Die Anwendung von Corona-Selbsttests ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge geworden. Sie ermöglichen es, eine mögliche Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus frühzeitig zu erkennen und somit andere nicht anzustecken. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die korrekte Anwendung von Corona-Selbsttests, um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten.
Einführung in Corona-Selbsttests
Seit dem 24. Februar gibt es in Deutschland Antigen-Selbsttests auf SARS-CoV-2 für jedermann und für zu Hause. Bei diesen Tests geht es darum, Virusmaterial nachzuweisen, wobei sie den bereits etablierten Antigen-Schnelltests ähneln. Die Probenentnahme muss so einfach und sicher sein, dass sie praktisch jeder durchführen kann, und das Ergebnis sollte auch für Personen ohne medizinische Vorkenntnisse eindeutig erkennbar sein.
Arten von Corona-Selbsttests
Es gibt verschiedene Arten von Corona-Selbsttests, die sich in der Art der Probenentnahme unterscheiden:
- Tests mit einem Nasenabstrich: Bei dieser Variante entnimmt die Testperson das Probenmaterial durch einen Abstrich mit einer Art dünnem Wattestäbchen aus dem vorderen Nasenbereich. Diese Tests werden oft als "Nasenbohrer-Tests" bezeichnet.
- Tests aus Speichel ("Spucktests"): Bei diesen Tests wird das Virus im Speichel nachgewiesen.
- Gurgeltests: Bei diesen Tests wird mit einer speziellen, ungiftigen Flüssigkeit (oft handelt es sich um Salzlösung) für eine bestimmte Zeit gegurgelt. Die Gurgelflüssigkeit wiederum wird dann auf Virusbestandteile getestet.
Vorbereitung auf den Corona-Selbsttest
Eine gründliche Vorbereitung ist wichtig, um ein verlässliches Testergebnis zu erhalten. Bevor Sie beginnen, sollten Sie folgende Schritte beachten:
- Überprüfen Sie den Inhalt Ihres Testkits genau. Stellen Sie sicher, dass alle notwendigen Komponenten vorhanden sind.
- Kontrollieren Sie das Verfallsdatum auf der Verpackung. Abgelaufene Corona-Tests liefern kein verlässliches Ergebnis mehr.
- Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Wasser und Seife. Dies ist wichtig, um eine Kontamination des Tests zu vermeiden.
- Suchen Sie sich eine saubere, helle Arbeitsfläche mit genügend Platz für alle Utensilien.
- Legen Sie alles bereit, was außer dem Testkit noch benötigt wird, wie zum Beispiel eine Uhr.
- Lesen Sie die ganze Anleitung vor Testbeginn durch.
Durchführung des Corona-Selbsttests
Die Durchführung des Corona-Selbsttests ist nicht kompliziert, erfordert jedoch Sorgfalt und die Einhaltung der Anweisungen des Herstellers. Im Folgenden werden die wichtigsten Schritte erläutert:
Lesen Sie auch: Seltene Fälle von Meningitis nach Impfung
- Raumtemperatur beachten: Die Raumtemperatur sollte mindestens 10 bis 15 Grad und höchstens 25 bis 30 Grad betragen. Starke Temperaturschwankungen bei der Lagerung können die Zuverlässigkeit der Selbsttests negativ beeinflussen.
- Zeitpunkt des Tests: Selbsttests können zu jeder Tageszeit durchgeführt werden. Übrigens ist auch der Zeitpunkt des Ablesens entscheidend: Beachten Sie hierzu genau die Packungsanweisung.
- Probenentnahme:
- Nasenabstrich: Nehmen Sie das Wattestäbchen aus der Packung und führen Sie es 2 bis 3 cm tief in die Nase ein. Das darf kitzeln, aber nicht weh tun. Drehen Sie das Stäbchen mindestens fünf Mal in der Nase hin und her. Für einen korrekten Nasenabstrich sollte man den Tupfer zudem nicht senkrecht (in Richtung Stirn) in die Nase einführen, sondern möglichst flach und waagrecht in Richtung Rachen. Der Tupfer muss ausreichend Nasensekret aufnehmen, also so viel wie möglich.
- Speicheltest: Befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers zur Speichelentnahme.
- Gurgeltest: Befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers zum Gurgeln und zur Entnahme der Gurgelflüssigkeit.
- Testdurchführung: Stecken Sie das Röhrchen in die Halterung und gießen Sie - wenn nötig - die mitgelieferte Flüssigkeit in das Teströhrchen. Stecken Sie das Stäbchen in das Teströhrchen und drehen Sie es einige Male hin und her. Dann lassen Sie das Stäbchen abtropfen. Drehen Sie den Tupfer mindestens 5-mal in der Lösung, während Sie das Röhrchen leicht zusammendrücken. Träufeln Sie die angegebene Menge der Lösung in die Testkassette.
