Cannabidiol (CBD) hat in den letzten Jahren aufgrund seines potenziellen therapeutischen Nutzens erheblich an Aufmerksamkeit gewonnen. Viele Menschen interessieren sich für den therapeutischen Einsatz von Cannabidiol, was die Frage nach CBD-Nebenwirkungen auf das Gehirn aufwirft. CBD, ein nicht-psychoaktiver Bestandteil der Cannabispflanze, unterscheidet sich grundlegend von Tetrahydrocannabinol (THC), dem berauschenden Bestandteil von Cannabis. Dieser Unterschied führt zu einem anderen Sicherheits- und Nebenwirkungsprofil. Dieser Artikel untersucht die Auswirkungen von CBD auf das Gehirn, einschliesslich seiner Wirkmechanismen, potenziellen Nebenwirkungen und Langzeitwirkungen.
Grundlagen zu CBD und dem Gehirn
Um die möglichen Risiken und Effekte von CBD auf unser zentrales Nervensystem zu verstehen, müssen wir zunächst die grundlegenden Wirkmechanismen betrachten. Im Gegensatz zu THC bindet CBD nicht direkt und stark an die Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn. Stattdessen interagiert es mit zahlreichen anderen Rezeptoren und beeinflusst komplexe Signalwege, die letztlich zu seinen therapeutischen Effekten führen. Die Wirkung von CBD ist subtil und umfassend zugleich. Es moduliert verschiedene Systeme im Gehirn, ohne dabei stark bewusstseinsverändernde Effekte zu verursachen. Diese Eigenschaft macht es besonders interessant für die medizinische Forschung und Anwendung, da therapeutische Effekte ohne psychoaktive „High“-Zustände erzielt werden können. Einer der faszinierendsten Aspekte ist, dass Cannabis CBD Gel Wirkung im Gehirn über mehrere Mechanismen erfolgt, die noch nicht vollständig verstanden sind. Wissenschaftler entdecken ständig neue Wege, wie CBD mit unserem Nervensystem interagiert.
Interaktion des CBD mit dem Endocannabinoid-System (CB1 & CB2)
Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein komplexes Zellsignalsystem, das an der Regulierung verschiedener Körperfunktionen beteiligt ist. Es umfasst Cannabinoid-Rezeptoren, endogene Cannabinoide (körpereigene Moleküle) und Enzyme, die für deren Synthese und Abbau zuständig sind. Im menschlichen Gehirn finden sich vorwiegend CB1-Rezeptoren, während CB2-Rezeptoren hauptsächlich im Immunsystem lokalisiert sind. Interessanterweise wirkt CBD nicht als direkter Agonist an diesen Rezeptoren wie THC. Stattdessen fungiert es als indirekter Antagonist und kann die Wirkung von THC an CB1-Rezeptoren abschwächen.
CBD beeinflusst das Endocannabinoid-System, indem es:
- Die Aktivität des Enzyms FAAH hemmt, das für den Abbau des endogenen Cannabinoids Anandamid verantwortlich ist
- Als negativer allosterischer Modulator am CB1-Rezeptor wirkt und so die Bindungsaffinität anderer Cannabinoide verändert
- Die Signalübertragung an CB2-Rezeptoren indirekt beeinflusst, was besonders für entzündungshemmende Prozesse relevant ist
Diese Interaktionen mit dem Endocannabinoid-System tragen zu vielen positiven Effekten von CBD bei, ohne dabei typische cannabinoid-bezogene Nebenwirkungen zu verursachen.
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Weitere beteiligte Systeme: Serotonin, TRPV1, GPR55
Über das Endocannabinoid-System hinaus interagiert CBD mit zahlreichen anderen Rezeptoren und Signalwegen im Gehirn, was seine vielfältigen Wirkungen erklärt:
- Serotonin-Rezeptoren (5-HT1A): CBD wirkt als partieller Agonist an 5-HT1A-Rezeptoren, was seine angstlösenden, antidepressiven und neuroprotektiven Eigenschaften erklären könnte. Diese Rezeptoren spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Stimmung, Angst und kognitiven Funktionen.
