Cannabisöl in der Astrocytom-Forschung: Ein Überblick

Medizinisches Cannabis wird zunehmend zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt, darunter chronische Schmerzen, Multiple Sklerose, Epilepsie sowie Übelkeit und Erbrechen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der potenziellen Anwendung von Cannabisöl bei der Behandlung von Astrozytomen, einer Form von Gliomen. Gliome sind aggressive primäre Tumore des zentralen Nervensystems, die aus Gliazellen entstehen. Diese Zellen sind für den Schutz, die Unterstützung und die Aufrechterhaltung des dynamischen Gleichgewichtszustands im Gehirn verantwortlich. Gliome werden nach Zelltyp, Lokalisation und Grad der Bösartigkeit klassifiziert, wobei das Gliom als der bösartigste Hirntumor gilt. Häufige Symptome sind Kopfschmerzen, Erbrechen, Übelkeit und Anfälle. Die Behandlung umfasst je nach Tumorgrad Resektion, Chemotherapie und Glukokortikoide.

Cannabinoidrezeptoren und Gliome

Cannabinoidrezeptoren, insbesondere CB1 und CB2, spielen eine wichtige Rolle im Kontext von Gliomen. CB1-Rezeptoren sind im Gehirn weit verbreitet, während CB2-Rezeptoren hauptsächlich im Immunsystem vorkommen. Interessanterweise sind beide Rezeptortypen sowohl in Gliazellen als auch in Gliomen vorhanden.

Klinische Studien und Patientenberichte

Im Jahr 2019 wurde in einem großen Krebszentrum in Florida eine klinische Studie durchgeführt, um den Einsatz von medizinischem Cannabis bei Gliompatienten zu untersuchen. Die Ergebnisse basierten auf einer Umfrage, in der die Patienten ihre Erfahrungen selbst berichteten. Im Allgemeinen berichteten die Anwender von Schmerzlinderung, Übelkeitsbekämpfung, Appetitanregung, Entspannung, emotionaler Belastbarkeit, Schlafunterstützung und einem Rückgang der Anfälle. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nur wenige Patienten medizinisches Cannabis zur Kontrolle des Tumorwachstums einsetzten, und es gibt derzeit nur begrenzte wissenschaftliche Beweise dafür, dass dies beim Menschen tatsächlich funktioniert.

Präklinische Studien und Mechanismen

Eine präklinische Studie aus dem Jahr 2011 untersuchte die kombinierte Verabreichung von Temozolomid, dem Standard-Chemotherapeutikum zur Behandlung von Glioblastomen, und Tetrahydrocannabinol (THC), dem wichtigsten psychoaktiven Bestandteil von Marihuana. Die Forscher berichteten über eine starke antitumorale Wirkung in Gliomzellen durch die Aktivierung der Autophagie, einem Prozess, bei dem Zellen beschädigte Komponenten abbauen. Darüber hinaus führte die Behandlung mit THC und Cannabidiol (CBD), einem weiteren pflanzlichen Cannabinoid, zum Tod von Gliomzellen und zur Reduktion des Tumorwachstums.

Eine weitere klinische Studie aus dem Jahr 2003, in der neun Patienten mit aktiv wachsendem rezidivierendem Gliom mit intratumoral (intrakranial) verabreichtem THC behandelt wurden, zeigte, dass THC nach 15 Tagen die Vermehrung von Tumorzellen verringerte und die Zelltodrate erhöhte.

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Es wird vermutet, dass Cannabinoide Cannabinoidrezeptoren aktivieren und die Apoptose von Gliomzellen induzieren, indem sie einen stressbedingten endoplasmatischen Retikulumweg und eine Ceramidakkumulation aktivieren. Das stressregulierte Protein p8 spielt dabei eine wichtige Rolle, indem es die Reaktion von ATF-4, CHOP und TRB3 kontrolliert. Diese Ereigniskette löst die Aktivierung des mitochondrialen intrinsischen apoptotischen Pfades aus, wobei der genaue Mechanismus noch unbekannt ist. Bei resistenten Gliomtumoren könnte die Verabreichung von Cannabinoiden zusammen mit endoplasmatischen Retikulum Stress-Induktoren von Vorteil sein.