- Einwirkzeit beachten: Halten Sie unbedingt die vom Hersteller vorgegebene Dauer der Einwirkzeit sowie die auf den Test aufzutragende Tropfenanzahl ein.
- Ergebnis ablesen: Wie bei einem Schwangerschaftstest kann das Ergebnis des Corona-Schnelltests durch sichtbare Streifen im Kontrollfeld abgelesen werden.
Fehlerquellen und wie man sie vermeidet
Um ein möglichst genaues Ergebnis zu erhalten, sollten Sie folgende Fehlerquellen vermeiden:
- Falsche Lagerung: Wie Medikamente und andere medizinische Produkte sollten auch Corona-Selbsttests weder zu kalt noch zu warm gelagert werden. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) empfehlen die Hersteller in aller Regel eine Lagerung zwischen fünf und 30 Grad - der Einzelfall kann aber abweichen. Es ist also sinnvoll, einen Blick auf die Verpackung oder die Anleitung zu werfen.
- Essen, Trinken oder Zähneputzen vor dem Test: Bei Probeentnahmen aus dem Mund sollte mindestens 30 Minuten vor der Testung weder gegessen noch getrunken werden. Auch vom Zähneputzen, der Anwendung von Mundsprays und Mundspülungen oder dem Rauchen vor dem Test wird abgeraten.
- Verwendung von Nasenspray vor dem Test: Bei Abstrichen aus dem Nasenbereich sollte man in den 60 Minuten davor kein Nasenspray verwenden.
- Falsche Probenentnahme: Viele Menschen führen das Stäbchen für den Abstrich nicht tief genug oder nicht in beide Nasenlöcher ein. Bei Tests, die speziell für Nase oder Rachen gedacht sind, sollten die Abstriche ausschließlich in der angegebenen Region entnommen werden.
- Ergebnis zu früh oder zu spät ablesen: Beachten Sie genau die Packungsanweisung für den Zeitpunkt des Ablesens. Wichtig ist, das Ergebnis nach 15 Minuten abzulesen und zu überprüfen.
Interpretation des Ergebnisses
Das Ergebnis des Corona-Selbsttests wird durch sichtbare Streifen im Kontrollfeld angezeigt:
- Negatives Ergebnis: Eine Linie beim Buchstaben C (Control) zeigt ein negatives Testergebnis. Das bedeutet, dass zum Zeitpunkt des Tests keine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt.
- Positives Ergebnis: Ein Streifen bei T (Test) und bei C bedeuten: Sie sind Corona-positiv. Bereits ein geringer Schatten des zweiten Teststreifens kann auf eine Infektion hinweisen. Der Test ist auch positiv, wenn die C- oder die T-Linie nur blass zu sehen sind.
- Ungültiges Ergebnis: Erscheint an der Kontrollmarkierung ("C") nur eine blasse Linie oder gar kein Strich, ist der Test ungültig und sollte wiederholt werden.
Was tun bei einem positiven oder ungültigen Ergebnis?
- Positives Ergebnis: Bei einem positivem Antigen-Selbsttest verhalten Sie sich bitte erst einmal so, als seien Sie mit SARS-CoV-2 infiziert. Isolieren Sie sich also umgehend selbst und nehmen Sie telefonisch Kontakt zu Ihrer Hausarztpraxis auf. Weisen Sie auf den positiven Selbsttest hin und bitten Sie um einen Termin für einen PCR-Test auf SARS-CoV-2.
- Ungültiges Ergebnis: Wiederholen Sie den Test mit einem neuen Testkit.
Zuverlässigkeit von Corona-Selbsttests
Die Selbsttests sind (wie die Schnelltests) üblicherweise Antigen-Tests und damit grundsätzlich weniger zuverlässig als PCR-Tests. Vor allem bei mit Omikron Infizierten sind Schnelltestergebnisse weniger zuverlässig.
Es wird also immer eine Restunsicherheit bei Corona-Selbsttests bestehen. Aber sie liefern rasch ein Ergebnis, das zumindest zur Orientierung beitragen kann.
Wichtige Hinweise
- Ein Selbsttest pro Woche genügt nicht, um sich selbst und das Umfeld ausreichend vor einer Infektion zu schützen.
- Auch bei einem negativen Schnell- oder Selbsttestergebnis gibt es keine Garantie, nicht doch infektiös zu sein.
- Antigentests auch aus dem letzten Jahr können weiterhin genutzt werden, solange ihr Haltbarkeitsdatum nicht überschritten ist und sie bei der empfohlenen Temperatur gelagert wurden.
- Ein positiver Corona-Test hat aktuell keine gesetzlichen Folgen. Denn die Isolationspflicht ist schon seit Langem aufgehoben.
Lesen Sie auch: Corona und das Gehirn: Was wir wissen
Lesen Sie auch: Neueste Erkenntnisse zum Demenzrisiko nach COVID-19
tags: #corona #selbsttest #gehirn