Parkinson ist eine Erkrankung, die das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen auf tiefgreifende Weise beeinflusst. Bei der Suche nach wirksamen Therapieoptionen hat ein Naturstoff in jüngster Zeit die Aufmerksamkeit der Forschung erregt: Cannabidiol, besser bekannt als CBD. Dieser Wirkstoff aus der Hanfpflanze hat bereits in verschiedenen Studien vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Doch wie wirkt CBD bei Parkinson und kann es tatsächlich dabei helfen, die Lebensqualität zu verbessern?
Was ist Parkinson?
Parkinson ist eine unheilbare neurologische Erkrankung, die durch einen fortschreitenden Verlust von dopaminproduzierenden Nervenzellen gekennzeichnet ist. Die genaue Ursache von Parkinson ist immer noch ungeklärt, und leider zählt sie nach wie vor zu den unheilbaren Krankheiten. Was die Medizin aber weiß, ist, dass Nervenzellen in der schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Mittelhirn absterben und dadurch ein Dopaminmangel entsteht. Die schwarze Substanz ist Bestandteil der Basalganglien - ein Teil des Gehirns, der unter anderem für die motorische Kontrolle zuständig ist. Durch das Absterben der Zellen kann nicht mehr ausreichend Dopamin produziert werden - ein Botenstoff, der essentiell für die Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen ist. In der Medizin versucht man, diesen Mangel durch Medikamente wie Levodopa, Dopamin-Agonisten oder MAO B-Hemmer auszugleichen, die den Dopaminspiegel erhöhen.
Symptome im Frühstadium
Parkinson-Symptome treten zu Beginn schleichend auf und werden nach und nach stärker. Die ersten Beschwerden können Muskelverspannungen, Verstopfung oder depressive Verstimmungen sein. Im weiteren Verlauf machen sich erste leichte Bewegungsstörungen bemerkbar, wie beispielsweise fehlendes Mitschwingen der Arme beim Laufen. Nachts können Schlafstörungen durch unkontrollierte Bewegungen von Armen oder Beinen auftreten. Mit fortschreitender Krankheit wird der Körper zunehmend starrer, langsamer, die Körperhaltung instabil (Hypokinese). Gleichzeitig entwickelt sich ein Zittern der Hände, der sogenannte Tremor.
Die Symptome von Parkinson entwickeln sich oft langsam und verschlechtern sich mit der Zeit. Parkinson ist eine komplexe Erkrankung mit einer Vielzahl von Symptomen, die weit über die motorischen Symptome hinausgehen. Bislang gibt es noch keine Heilung für Parkinson, aber es gibt verschiedene Behandlungsansätze, die darauf abzielen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Die Behandlung von Parkinson ist darauf ausgerichtet, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Die medikamentöse Behandlung von Parkinson zielt in erster Linie darauf ab, die motorischen Symptome zu kontrollieren, indem der Dopaminspiegel im Gehirn erhöht wird. Am häufigsten wird Levodopa eingesetzt, das in Dopamin umgewandelt wird und so die fehlende Substanz im Gehirn ersetzt. Andere Medikamente wie Dopaminagonisten, die die Dopaminrezeptoren im Gehirn direkt stimulieren, oder MAO-B-Hemmer, die den Abbau von Dopamin im Gehirn verhindern, können ebenfalls zur Behandlung von Parkinson eingesetzt werden. Eine individuelle Anpassung der medikamentösen Therapie ist dabei entscheidend, um die bestmögliche Kontrolle der Symptome bei minimalen Nebenwirkungen zu erreichen.
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Die Rolle von Cannabinoiden bei Parkinson
Dass medizinisches Cannabis mit dem psychoaktiven Wirkstoff THC gute Wirkung bei Parkinson erzielt, ist schon länger bekannt. Cannabis und Cannabinoide sind in vielen Ländern legal zur Behandlung von Parkinson zugelassen. Daher fragen Parkinson-Patienten immer öfter nach Cannabinoiden, wenn sie auf die übliche Behandlung nicht gut ansprechen. Es gibt Hinweise darauf, dass Cannabinoide bei Parkinson-Symptomen helfen könnten, da die Cannabinoid-Rezeptoren in bestimmten Gehirnstrukturen (Basalganglien) verbreitet sind. Es gibt auch immer mehr Studien und Berichte, die positive Effekte von Cannabinoiden bei Parkinson-Patienten nahelegen.
CBD-Öl als natürliche Unterstützung
Auch wenn CBD Parkinson nicht heilen kann, deuten dennoch die meisten Studien darauf hin, dass es das Krankheitsbild positiv beeinflussen kann. CBD lindert Schmerzen, beruhigt, verhilft zu erholsamem Schlaf und sorgt für mehr Wohlbefinden. Eine regelmäßige Einnahme von Hanföl könnte nicht nur den Erkrankungsprozess verlangsamen, sondern verbessert auch wesentlich die Lebensqualität der Betroffenen.
