Dieser Artikel beleuchtet den Werdegang von Prof. Dr. Peter Vajkoczy, einem renommierten Neurochirurgen und Chefarzt an der Charité in Berlin. Er gibt Einblicke in seinen Werdegang, seine Philosophie und die Herausforderungen der modernen Neurochirurgie.
Vom Familiären Einfluss zur Neurochirurgie: Der Werdegang von Peter Vajkoczy
Prof. Dr. Vajkoczy wurde 1968 geboren und absolvierte sein Medizinstudium in München. Seine Facharztausbildung zum Neurochirurgen setzte er in Mannheim fort. Dort wurde er 2001 Oberarzt, bevor er 2007 als jüngster Chefarzt nach Berlin wechselte.
Sein Interesse an der Medizin wurde durch seinen Vater, der Thoraxchirurg und später Allgemeinmediziner war, geweckt. Zudem hegte er ein starkes Interesse an Naturwissenschaften und Mathematik und zog eine Karriere in der Forschung in Betracht. Ursprünglich war sein Weg in die Neurochirurgie nicht vorgezeichnet, da ihm die Neuroanatomie im Studium schwerfiel. Seine Promotion weckte jedoch sein Interesse an Transplantations- und Allgemeinchirurgie, wodurch sein Interesse an der Chirurgie entstand.
Im praktischen Jahr (PJ) absolvierte er Tertiale in Traumatologie, Viszeralchirurgie und Neurologie in den USA. Die Neurologie selbst empfand er als nicht-chirurgisches Teilfach als zu wenig handwerklich und oft ohne direkten therapeutischen Erfolg. Zurück in Deutschland entschied er sich für die Facharztausbildung in der Neurochirurgie, beeinflusst von seinem damaligen Mentor in Mannheim, der ihn menschlich prägte.
Die Berlin Charité Neurochirurgie: Eine Erfolgsgeschichte
Seit 2007 leitet Vajkoczy die Neurochirurgie des CCM, CVK und CBF an der Charité. Er übernahm den Fachbereich an mehreren Kliniken der Charité und hatte die Chance, als junger Arzt die Führung zu übernehmen. Vajkoczy erinnert sich, dass die Charité im Vergleich zur kleineren Fakultät in Mannheim ein "Haifischbecken" war, insbesondere nach der Fusionierung der drei Klinikstandorte. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Berlin Charité Neurochirurgie (BCN) zu einem der weltweit führenden Zentren für Neurochirurgie (Charité Neurosurgery Top 5).
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Herausforderungen und Ziele eines Neurochirurgen
Vajkoczy beschreibt die Neurochirurgie als anspruchsvoll und fordernd. Er betont die Notwendigkeit manuellen Geschicks, Ausdauer, physischer und psychischer Stärke. Die Operationen können sehr lang sein, und der Druck aufgrund der gravierenden Konsequenzen bei Fehlern ist enorm. Ehrlichkeit, Geduld, Disziplin und Fleiß sind wichtige Charaktereigenschaften. Millimeterarbeit erfordert zudem eine gewisse Handfertigkeit.
Im Laufe der medizinischen Ausbildung denkt man in 7-Jahres-Horizonten (Schule, Studium, Assistenzarztzeit). Nach der Facharztausbildung steht man jedoch vor einem 30-Jahres-Horizont, was viele überfordert. Daher sei es wichtig, sich zu überlegen, ob man mit 50 noch jede Nacht als Traumatologe aufstehen möchte und ob man ein Fach mit Zukunft wählt.
Vajkoczys Ziele haben sich im Laufe der Zeit verändert. Anfangs wollte er an der Charité überleben und die BCN zu einer der besten Kliniken der Welt machen. Nun liegt sein Fokus auf der Förderung des akademischen Nachwuchses in der Neurochirurgie und der Besetzung von Leitungspositionen in Deutschland. Ein weiteres Ziel ist es, die Bedeutung der Neurochirurgie zu stärken. Die Entwicklung in der Funktionslokalisierung des Gehirns und die Vermeidung von Komplikationen bei Operationen kommen den Patienten am meisten zugute.
Die Bedeutung von Vorbildern und internationaler Erfahrung
Vajkoczy betont die Bedeutung von Rollenmodellen und Vorbildern. Er rät, sich Persönlichkeiten zu suchen, die einen prägen und inspirieren. Er selbst entschied sich für die Neurochirurgie, weil sein Chef ein toller Mentor war. Vier Personen haben ihn in seinem Leben besonders geprägt.
Er absolvierte Famulaturen in Edinburgh, Sydney, Newark und später als Assistenzarzt in Phoenix, Utrecht und Chicago. Seine Philosophie war es, viel im Ausland zu sein, Wissen zu sammeln und seinen eigenen Stil zu entwickeln.
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Hochpräzisions-Operationen am Gehirn: Ein Einblick in die Praxis
Vajkoczy und sein Team führen an der Charité Berlin täglich bis zu sechs Operationen durch. Sein Arbeitsfeld ist mikroskopisch klein, und er operiert mit vierzigfacher Vergrößerung. Er näht Fäden, die nur wenige Hundertstel Millimeter dick sind. Im Gegensatz zu anderen medizinischen Bereichen, in denen Roboter eingesetzt werden, hat die Robotik in der Neurochirurgie noch keinen Einzug gehalten. Die Operation beginnt bereits mit der Vorbereitung.
Um ein guter Neurochirurg zu werden, bedarf es viel Übung, ähnlich dem Erlernen eines Musikinstruments. Werte wie Ehrlichkeit, Fürsorge und Bescheidenheit sind wichtig.
Die Zukunft der Neurochirurgie
Die Entwicklung in der Funktionslokalisierung des Gehirns und die Vermeidung von Komplikationen bei Operationen sind entscheidend für die Zukunft der Neurochirurgie. Vajkoczy betont, dass die schweren Fälle eine besondere Herausforderung darstellen und ein erhabenes Gefühl vermitteln, wenn sie gelingen.
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