Akupunktur bei Migräne: Linderung und Kostenübernahme durch die DAK-Gesundheit

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich meistens in heftigen Kopfschmerzen äußert und die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken kann. Neben medikamentösen Behandlungen und Lebensstiländerungen wird auch Akupunktur als alternative oder ergänzende Therapieoption eingesetzt. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Akupunktur bei Migräne, die Kostenübernahme durch die DAK-Gesundheit und gibt Hinweise zur Suche nach qualifizierten Therapeuten.

Was ist Akupunktur?

Akupunktur ist eine Therapieform, die ihren Ursprung in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat und in China seit über 2.000 Jahren zu den gängigen Heilmethoden gehört. Dabei werden feine, sterile Einmalnadeln in definierte Punkte des Körpers gestochen, die auf Energiebahnen, den sogenannten Meridianen, liegen sollen. Ziel der Akupunktur ist es, Blockaden im Körper zu lösen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Krankheit wird in der TCM als eine Störung dieses "Qi-Flusses" definiert. Insgesamt gibt es 361 dieser Akupunkturpunkte.

Während der Behandlung können Therapeut:innen weitere Verfahren anwenden, wie das Erwärmen der Akupunkturnadeln oder die Stimulation der Bereiche um die Nadeln mit den Fingern oder Reizstrom. Neben der klassischen Körperakupunktur gibt es auch spezielle Verfahren für bestimmte Körperregionen, wie Ohrakupunktur oder Schädelakupunktur, sowie Sonderformen wie die Laserakupunktur.

Akupunktur bei Migräne

Akupunktur wird als Alternative oder Ergänzung zur medikamentösen Therapie von Migräne eingesetzt. Die Akupunktur-Leitlinie empfiehlt diese vorsorglichen Nadelungen, wenngleich sich dieser Rat nicht auf Ergebnisse kontrollierter Studien, sondern auf Expertenkonsens bezieht. Allerdings bleibt nicht unerwähnt, dass die Einstellung der Patienten zu dem Verfahren die Wirksamkeit beeinflusst. Und: Es scheint egal zu sein, wohin der Therapeut die Nadeln setzt. Das hat zumindest eine große Akupunkturstudie belegt.

Kostenübernahme durch die DAK-Gesundheit

Die DAK-Gesundheit übernimmt die Kosten für Akupunktur unter bestimmten Voraussetzungen:

Lesen Sie auch: Ludwigsburg: Akupunktur bei Migräne

  • Diagnosen: Chronische Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder Knieschmerzen aufgrund von Arthrose.
  • Dauer der Beschwerden: Die Beschwerden müssen länger als sechs Monate bestehen und ärztlich dokumentiert sein.
  • Durchführung: Die Akupunktur muss von einem Vertragsarzt mit entsprechender Zusatzausbildung durchgeführt werden.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, rechnet die DAK-Gesundheit die Behandlung einfach und unkompliziert über die Versichertenkarte ab. In der Regel werden im Rahmen einer umfassenden Schmerztherapie zehn Sitzungen innerhalb von maximal sechs Wochen angesetzt.

Es ist ratsam, vor Behandlungsbeginn bei der Krankenkasse nachzufragen, ob die Kosten übernommen werden, insbesondere bei anderen Erkrankungen oder im Rahmen der Geburtsvorbereitung, da dies als freiwillige Satzungsleistung oder im Rahmen von Bonusprogrammen möglich ist.

Wie finde ich einen Arzt für Akupunktur?

Um einen qualifizierten Therapeuten für Akupunktur zu finden, kann die Arztsuche der DAK-Gesundheit genutzt werden. Auch die Kollegen im Servicezentrum vor Ort unterstützen gerne bei der Suche nach einem geeigneten Akupunkteur.

Was erwartet mich bei der Akupunktur-Behandlung?

