Klinik für Neurologie mit Stroke Unit im Vivantes Klinikum Neukölln: Umfassende Versorgung bei Erkrankungen des Nervensystems

Die Klinik für Neurologie mit Stroke Unit im Vivantes Klinikum Neukölln bietet ein breites Spektrum an Leistungen zur Untersuchung und Behandlung von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Versorgung von Schlaganfallpatienten.

Schwerpunkte der Klinik für Neurologie

Die Klinik behandelt ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen, darunter:

  • Schlaganfall
  • Multiple Sklerose
  • Epilepsie
  • Morbus Parkinson
  • Demenz
  • Rückenmarkserkrankungen
  • Störungen der peripheren Nerven und Muskeln

Die Stroke Unit: Spezialisierte Schlaganfallversorgung

Der Schlaganfall ist eine der häufigsten Gefäßerkrankungen in Deutschland, von der allein in Berlin jährlich über 10.000 Menschen betroffen sind. Um eine optimale Versorgung zu gewährleisten, wurden sogenannte Stroke Units eingerichtet. Die Stroke Unit im Vivantes Klinikum Neukölln gehört mit 16 Monitorplätzen zu den größten in Deutschland. Als „überregionale“ Stroke Unit verfügt sie über eine erweiterte Ausstattung zur Behandlung auch von komplizierten und schweren Schlaganfällen. Patienten werden teilweise aus kleineren Einrichtungen überwiesen.

Ausstattung und Überwachung

Jedes Bett auf der Stroke Unit ist mit einem Überwachungsmonitor ausgestattet, der eine ständige Kontrolle der wichtigsten Körperfunktionen wie Herzschlag, Blutdruck und Atmung ermöglicht. Dies ermöglicht die frühzeitige Erkennung und gezielte Behandlung drohender Komplikationen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Auf der Stroke Unit kommen modernste Untersuchungs- und Behandlungskonzepte zum Einsatz. Das Kernteam besteht aus speziell ausgebildeten Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Sozialarbeitern. Außerhalb des Krankenhauses besteht eine Zusammenarbeit mit Rehabilitationseinrichtungen im ambulanten und stationären Bereich.

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Zertifizierung als ESO Stroke Centre

Im Oktober wurde das Vivantes Klinikum Neukölln als zertifiziertes „ESO Stroke Centre“ von der European Stroke Organisation (ESO) ausgezeichnet. Diese Auszeichnung unterstreicht die besonders hohe Behandlungsqualität für Schlaganfallpatienten. Die Neuköllner Stroke Unit gehört mit 16 Überwachungsplätzen zu den größten zertifizierten Behandlungseinheiten in Deutschland.

Prof. Dr. Darius Günther Nabavi, Chefarzt der Klinik für Neurologie mit Stroke Unit, Vivantes Klinikum Neukölln, betont die Bedeutung dieser Auszeichnung: „Auf diese Auszeichnung der europäischen Fachgesellschaft ESO sind wir stolz. In der Stroke Unit im Klinikum Neukölln können wir Menschen, die einen flüchtigen oder vollendeten Schlaganfall erlitten haben, rund um die Uhr überwachen und behandeln. Es ist nicht nur die Lysetherapie, sondern auch die sogenannte Thrombektomie 24 Stunden am Tag verfügbar. Jedes Jahr versorgen wir insgesamt rund 1500 Menschen mit Schlaganfällen.“

Neurovaskuläres Netzwerk: Umfassende Versorgung von Gefäßerkrankungen

Das Vivantes Klinikum Neukölln ist koordinierendes Zentrum eines interdisziplinären Neurovaskulären Netzwerks, in dem sich sechs Kliniken zusammengeschlossen haben, um eine hochwertige Behandlung von Schlaganfällen und anderen Gefäßerkrankungen des Gehirns und Rückenmarks sicherzustellen. Partnerkliniken sind das Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, das Vivantes Humboldt-Klinikum, das Vivantes Klinikum Spandau, die DRK Kliniken Berlin Köpenick sowie die Ruppiner Kliniken.

Neben dem akuten Schlaganfall behandelt das Neurovaskuläre Netzwerk eine Vielzahl komplexer Gefäßerkrankungen des zentralen Nervensystems, wie z.B. Hirnarterienaneurysmen, Fisteln und arteriovenöse Gefäßanomalien. Das Neurovaskuläre Netzwerk ist von drei neuromedizinischen Fachgesellschaften und dem TÜV-Rheinland zertifiziert.

STEMO: Schlaganfallversorgung am Einsatzort

Eins von drei Berliner Schlaganfallmobilen (STEMO) ist am Vivantes Klinikum Neukölln stationiert. Diese speziell ausgestatteten Rettungsfahrzeuge ermöglichen die Behandlung von Schlaganfallpatienten bereits am Einsatzort.

