CBD-Öl und Migräne: Eine umfassende Betrachtung von Nutzen, Risiken und Anwendungsrichtlinien

Kopfschmerzen sind eine weit verbreitete Beschwerde, von der etwa 50 Prozent aller Erwachsenen mindestens einmal im Jahr betroffen sind. Migräne, eine spezielle Form von Kopfschmerzen, betrifft schätzungsweise eine Milliarde Menschen weltweit. In Deutschland leiden laut Robert Koch-Institut 6,0 Prozent der Männer und ein noch höherer Prozentsatz der Frauen unter Migräne. Angesichts dieser hohen Zahlen suchen viele Betroffene nach wirksamen Behandlungsmethoden, um ihre Schmerzen zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern. In diesem Zusammenhang rückt CBD-Öl (Cannabidiol) zunehmend in den Fokus, da es als natürliche Alternative oder Ergänzung zu klassischen Schmerzmitteln angesehen wird.

Kopfschmerzen und Migräne: Eine Übersicht

Kopfschmerzen äußern sich als Schmerzen in bestimmten Bereichen des Kopfes, die durch eine Nervenreizung der Hirnhaut verursacht werden. Die Intensität, Dauer und schmerzhafte Stelle können je nach Art der Kopfschmerzen variieren. Die häufigsten Arten von Kopfschmerzen sind Spannungskopfschmerzen und Migräne.

  • Spannungskopfschmerzen: Bei Spannungskopfschmerzen spannen sich die Muskeln des Kopfes und Nackens an.
  • Migräne: Bei Migräne handelt es sich um überempfindliche Nervenendigungen im Gehirn, die die Kopfschmerzen verursachen. Auch bei dieser Erkrankung ist es nicht genau klar, warum jemand einen Migräneanfall erlebt.

Während normale Kopfschmerzen oft mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln behandelt werden können, benötigen Migränepatienten häufig stärkere Medikamente, wie Triptane, die vom Arzt verschrieben werden. Viele Menschen möchten jedoch langfristig keine schweren Schmerzmittel einnehmen, da diese mit bestimmten Gesundheitsrisiken verbunden sein können.

Was ist CBD-Öl?

CBD (Cannabidiol) ist ein Cannabinoid, das aus der Hanfpflanze stammt. Im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol) hat CBD keine berauschende Wirkung. CBD-Öl wird durch die Extraktion des Wirkstoffs aus den Blüten und Blättern der Hanfpflanze hergestellt und anschließend mit einem Trägeröl wie Hanf- oder MCT-Öl vermischt.

CBD wird vom Körper als körpereigen angesehen und kann das natürliche Gleichgewicht des Körpers beeinflussen, das durch das Endocannabinoid-System (ECS) aufrechterhalten wird. Das ECS ist ein Netzwerk von Rezeptoren, das eine Reihe an körperlichen Prozessen beeinflussen kann. Die CB1-Rezeptoren sind vor allem im Gehirn und den Organen anwesend und haben die Aufgabe, Schmerzen und Entzündungen zu unterdrücken. CBD kann auf dieselbe Weise die Rezeptoren beeinflussen wie körpereigene Cannabinoide.

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Vorteile von CBD-Öl bei Kopfschmerzen und Migräne

CBD-Öl hat einige Eigenschaften, die Kopfweh und Migräne lindern können. So hat CBD-Öl eine schmerzlindernde, entzündungshemmende und beruhigende Wirkung.

  • Schmerzlindernde Eigenschaften: Aus verschiedenen Studien stellte es sich heraus, dass CBD schmerzlindernde Eigenschaften besitzt. So kann es bei Gelenkschmerzen zu Folge von Rheuma und Arthritis behilflich sein, aber auch bei Nervenschmerzen (beispielsweise bei MS) und auch bei Migräne.
  • Entzündungshemmende Eigenschaften: Nach einer Forschung im Jahr 2012, in der die Wirkung von CBD bei neuropathischen Schmerzen untersucht wurde, stellte es sich heraus, dass CBD die Glycinrezeptoren bei Mäusen aktiviert. Dies hilft bei der Unterdrückung der Entzündungsreaktionen und Schmerzen.
  • Beruhigende Eigenschaften: Eines der Merkmale von CBD ist, dass es die Metabolisierung des Stoffes Anandamid verhütet. Dieser Stoff wird mit der Schmerzregulierung in Verbindung gebracht. CBD hat beruhigende Eigenschaften. Es bringt Ruhe in Körper und Geist, damit man einfacher einschlafen kann und besser durchschläft.

