CBD Dampfen bei Migräne: Erfahrungen, Studien und Anwendungsmöglichkeiten

Migräne ist für viele Betroffene ein quälender Begleiter, der den Alltag erheblich beeinträchtigen kann. Die Suche nach wirksamen und nebenwirkungsarmen Behandlungsmethoden ist daher von großer Bedeutung. In den letzten Jahren hat CBD (Cannabidiol), ein nicht-psychoaktiver Bestandteil der Hanfpflanze, zunehmend Aufmerksamkeit als potenzielle Option zur Linderung von Migränesymptomen erhalten. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit CBD beim Dampfen bei Migräne, die wissenschaftliche Grundlage, Anwendungsmöglichkeiten und rechtlichen Aspekte.

Was ist Migräne?

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch anfallsartige, meist einseitige und pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Diese Schmerzen können von leicht bis extrem stark variieren und werden häufig von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und erhöhter Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet.

Ursachen und Auslöser

Die genaue Ursache für Migräne ist bislang nicht vollständig verstanden. Verschiedene Faktoren wie genetische Veranlagung, Hormonschwankungen, Stress, bestimmte Nahrungsmittel oder -zusätze, Schlafmangel und sogar Wetterveränderungen können jedoch als Auslöser dienen. Man nimmt an, dass bei einer Migräneattacke bestimmte Botenstoffe im Gehirn freigesetzt werden, die eine Entzündungsreaktion und eine Erweiterung der Blutgefäße im Gehirn auslösen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Migräne zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren. Dazu können sowohl verschreibungspflichtige als auch rezeptfreie Medikamente eingesetzt werden. Bei manchen Betroffenen ist auch medizinisches Cannabis beliebt. Die Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne hängt von der Art, der Schwere und den auslösenden Faktoren der Schmerzen ab. Häufig kommen Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol zur Linderung von leichten bis mittelschweren Kopfschmerzen zum Einsatz. Bei Migräne können spezielle Medikamente wie Triptane erforderlich sein, die während einer Migräneattacke eingenommen werden, um die Symptome zu lindern. Präventive Maßnahmen können ebenfalls wirksam sein, um die Häufigkeit von Kopfschmerzen und Migräneanfällen zu reduzieren. Dazu gehören ein regelmäßiger Schlafrhythmus, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Vermeidung von Stress und bestimmten Nahrungsmitteln-Triggern sowie regelmäßige körperliche Aktivität. Ein Kopfschmerztagebuch kann dabei helfen, mögliche Auslöser zu identifizieren.

CBD: Ein Überblick

CBD steht für Cannabidiol und ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das aus der Hanfpflanze extrahiert wird. Im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol) verursacht CBD keine berauschende Wirkung. CBD interagiert mit dem Endocannabinoid-System (ECS) des Körpers, einem komplexen Netzwerk von Rezeptoren, das eine wichtige Rolle bei der Regulierung verschiedener physiologischer Prozesse spielt, darunter Schmerzempfindung, Entzündung, Stimmung und Schlaf.

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Das Endocannabinoid-System und seine Bedeutung bei Migräne

Das Endocannabinoid-System (ECS) spielt eine zentrale Rolle bei der Schmerzwahrnehmung im Gehirn, auch bei Migräne-Attacken. Es wird vermutet, dass eine Dysregulation des Endocannabinoid-Systems Migräne verursachen könnte. Die in Hanf enthaltenen Cannabinoide, insbesondere Cannabidiol, bieten wichtige Unterstützung für das Endocannabinoid-System und regulieren dessen Funktion.

Wie CBD wirken kann

CBD soll eine schmerzlindernde, beruhigende und Angst lösende Wirkung haben. Erste (medizinische) Studien haben eine gewisse Wirkung nachweisen können, allerdings bei oral verabreichten Arzneimitteln. CBD beeinflusst vielfältige Rezeptoren, einschließlich Serotonin (was vorteilhaft bei psychischen Schmerzursachen sein kann).

CBD Dampfen: Was ist das?

CBD Liquid ist eine speziell entwickelte Flüssigkeit für E-Zigaretten und Vaporizer. Die Basis besteht aus Propylenglykol (PG) und pflanzlichem Glycerin (VG), ergänzt durch hochwertiges Cannabidiol. Premium CBD Liquids enthalten ausschließlich CBD aus zertifiziertem EU-Nutzhanf. Der THC-Gehalt liegt unter 0,2 Prozent und ist damit in Deutschland vollkommen legal.

Vorteile des Dampfens von CBD

  • Schnelle Wirkung: Die Wirkung von CBD Liquid setzt bereits nach 7-10 Sekunden ein, da das Cannabidiol über die Lungenbläschen direkt in den Blutkreislauf gelangt.
  • Hohe Bioverfügbarkeit: CBD Liquid bietet die höchste Bioverfügbarkeit aller Anwendungsformen.
  • Einfache Dosierung: Die Dosierung kann individuell angepasst werden.

