Die Craniosacrale Therapie ist ein sanfter, manueller Ansatz, der darauf abzielt, die natürlichen Heilungsmechanismen des Körpers zu unterstützen. Sie basiert auf der Erkenntnis, dass Schädelknochen, Wirbelsäule, Hirn- und Rückenmarkshäute sowie das Nervensystem eng miteinander verbunden sind und eine Einheit bilden. Durch sanfte Berührungen und minimale Impulse werden Blockaden und Spannungen gelöst, um den Cranio-Sacralen Rhythmus zu harmonisieren und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.
Was ist Trigeminusneuralgie?
Die Trigeminusneuralgie ist eine Schmerzerkrankung, die den Trigeminusnerv betrifft, einen der wichtigsten Gesichtsnerven. Dieser Nerv ist für die sensorische Versorgung des Gesichts, der Zähne und der Mundhöhle zuständig. Die Trigeminusneuralgie äußert sich durch heftige, blitzartige Schmerzattacken, die im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Äste des Trigeminusnervs auftreten. Die Schmerzen werden oft als stechend, brennend oder elektrisierend beschrieben und können durch Berührungen, Kauen, Sprechen oder andere Reize ausgelöst werden.
Ursachen und Auslöser der Trigeminusneuralgie
Die Ursachen der Trigeminusneuralgie sind vielfältig. In vielen Fällen wird die Erkrankung durch eine Kompression des Trigeminusnervs verursacht, beispielsweise durch ein Blutgefäß, das auf den Nerv drückt. Andere mögliche Ursachen sind Entzündungen, Verletzungen oder Tumore. Auch Kieferfehlstellungen oder Zahnprobleme können eine Rolle spielen. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) unterscheidet zudem verschiedene Ursachen wie Wind-Kälte, Magen- und Leber-Feuer oder Nieren-Yin-Mangel.
Erfahrungen mit Craniosacraler Therapie bei Trigeminusneuralgie
Einige Therapeuten und Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit der Craniosacralen Therapie bei Trigeminusneuralgie. Die sanften Techniken können helfen, Spannungen im Schädelbereich zu lösen, die Durchblutung des Gehirns anzuregen und den Cranio-Sacralen Rhythmus zu harmonisieren. Durch die Entspannung der Hirnhäute und die Mobilisierung der Schädelknochen kann auch der Druck auf den Trigeminusnerv reduziert werden.
Lisa Heger, eine Körper- und Entspannungstherapeutin, bietet neben weiteren Therapien auch die Craniosacrale Therapie an und hat damit auch bei Schlaganfallpatienten sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie betont, dass die Craniosacrale Behandlung eine wichtige Ergänzung zur Ergotherapie und krankengymnastischen Behandlung sein kann, da sie direkt am Gehirn ansetzt und dadurch eine Aktivierung des Gehirns erreicht wird.
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Manfred, ein 75-jähriger Patient, litt seit 2010 unter einer Trigeminusneuralgie. Erst die Teilnahme an einem Therapiecamp der Stiftung Auswege im Herbst 2022 brachte ihm wesentliche Erleichterung. Nach einer Behandlungswoche bestätigte er, dass Intensität und Dauer der Anfälle nachgelassen haben.
Iris, eine 39-jährige Frau mit Asperger-Autismus, wurde seit 2005 von einer Trigeminusneuralgie geplagt. Sie profitierte enorm von ihrer Teilnahme an einem AUSWEGE-Therapiecamp 2017. Sie fühlte sich sicherer und liebevoller sich selbst gegenüber.
Wie die Craniosacrale Therapie bei Trigeminusneuralgie angewendet wird
Bei der Behandlung der Trigeminusneuralgie konzentriert sich der Therapeut auf die Mobilisierung der Schädelknochen, insbesondere im Bereich des Trigeminusnervs. Durch sanfte Berührungen und minimale Impulse werden Blockaden und Spannungen gelöst, um den Nerv zu entlasten und die Durchblutung zu verbessern. Auch die Arbeit an den Hirnhäuten und der Wirbelsäule kann dazu beitragen, den Cranio-Sacralen Rhythmus zu harmonisieren und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.