Auswirkungen auf die Tumorprogression

Tumore benötigen eine neue Gefäßversorgung für die Abfallentsorgung, die Zellernährung und den Gasaustausch. Daher stellt die Blockade dieses Prozesses einen wichtigen Ansatz zur Krebsbekämpfung dar. Cannabinoide können das Vorkommen verschiedener Moleküle zur Tumorprogression vermindern, darunter Matrix-Metalloproteinase-2 (MMP2), ein Protein, das den Gewebeabbau und -umbau bei der Bildung neuer Blutgefäße und Metastasen ermöglicht. Zudem beeinflussen sie Proteine wie E2F1 und Cyclin A, die den Zellteilungszyklus fördern.

Weitere Forschungsergebnisse zu Cannabinoiden und Krebs

Die Forschung zu Cannabinoiden und Krebs hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Studien haben gezeigt, dass Cannabinoide bei der Palliation einer Reihe von krebsassoziierten Symptomen hilfreich sein können, darunter Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust, Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen, Schlafstörungen und Depressionen. Einige dieser Anwendungen gelten heute als etabliert.

In der Grundlagenforschung wurde darüber hinaus nachgewiesen, dass eine Anzahl von Cannabinoiden, darunter THC (Dronabinol) und CBD (Cannabidiol), krebshemmende Eigenschaften besitzen. Es gibt Belege für eine Anzahl von Wirkmechanismen, darunter die Hemmung der Tumorzellproliferation, die Auslösung von Apoptosen und Autophagie, die Hemmung der Tumorinvasion und der Bildung von Metastasen, der Angiogenese und der Chemoresistenz. Cannabinoide könnten auch vor einigen zytostatikabedingten Schäden schützen, darunter vor der Entwicklung einer peripheren Neuropathie. Allerdings wurden in einzelnen Untersuchungen auch krebsfördernde Eigenschaften von Cannabinoiden beobachtet.

Die klinische Datenlage ist bisher sehr limitiert. Es gibt eindrucksvolle Fallberichte über eine erfolgreiche Krebstherapie mit CBD und THC sowie einige epidemiologische Studien und wenige klinische Daten, die ein therapeutisches Potenzial von cannabisbasierten Medikamenten unterstützen.

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Das Endocannabinoidsystem

Ende der 1980er-Jahre begann die Erforschung eines neuen Kommunikationssystems mit spezifischen Bindungsstellen für Cannabinoide (Cannabinoid-Rezeptoren) und körpereigenen Cannabinoiden (Endocannabinoiden). Seit Mitte der 1960er-Jahre waren die wichtigsten Cannabinoide der Hanfpflanze chemisch charakterisiert und ihre Pharmakologie erforscht worden. Ab Mitte der 1970er-Jahre wurden erste kontrollierte klinische Studien mit dem Cannabiswirkstoff THC und synthetischen THC-Derivaten (Nabilon, Levonantradol) vor allem zur Untersuchung der Wirksamkeit gegen Nebenwirkungen der Krebschemotherapie durchgeführt. Im Jahr 1976 beschrieben Regelson und Kollegen Appetit steigernde und antidepressive Eigenschaften bei Patienten mit chronischen Krebserkrankungen. Im gleichen Jahr wiesen Munson et al. erstmals krebshemmende Eigenschaften natürlicher Cannabinoide, darunter THC (Dronabinol, Delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBN (Cannabinol) in einem Mausmodell für das Adenokarzinom der Lunge nach.

Die wichtigsten Rezeptoren sind der Cannabinoid-1-Rezeptor (CB1-Rezeptor), der vor allem im Zentralnervensystem verbreitet ist, und der Cannabinoid-2-Rezeptor (CB2-Rezeptor), der vor allem auf Zellen des Immunsystems gefunden wird. CB1-Rezeptoren finden sich in nahezu allen Geweben und Organen des menschlichen Organismus. Die am besten erforschten Endocannabinoide sind Anandamid (Arachidonoylethanolamid, entdeckt 1992) und 2-AG (2-Arachidonoylglycerol, entdeckt 1995). Cannabinoide sind Derivate von Fettsäuren.

