Crack, eine hochreine und gefährliche Form von Kokain, hat aufgrund seines extremen Abhängigkeitspotenzials und seiner raschen Ausbreitung in verschiedenen Städten große Besorgnis ausgelöst. Dieser Artikel untersucht die Zusammensetzung, die Wirkungsweise, die Risiken und die Folgen des Crack-Konsums und bietet einen umfassenden Überblick für ein breites Publikum.
Was ist Crack?
Crack ist eine Form von Kokain, die durch die basische Freisetzung von Kokain mit Natriumhydrogencarbonat (Backpulver) hergestellt wird. Im Gegensatz zu normalem Kokain, das meist als Kokainhydrochlorid vorliegt, weist Crack eine Reinheit von 80 bis 100 Prozent auf, was es noch gefährlicher macht. Es erscheint als kleine, weiß bis hellgelbe (manchmal auch zartrosa) Steinchen, die in der Größe von Sandkörnern bis zu Kieselsteinen variieren können.
Aufgrund seiner enormen und kurzen Wirkung und des darauffolgenden unglaublichen Tiefs ist das psychische und körperliche Abhängigkeitspotenzial von Crack höher als bei anderen Drogenarten.
Crack ist nicht legal.
Szenenamen: Steine, Cracker, Rocks.
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Wie wird Crack konsumiert?
Crack wird geraucht, wobei ein knackendes Geräusch entsteht, das der Droge ihren Namen gegeben hat. Durch das Rauchen wird Crack schnell über die Lunge aufgenommen, schneller als beispielsweise Kokain durch Schniefen. Die Wirkung setzt innerhalb von Sekunden ein und hält etwa fünf bis 15 Minuten an, was zu einem starken Verlangen nach einem neuen Rausch führt und eine hohe psychische Abhängigkeit verursacht.
Die Wirkung von Crack auf das Gehirn
Crack hemmt die Wiederaufnahme von Dopamin in die Nervenzellen im Gehirn, was zu einer erhöhten Menge dieses Botenstoffs in den Synapsen führt. Dies führt zu einer Reihe von Wirkungen, darunter:
- Entängstigung und erhöhte Kontaktfähigkeit: Konsumenten fühlen sich weniger ängstlich und offener für soziale Interaktionen.
- Euphorie und Energie: Es entsteht ein Gefühl von Glück und gesteigerter Energie.
- Beschleunigte Denkabläufe: Die Gedanken scheinen schneller zu fließen.
- Hebung der Sexualität, des Selbstwertgefühls und der Stimmung: Das sexuelle Verlangen, das Selbstbewusstsein und die allgemeine Stimmung können sich verbessern.
- Sinnestäuschungen: Akustische und (seltener) optische Sinnestäuschungen können auftreten.
- Gedämpftes Hungergefühl: Der Appetit kann reduziert sein.
Nach der aufputschenden Wirkung folgen Niedergeschlagenheit, Depressionen und bei entsprechend vorbelasteten Personen die Verstärkung von Selbstmordgedanken. Oft treten auch Reizbarkeit, Aggressivität, Zittern und Zuckungen auf. Die Neigung zu Gewalttätigkeit soll unter Einfluss von Crack deutlich höher sein als bei anderen Drogen. Bei akuter Drogenwirkung kann es zu Verfolgungswahn und deutlichen Angstzuständen kommen.
Abbau und Nachweiszeit von Crack
Crack wird fast vollständig in der Leber abgebaut, und ein Teil der Droge wird über die Niere ausgeschieden. Zirka ein bis vier Prozent der Droge werden unverändert im Urin ausgeschieden. Das Runterkommen von Crack ist extrem anstrengend, körperlich belastend und kann tagelang dauern. Die Entzugserscheinungen sind kaum auszuhalten und führen dazu, dass man wiederholt Crack konsumiert.
Crack wird wie Kokain in fast allen Standard-Schnelltests überprüft und ist ca. zwei bis vier Tage nach der letzten Einnahme nachweisbar. Mittels Haaranalysen kann Crack noch bis zu 90 Tage nach der letzten Einnahme nachgewiesen werden.
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Körperliche und psychische Risiken des Crack-Konsums
Der Konsum von Crack birgt eine Vielzahl von körperlichen und psychischen Risiken, sowohl während des Rausches als auch langfristig.
Während des Rausches und bei höheren Dosen können folgende Symptome auftreten:
- Angstzustände
- Psychosen
- Herzrasen
- Pupillenerweiterung
- Blässe
- Krampfanfälle
- Koordinationsstörungen
- Blutdruckerhöhung
- Erhöhung der Körpertemperatur
- Störungen der Herzfunktion bis hin zu Herzversagen
- Hirnödeme
- Schlaganfälle mit halbseitigen Lähmungen
- Ausfallen einzelner Zähne
Entzugserscheinungen:
Die Entzugserscheinungen teilen sich in körperliche und psychische. Neben unkontrolliertem Muskelzucken und Zittern (welches auch schon während des Rausches auftreten kann), ist bei einer Vielzahl von Konsumenten ein Hautjucken zu beobachten. Ein erhöhter Blutdruck kann ebenfalls auftreten und bis zu Kreislaufzusammenbrüchen führen.
