Clexane ist ein Medikament, das den Wirkstoff Enoxaparin-Natrium enthält. Es gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als niedermolekulare Heparine (NMH) bezeichnet werden. Enoxaparin besitzt deutliche antithrombotische Eigenschaften, d.h. es beugt durch seine Wirkung auf das Gerinnungssystem der Entstehung eines Blutgerinnsels vor. Es besitzt aber auch thrombolytische Eigenschaften, d.h. es trägt dazu bei, ein bestehendes Blutgerinnsel abzubauen. Clexane wird angewendet, um Blutgerinnsel in den Blutgefäßen zu behandeln und die Bildung von Blutgerinnseln in verschiedenen Situationen zu verhindern.
Anwendungsgebiete von Clexane
Enoxaparin-Natrium wird angewendet zur:
- Vorbeugung von Blutgerinnseln in den tiefen Venen während und nach Operationen bei Patienten mit niedrigem oder mittlerem Thromboserisiko (z.B. in der Allgemeinchirurgie).
- Vorbeugung von Blutgerinnseln im Körper und/oder Verschlüssen in den Schläuchen bei der Dialyse.
- Vorbeugung von Blutgerinnseln in den tiefen Venen während und nach Operationen bei Patienten mit hohem Thromboserisiko (z.B. in der orthopädischen Chirurgie).
- Vorbeugung von Blutgerinnseln in den tiefen Venen bei nicht operierten Patienten mit mittlerem oder hohem Thromboserisiko. Dies sind Patienten mit akuten, schweren inneren Erkrankungen (wie unzureichende Herzleistung Grad III oder IV, Infektionen und Atemwegserkrankungen), die eine weitgehende Bettlägerigkeit zur Folge haben.
- Behandlung von Verengungen oder Verschlüssen der tiefen Venen durch Blutgerinnsel (Thrombosen) mit und ohne Verschluss von Lungengefäßen (Lungenembolien).
- Behandlung von plötzlichen, unerwarteten, durch verengte Herzgefäße bedingten Schmerzen im Brustkorb und einer bestimmten Form des Herzinfarktes ohne ST-Hebung im EKG.
- Behandlung eines bestehenden Herzinfarktes mit ST-Hebung im EKG bei Patienten, die wie folgt versorgt werden: nur mit Arzneimitteln oder zunächst mit Arzneimitteln und nachfolgender Erweiterung einer Herzkranzarterie mittels eines Ballonherzkatheters.
Mögliche Nebenwirkungen von Clexane
Wie alle Arzneimittel kann Clexane Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
- Blutungen (Haut, Schleimhäute, Wunden, Magen-Darm-Bereich, Harnwege, Geschlechtsorgane). Eine erhöhte Blutungsneigung ist vor allem zu beobachten, wenn Heparin gespritzt wird, etwa weil regelmäßige Injektionen gegen Thrombose verordnet wurden. Symptome wie Nasenbluten, Hautblutungen, Magen-Darm-Blutungen und Schleimhautblutungen treten dann verstärkt auf. Ob und wie stark diese Blutungen auftreten, hängt in erster Linie von der verabreichten Dosis ab.
- Thrombozytose (Vermehrung der Anzahl der Blutplättchen).
- Erhöhung der Leberenzymwerte.
- Allergische Reaktionen (z.B. Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Schwellungen des Gesichts, der Lippen, der Zunge, der Mundhöhle, des Rachens oder der Augen).
- Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (z.B. Rötungen, Verhärtungen, Schmerzen, Blutergüsse, Gewebeeinblutungen). Auch beim Einsatz von Heparin in Form von Spritzen kann es an der Injektionsstelle zu lokalen Reaktionen wie Rötungen, Verhärtungen sowie kleineren Blutergüssen kommen.
- Thrombozytopenie (Verminderung der Anzahl der Blutplättchen). Eine gefährliche Nebenwirkung von Heparin ist die heparininduzierte Thrombozytopenie. Dabei kommt es zu einem Abfall der Thrombozytenzahl. Thrombozyten sind die Blutplättchen. Sie werden zur Blutgerinnung benötigt.
Weniger häufige oder seltene Nebenwirkungen umfassen:
- Kopfschmerzen
- Schlafstörungen
- Haarausfall
- Osteoporose (bei längerer Anwendung)
- Allergischer Schock
- Hirnblutungen
- Innere Blutungen
- Schwere Hautreaktionen
Clexane und Migräne: Gibt es einen Zusammenhang?
Es gibt keine eindeutigen Beweise dafür, dass Clexane direkt Migräne verursacht. Allerdings gibt es einige Fallberichte und Studien, die einen möglichen Zusammenhang zwischen Gerinnungshemmern und Migräne nahelegen.
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Fallstudien und Forschungsergebnisse
- Ein Fallbericht beschreibt eine Patientin, deren Migräne mit Aura unter der Behandlung mit Warfarin (einem anderen Gerinnungshemmer) verschwand, aber nach dem Wechsel auf Apixaban (einem anderen Gerinnungshemmer) wieder auftrat. Dies deutet darauf hin, dass bestimmte Gerinnungshemmer möglicherweise einen Einfluss auf Migräne haben können.
- Verschiedentlich wurde von einer verbesserten Migränesymptomatik berichtet, wenn die Betroffenen mit Gerinnungshemmern, sogenannten Antikoagulanzien, behandelt wurden. Solche Mittel sind zum Beispiel Heparin oder Gegenspieler des Vitamin K (Vitamin K-Antagonisten).