Als die wichtigsten physiologischen Funktionen des Endocannabinoidsystems gelten:

  • Entspannung (Verringerung von Schmerzen und Körpertemperatur)
  • Ausruhen (Reduzierung der Bewegungsaktivität)
  • Anpassen/Vergessen (Erholung von innerem und äußerem Stress)
  • Schützen (Reduzierung von Entzündungen und übermäßiger Aktivität der Nervenzellen)
  • Essen (Steigerung des Hungergefühls, Nahrungs- und Energiespeicherung)

THC aktiviert sowohl den CB1- als auch den CB2-Rezeptor, während die Wirkungsweise von Cannabidiol verschiedene Mechanismen umfasst, darunter die Verzögerung des Abbaus von Anandamid, die Bindung an eine Anzahl von Rezeptoren (CB1-Rezeptor, 5-HT1A-Rezeptor, Glycin-Rezeptor, Vanilloid-1- und Vanilloid-2-Rezeptor, GPR3-, GPR6- und GPR55-Rezeptor) und eine Blockierung der THC-Wirkung am CB1-Rezeptor.

Palliative Therapie mit Cannabis

Die Verwendung von Cannabis wird von vielen Patienten mit fortgeschrittenem Krebs als „hoch wirksam“ bei der Symptombewältigung wahrgenommen. Verbesserungen von Schmerzen (70%), allgemeinem Wohlbefinden (70%), Appetit (60%) und Übelkeit (50%) wurden von den Studienteilnehmenden angegeben. Eine retrospektive Analyse der Daten von etwa 10.000 Patienten, die in Israel mit Cannabis behandelt wurden, ergab, dass die Cannabisbehandlung mit einer hohen Therapietreue, einer Verbesserung der Lebensqualität und einer Verringerung der Schmerzen verbunden war. Mögliche symptomatisch nutzbare Eigenschaften von THC bzw. Dronabinol sind antiemetische und orektische Wirkungen, Analgesie, Verbesserung des Schlafes, Reduzierung von Nachtschweiß sowie Juckreiz, Anxiolyse und gehobene Stimmung. Es gibt darüber hinaus Hinweise, dass zytostatikainduzierte kardiale und neurologische Schäden durch die Chemotherapeutika Oxaliplatin, 5-Floruracil und Paclitaxel mithilfe von prophylaktisch eingesetzten Cannabinoiden, insbesondere CBD, abgeschwächt werden könnten.

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Mechanismen der Krebshemmung durch Cannabinoide

Bei der Krebshemmung spielen nicht nur die Aktivierung der klassischen Cannabinoid-Rezeptoren CB1- und CB2 eine Rolle, sondern weitere Rezeptoren, darunter der TRPVR1-Rezeptor (Vanilloid-1-Rezeptor), der GPR55-Rezeptor und der TRPM8-Rezeptor.

Zu den Mechanismen der Krebshemmung zählen die Induktion von Apoptose und Autophagie, eine Hemmung der Angioneogenese im Tumor, Immunmodulation sowie Reduzierung der Fähigkeit zur Metastasierung durch Hemmung von Migration und Invasionsfähigkeit. Zu den immunmodulatorischen Veränderungen zählen die Zunahme antiinflammatorischer Zytokine und die Bildung regulatorischer T-Zellen. Bemerkenswerterweise beeinflussen Cannabinoide in therapeutisch erzielbaren Konzentrationen, d. h. für THC in einem Konzentrationsbereich unter einem Mikromol, nicht die Lebensfähigkeit gesunder Zellen. Dies wurde beispielsweise experimentell für Astrozyten nachgewiesen. Die Stimulierung von Cannabinoidrezeptoren scheint in veränderten Krebszellen und unveränderten gesunden Zellen unterschiedliche Signalwege zu aktivieren.

In der Grundlagenforschung wurden nicht nur antiproliferative Wirkungen, sondern in einigen Studien auch eine Krebsförderung durch Cannabinoide beobachtet. So wies das Mammakarzinom 4T1 der Maus geringe bis nicht nachweisbare Mengen an Cannabinoidrezeptoren (CB1 und CB2) auf, sodass THC in einer Studie aus 2005 nicht zytotoxisch auf diese Krebszellen wirkte. THC hemmte dagegen die Antitumor-Immunität und führte zu einer Zunahme des Krebswachstums. Auch die menschlichen Brustkrebszelllinien MCF-7 und MDA-MB-231 weisen kaum nachweisbare Mengen an Cannabinoidrezeptoren auf. In einer weiteren Studie erhöhte eine chronisch-intermittierende Hypoxie die Cannabinoidrezeptor-Expression und förderte die Invasion bei Brustkrebs. Mäuse, denen MCF-7-Zellen transplantiert wurden, zeigten bei chronisch intermittierender Hypoxie im Vergleich zu chronischer Hypoxie und Kontrolltieren ein deutliches Tumorwachstum, die Angiogenese sowie die Lungenmetastasierung. In zwei verschiedenen, schwach immunogenen Lungenkrebsmodellen der Maus unterdrückte THC ebenfalls die Immunreaktivität des Wirts und beschleunigte das Wachstum der Tumorimplantate.

