Cannondale hat das Synapse, seinen Langstrecken-Renner, umfassend überarbeitet und ihm mehr Komfort sowie eine größere Reifenfreiheit (bis zu 42 mm) spendiert. Die US-amerikanische Marke hat zudem viel Wert auf aerodynamische Effizienz gelegt und sämtliche Leitungen und Kabel integriert. Das SmartSense-System erlebt in Generation 2 eine Neuauflage und ist optional in einigen Modellen erhältlich. Die neue Version bietet ein bisher einzigartiges Feature für Rennräder: ein zentraler Akku versorgt SRAM AXS-Schaltungen. Radar und integrierte Beleuchtung sind ebenfalls in verbesserter Ausführung vorhanden.
Rahmen und Materialien
Das neue Synapse wird in zwei verschiedenen Carbon-Qualitäten angeboten. Das exklusive LAB71 Modell und das Synapse Carbon 1 sind mit HI-MOD Carbon ausgestattet, bei dem durch besonders hochwertige Carbonfasern Material und somit Gewicht eingespart werden kann, ohne die Steifigkeit zu verringern. Eine günstigere Version mit mechanischer Shimano 105 Gruppe ist ebenfalls erhältlich.
- Gewicht Rahmen (HI-MOD): 979 Gramm (Herstellerangabe, Größe unbekannt)
- Gewicht Rahmen: 1.143 Gramm (Herstellerangabe, Größe unbekannt)
- Materialien: HI-MOD Carbon, Carbon (je nach Modell)
Dank der speziellen Verarbeitung von Carbonfasern und der Formgebung der Rohre ist der Rahmen steif und gleichzeitig komfortabel. Dies wird durch mehrere Technologien erreicht, die direkt von Cannondale entwickelt wurden. Eine davon ist das präzise Carbon-Verarbeitungssystem BallisTec Carbon. Dies basiert auf einer Struktur aus ultrastarken Fasern, die mit hochfesten und stoßfesten Harzen kombiniert werden. Diese werden zu Schichten kombiniert, die die richtungsabhängigen Qualitäten der Fasern maximieren. Es funktioniert hauptsächlich durch das Gleichgewicht zwischen dem hinteren Rahmendreieck und der Gabel. Die Hauptidee ist, dass die Rohre im hinteren Rahmendreieck in der Lage sind, vertikale Flexibilität zu bieten und so Stöße zu absorbieren. Die Carbon-Schichtung ist so konzipiert, dass die Fasern so orientiert sind, dass sie Vibrationen in ihren Schichten absorbieren und sie vor der Weitergabe an den Fahrer verteilen.
Aerodynamik und Komfort
Im modernen Rennradbau spielt Aerodynamik eine wichtige Rolle. Cannondale hat die Aerodynamik bei allen Entwicklungsschritten berücksichtigt, wodurch das neue Synapse deutlich schneller als sein Vorgänger ist. Am neuen Synapse sind höchstens noch Minikabel für die integrierte Beleuchtung an den Smart Sense Modellen zu sehen.
Das Carbon-Layup wurde unter Komfort-Gesichtspunkten genau unter die Lupe genommen. Cannondale gibt an, dass das neue Synapse "um 18 % komfortabler" ist als der Vorgänger. Die auf 42 mm erhöhte Reifenfreiheit ermöglicht zudem die Verwendung von sehr breiten Reifen und entsprechend niedrigen Luftdrücken.
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SmartSense-System
Das Cannondale SmartSense mit integrierter Beleuchtung und Radar-Warner ist bereits vom Vorgängermodell bekannt. Die US-Amerikaner haben ihre elektronischen Helfer jedoch umfangreich überarbeitet und erweitert. Diese Neuerung dürfte auch der Grund dafür sein, dass zunächst nur Ride Sense Modelle mit SRAM Schaltung angeboten werden. Laut Cannondale sind Shimano Di2 Gruppen aktuell nicht mit einer zentralen Stromversorgung über das Ride Smart System kompatibel. Die Synapse Carbon 3 Smart Sense und Synapse Carbon 2 Smart Sense Modelle sind zudem erst ab Mitte Juni erhältlich. Die Beleuchtung wird über den zentralen Smart Sense Akku mit Energie versorgt. Die Synapse Modelle mit Smart Sense sind bestens gerüstet für Fahrten in der Dunkelheit.
- Batteriekapazität: 43,2 Wh
- Funktionen: Versorgung von SRAM AXS-Schaltungen, Beleuchtung, Radar, USB-C-Port zum Laden von Smartphones
Staufach
Dank einem im Unterrohr integrierten Staufach verschwindet die Smart Sense Batterie der entsprechend ausgestatten Modelle optisch komplett von der Bildfläche. Die Ausstattungs-Varianten ohne Smart Sense können das integrierte Staufach natürlich ebenfalls sinnvoll nutzen, um Werkzeug und ein Notfall-Kit unterzubringen.
