Calcium-EAP (Calcium-2-Aminoethylphosphonat) ist eine Substanz, die in der Neurologie Anwendung findet. Dieser Artikel beleuchtet die Verwendung von Calcium-EAP, insbesondere in Bezug auf neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS), und betrachtet auch alternative Therapieansätze.
Was sind Calcium-EAP-Ampullen?
Calcium-EAP-Ampullen enthalten den Wirkstoff Calcium-2-Aminoethylphosphonat, der zur Gruppe der Mineralstoffe gehört. Sie werden zur Unterstützung der Nervenfunktion und zur Verbesserung der neuromuskulären Übertragung eingesetzt. Patienten mit bestimmten neurologischen Erkrankungen oder Calciummangelzuständen können von der Anwendung profitieren.
Anwendung und Dosierung
Calcium-EAP-Ampullen sind zur intramuskulären oder intravenösen Injektion vorgesehen. Die genaue Dosierung und Anwendungshäufigkeit wird vom Arzt festgelegt, abhängig von der individuellen Situation des Patienten. Es ist wichtig, die Anweisungen des Arztes genau zu befolgen und die Ampullen nicht selbstständig ohne medizinische Anleitung zu verwenden.
Mögliche Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel können auch Calcium-EAP-Ampullen Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Reaktionen an der Injektionsstelle, allergische Reaktionen, Übelkeit, Erbrechen und Störungen des Elektrolythaushalts. Bei Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.
Haltbarkeit
Calcium-EAP-Ampullen sind nach Anbruch zur sofortigen Verwendung bestimmt und sollten nicht aufbewahrt werden. Nicht verwendete Lösung ist zu verwerfen. Die Haltbarkeit vor Anbruch ist auf der Verpackung angegeben und sollte nicht überschritten werden.
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Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Ja, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind möglich. Calcium-EAP kann die Wirkung von bestimmten Antibiotika, Herzmedikamenten und anderen Präparaten beeinflussen. Es ist wichtig, den behandelnden Arzt über alle eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel zu informieren, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.
Calcium-EAP nach Dr. Nieper und Multiple Sklerose
Dr. Hans A. Nieper führte Kalium- und Magnesium-Aspartate in die Herztherapie ein und entdeckte die Fähigkeit der EAP-Salze, Zellmembranen vor einem Angriff von Immunzellen zu schützen. Diese auch in der Praxis durchgeführte Behandlung gegen MS basiert auf der Gabe von so genannten Colaminphosphatsalzen (Calcium EAP). Diese Substanz ist ein hochwirksames Mittel zum Versiegeln der Zellmembranen zum Schutz gegen das Eindringen von Viren, Bakterien und toxischen Antikörpern. Außerdem fungieren EAP-Salze als Neurotransmitter, welche für die Bindung oder den Fluss von elektrischen Ladungen auf den Zellmembranen erforderlich sind. Dr. Nieper propagierte eumetabolische Medikamente und erkannte die zerstörerische Potenz der schädlichen orthodoxen Behandlungsmethoden gegen Krebs, Multipler Sklerose, Herz- und Kreislauferkrankungen und anderen chronischen Erkrankungen.
Alternative Therapieansätze bei Multipler Sklerose
Die konventionelle Therapie der MS hat Grenzen. Eine Heilung kann nicht erwartet werden, und die Therapieeffekte sind oft mäßig. Zahlreiche Symptome können therapieresistent sein, und bei manchen Patienten sind konventionelle Therapien wirkungslos. Aus diesen Gründen suchen Patienten oft nach komplementären und alternativen Therapien (KAT).
Was sind komplementäre und alternative Therapien?
Als alternativ wird eine Therapie bezeichnet, die als Ersatz zu konventionellen Verfahren gedacht ist. Dagegen versteht sich eine komplementäre Therapie nicht im Widerspruch, sondern als Ergänzung zur konventionellen Medizin. Die Grenzen zwischen KAT und schulmedizinischer Therapie sind nicht immer leicht zu ziehen.
Häufigkeit und Bedeutung von KAT bei MS-Patienten
KAT werden in den westlichen Industrienationen zunehmend eingesetzt. Daten aus verschiedenen Ländern zeigen, dass mehr als die Hälfte aller Patienten mit MS im Laufe ihrer Erkrankung KAT anwenden. Ein Hauptmotiv der Patienten ist, nichts unversucht zu lassen und Eigeninitiative und Kontrolle über die Erkrankung zu erlangen.
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Beispiele für komplementäre und alternative Therapien
Es gibt eine Vielzahl von KAT, die von MS-Patienten verwendet werden. Einige Beispiele sind:
- Selen
- Zink
- Vitamine (A, B12, C, D, E)
- Pycnogenol und andere Flavonoide
- Coenzym Q
- Schlangengift (Kobratoxin)
- Bienengift
- Entfernung von Amalgamfüllungen
- Hyperbare Oxygenierung
- Hippotherapie
- Frischzelltherapie
- Metabolische Therapie nach Dr.