Epidemiologische Studien

Zum Zusammenhang zwischen Cannabis und Krebs beim Menschen können epidemiologische und klinische Studien wissenschaftliche Erkenntnisse liefern. In der Grundlagenforschung wurde nachgewiesen, dass die langzeitige Einnahme von THC - in einer Studie 5 Tage pro Woche für einen Zeitraum von 2 Jahren - das Krebsrisiko von Mäusen und Ratten reduzieren und dadurch das Überleben verlängern kann. Ein solch protektiver Effekt wird aufgrund epidemiologischer Studien auch beim Menschen vermutet. Die bisher aussagekräftigste epidemiologische Untersuchung wurde von der Arbeitsgruppe von Donald Tashkin von der Universität von Kalifornien in Los Angeles durchgeführt: Die Forschenden hatten 1212 an Krebs Erkrankte mit 1040 gesunden Nichtrauchern verglichen. Die Odds Ratio, durch starken Cannabiskonsum an Mundkrebs zu erkranken, betrug 1,1, für Kehlkopfkrebs 0,84, für Lungenkrebs 0,62, für Rachenkrebs 0,57 und für Speiseröhrenkrebs 0,53. Das Risiko für starke Cannabiskonsumenten, an Lungenkrebs zu erkranken, war also um 38% reduziert. Tabakraucher wiesen in dieser Studie dagegen das von anderen epidemiologischen Studien bekannte, zum Teil deutlich erhöhte Risiko für verschiedene Krebsarten auf.

Es gibt einige epidemiologische Studien, die nur eine einzelne Krebsart untersucht haben. So wurde eine Datenanalyse von etwa 101 Millionen Patienten aus den USA vorgenommen. Von dieser Gesamtzahl hatten 996.290 Patienten (1%) die Diagnose Cannabismissbrauch gegenüber 100.234.746 Patienten (99%) in der Kontrollgruppe ohne Cannabismissbrauch. Nach Bereinigung um mögliche Störfaktoren hatten Patienten mit Cannabismissbrauch ein um 55% geringeres Risiko, an Leberkrebs zu erkranken. In einer Studie mit 6002 Patienten mit Morbus Crohn und 1481 Patienten mit Colitis ulcerosa war Cannabiskonsum mit einem geringeren Risiko für die Entstehung von Darmkrebs verbunden.

Fallberichte

Im Internet findet sich eine Anzahl von Erfahrungsberichten von Krebspatienten und Ärzten, die nahelegen, dass Cannabisprodukte angeblich das Überleben verlängern oder durch den Konsum der Krebs sogar vollständig besiegt werden könne. Allerdings kann bei den meisten Beschreibungen nicht sicher von einer Kausalität die Rede sein, da die Patienten beispielsweise auch andere Therapien durchgeführt haben. Es gibt jedoch eine Anzahl gut dokumentierter Fallberichte in der wissenschaftlichen Literatur, die es lohnt anzuschauen.

Laut einem dieser Fallberichte verbesserte sich die Situation einer 80-jährigen Patientin mit Lungenkrebs, die eine konventionelle Behandlung ablehnte, nach der Einnahme von THC und CBD. Ohne Wissen ihrer Ärzte entschied sie sich für die Einnahme eines Extrakts mit 21% CBD und 20% THC, den sie zwei- bis dreimal täglich einnahm. Die Bildgebung zeigte, dass sich der Durchmesser des Tumors über einen Zeitraum von 2,5 Jahren schrittweise von 41 mm auf 10 mm verkleinert hatte.

In einem Fall aus Kanada wurde ein zum Zeitpunkt der Diagnosestellung 14 Jahre altes Mädchen mit einer aggressiven Form einer Kinderleukämie (Philadelphia-Chromosom-positive akute lymphoblastische Leukämie) mit verschiedenen Cannabisextrakten behandelt, nachdem Standard-Therapien über einen Zeitraum von 34 Monaten erfolglos waren. Durch die Behandlung mit Cannabis kam es innerhalb weniger Wochen zu einem drastischen Abfall der malignen Lymphoblasten im Blut. Die Patientin ist dennoch nach einigen Monaten aufgrund von Blutungen, Darmentzündung und Darmperforation verstorben.