Geometrie
Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Kettenstreben um 10 mm und der Radstand um fast 40 mm bei Rahmengröße 54 verlängert. Die Sitzposition dürfte, der Ausrichtung als Endurance-Rennrad entsprechend, recht kommod ausfallen.
Ausstattungsvarianten
Das neue Cannondale Synapse ist in insgesamt 7 Ausstattungsvarianten auf dem deutschsprachigen Markt erhältlich. Dabei muss unterschieden werden, ob es sich um ein Modell mit oder ohne Smart Sense System handelt, da Cannondale eine Nachrüstung der elektronischen Helfer nicht vorgesehen hat. Die zweite wichtige Unterteilung betrifft den Rahmen, denn nur das LAB71 Modell und das Synapse Carbon 1 sind mit dem deutlich leichteren HI-MOD Rahmen ausgestattet. Alle anderen Modelle verfügen über einen Carbonrahmen ohne HI-MOD Carbonfasern. Als Rahmenkit gibt es zum Marktstart das LAB71 Modell mit HI-MOD Carbonrahmen.
Das Cannondale Synapse Hi-Mod Disc Dura Ace Di2 Rennrad ist mit Top Shimano Dura Ace Di2 Komponenten mit 2x11 Gängen ausgestattet. Shimano Dura-Ace ist das Top-Set dieser Marke und zeichnet sich durch geringes Gewicht und hervorragende Ergonomie aus. Die schnelle Beschleunigung wird durch Cannondale HollowGram Carbon Clincher Disc-Carbonfelgen unterstützt, die mit leichten Cannondale HollowGram Disc-Naben mit hochwertigen Industrielagern verflochten sind.
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Fahreigenschaften und Komfort
Der erste Kontakt mit dem Cannondale Synapse ist durchaus positiv. Das von Momo designte Cockpit ist nicht nur schön anzuschauen, sondern hat auch eine sehr angenehm zu greifende Oberfläche. Mit lediglich 80 mm Überhöhung liegt das Cockpit recht hoch. Auffällig ist zudem eine recht lange Sitzlänge, an der auch die gekröpfte Sattelstütze ihren Anteil beiträgt. Der im Vergleich zum Vorgänger deutlich verlängerte Radstand wirkt sich nicht negativ auf das Handling aus. Das Synapse lässt sich behände ums Eck zirkeln und scheut auch schnelle Richtungswechsel keineswegs. Es liegt dabei immer sehr stabil und spurtreu auf seiner Linie. Bergab zieht das Synapse souverän seine Bahn.
Dank des niedrigen Gewichts reagiert das Testbike spontan auf Antritte. Die absolute Bandbreite der Übersetzung mit 44er Kettenblatt vorne ist zwar ausreichend, aber die Gangsprünge fallen für das reine Fahren auf Asphalt zu groß aus. Ebenso ist es nervig, dass man auf zügig gefahrenen Bergabstücken schnell nicht mehr mittreten kann. Wohingegen der Berggang mit 44 zu 46, also mit echter Untersetzung, auch bei eher schwachen Waden ausreichend sein dürfte.
Wunderbar funktioniert hat an unserem Testbike auch die Smartsense Integration. Es ist schon äußerst komfortabel, wenn man sich nur um die Ladung eines Akkus Gedanken machen muss und immer Licht und Radar sauber integriert an Bord hat. Die Sitzposition ist komfortabel und dennoch recht sportlich. Wer keine Lust auf technische Hilfsmittel hat und sein Rennrad eher als puristisches Sportgerät betrachtet, bekommt das Cannondale Synapse auch in mehreren Varianten ohne Akku oder Leuchten. Das praktische und geräumige Staufach ist dennoch immer an Bord und erleichtert nicht nur den Transport eines Notfall-Kits, sondern auch von allen möglichen weiteren Dingen, die man unbedingt dabei haben möchte. Das Platzangebot im Unterrohr ist jedenfalls riesig.