CBD vs. THC: Was ist besser für Parkinson?
Die Frage, ob THC oder CBD bei Parkinson mehr hilft, kann derzeit nicht eindeutig beantwortet werden, da die Forschung in diesem Bereich noch nicht abgeschlossen ist. Beide Cannabinoide könnten laut der zitierten Studien bei der Behandlung von Parkinson nützlich sein. Grundsätzlich zeigen Studien, dass sowohl THC als auch CBD hilfreich in der Behandlung der Parkinson-Krankheit sind. Allerdings kommt CBD ohne das Suchtpotenzial von THC aus. Zudem kann das berauschende THC Psychosen, wie sie teilweise bei Parkinson-Patienten auftreten, verschlimmern. CBD scheint zudem zusätzliche neuroprotektive Eigenschaften aufzuweisen, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen könnten.
Studienanalyse: CBD/THC-Kombination bei Parkinson
In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie aus dem Jahr 2024 wurde die Wirkung einer hochdosierten CBD/THC-Kombination auf Parkinson-Patient:innen untersucht. Auffällig war eine starke Placeboantwort, insbesondere bei Bereichen wie Schlaf, kognitiven Funktionen und Alltagstauglichkeit - teils sogar mit Vorteil für die Placebogruppe. Diese Studie zeigt, dass CBD nicht automatisch eine positive Wirkung bei Parkinson entfaltet - besonders nicht in Kombination mit THC und über eine so kurze Anwendungszeit. Die Ergebnisse sind nicht negativ, aber nicht eindeutig positiv - es braucht dringend langfristige, hochwertige Studien, idealerweise mit reinem CBD, größerer Teilnehmerzahl und individueller Dosierung.
Wie CBD bei Parkinson wirken kann
Es stellte sich heraus, dass CBD antioxidative Eigenschaften besitzt und die Aktivität des schädlichen Neurotoxins Glutamat reduziert. Zusätzlich zur neuroprotektiven Wirkung lindert Cannabidiol auch die Begleiterscheinungen und Symptome von Parkinson.
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Linderung nicht-motorischer Symptome
Eine weitere Studie hatte das Ziel, die Wirkung von Cannabidiol auf emotionale und kognitive Symptome bei Ratten mit Parkinson zu untersuchen. Vor Beginn der Studie zeigten die Tiere Gedächtnisbeeinträchtigungen und verzweifeltes Verhalten. Es wurde ein Verlust dopaminerger Neuronen in der Substantia Nigra (motorisches Zentrum im Gehirn), dem Striatum und dem ventralen Tegmentalbereich sowie eine verringerte Neurogenese im Hippocampus festgestellt.
Die Behandlung mit CBD führte zu folgenden positiven Effekten:
- Reduzierung des dopaminergen Neuronenverlusts in der SNpc
- Senkung der Sterblichkeitsrate der Ratten
- Verringerung der Neuroinflammation
- Verhinderung von Gedächtnisbeeinträchtigungen
- Abschwächung des verzweifelten Verhaltens
- Förderung der Reifung neuer Neuronen im Hippocampus
Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass CBD potenziell vorteilhafte Effekte auf die nicht-motorischen Symptome von Parkinson haben könnte. Insbesondere zeigt CBD eine neuroprotektive Wirkung, indem es den Verlust dopaminerger Neuronen reduziert und neuroinflammatorische Prozesse abschwächt. Darüber hinaus verbessert CBD die kognitiven Funktionen und verringert depressive Verhaltensweisen, die durch die Parkinson-ähnlichen Läsionen verursacht wurden. Diese Befunde legen nahe, dass CBD eine vielversprechende ergänzende Behandlung für Parkinson sein könnte.
Verbesserung der Lebensqualität
In einer in Brasilien durchgeführten CBD Parkinson Studie kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass CBD-Öl die Lebensqualität von Parkinson-Patienten verbessert und ihr Leiden lindert. Man verabreichte 21 Patienten über einen Zeitraum von sechs Wochen unterschiedlich hohe Tagesdosen CBD - 300mg, 75mg und ein Placebo. Bei den Probanden, die 300mg pro Tag einnahmen, konnte eine signifikante Besserung der Symptome festgestellt werden. Viele Patienten, die unter Parkinson leiden, entwickeln mit der Zeit Depressionen oder Ängste. Auch Schlafprobleme können zu den negativen Begleiterscheinungen von Parkinson zählen. CBD wirkt beruhigend und hilft somit, besser und tiefer zu schlafen, was ein echter Segen sein kann.