Im Sommer 2018 besuchte mich ein 75 Jahre alter Mann in meiner Praxis. Er litt an rezidivierenden Basalzellkarzinomen auf der Nase, die zuvor mittels operativer Maßnahmen und Bestrahlung behandelt worden waren, sowie an einer aktinischen Keratose auf dem Kopf. Er hat eine kleine Menge eines THC-reichen Cannabisextrakts (Haschischöl) viermal täglich auf die betroffenen Stellen appliziert. Innerhalb von zwei Wochen heilten die Basaliome ab. Die aktinische Keratose auf dem Schädel heilte innerhalb von 4 Wochen ab.

Auch Kollegen aus Kalifornien berichteten über die erfolgreiche Behandlung eines Hautkrebses, in diesem Fall mit einem lokal aufgetragenen 20%igen CBD-Extrakt. Eine 64-jährige Frau mit multiplen Plattenepithelkarzinomen in der Vorgeschichte stellte sich mit Hautläsionen an beiden Handrücken vor. Biopsien ergaben einen Lichen simplex chronicus der linken Hand und ein Plattenepithelkarzinom der rechten Hand. Beide Veränderungen verschwanden durch die topische Applikation des Extrakts innerhalb von 4 Wochen.

Klinische Studien

Erstmals wurde im Jahr 2021 eine kleine placebokontrollierte Studie veröffentlicht, die Hinweise gibt, dass Cannabis nicht nur im Tierversuch, sondern auch beim Menschen das Krebswachstum hemmen und das Überleben verbessern kann. An der Studie durften Patienten mit einem Rezidiv eines Glioblastoms teilnehmen. Von den 21 Teilnehmern erhielten 12 Patienten Telezolomid plus einen standardisierten Cannabisextrakt mit etwa gleichen Anteilen von THC und CBD, und 9 Patienten Telezolomid plus Placebo. Nach einem Jahr lebten noch 44% der Patienten, die nur Telezolomid und das Placebo erhalten hatten, während die 1-Jahresüberlebensrate in der Cannabisgruppe 83% betrug. Allerdings starben in der Placebogruppe 2 Patienten innerhalb der ersten 40 Tage nach Beginn der Studie.

Laut einer Fallserie mit 9 Glioblastom-Patienten, die von 2014 bis 2021 in einer einzigen Einrichtung behandelt wurden, zeigten die Patienten, die mit einer Kombination aus Chemotherapie und Cannabisprodukten behandelt wurden, ein längeres Überleben als die Patienten, die nur mit einer Chemotherapie behandelt wurden.

Rechtliche Aspekte und Verfügbarkeit

In vielen Ländern ist der Anbau, Besitz und die Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke unter bestimmten Bedingungen legalisiert oder entkriminalisiert worden. Die rechtliche Situation variiert jedoch stark von Land zu Land und sogar innerhalb einzelner Länder. Es ist daher wichtig, sich vor der Verwendung von Cannabisprodukten über die geltenden Gesetze und Bestimmungen zu informieren.

In Deutschland ist medizinisches Cannabis seit 2017 auf Rezept erhältlich. Die Kosten für die Therapie werden jedoch nicht immer von den Krankenkassen übernommen.

Fazit

Die Forschung zu Cannabisöl und Astrozytomen befindet sich noch in einem frühen Stadium, aber die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend. Präklinische Studien deuten auf eine antitumorale Wirkung von Cannabinoiden hin, und einige klinische Studien und Fallberichte legen nahe, dass Cannabis bei der Behandlung von Gliomen und anderen Krebsarten von Nutzen sein könnte. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass weitere Forschung erforderlich ist, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabis als Krebsbehandlung vollständig zu verstehen.

Die signifikante antiproliferative Wirkung von Cannabinoiden zusammen mit ihrer geringen Toxizität im Vergleich zu anderen Chemotherapeutika deutet darauf hin, dass die Cannabinoidbehandlung eine neue zusätzliche Therapie zur Behandlung von Hirnkrebs darstellen könnte. Dennoch sollten Patienten, die eine Behandlung mit Cannabisöl in Erwägung ziehen, dies mit ihrem Arzt besprechen und sich über die potenziellen Risiken und Vorteile informieren.

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