- Neuere Studien bei Multipler Sklerose hatten gezeigt, dass die Hemmung bestimmter Gerinnungsfaktoren (speziell Faktor X, getestet mit Rivaroxaban) das Krankheitsbild im Tiermodell der Erkrankung verbesserte. Generell scheint die Blutgerinnung im Zusammenhang mit möglichen entzündlichen Erkrankungen der Nerven zu stehen.
Mögliche Erklärungsansätze
Die genauen Mechanismen, durch die Gerinnungshemmer möglicherweise Migräne beeinflussen, sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch einige Theorien:
- Einfluss auf die Blutgerinnung: Migräne könnte mit Veränderungen der Blutgerinnung zusammenhängen. Gerinnungshemmer könnten diese Veränderungen beeinflussen und dadurch die Migränesymptome lindern oder verstärken.
- Entzündungshemmende Wirkung: Einige Gerinnungshemmer haben möglicherweise entzündungshemmende Eigenschaften, die bei der Behandlung von Migräne von Vorteil sein könnten.
- Wirkung auf das Nervensystem: Es ist möglich, dass bestimmte Gerinnungshemmer direkt auf das Nervensystem wirken und dadurch die Migräne beeinflussen.
Wichtiger Hinweis
Es ist wichtig zu betonen, dass die bisherigen Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Clexane/Gerinnungshemmern und Migräne begrenzt sind. Weitere Forschung ist erforderlich, um die genauen Mechanismen und die klinische Bedeutung dieses Zusammenhangs zu verstehen.
Was tun bei Migräne unter Clexane-Behandlung?
Wenn Sie während der Behandlung mit Clexane unter Migräne leiden, sollten Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen. Er kann die Ursache der Migräne abklären und gegebenenfalls die Behandlung anpassen.
Wichtig: Brechen Sie die Behandlung mit Clexane nicht eigenmächtig ab, da dies schwerwiegende Folgen haben kann.
Gegenanzeigen von Clexane
Clexane darf nicht angewendet werden,
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- wenn Sie allergisch gegen Enoxaparin, Heparin oder heparinverwandte Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile sind,
- wenn Sie kürzlich - z.B. innerhalb der letzten 6 Wochen - eine Verletzung oder Operation am Gehirn oder Rückenmark oder am Auge oder Ohr hatten,
- wenn Sie kürzlich - z.B. innerhalb der letzten 30 Tage - eine behandlungsbedürftige Blutung hatten, wie Blutung im Magen oder Darm, mit bloßem Auge sichtbare Blutung der Geschlechtsorgane oder der Harnwege oder sonstige auffällige Blutungen.
- wenn Sie einen weniger als 6 Monate zurückliegenden oder akuten (oder Verdacht auf) blutungsbedingten Schlaganfall oder eine andere Blutung im Schädel hatten,
- wenn Sie eine akute oder aus der Vorgeschichte bekannte Erkrankung im Schädel haben, wie gut- oder bösartige Gewebeneubildung (Neoplasma), Fehlbildung von Blutgefäßen (arteriovenöse Malformation) oder Wandausbuchtung von Arterien (Aneurysma).
- wenn Sie eine behandlungsbedürftige Gerinnungsstörung haben, wie Blutungsneigung - auch in der Vorgeschichte, Mangel an Stoffen im Blut, die für die Gerinnung erforderlich sind, oder Blutplättchenmangel.
- wenn Sie einen aktuellen oder aus der Vorgeschichte bekannten, allergisch bedingten Mangel an Blutplättchen nach Heparingabe (HIT-Typ II) haben,
- wenn Sie ein Magen- oder Darmgeschwür haben,
- wenn bei Ihnen eine Fehlgeburt droht,
- wenn Sie eine schwere Erkrankung der Leber oder Bauchspeicheldrüse haben,
- wenn Sie einen unkontrollierbaren schweren Bluthochdruck haben,
- wenn Sie eine Entzündung der Herzinnenhaut haben,
- wenn bei Ihnen der Verdacht auf eine nicht entzündliche Erkrankung der Netzhautgefäße (vaskuläre Retinopathie), Glaskörperblutung oder eine andere Blutung im Auge besteht.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Folgende Arzneimittel können die Wirkung von CLEXANE 2.000I.E.20mg/0.2ml ILO i.e.Fertigspr. B besonders beeinflussen oder werden in ihrer Wirkung von CLEXANE 2.000I.E.20mg/0.2ml ILO i.e.Fertigspr. Die oben aufgeführten Arzneimittel sollten abgesetzt werden, wenn sie nicht unbedingt notwendig sind. Ist eine gleichzeitige Behandlung erforderlich, wird Ihr Arzt angemessene Untersuchungen und Laborwertkontrollen durchführen.
- Bestimmte Arzneimittel gegen Allergien, leichte Schlafstörungen oder Übelkeit (Antihistaminika),
- Arzneimittel gegen Herzschwäche mit Wirkstoffen wie Digitoxin, Digoxin,
- Antibiotika, deren Wirkstoffnamen auf "cyclin“ enden, wie Tetracyclin und Doxycyclin,
- Nikotin, bei Missbrauch,
- Vitamin C, auch als Ascorbinsäure bezeichnet,
- in die Vene verabreicht…
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