Die Bewegungsstörungen wirken sich bei vielen Parkinson-Patienten auch auf die Nervenzellen des Magen-Darm-Traktes aus. Dadurch kann es zu Verstopfung oder einer gestörten Magenentleerung kommen. Neben einer ballaststoffreichen Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr wirkt sich auch CBD-Öl sehr positiv auf die Darmtätigkeit aus. Der Wirkstoff aus der Hanfpflanze reduziert Entzündungen und entspannt den Magen-Darm-Trakt, indem er mit den Cannabinoidrezeptoren interagiert.
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Erfahrungen mit CBD bei Parkinson - Was sagen Anwender?
In diesem Abschnitt werden persönliche Erfahrungen von Menschen geteilt, die CBD zur Linderung der Symptome von Parkinson verwendet haben. Diese individuellen Berichte bieten wertvolle Einblicke in die möglichen Vorteile der CBD-Anwendung im Alltag mit Parkinson.
Ein Anwender berichtet: "CBD hat meinem Mann mit Parkinson bei Zittern, seiner Stimme und seiner Angst geholfen. Wenn ich aufgeregt bin, zitter ich zwar trotzdem verstärkt, aber dieses Grundzittern ist gefühlte 50% besser."
Ein anderer Anwender erzählt: "Schon nach wenigen Tagen der CBD-Einnahme hat er besser geschlafen und seine Knöchelschmerzen sind verschwunden. Die ersten Anzeichen sind sehr positiv, aber es ist noch zu früh, um endgültige Aussagen zu treffen."
Dosierungsempfehlungen
Bei CBD Öl können zwar keine genauen Dosierungsangaben gemacht werden, da jeder Mensch unterschiedlich darauf reagiert, bei Parkinson ist aber meist eine höhere Dosis notwendig, um die gewünschte Wirkung zu erzielen (wie z.B. 150 bis 200mg CBD täglich). Letztlich hängt es von der Schwere und dem Fortschritt der Erkrankung sowie von der individuellen Person ab, wie viel CBD sinnvoll ist. Empfehlenswert ist auf jeden Fall, mit wenigen Tropfen zu beginnen und die Dosis nach und nach zu erhöhen, bis man die für sich passende Dosis gefunden hat.
Aufgrund der höheren Dosen an CBD, die bei Parkinson notwendig sind, empfehlen sich hochkonzentrierte Produkte wie z.B. das CBD Öl 20% oder stärker. Damit kommt man länger aus und hat auch ein besseres Preisleistungsverhältnis. Gut zu wissen ist, dass CBD Öl nicht wirklich überdosiert werden kann, da es ein natürlicher, nebenwirkungsarmer Wirkstoff ist. Es gibt keinen bekannten Fall, wo CBD gefährliche Auswirkungen hatte.
Mögliche Nebenwirkungen von CBD
CBD gilt im Vergleich zu vielen herkömmlichen Parkinson-Medikamenten als sehr nebenwirkungsarm. Während klassische Medikamente häufig starke Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel oder sogar Dyskinesien (unkontrollierte Bewegungen) verursachen können, sind die Nebenwirkungen von CBD meist milder. Zu den möglichen, aber seltenen Nebenwirkungen zählen Müdigkeit, Mundtrockenheit, Durchfall und leichte Veränderungen des Appetits oder Gewichts. Diese Symptome treten in der Regel aber nur bei sehr hohen Dosen auf und sind weniger belastend für den Körper. Dennoch ist es wichtig, die Einnahme von CBD mit einem Arzt abzustimmen, um individuelle Risiken und mögliche CBD Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu berücksichtigen.
Wie man Cannabis als Medizin bei Parkinson verschrieben bekommt
Wenn ein Familienmitglied oder man selbst eine Behandlung der Erkrankung mit medizinischem Cannabis in Betracht zieht, empfiehlt es sich, einen spezialisierten Arzt aufzusuchen. Er oder sie sollte - falls eine Behandlung mit Cannabis als Medizin in Betracht kommt - die Behandlung so abstimmen, dass ungewünschte Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vermieden werden. Im Allgemeinen sollten sich Patient:innen strengstens an Dosierung, Dauer der Einnahme und Art der Verabreichung halten.
Ärzte können medizinisches Cannabis verschreiben, wenn sie die Therapie - etwa als Zusatztherapie - als sinnvoll ansehen. Zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse muss die Entscheidung des Arztes folgendermaßen begründet werden:
- Eine Therapie mit anderen Medikamenten ist nicht möglich.
- Eine Standardtherapie mit Parkinson Medikamenten hat nicht zum Erfolg geführt oder verliert an Wirkung.
- Durch den Einsatz von Cannabis ist eine Besserung der Symptome zu erwarten.