- TRPV1-Rezeptoren: Diese Rezeptoren sind an der Schmerz- und Hitzewahrnehmung sowie an Entzündungsprozessen beteiligt. CBD aktiviert TRPV1-Rezeptoren und kann dadurch schmerzlindernde und entzündungshemmende Effekte vermitteln.
- GPR55-Rezeptoren: CBD wirkt als Antagonist an diesen Rezeptoren, was zu seiner antientzündlichen und potenziell antitumoren Wirkung beitragen könnte. GPR55 beeinflusst auch Knochenstoffwechsel und neuronale Erregbarkeit.
- PPARγ-Rezeptoren: Die Aktivierung dieser Rezeptoren durch CBD kann neuroprotektive und entzündungshemmende Effekte vermitteln, relevant bei neurodegenerativen Erkrankungen.
- Adenosin-Rezeptoren: CBD hemmt die zelluläre Aufnahme von Adenosin, was indirekt zur Aktivierung von Adenosin-Rezeptoren führt und entzündungshemmend sowie neuroprotektiv wirken kann.
Diese vielfältigen Wechselwirkungen erklären, warum CBD so unterschiedliche Effekte haben kann und potenziell bei verschiedenen neurologischen Zuständen hilfreich sein könnte. Sie verdeutlichen auch, warum die CBD Nebenwirkungen auf das Gehirn im Vergleich zu THC deutlich milder ausfallen.
Nebenwirkungen von CBD im Gehirn
Obwohl CBD als relativ sicher gilt und im Vergleich zu vielen Pharmazeutika ein günstiges Nebenwirkungsprofil aufweist, können dennoch unerwünschte Effekte auftreten. Diese sind meist dosisabhängig und individuell unterschiedlich ausgeprägt. Die CBD Öl Nebenwirkungen Gehirn stehen häufig in Zusammenhang mit der Dosierung und individuellen Faktoren wie Körpergewicht, Alter und vorbestehenden Erkrankungen.
Häufige Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Müdigkeit, Schwindel, Magen-Darm)
Zu den am häufigsten berichteten CBD Nebenwirkungen, die das zentrale Nervensystem betreffen, gehören:
- Müdigkeit und Schläfrigkeit: In Studien berichten etwa 21% der Probanden von vermehrter Müdigkeit nach CBD-Einnahme. Dies kann je nach Anwendungszweck als Nebenwirkung oder gewünschter Effekt (z.B. bei Schlafstörungen) betrachtet werden.
- Sedierung: Bei höheren Dosen kann CBD eine sedative Wirkung entfalten, die die Wachheit und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen kann.
- Schwindel: Etwa 15% der Anwender berichten von leichtem Schwindel, besonders zu Beginn der Anwendung oder bei Dosiserhöhungen.
- Veränderungen des Appetits: Etwa 17% berichten von vermindertem Appetit, während andere eine Appetitsteigerung beobachten.
- Mundtrockenheit: Durch die Interaktion mit Speicheldrüsen-Rezeptoren kann CBD zu einem trockenen Mundgefühl führen.
- Gastrointestinale Beschwerden: Dazu gehören Übelkeit, Durchfall oder Bauchschmerzen, die oft dosisabhängig auftreten.
Wichtig zu betonen ist, dass diese Nebenwirkungen in klinischen Studien meist als mild bis moderat eingestuft werden und häufig vorübergehend sind. Viele Anwender berichten, dass sich diese Effekte nach einer Eingewöhnungsphase abschwächen.
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Spezielle Risikogruppen: Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder und Jugendliche
Für bestimmte Bevölkerungsgruppen gelten bei der Anwendung von CBD besondere Vorsichtsmaßnahmen, da entweder die Datenlage unzureichend ist oder potenzielle Risiken bestehen:
- Schwangere und stillende Frauen: CBD kann die Plazentaschranke überwinden und in die Muttermilch übergehen. Da die Auswirkungen auf die Entwicklung des Fötus oder Säuglings nicht ausreichend erforscht sind, wird von der Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten.