- Ayurveda
- Traditionelle Chinesische Medizin
- Qigong, Tai-Chi, Reiki, Shiatsu
Bewertung von KAT
Aus wissenschaftlicher Sicht können KAT nicht generell empfohlen werden. Es ist wichtig, die Versprechungen der Anbieter durch geeignete Studien zu belegen. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass KAT sich weniger auf objektiv messbare Befunde der MS auswirken als auf die Selbstwahrnehmung, das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität.
Risiken und Nebenwirkungen von KAT
Daten zur Sicherheit der KAT sind kaum verfügbar. Von Patienten und Anbietern werden KAT üblicherweise als harmlos angesehen. Es gibt jedoch Berichte über Nebenwirkungen von Phytotherapeutika, und große Studien haben gezeigt, dass selbst von generell als ungefährlich betrachteten Vitaminen, Multivitaminpräparaten oder Mineralien bei langfristiger Anwendung als Nahrungsergänzungsmittel negative Effekte zu erwarten sind.
Wirtschaftliche Aspekte von KAT
Viele KAT sind teuer. Der hohe Preis hält viele Patienten nicht ab, aufgrund unbewiesener Versprechungen hohe Summen auszugeben. Neben dem ernsthaften Wunsch vieler Anbieter von KAT, den Patienten eine zusätzliche Behandlung anzubieten, sind leider Geschäftemacherei und Profitgier gelegentlich unverkennbare Motive.
Empfehlungen zum Umgang mit KAT
Angesichts des belegten Nutzens der zugelassenen Immuntherapien ist es nicht vertretbar, einem Patienten KAT anstelle von konventioneller Therapie zu empfehlen, solange die wissenschaftlich fundierten Therapiemöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft sind. Abzuraten ist von Käufen im Internet, vor allem von ausländischen Quellen oder wenn die Quelle nicht genau bekannt ist.
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Polyneuropathie und alternative Therapieansätze
Polyneuropathie ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, die durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Neben synthetischen Therapieoptionen gibt es auch naturheilkundliche Ansätze zur Behandlung von Polyneuropathie.
Naturheilkundliche Therapieoptionen
- Alpha-Liponsäure (Thioctsäure): Beeinflusst Neuropathien günstig.
- Neurotrope Nährstoffe (Benfotiamin): Ein Prodrug des Thiamins, das Mangelerscheinungen im Nervensystem entgegenwirkt.
- Neurotrope Nährstoffe (Uridinmonophosphat): Fördert die Proteinbiosynthese und den Wiederaufbau von Membranbestandteilen in Nervenzellen.
- Neurotrope Nährstoffe (Calcium-EAP): Das Calciumsalz der Substanz Ethyl-Amino-Phosphat (EAP), auch bekannt als "Membranschutzfaktor".
- B-Vitamine: Insbesondere Vitamin B12 und Folsäure sind wichtig für die Nervenfunktion.
- Biochemie: Schüssler Salze Nr. 5 Kalium phosphoricum D6 und Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6 sowie die Kombination aus Nr. 3 in der D12, Nr. 7 in der D6 und Nr.
Weitere Therapieansätze
- Physikalische Therapien
- Physiotherapie
- Entgiftungs- und Ausleitungstherapien
- Säure-Basen-Haushalt
Weitere alternative Therapieansätze bei MS
Es gibt eine Vielzahl weiterer alternativer Therapieansätze, die bei MS eingesetzt werden, obwohl ihre Wirksamkeit oft nicht wissenschaftlich belegt ist:
- Enzymtherapie: Eine Enzymtherapie bei MS (ESEMS) wurde untersucht, wobei erste Auswertungen nach Studienende keinen signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zeigten.
- Ungesättigte Fettsäuren: Die Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren in Form von Fischöl wird oft empfohlen.
- Selenpräparate: Die Verabreichung eines Selenpräparats in Kombination mit einem Coenzym Q10 wird ebenfalls praktiziert.
- Amalgamsanierung: Der Zusammenhang zwischen Amalgambelastung und Multipler Sklerose wird diskutiert.
- Überdrucktherapie mit Sauerstoff: Es gibt Berichte darüber, dass die Überdrucktherapie mit Sauerstoff den Zustand von MS-Patienten verbessern kann.
- Bienengift: Eine placebokontrollierte Studie zur Wirksamkeit von Bienengift bei MS wird derzeit in den USA durchgeführt.
- Frischzellen aus Organen von Schafsfeten: Diese Therapieform wird in einigen Kliniken angeboten, aber es liegen keine kontrollierten Studien zur Wirksamkeit vor.
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