Die Craniosacrale Therapie bietet eine Reihe von Techniken, um Blockaden und Restriktionen zu mildern bzw. völlig aufzulösen. Stets wird dabei sehr sanft und vorsichtig gearbeitet, die Handbewegungen des Therapeuten sind in der Regel kaum wahrnehmbar. Knöcherne Blockaden der Schädelnähte beispielsweise werden einem Druck oder Zug von 5 - 10 gr ausgesetzt. Dieser minimale Reiz, über eine Zeit von einigen Sekunden bis einigen Minuten aufrechterhalten bewirkt eine Lockerung des verbindenden Bindegewebes und ermöglicht es den Knochen, in Ihre ursprüngliche, physiologische Form zurückzukehren.
In der Ventrikelarbeit wird nochmals verstärkt am Nervenwasser und der Zirkulation durch die Ventrikel (Hirnkammern) gearbeitet. Auch kann an jedem Hirnnerv einzeln gearbeitet werden. (z. B. am Trigeminusnerv bei der Trigeminusneuralgie).
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Weitere Therapieansätze bei Trigeminusneuralgie
Neben der Craniosacralen Therapie gibt es eine Reihe weiterer Therapieansätze bei Trigeminusneuralgie. Dazu gehören:
- Medikamentöse Behandlung: Schmerzmittel, Antikonvulsiva oder Muskelrelaxantien können helfen, die Schmerzen zu lindern.
- Injektionen: Lokalanästhetika oder Kortikosteroide können in den Trigeminusnerv injiziert werden, um die Schmerzen zu blockieren.
- Operation: In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Trigeminusnerv zu entlasten oder zu durchtrennen.
- Physiotherapie: Physiotherapeutische Übungen können helfen, die Muskeln im Gesicht und Nacken zu entspannen und die Beweglichkeit zu verbessern.
- Osteopathie: Osteopathen behandeln Funktionsstörungen des Bewegungsapparates und können so indirekt Einfluss auf den Trigeminusnerv nehmen.
- Akupunktur: Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) setzt Akupunktur ein, um den Energiefluss im Körper zu harmonisieren und Schmerzen zu lindern.
- Anthroposophische Medizin: Die Anthroposophische Medizin betrachtet die Trigeminusneuralgie als Ausdruck eines gestörten Verhältnisses zwischen Empfindungs- und Lebensorganisation.
Ergänzende Maßnahmen
Neben den genannten Therapieansätzen können auch einige ergänzende Maßnahmen helfen, die Beschwerden bei Trigeminusneuralgie zu lindern:
- Wärme: Ein warmer Schal oder eine Wärmflasche können helfen, die Muskeln im Gesicht und Nacken zu entspannen.
- Kälte: Bei manchen Patienten können kalte Kompressen oder Eispackungen die Schmerzen lindern.
- Stressmanagement: Stress kann die Schmerzen verstärken. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen.
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann das Nervensystem stärken.
- Vermeidung von Auslösern: Es ist wichtig, die individuellen Auslöser der Schmerzattacken zu identifizieren und zu vermeiden.
Fallbeispiele und persönliche Erfahrungen
Viele Betroffene berichten von einem langen Leidensweg, bis sie eine Diagnose erhalten und eine wirksame Behandlung finden. Einige Erfahrungsberichte zeigen, dass die Craniosacrale Therapie eine wertvolle Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung sein kann.
Einige Patienten berichten, dass sie nach einer Craniosacralen Behandlung ihre Medikamente reduzieren oder sogar absetzen konnten. Andere berichten von einer deutlichen Verbesserung ihrer Lebensqualität, da die Schmerzen weniger häufig und weniger intensiv auftreten.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Craniosacrale Therapie nicht bei jedem Patienten wirkt und keine Garantie für eine Heilung gibt. Die Wirksamkeit der Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise der Ursache der Trigeminusneuralgie, dem individuellen Ansprechen des Patienten und der Erfahrung des Therapeuten.
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