Studienlage zu CBD und Kopfschmerzen

Die Forschung zur Wirksamkeit von CBD bei Kopfschmerzen und Migräne ist noch nicht abgeschlossen, aber es gibt einige vielversprechende Studien.

  • Eine US-amerikanische Review nahm 34 Veröffentlichungen zum Thema „Kopfschmerzen Cannabis“ sowie „Migräne Cannabis“ genau unter die Lupe. Auf Basis der Auswertungen kamen Sie zu dem Schluss, dass der Konsum von medizinischem Cannabis die Dauer und Häufigkeit von Migräne sowie von Kopfschmerzen unbekannten Ursprungs verringern kann.
  • In allen einbezogenen Studien fanden die Forscher Hinweise auf die therapeutische Wirkung von medizinischem Cannabis zur Linderung von Migräne. Zu den kurzfristigen Effekten gehörte nach Angaben der Wissenschaftler:innen unter anderem die Verringerung der Einnahme von Schmerzmitteln und eine Abnahme der Schmerzintensität.
  • Eine weitere Überprüfung ergab substanzielle Belege dafür, dass auf Cannabis basierende Medikamente, einschließlich CBD, bei der Behandlung chronischer Schmerzen bei Erwachsenen wirksam sind.
  • Eine 2017 durchgeführte Überprüfung von 11 randomisierten kontrollierten Studien ergab, dass CBD bei chronischen neuropathischen Schmerzen beim Menschen hilft.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass viele Studien die Verwendung von Cannabis als Ganzes untersuchen, das sowohl CBD als auch THC enthält. Die spezifische Wirkung von CBD allein auf Kopfschmerzen und Migräne bedarf weiterer Forschung.

CBD und medikamenteninduzierter Kopfschmerz (MÜK)

Ein wichtiger Aspekt bei der Behandlung von Kopfschmerzen mit Cannabis ist die Frage, ob Cannabis selbst zu MÜK führen kann. Eine Studie stellte einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Verwendung von medizinischem Cannabis, chronischer Migräne und dem Auftreten von MÜK fest. Um mögliche Abhilfe zu schaffen, rieten die Forscher:innen den Personen, die gegen chronische Migräne Cannabis verwenden und unter MÜK leiden, den Cannabiskonsum zu reduzieren.

Auf der anderen Seite wurde Nabilon, eine synthetische Form des Cannabinoids THC, in einer doppelblinden, kontrollierten und randomisierten Studie zur Behandlung hartnäckiger MÜK eingesetzt. Im Gegensatz zu Ibuprofen sei Nabilon außerdem in der Lage gewesen, den Grad der Medikamentenabhängigkeit zu verringern und die Lebensqualität zu verbessern, so die Forscher:innen.

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Da noch nicht abschließend geklärt ist, wie sich der Einsatz von Medizinalcannabis bei Migräne oder anderen Kopfschmerzen zu MÜK verhält, sollten Sie die Dosierung in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin absprechen und eine möglichst niedrige Dosierung anstreben.

Anwendung und Dosierung von CBD-Öl bei Kopfschmerzen

Die Dosierung von CBD ist für jeden Patienten individuell. Eine feste Dosierung gibt es für CBD-Öl gegen Schmerzen nicht. Einsteiger beginnen immer mit einer geringen Dosis und erhöhen diese schrittweise.

  • Anwendung von CBD 10 % gegen Schmerzen: Einzeldosis 2 Tropfen, 3 - 5 x täglich
  • Anwendung von CBD 20 % gegen Schmerzen: Einzeldosis 1 Tropfen, 1 - 5 x täglich
  • Anwendung von CBD 25 % gegen Schmerzen: Einzeldosis 1 Tropfen, 1 - 4 x täglich

Es ist ratsam, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen (z. B. 5-10 mg CBD/Tag), die Wirkung und Verträglichkeit zu beobachten und die Dosis schrittweise wöchentlich zu erhöhen. Die individuelle Dosis hängt u. a. von Körpergewicht, Beschwerdebild, Produktform und Verträglichkeit ab.