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Prof. Nabavi erklärt die Bedeutung des STEMO: „Der wichtigste Faktor bei der Akutversorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten ist die Zeit. Das STEMO-Konzept hat uns von Beginn an überzeugt und wurde daher im ganzen Team voll und ganz unterstützt.“

Die STEMOs werden von der Berliner Feuerwehr in Kooperation mit der Charité, dem Unfallkrankenhaus Berlin und dem Vivantes Klinikum Neukölln betrieben.

Erfolge des STEMO-Konzepts

Eine Studie hat gezeigt, dass der Einsatz der STEMOs die Versorgung von Schlaganfallpatienten in Berlin messbar verbessert hat.

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung, betonte: „Es ist unser gemeinsamer Anspruch für die Gesundheitsstadt Berlin, wissenschaftliche Erkenntnisse konsequent für Verbesserungen in der medizinischen Versorgung zu nutzen. Die heute vorgestellte Studie steht für das Potenzial der STEMOs und für die vielen Menschenleben, die durch ihren Einsatz gerettet werden konnten. Das ist eine große Leistung aller, die in den vergangenen Jahren dafür gearbeitet haben - von den Rettungskräften der Feuerwehr, über die Krankenhäuser und ihr medizinisches Personal, bis hin zu den Forscherinnen und Forschern.“

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, ergänzte: „Das STEMO ist ein wunderbares Beispiel, wie umgesetzte Wissenschaft zu einem Nutzen für die Patientinnen und Patienten führt. Für uns liegt das Potential einer früheren Behandlung bei zeitkritischen Notfällen auf der Hand. An der Charité werden wir dieses Feld deshalb weiter intensiv beforschen - derzeit bereits im Rahmen des Exzellenzclusters NeuroCure.“

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Prof. Dr. Martin Dichgans, Präsident der European Stroke Organisation (ESO) und Direktor des Instituts für Schlaganfall- und Demenzforschung der LMU München, hob die zeitliche Abhängigkeit bei der Lyse-Therapie hervor: „Die Studie zeigt, wie stark die zeitliche Abhängigkeit bei der Lyse-Therapie ist und dass es daher nur konsequent ist, die Behandlung nach Möglichkeit bereits in die prähospitale Rettungsversorgung zu verlagern.“

Prof. Dr. Matthias Endres, Direktor der Klinik für Neurologie und Experimentelle Neurologie der Charité, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Nur durch die tolle Zusammenarbeit mit allen Partnern von der Berliner Feuerwehr, Vivantes, dem Unfallkrankenhaus Berlin und dem Team aus der Charité war dieses Projekt überhaupt möglich. Es freut uns umso mehr, dass wir die Versorgung der Schlaganfallpatientinnen und Schlaganfallpatienten in Berlin durch die STEMOs messbar verbessern konnten.“

Dr. Johannes Danckert, Geschäftsführung Klinikmanagement Vivantes, unterstrich das Engagement von Vivantes in der Schlaganfallversorgung: „Vivantes behandelt circa 40 Prozent der Berliner Schlaganfallpatientinnen und Schlaganfallpatienten. Für uns ist es deshalb selbstverständlich, dass wir uns in diesem Bereich auch in der wichtigen präklinischen Versorgung engagieren. Das hochprofessionelle STEMO-Team am Klinikum Neukölln rund um Chefarzt Prof. Dr. Nabavi hat dabei in den vergangenen Jahren vollen Einsatz gezeigt - und die notfallmedizinische Versorgung in unserer Stadt entscheidend vorangebracht.“

Prof. Dr. Axel Ekkernkamp, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor des Unfallkrankenhauses Berlin, wies auf die Bedeutung des STEMO im Osten Berlins hin: „Das STEMO am ukb ist das einzige im Osten der Hauptstadt und versorgt rund 1,2 Millionen Berlinerinnen und Berliner. In knapp vier Jahren 6.800 Alarme, 4.400 Patienten, davon 2.000 Schlaganfälle, 380 lebensrettende ‚Lysen‘ bei Patienten im Alter von 26 bis 103 Jahren.“

Weitere Spezialisierungen der Klinik

Neben der Schlaganfallversorgung bietet die Klinik für Neurologie im Vivantes Klinikum Neukölln weitere Spezialisierungen:

  • Multiple Sklerose: Ein kompetentes Team steht seit vielen Jahren für die Diagnostik und Behandlung der Multiplen Sklerose zur Verfügung. Seit Gründung der MS-Spezialambulanz können Patienten auch ambulant weiter betreut werden.
  • Morbus Parkinson: Parkinson-Patienten können im Rahmen einer Komplextherapie gezielt stationär behandelt werden.

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