- Kinder und Jugendliche: Das sich entwickelnde Gehirn ist besonders empfindlich gegenüber neuroaktiven Substanzen. Obwohl FDA-zugelassene CBD-Medikamente wie Epidiolex für bestimmte pädiatrische Epilepsieformen existieren, sollte die Anwendung bei Kindern nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
- Ältere Menschen: Sie können empfindlicher auf die ZNS-wirksamen Effekte reagieren und haben oft mehrere Medikamente, was das Risiko von Wechselwirkungen erhöht.
- Patienten mit Lebererkrankungen: CBD wird in der Leber metabolisiert und kann bei bestehenden Leberproblemen zu erhöhten Blutspiegeln und verstärkten Nebenwirkungen führen.
- Personen mit psychiatrischen Erkrankungen: Bei bestimmten psychischen Störungen könnten die Effekte von CBD unvorhersehbar sein. Eine ärztliche Begleitung ist ratsam.
Bei Cannabis Nebenwirkungen im Gehirn ist zu beachten, dass besonders THC-haltige Produkte deutlich stärkere psychotrope Wirkungen zeigen als CBD-Produkte. Der Mangel an Langzeitstudien zur CBD-Anwendung bei diesen speziellen Bevölkerungsgruppen unterstreicht die Notwendigkeit eines vorsichtigen Umgangs.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Ein wesentlicher Aspekt der Sicherheit von CBD betrifft seine Fähigkeit, mit anderen Medikamenten zu interagieren. Diese Wechselwirkungen können die Wirksamkeit anderer Arzneimittel erhöhen oder verringern und sollten daher ernst genommen werden. Der Hauptmechanismus für Arzneimittelinteraktionen mit CBD ist die Hemmung des Cytochrom-P450-Enzymsystems (CYP450) in der Leber. Dieses Enzymsystem ist für den Abbau vieler häufig verschriebener Medikamente verantwortlich. CBD kann diese Enzyme hemmen, was zu erhöhten Blutspiegeln der betroffenen Medikamente führen kann.
Besondere Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Einnahme von:
- Antiepileptika wie Clobazam, Valproat oder Lamotrigin
- Blutverdünnern wie Warfarin
- Antipsychotika
- Antidepressiva
- Beruhigungsmitteln und Schlafmitteln
- Herzmedikamenten wie Calcium-Kanal-Blockern
- Immunsuppressiva wie Cyclosporin
Die Wechselwirkungen können zu erhöhten Nebenwirkungen der Medikamente führen, insbesondere bei solchen, die auf das zentrale Nervensystem wirken. Beispielsweise kann die gleichzeitige Anwendung von CBD mit Sedativa oder Hypnotika die dämpfende Wirkung auf das Gehirn verstärken und zu übermäßiger Schläfrigkeit oder Koordinationsstörungen führen. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollte vor Beginn einer CBD-Anwendung unbedingt Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden. Eine schrittweise Einführung von CBD mit sorgfältiger Überwachung kann helfen, potenzielle Wechselwirkungen frühzeitig zu erkennen.
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Kurzfristige Effekte von CBD auf das Gehirn
Die unmittelbaren Wirkungen von CBD auf das Gehirn können sich bereits kurz nach der Einnahme bemerkbar machen. Diese akuten Effekte variieren je nach Dosis, Verabreichungsform und individueller Reaktion des Nutzers.
Akute Auswirkungen auf Gedächtnis und Aufmerksamkeit
Im Gegensatz zu THC, das bekanntermaßen die Gedächtnisleistung und Aufmerksamkeit beeinträchtigen kann, zeigt CBD in den meisten Studien neutrale oder sogar positive Effekte auf kognitive Funktionen:
- Gedächtnisleistung: Während THC das Kurzzeitgedächtnis negativ beeinflussen kann, zeigt CBD in den meisten Studien keine Beeinträchtigung der Gedächtnisfunktion. Einige Forschungsergebnisse deuten sogar darauf hin, dass CBD die durch THC verursachten Gedächtnisdefizite abschwächen kann.
- Aufmerksamkeit und Konzentration: Die Forschung zeigt gemischte Ergebnisse, wobei die meisten Studien keine signifikante Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit durch CBD feststellen. Bei sehr hohen Dosen könnte die sedierende Wirkung jedoch die Konzentrationsfähigkeit verringern.