Langzeitfolgen:
Nach längerem Konsum sind neben körperlichen Wirkungen wie Abmagerung und Appetitlosigkeit auch Verzweiflung und Psychosen zu beobachten. Die Leber trägt ebenso erhebliche Schäden davon, wie Herz und Hirn. Infarkte und Krampfanfälle sind in diesen Bereichen daher nicht selten. Auch bei sporadischem Gebrauch sind tödliche Komplikationen nicht auszuschließen. Der Konsument vereinsamt, koppelt sich von Freunden und Familie ab und lebt nur noch für die Droge. Aggressives Verhalten resultiert oft in einen Verfolgungswahn und starke Psychosen.
Crack und Neurotoxizität
Eine neuere Studie hat gezeigt, dass beim Rauchen von Crack nicht nur Kokain eingeatmet wird. Im Verbrennungsprozess entsteht eine Substanz namens Anhydroecgoninmethylester oder kurz AEME. Kokain allein hat bereits eine neurotoxische Wirkung. Beim Crack-Rauchen scheint die Kombination von Kokain und AEME die neurotoxische Wirkung jedoch zu verstärken. Die nervenschädigende Wirkung wird unter anderem durch einen Prozess ausgelöst, der als Apoptose bezeichnet wird. Dabei stirbt die Nervenzelle. Experimentelle Studien haben gezeigt, dass die gleichzeitige Einnahme von AEME diesen Prozess zusätzlich beschleunigt. Die Studienrecherche hat zudem verdeutlicht, dass Crack noch stärker als Kokain psychiatrische Folgen nach sich zieht, darunter Symptome einer Schizophrenie und Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit. Auch scheint die Schwelle für epileptische Anfälle beim Crack-Rauchen noch stärker zu sinken als wenn Kokain allein konsumiert wird.
Die Ausbreitung von Crack in Deutschland
In Deutschland ist Crack seit den 80er-Jahren bekannt, der Konsum war bisher ein eher lokales Phänomen in Städten wie Frankfurt, Hamburg und Hannover. Aktuell breitet sich die Droge jedoch rasant aus. Mancherorts explodiert der Konsum regelrecht. Wurden im Jahr 2016 im Düsseldorfer Drogenkonsumraum 210 Konsumvorgänge mit Crack verzeichnet, waren es bis Ende Juli 2023 bereits 19.500. In zahlreichen Städten sind derzeit ähnliche Entwicklungen zu verzeichnen. Der Anteil der Drogentoten in Deutschland steigt unter anderem wegen Crack deutlich an. Die deutsche Aidshilfe hat nun zusammen mit dem Bundesdrogenbeauftragten Handlungsempfehlungen zum steigenden Crack-Konsum herausgegeben.
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Crack im Vergleich zu anderen Drogen
Crack und Kokain galten früher als harmloser als Heroin, da sie angeblich keinerlei körperliche Abhängigkeit und damit beim Absetzen auch keine Entzugserscheinungen auslösen sollten. Nach neueren Untersuchungen kann diese Annahme nicht mehr bestätigt werden. Crack wirkt innerhalb von Sekunden, hält allerdings auch nicht länger als 15 Minuten an. Crack macht sehr schnell abhängig, noch schneller als Kokain. Da der Rausch so kurz ist, braucht man sehr oft sehr schnell sehr viel.
Während Heroin beispielsweise durch Methadon ersetzt werden kann, existiert für Crack und Kokain keine Substitutionsmöglichkeit.
Die Rolle von Dopamin bei der Crack-Abhängigkeit
Kokain greift, wie man seit längerem weiß, in die chemische Weiterleitung von Nervenimpulsen an Synapsen ein. An diesen Schaltstellen wird auf ein einlaufendes elektrisches Signal hin eine Botensubstanz, ein Neurotransmitter, freigesetzt; er durchquert in Millisekunden den winzigen synaptischen Spalt zur Empfängerzelle und heftet sich dort an spezifische Rezeptoren. Seine Wirkdauer ist begrenzt; er wird entweder in das Senderneuron zurücktransportiert oder durch Enzyme im Spalt abgebaut.
Eben diesen Prozeß beeinflußt Kokain: Es hemmt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin, Dopamin und Serotonin und verlängert so deren Aufenthalt im Spalt. Die Blutdrucksteigerung sowie die erhöhte Wachheit und Wachsamkeit beispielsweise resultieren aus einer länger anhaltenden Einwirkung von Noradrenalin auf die innervierte Gefäßmuskulatur beziehungsweise auf Teile des Stammhirns. Die Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen lassen sich hingegen größtenteils dem Einfluß der Droge auf Systeme zuschreiben, die Signale durch Dopamin übermittelt bekommen.
Die Untersuchungen haben sich vor allem auf das limbische System konzentriert: mehrere, beim Menschen ringförmig um das Stammhirn angeordnete Kerne (kleine Gruppierungen von Nervenzellen mit ähnlicher Gestalt und Biochemie), die vorwiegend im vorderen Bereich des Gehirns liegen und miteinander verschaltet sind. Es hat unter anderem mit Emotionen, Stimmungen und Motivationen (Trieben) zu tun. Vermutlich sind die Kerne Teil des Lustzentrums. In einigen ist Dopamin der vorherrschende Neurotransmitter; er scheint für motivationale Prozesse wichtig zu sein, da Tiere und Menschen in einen antriebslosen - demotivierten - Zustand verfallen, wenn man seine Aktivität durch eine Substanz drosselt, die ihm den Platz am Rezeptor streitig macht.