Nachteile und Risiken

  • Gesundheitliche Bedenken: Das Dampfen von Substanzen kann grundsätzlich gesundheitsschädlich sein und die Atemwege reizen.
  • Qualitätsunterschiede: Die Qualität von CBD-Liquids kann stark variieren. Es ist wichtig, auf hochwertige Produkte von vertrauenswürdigen Herstellern zu achten.
  • Mögliche Nebenwirkungen: Unerwünschte Begleiterscheinungen von CBD können Schlafstörungen und Benommenheit bis hin zu Unwohlsein und Hautausschlägen sein.

CBD bei Migräne: Erfahrungen und Studien

Es wurden bereits sehr viele Studien durchgeführt, die die Wirkung von Cannabis und Cannabinoiden auf Kopfschmerzen, Migräne und chronische Schmerzen untersuchten. Es gibt einige Hinweise darauf, dass Cannabinoide wie THC und CBD durch einen modulierenden Effekt auf das Endocannabinoid-System eine positive Wirkung auf bestimmte Krankheitsbilder erzielen können. Je mehr Forschung unternommen wird, desto eindeutiger können diese Zusammenhänge bestätigt werden.

Klinische Studien

Auf dem 3. Kongress der europäischen Akademie für Neurologie (EAN) in Amsterdam im Juni 2017 wurde eine interessante Studie aus Italien präsentiert. Bei dieser Studie wurden chronische Migränepatientinnen und Patienten mit einem Kombipräparat aus CBD und THC behandelt. Die Intensität der akuten Schmerzen konnte dadurch um 55 % gelindert werden. In einem zweiten Teil der Studie wurde das gleiche Präparat zur Migräne-Prophylaxe verabreicht. Die Kontrollgruppe erhielt Amitryptylin, ein Medikament, das sich bereits zur Prophylaxe gegen Migräne bewährt hat und eingesetzt wird. Tatsächlich konnte das Kombipräparat aus CBD und THC eine vergleichbare Verbesserung bewirken, wie Amitryptylin (40.4 % vs. 40. 1%). Diese Ergebnisse sind sehr beeindruckend und die Forschung ist drauf und dran diese Befunde durch weitere Studien zu bestätigen.

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Tierstudien

Eine Übersichtsstudie verschiedener Forscher (Sturaro et al., 2023) untersuchte die Auswirkungen von CBD anhand eines Migräne-Modells bei Mäusen, das durch das Peptid CGRP ausgelöst wurde. Die Studie fand heraus, dass eine einmalige Verabreichung von CBD Tropfen sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Mäusen die durch CGRP ausgelöste Schmerzempfindlichkeit im Gesichtsbereich reduzierte. Bei dauerhafter Anwendung von CBD Hanftropfen wurde bei weiblichen Mäusen ein Anstieg der Schmerzempfindlichkeit durch wiederholte CGRP-Behandlung verhindert. CBD Hanföl zeigte zudem die Fähigkeit, spontane Schmerzen und ängstliches Verhalten, die durch CGRP ausgelöst wurden, zu reduzieren. Die Autoren fassen zusammen, dass CBD Produkte das Potenzial haben, episodische und chronische Migräne-Zustände zu verhindern, ohne das Risiko eines Medikamentenübergebrauchs.

Eine aktuelle präklinische Studie (2024, Cephalalgia) untersuchte die Wirkung von CBD und THC bei migräneähnlichen Symptomen in drei Mausmodellen. Besonders wirksam zeigte sich eine Kombination im Verhältnis 100:1 (CBD:THC). Diese konnte:

  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie) deutlich reduzieren
  • Gesichtsschmerzen lindern
  • Gesichtsausdruck-basierte Schmerzreaktionen nach Migräne mit Aura abschwächen

Interessanterweise wirkten CBD oder THC allein kaum bis gar nicht, und niedrigere CBD:THC-Verhältnisse waren weniger effektiv. Zudem zeigte die Studie keine negativen Auswirkungen auf Verhalten, Gedächtnis oder Motorik, was für die Sicherheit der Kombination spricht.

Anwenderberichte

Viele Nutzer verwenden CBD Liquid als natürliche Alternative zu Beruhigungsmitteln. Studien belegen die anxiolytische Wirkung von CBD bei verschiedenen Angststörungen. CBD E-Liquid kann besonders bei sozialer Phobie und Panikattacken helfen.

