den starken Kopfschmerzen einer Migräne direkt voraus und entwickelt sich in einem Zeitraum von fünf bis zehn Minuten. Dabei dauern die Symptome der Auraphase etwa 15 bis 30 Minuten an und äußern sich durch Sehstörungen wie etwa Lichtblitze, blinde Flecken im Sehfeld, Doppelbilder, Schwäche, Schwindel, Taubheit, Kribbeln in Gliedmaßen oder Gangunsicherheit.
  3. Kopfschmerzphase: Bei der eigentlichen Migräne treten die pochenden Schmerzen einseitig auf und verschlimmern sich durch körperliche Tätigkeiten. Je nach Migräneform und ihrer Schwere wird Migräne von vegetativen Störungen wie Schwindel oder Benommenheit oder neurologischen Störungen wie Sehstörungen, Taubheit oder Kribbeln begleitet.
  4. Auflösungsphase: Das Schlimmste ist überstanden. Die Symptome sind zwar noch da, werden aber weniger intensiv. Die Kopfschmerzen sind nicht mehr pulsierend, sondern eher gleichbleibend. Patienten sind oft sehr müde.Die Übelkeit und die Empfindlichkeit z.B. gegen Licht werden weniger, sind aber noch nicht verschwunden.
  5. Erholungsphase: Die letzte Phase ähnelt in Bezug auf die Symptome der Prodromalphase. Die Patienten sind angeschlagen und fühlen sich wie nach einem Kater. Sie brauchen jetzt viel Ruhe.

Ursachen und Auslöser

Für Migräne besteht generell eine genetische Veranlagung. Bei Menschen mit bestehender Veranlagung können folgende Auslöser für Migräne verantwortlich sein:

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  • Schlafüberschuss oder Schlafmangel
  • Hunger oder Unterzuckerung
  • Hormonumstellungen wie während des Zyklus oder bei Einnahme der Anti-Baby-Pille
  • körperlicher oder psychischer Stress
  • bestimmte Nahrungsmittel wie Schokolade, Käse, Zitrusfrüchte, Alkohol
  • Licht, Geräusche oder Gerüche
  • Wetterveränderungen
  • starke Emotionen
  • bestimmte Medikamente
  • Räume, in denen geraucht wird

Behandlung und Vorbeugung

Auch wenn Migräne eine nicht heilbare Krankheit ist, lässt sie sich mit Medikamenten gut behandeln. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen Medikamenten für akute Migräne und zur Rückfallprophylaxe. Für eine erfolgreiche Medikation muss die Therapie zu Beginn der Migräne angewandt werden. Laut deutscher Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft ist eine schrittweise und für den Bedarf gerechte Medikation vorgesehen.

Patientinnen und Patienten können anhand eines Anfallstagebuchs Schlüsse ziehen, wodurch ihre Migräne entsteht. Davon ausgehend können sie ggf. ihren Lebensstil verändern und dadurch langfristig Migräneanfälle senken. Zudem gibt es psychotherapeutische Verfahren, bei denen Betroffene lernen, mit ihrer Migräne besser umgehen zu können. Neben einer psychotherapeutischen Verhaltenstherapie, Ausdauersport und Akkupunktur können Medikamente einer Migräne vorbeugen. Zudem sollten Migräneauslöser möglichst vermieden werden.

Schüttelfrost: Eine Reaktion des Körpers

Definition und Ursachen

Schüttelfrost ist ein heftiges, unkontrolliertes Zittern des Körpers, das oft mit einem Kältegefühl einhergeht. Er ist eine Reaktion des Körpers auf eine innere oder äußere Kälte, eine Infektion oder andere Erkrankungen. Der Körper versucht durch die Muskelkontraktionen Wärme zu erzeugen und die Körpertemperatur zu erhöhen.

Mögliche Ursachen

Schüttelfrost kann verschiedene Ursachen haben, darunter:

  • Infektionen: Grippe, Erkältungen, Lungenentzündung, Harnwegsinfekte oder andere bakterielle oder virale Infektionen
  • Fieber: Schüttelfrost tritt häufig in Verbindung mit Fieber auf, da der Körper versucht, die erhöhte Körpertemperatur zu regulieren.
  • Unterkühlung: Bei einer Unterkühlung versucht der Körper, durch Zittern Wärme zu erzeugen, um die Körpertemperatur zu stabilisieren.
  • Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung Schüttelfrost verursachen.
  • Angst und Stress: In seltenen Fällen kann Schüttelfrost auch durch starke Angst oder Stress ausgelöst werden.

Behandlung

Die Behandlung von Schüttelfrost richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei Infektionen können Medikamente wie Antibiotika oder Virostatika erforderlich sein. Bei Fieber können fiebersenkende Mittel helfen. Bei Unterkühlung ist es wichtig, den Körper langsam aufzuwärmen.

Zusammenhänge zwischen Burnout, Migräne und Schüttelfrost

Obwohl Burnout, Migräne und Schüttelfrost unterschiedliche Erkrankungen sind, können sie in bestimmten Fällen zusammenhängen oder sich gegenseitig beeinflussen.

  • Stress als gemeinsamer Faktor: Stress ist ein bekannter Auslöser für Migräne und kann auch zu Burnout führen. Chronischer Stress kann das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen, was wiederum Schüttelfrost verursachen kann.
  • Psychosomatische Beschwerden: Burnout kann sich in Form von psychosomatischen Beschwerden äußern, wie z.B. Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Verdauungsprobleme. Diese Beschwerden können wiederum Migräneanfälle auslösen oder verstärken.
  • Geschwächtes Immunsystem: Sowohl Burnout als auch chronischer Stress können das Immunsystem schwächen, was die Anfälligkeit für Infektionen und damit auch für Schüttelfrost erhöht.
  • Medikamente: Die Einnahme von Medikamenten zur Behandlung von Migräne oder Burnout kann in seltenen Fällen als Nebenwirkung Schüttelfrost verursachen.

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