- Reaktionszeit: Auch hier besteht ein Unterschied zu THC. CBD scheint die Reaktionszeit nicht wesentlich zu beeinflussen, solange keine übermäßig sedierende Dosis eingenommen wird.
- Vigilanz: In niedrigeren Dosen kann CBD möglicherweise die Wachheit fördern, während höhere Dosen eher beruhigend oder sogar sedierend wirken können.
Interessanterweise kann CBD bei bestimmten Personengruppen, wie Menschen mit Angststörungen oder ADHS, möglicherweise sogar zu einer verbesserten Konzentration führen, indem es ängstliche Gedanken oder Unruhe reduziert, die sonst die Aufmerksamkeit beeinträchtigen würden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wirkung von CBD auf den Schlaf-Wach-Rhythmus. In niedrigeren Dosen kann es wachmachend wirken, während höhere Dosen eher schlaffördernd sein können. Diese dosisabhängige biphasische Wirkung ist typisch für CBD und erklärt die unterschiedlichen subjektiven Erfahrungen der Anwender.
Neurowissenschaftliche Studien und Bildgebungsergebnisse
Moderne bildgebende Verfahren wie funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) haben in den letzten Jahren wertvolle Einblicke in die akuten Wirkungen von CBD auf das Gehirn geliefert. Aktuelle neurowissenschaftliche Studien zeigen folgende Effekte von CBD auf verschiedene Hirnregionen:
- Limbisches System: CBD kann die Aktivität in der Amygdala verringern, einem Hirnbereich, der an der Verarbeitung von Emotionen, insbesondere Angst, beteiligt ist. Dies könnte die angstlösende Wirkung von CBD erklären.
- Präfrontaler Cortex: Studien zeigen, dass CBD die Aktivität in Bereichen des präfrontalen Cortex modulieren kann, der für höhere kognitive Funktionen wie Entscheidungsfindung und Impulskontrolle zuständig ist.
- Striatum: CBD kann die Aktivität im Striatum beeinflussen, einer Region, die an der Belohnungsverarbeitung und motorischen Kontrolle beteiligt ist.
- Hippocampus: Diese für Gedächtnis und Emotionsverarbeitung wichtige Struktur zeigt nach CBD-Gabe häufig veränderte Aktivitätsmuster.
Besonders bemerkenswert sind die Ergebnisse von Studien zur Effekte prolongierter CBD-Gabe auf Gehirn, die zeigen, dass CBD im Gegensatz zu THC keine Euphorie oder „High“-Gefühle verursacht, sondern eher subtil die Gehirnaktivität moduliert. Die Studien zeigen ebenfalls, dass CBD die bei Psychosen oft beobachtete abnorme Gehirnaktivität normalisieren kann, was sein therapeutisches Potenzial bei psychiatrischen Erkrankungen unterstreicht. Ein Review von neurobiologischen Bildgebungsstudien kam zu dem Schluss, dass CBD die Gehirnaktivität und Konnektivität in Bereichen beeinflusst, die mit der Verarbeitung von Angst, emotionalem Gedächtnis und Belohnung zusammenhängen. Diese Effekte stehen im Einklang mit den berichteten angstlösenden und antipsychotischen Eigenschaften von CBD. Wichtig ist jedoch, dass viele dieser Studien mit relativ kleinen Stichproben durchgeführt wurden, und die Forschung zu den akuten Wirkungen von CBD auf das Gehirn weiterhin ein aktives Gebiet ist, in dem noch viele Fragen offen sind.
Langzeitwirkungen bei dauerhaftem CBD-Konsum
Während die kurzfristigen Wirkungen von CBD auf das Gehirn relativ gut dokumentiert sind, ist das Wissen über die Langzeiteffekte einer regelmäßigen CBD-Anwendung noch begrenzt. Mit der zunehmenden Popularität von CBD-Produkten wird diese Frage jedoch für viele Anwender immer wichtiger.