Mögliche Wirkmechanismen von CBD bei Migräne

  • Schmerzlinderung: CBD bindet sich an das sogenannte Endocannabinoid-System im Körper und regt dessen Rezeptoren an, wodurch Schmerzen und Entzündungen gehemmt werden.
  • Entzündungshemmung: CBD wirkt nachweislich entzündungshemmend, indem es entzündungsfördernde Botenstoffe wie Zytokine oder Interleukine unterdrückt.
  • Vasoregulierende Effekte: Es wird angenommen, dass CBD auf die Endothelfunktion wirkt und dadurch zur Stabilisierung des Blutflusses beitragen kann. Eine regulierende Wirkung auf die Gefäßspannung könnte Migräneanfälle abmildern oder deren Auftreten seltener machen.
  • Beruhigende Wirkung: CBD wirkt nachweislich beruhigend und angstlösend. Es kann dadurch helfen, Stress abzubauen und die innere Balance wiederherzustellen. Die beruhigende Wirkung von CBD hat auch positive Auswirkungen auf die Schlafqualität.

Anwendung von CBD Liquid bei Migräne

Dosierungsempfehlungen

Die optimale Dosierung variiert je nach individuellen Bedürfnissen. Anfänger sollten mit 5-10 mg CBD pro Anwendung beginnen und die Dosierung bei Bedarf langsam steigern. Die individuelle Dosierung von CBD sollte idealerweise durch einen Arzt erfolgen. Von einer Selbstmedikation ist deutlich abzuraten. Gerade falls das CBD wegen Schmerzen, innerer Unruhe oder Angstzuständen eingenommen werden soll, sollte immer ein Facharzt die Ursache untersuchen.

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Tipps zur Anwendung

  • Beginnen Sie mit einer niedrigen Dosis und steigern Sie diese langsam, bis Sie die gewünschte Wirkung erzielen.
  • Achten Sie auf die Qualität des CBD-Liquids und wählen Sie Produkte von vertrauenswürdigen Herstellern.
  • Beachten Sie, dass die Wirkung von CBD individuell unterschiedlich sein kann.
  • Konsultieren Sie einen Arzt, bevor Sie CBD-Produkte verwenden, insbesondere wenn Sie bereits Medikamente einnehmen.

Rechtliche Aspekte in Deutschland

CBD-Liquids sind ein schwieriges Produkt. Ihr Status (legal oder verboten) ist nicht geklärt, die Qualität schwankt stark und der Nutzen zum CBD dampfen als Liquid ist eher vage. Auf alle Fälle sollte man auf hochwertige Produkte deutscher Hersteller zurückgreifen und niemals CBD-Liquids aus dubiosen Quellen oder dem Schwarzmarkt kaufen.

Ob CBD legal ist oder nicht, hängt u.a. vom Bundesland ab. Gerade Bayern und Baden-Württemberg sind hier sehr streng. Außerdem kann es sein, dass CBD (auch in Liquids) eine Zulassung als Arzneimittel oder zumindest als neuartiges Lebensmittel braucht. Bis jetzt ist noch keine Zulassung erteilt worden, also bewegt man sich hier in einer Grauzone. Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und Verbraucherzentrale ist die „Verkehrsfähigkeit“ mangels Zulassung als Novel Food oder Arzneimittel nicht unbedingt gegeben. Sprich: Aus Behördensicht sind CBD-Liquids (derzeit) illegal.

Wenn versehentlich THC in den Liquids enthalten ist (dies kann eventuell durch eine mangelnde Reinigung des Extraktes oder durch natürliche Abbauprozesse im Liquid erfolgen), kann dies bei Abgabe sogar einem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) darstellen. Weiterhin sind CBD-haltige Produkte aus zertifiziertem EU-Nutzhanf nur zu wissenschaftlichen oder gewerblichen Zwecken gestattet. Sie dürfen folglich nicht an Privatkunden verkauft werden.

Das Verwaltungsgericht Köln hat in seinem Urteil (Az.: 7 K 954/20) bestätigt, dass es sich bei CBD-Tropfen (unabhängig von der Stärke) um ein zulassungspflichtiges Arzneimittel handelt! In der Urteilsbegründung wird daraufhingewiesen, schon geringe Mengen des entzündungshemmenden und entspannenden Bestandteils CBD, haben eine pharmakologische Wirksamkeit, auch schon unter den Schwellenwerten. Diese wird durch die sukzesive Anreicherung bei längerem Gebrauch noch verstärkt. Somit sind CBD-haltige Produkte (auch CBD-Liquids) als Arzneimittel zu betrachten und ohne arzneimittelrechtliche Zulassung nicht legal handelbar!

Fazit

CBD Dampfen kann eine vielversprechende Option zur Linderung von Migränesymptomen sein, insbesondere aufgrund der schnellen Wirkung und hohen Bioverfügbarkeit. Es gibt Hinweise darauf, dass CBD schmerzlindernde, entzündungshemmende, vasoregulierende und beruhigende Eigenschaften besitzt, die bei Migräne hilfreich sein könnten. Die Studienlage ist jedoch noch nicht ausreichend, um endgültige Empfehlungen zu geben. Es ist wichtig, auf hochwertige Produkte von vertrauenswürdigen Herstellern zu achten und vor der Anwendung einen Arzt zu konsultieren. Die rechtliche Situation in Deutschland ist komplex und sollte berücksichtigt werden.

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