Allen Modellen gleich dürfte der gebotene Komfort sein. Unser Testbike punktet hier jedenfalls schon mit den sehr geschmeidig rollenden Vittoria Corsa Pro Reifen in 32 mm Breite. Auf den Reserve Aero-Felgen mit 25,4 mm (vorn) und 24,8 mm (hinten) Maulweite bauen die Pneus rund 33 mm breit und stehen mit relativ geraden Flanken in der Felge. Dadurch konnte ich mit meinen 67 kg Lebendgewicht mit einem niedrigen Luftdruck von lediglich 3,4 bar vorn und 3,6 bar hinten fahren. Auch die recht lange und sichtbar flexende Sattelstütze zahlt auf das Komfort-Konto ein. Sie schluckt die eher groben Löcher und sorgt damit auch auf wirklich schlechten Straßen für Fahrspaß. Gut dazu passt das einteilige Carbon-Cockpit, das ebenfalls nicht zu hart konstruiert ist, um einen Komfortgewinn zu ermöglichen. Auch im Wiegetritt macht der Rahmen einen sehr steifen Eindruck.
Für wen ist das Cannondale Synapse geeignet?
Das Cannondale Synapse ist ideal für alle, die komfortabel und dennoch schnell unterwegs sein wollen. Echte Racer möchten sicher sportlicher sitzen. Wer ein echtes High-End Endurance-Rennrad mit exklusiver Ausstattung sucht, ist mit dem Cannondale Synapse LAB71 gut bedient. Dank feinster Ausstattung und dem toll funktionierenden SmartSense System bleiben hier keine Wünsche offen. Cannondale zeigt mit dem Top-Modell der Synapse Reihe, was aktuell an integrierter Technik möglich ist. Die gebotenen Fahrleistungen und der Komfort sind auf ähnlich hohem Niveau wie die technische Ausstattung und Funktionsvielfalt. Allerdings ist auch der Preis von fast 16.000 Euro auf allerhöchster Ebene.
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Weitere Details und Technologien
- Fly Delta: Der für Cannondale einzigartige V-förmige Delta-Steuerschaft sorgt für ein aufgeräumtes Cockpit und eine interne Kabelführung. Die reduzierte Stirnfläche des Steuerrohrs sorgt für eine bessere Aerodynamik.
- D-Lightful: Das D-förmige Design der Synapse-Sattelstütze verbessert die Aerodynamik und erhöht die vertikale Nachgiebigkeit.
- StashPort + StashBag: Das StashPort ist unser Stauraumsystem für das Unterrohr, das sich unter dem Trinkflaschenhalter befindet.
- SPEED SAVE PLUS: Die Carbonschichtung ist so konzipiert, dass die Fasern so ausgerichtet sind, dass sie die Vibrationen in ihren Schichten absorbieren und ableiten, bevor sie an den Fahrer weitergeleitet werden. Das Sitzrohr verfügt über ein richtungsoptimiertes Geflecht aus Carbonschichten, das eine leichte Biegung nach vorne und hinten ermöglicht.
- System Integration: Der Kern der Systemintegrationsphilosophie besteht darin, dass die Schlüsselkomponenten des Fahrrads so optimiert sind, dass sie mit dem Rahmen und zusammen funktionieren. Das Ergebnis ist dann eine bessere Leistung des gesamten Fahrrads.
- BallisTec Carbon: markeneigene Methode für eine hochfeste, hochsteife Carbon-Konstruktion; mehrere Schichten aus Intermediate-Modulus-Carbonfasern für Rahmensteifigkeit und Fahrgefühl
- Größenoptimierte Konstruktion: Größenspezifische Durchmesser des Rahmens, Steuerrohrs und Gabelschafts zusammen mit drei verschiedenen Gabelrücksprüngen gewährleisten, dass jede Rahmengröße zum Gewicht und zur Leistung des Fahrers passt, für den es gebaut wurde.
- Power Pyramid: Das Sitzrohr teilt sich asymmetrisch und verbindet sich mit einem neuen breiterem 73 mm BB30A-Tretlager - für maximale Steifigkeit bei minimalem Gewicht. (Nur Hi-Mod Modelle. Nicht Hi-Mod Versionen haben die gleiche Abmessungen, aber keine Teilung)
- Save Plus-Gabel: Die speziell geformten Gabelscheiden und Offset-Ausfallenden erlauben es dem Vorderrad, mit erstaunlichem Komfort und Kontrolle butterweich über raue Oberflächen hinwegzurollen.
- Save Plus-Microfederung: Drastisch gebogene Sitz- und Kettenstreben können gezielt flexen, um Stöße und Vibrationen zu absorbieren - für mehr Komfort und Kontrolle.
- Interne Bremsleitungsführung für Scheibenbremsen: aufgeräumte, interne Kabelführung durch den Rahmen und der Gabel bei Cannondales Scheibenbrems-Linie.
- Di2 Ready: Der Rahmen ist für elektronische Shimano Di2-Komponenten vorbereitet und wird mit allen erforderlichen Kabelführungen und -abdeckungen versendet.
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