Studien zur Hirnstruktur und Neuroplastizität
Die Neuroplastizität beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, sich durch die Bildung neuer neuronaler Verbindungen anzupassen und zu reorganisieren. Diese Fähigkeit ist entscheidend für Lernprozesse und die Erholung nach Hirnverletzungen. Verschiedene Studien haben den Einfluss von CBD auf diese wichtigen Prozesse untersucht:
- Neurogenese im Hippocampus: Präklinische Studien deuten darauf hin, dass CBD die Bildung neuer Nervenzellen (Neurogenese) im Hippocampus fördern kann. Der Hippocampus ist eine Hirnregion, die maßgeblich an Gedächtnisbildung und emotionaler Regulation beteiligt ist. Eine Förderung der Neurogenese könnte …
CBD bei neurodegenerativen Erkrankungen
Die Welt der Medizin erfährt derzeit eine aufregende Welle der Entdeckungen in Bezug auf natürliche Heilmittel - dazu gehört auch Cannabidiol (CBD). Dieser nicht psychoaktive Hanf-Extrakt soll neuroprotektive Eigenschaften haben, weshalb eine Anwendung in der Therapie von Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Multipler Sklerose wissenschaftlich untersucht wird. Neurodegenerative Krankheiten sind Erkrankungen, bei denen Neuronen im Gehirn nach und nach absterben. Dieser Prozess führt zu einer Reihe von Symptomen, einschließlich Gedächtnisverlust, motorischen Problemen und kognitiven Beeinträchtigungen.
- Alzheimer: Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und zeichnet sich durch den progressiven Verlust von kognitiven Fähigkeiten, insbesondere des Gedächtnisses, aus. Es gibt Hinweise darauf, dass CBD das Potenzial hat, den neurodegenerativen Prozess bei Alzheimer zu verlangsamen.
- Parkinson: Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch das Absterben von Dopamin-produzierenden Zellen im Gehirn verursacht wird. Sie äußert sich hauptsächlich durch motorische Symptome wie Zittern (Tremor), Steifheit der Muskulatur und langsame Bewegungen. Es gab keine signifikanten Unterschiede in den motorischen Symptomen oder neuroprotektiven Maßnahmen in einer CBD-Studie.
- Multiple Sklerose: Multiple Sklerose ist eine autoimmune Erkrankung des zentralen Nervensystems. Dabei greift das Immunsystem fälschlicherweise die Myelinscheiden an, die die Nervenfasern schützen. Dies führt zu Entzündungen, Narbenbildung und einer gestörten Nervenleitung, wodurch eine Vielzahl von Symptomen auftreten kann, darunter Müdigkeit, Schwierigkeiten beim Gehen und Sehstörungen. Es gibt Hinweise darauf, dass CBD entzündungshemmende Eigenschaften hat, die dazu beitragen könnten, das Fortschreiten von MS zu verlangsamen.
- ALS: ALS ist eine degenerative Erkrankung des Nervensystems, die die Motorneuronen im Gehirn und im Rückenmark betrifft. Wenn diese Neuronen absterben, verlieren die Muskeln allmählich ihre Fähigkeit zur Bewegung. Dies führt zu Muskelschwund und schließlich zu vollständiger Lähmung.
Die Forschung zu CBD und neurodegenerativen Erkrankungen ist immer noch in einem frühen Stadium, aber die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend. Du solltest dir aber klar machen, dass CBD Öl kein Allheilmittel ist. Es kann optional unterstützend eingesetzt werden. Eine Einnahme von CBD sollte aber immer mit medizinischem Fachpersonal abgesprochen werden.
CBD in der Behandlung von Epilepsie
Mit Abstand am besten ist die Datenlage für Cannabis-Präparate jedoch in der Neurologie. So gibt es gute Evidenz für eine signifikante Wirkung von CBD- oder auch Mischpräparaten bei Multipler Sklerose. Dies betrifft sowohl neuropathische Schmerzen als auch Schlafstörungen und Spastizität. Die absolut beste Datenlage für medizinisches CBD gibt es für zwei distinkte Formen der Epilepsie bei Kindern, nämlich das Dravet-Syndrom und das Lennox-GastautSyndrom. Für beide Indikationen wurde Epidiolex® zugelassen. Es liegen CBD-Studien der PhaseIII mit mehreren tausend Patienten vor. Die Phase-III-Studien wurden vorzeitig beendet, weil der Erfolg von CBD so durchschlagend war, dass eine Fortsetzung ethisch nicht gerechtfertigt erschien.