Bei oraler Einnahme gelangt CBD entweder über die Mundschleimhaut (CBD Öl) oder über die Magenschleimhaut (CBD-Kapseln oder -Gummis) in den Blutkreislauf. So kann es gleichmäßig im ganzen Körper wirken. Bei äußerlicher Anwendung wird CBD über die Haut aufgenommen und kann so gezielt an die gewünschte Stelle gebracht werden. Diese Methode wird bei lokalen Schmerzen in Muskeln und Gelenken empfohlen und ist daher besonders bei Menschen mit Gelenkschmerzen beliebt.

Mögliche Nebenwirkungen und Risiken von CBD-Öl

Obwohl CBD-Öl im Allgemeinen gut verträglich ist, können bei manchen Anwendern unerwünschte Wirkungen auftreten. Die häufigsten Nebenwirkungen sind:

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  • Müdigkeit und Schläfrigkeit
  • Mundtrockenheit
  • Appetitveränderungen
  • Durchfall und andere Magen-Darm-Beschwerden
  • Schwindel und Benommenheit
  • Niedriger Blutdruck und Kreislaufprobleme
  • Schlafstörungen und innere Unruhe
  • Allergische Reaktionen und Hautprobleme

Bestimmte Personengruppen sollten CBD-Öl entweder ganz meiden oder nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden. Zu diesen Risikogruppen gehören:

  • Schwangere und stillende Frauen
  • Kinder und Jugendliche
  • Menschen mit Lebererkrankungen
  • Personen mit niedrigem Blutdruck
  • Patienten vor Operationen
  • Menschen mit psychischen Erkrankungen

Es ist wichtig, vor der Anwendung von CBD-Öl einen Arzt zu konsultieren, insbesondere wenn Sie andere Medikamente einnehmen. CBD kann Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln haben und deren Wirkung verstärken oder abschwächen.

Worauf Sie beim Kauf von CBD-Öl achten sollten

Um negative Erfahrungen mit CBD-Öl zu minimieren, ist es wichtig, auf die Qualität des Produkts zu achten.

  • Qualitätsprodukte wählen: Achten Sie auf CBD-Produkte von seriösen Herstellern mit vollständigen Laboranalysen (Certificates of Analysis, COA), die Reinheit und Schadstofffreiheit belegen.
  • Auf Bio-Qualität achten: Bio-zertifizierte Produkte minimieren das Risiko von Pestizidrückständen und anderen Kontaminanten.
  • THC-Gehalt beachten: Wählen Sie Produkte mit nachweislich niedrigem THC-Gehalt (unter 0,2%), um psychoaktive Effekte zu vermeiden.
  • Vollspektrum-CBD-Öl: Sehr gut geeignet ist ein Vollspektrum-CBD-Öl gegen Schmerzen. Es hat den Vorteil, dass weitere Cannabinoide und Flavonoide enthalten sind. Diese lösen den Entourage-Effekt aus, der als Wirkungsverstärker gilt.

CBD-Öl absetzen: Was ist zu beachten?

Das Absetzen von CBD-Öl sollte in der Regel schrittweise erfolgen, um mögliche Entzugserscheinungen oder ein Wiederauftreten der ursprünglichen Beschwerden zu vermeiden. Es gibt keine allgemeingültige Empfehlung, wie CBD-Öl abgesetzt werden sollte, da dies von verschiedenen Faktoren abhängt, wie z.B. der Dosierung, der Dauer der Anwendung und der individuellen Reaktion des Körpers.

Ein möglicher Ansatz ist, die Dosis des CBD-Öls allmählich zu reduzieren, z.B. um 10-20% pro Woche. Beobachten Sie dabei, wie sich Ihr Körper anfühlt und ob Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen wieder auftreten. Wenn dies der Fall ist, können Sie die Reduktionsgeschwindigkeit verlangsamen oder die vorherige Dosis beibehalten, bis sich Ihr Körper stabilisiert hat.

Es ist auch wichtig, auf andere Faktoren zu achten, die Kopfschmerzen oder Migräne auslösen können, wie z.B. Stress, Schlafmangel oder bestimmte Nahrungsmittel. Versuchen Sie, diese Faktoren zu minimieren, um das Absetzen von CBD-Öl zu erleichtern.

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