- Dravet-Syndrom: Die nach der französischen Kinderepileptologin Charlotte Dravet benannte Krankheit ist eine Form der frühkindlichen Epilepsie. Ursache ist ein verändertes Schaltverhalten im Gehirn, das epileptische Anfälle zur Folge hat. Bereits im ersten Lebensjahr kann das Dravet-Symptom auftreten.
- Lennox-Gastaut-Syndrom: Auch das Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS) ist eine Form der frühkindlichen Epilepsie. Die kleinen Patienten sind zwischen zwei und sieben Jahre alt. Die Symptome sind uneinheitlich und nicht generalisierbar. Allerdings haben sie eine hohe Anfallsquote, teilweise mehrmals täglich und im Schlaf. Langfristige Folgen sind hirnorganische Entwicklungsstörungen.
CBD bei neuropsychiatrischen Symptomen bei Alzheimer-Demenz
Halluzinationen, Angstzustände, Unruhe oder Apathie und Reizbarkeit: Mit einem fortschreitenden Krankheitsverlauf der Alzheimer-Demenz gehen in der Regel auch neuropsychiatrische Symptome (NPS) einher. Diese können für pflegende An- und Zugehörige belastend sein, da sie sich erschwerend auf die tägliche Pflegetätigkeit auswirken. Zudem können NPS dazu führen, dass Betroffene übermäßig viele Medikamente (Polypharmazie) verschrieben bekommen. Um alternative Behandlungsansätze zu finden, haben Forschende die Wirkung von sogenanntem CBD-Öl bei Patienten und Patientinnen mit neuropsychiatrischen Symptomen untersucht. Das zentrale Ergebnis der Forschungsarbeit, die im September 2024 veröffentlicht wurde, macht deutlich: CBD-Öl, das reich ist an dem nicht berauschend wirkenden Hanfpräparat Cannabidol, kann als Therapie von NPS bei einer Tagesdosis von bis zu 111 mg als wirksam und sicher bewertet werden. Dies gelte unabhängig von Geschlecht, Alter, Dauer der Alzheimer-Demenz und Schweregrad der Symptome.
Rechtliche Lage und Qualität von CBD-Produkten
Die rechtliche Lage zu CBD-Produkten in Deutschland ist komplex. CBD selbst steht nicht im Betäubungsmittelgesetz. Trotzdem sind längst nicht alle CBD-Produkte legal. CBD-Produkte als Lebensmittel sind derzeit praktisch nicht verkehrsfähig. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) macht es deutlich: "Dem BVL ist derzeit keine Fallgestaltung bekannt, wonach Cannabidiol (CBD) in Lebensmitteln, also auch in Nahrungsergänzungsmitteln, verkehrsfähig wäre". Auch bei den erlaubten maximal 0,3% THC wird's kompliziert. Der Hauptgrund für die rechtlichen Probleme liegt in der EU-weiten Einstufung als "Novel Food" (neuartiges Lebensmittel). Das Verwaltungsgericht Trier entschied am 11. März 2022: Auch Lebensmittel wie Tofu oder Pflanzendrinks mit CBD-Zusätzen sind neuartige Lebensmittel und dürfen in der EU nur mit spezieller Zulassung verkauft werden. Die Folge: CBD-Produkte werden oft als Aromaöle oder Kosmetika verkauft - nicht zum Verzehr geeignet.
Gerade über das Internet lässt sich eine unüberschaubare Bandbreite an Produkten erwerben. Kritische Berichte zeigten hier, dass häufig nur sehr wenig bis gar kein CBD darin erhalten sein kann und zum Teil auch das berauschende THC in höheren Konzentrationen als zugelassen vorkommt. Die Träger-Öle der lipophilen Substanz können darüber hinaus von minderwertiger Qualiät sein.
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