Zu Beginn der Behandlung führt der Arzt in der Regel ein Gespräch mit dem Patienten, betrachtet die Zunge und prüft den Puls. Daraufhin wählt er die Akupunkturpunkte aus, in die er die Nadeln setzt. Die Nadeln verbleiben zwischen 20 und 30 Minuten in der Einstichstelle.

Was muss ich als Akupunktur-Patient:in beachten?

Bevor man sich für eine Akupunkturbehandlung entscheidet, sollte man mit dem Arzt über den möglichen Nutzen im Vergleich zu anderen Therapieformen sprechen. Wenn die Praxis eine kostenpflichtige Akupunktur anbietet, sollte vorab geklärt werden, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt oder einen Zuschuss zahlt. Auch eine Nachfrage bei einer eventuell vorhandenen Krankenzusatzversicherung ist ratsam.

Lesen Sie auch: Migräne behandeln mit Akupunktur

Es ist wichtig, sich vor Behandlungsbeginn zu vergewissern, dass die Praxis die Akupunktur als Kassenleistung abrechnen darf. Informationen darüber, welche Praxen die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, erhält man bei der Kassenärztlichen Vereinigung des jeweiligen Bundeslandes. Sofern die Akupunktur selbst bezahlt werden muss, sollte man sich im Vorfeld schriftlich über die Kosten pro Sitzung aufklären lassen und fragen, wie viele Sitzungen nötig sind.

Akupressur als Alternative

Neben der Akupunktur gibt es auch die Akupressur, ein Heilverfahren, das ebenfalls Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin ist. Bei der Akupressur werden bestimmte Punkte am Körper durch Fingerdruck, Reiben, Pressen oder Massieren stimuliert, um den Qi-Fluss anzuregen oder zu dämpfen. Akupressur kann vor allem bei leichten Beschwerden wie Verspannungen, Kopfschmerzen oder Übelkeit Linderung verschaffen und kann im Gegensatz zur Akupunktur auch selbstständig zu Hause durchgeführt werden.

Menstruelle Migräne

Ein besonderer Fall von Migräne ist die menstruelle Migräne, die bei Frauen kurz vor oder an den ersten zwei Tagen der Periode auftritt. Ursache hierfür sind hormonelle Schwankungen, insbesondere der Abfall des Östrogenspiegels. Symptome sind ähnlich wie bei allgemeiner Migräne, oft begleitet von Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit.

Zur Behandlung der menstruellen Migräne gibt es verschiedene Ansätze, wie Hormonpflaster, die Anti-Baby-Pille, spezielle Schmerzmittel oder alternative Behandlungsformen wie Akupunktur. Auch ein veränderter Lebensstil mit Stressreduktion, regelmäßiger Bewegung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und einer ausgewogenen Ernährung kann helfen, die Anfälle zu reduzieren.

Migräne bei Kindern und Jugendlichen

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Migräne und Kopfschmerzen. Studien zeigen, dass ein hoher Prozentsatz der 9- bis 17-Jährigen monatlich oder sogar wöchentlich über Kopfschmerzen klagt. Gründe hierfür sind unter anderem der zunehmende Leistungsdruck in der Schule, emotionale Belastungen, schlechter Schlaf und Bewegungsmangel.

Lesen Sie auch: Überblick: Kugelakupunktur gegen Migräne

Es ist wichtig, Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen ernst zu nehmen und ihnen eine ganzheitliche Therapie anzubieten, die neben Medikamenten auch Sport, Physiotherapie und Entspannungsübungen umfasst. Auch die Unterstützung durch Lehrkräfte und Familie ist entscheidend, um den Betroffenen den Umgang mit der Erkrankung zu erleichtern.

Vorbeugung von Migräne

Um Migräne vorzubeugen, ist es wichtig, die individuellen Auslöser zu identifizieren und zu meiden. Ein Migränetagebuch kann dabei helfen. Auch eine geregelte Lebensweise mit ausreichend Schlaf, regelmäßiger Bewegung, Stressbewältigung und einer ausgewogenen Ernährung kann vorbeugend wirken.

Die DAK-Gesundheit unterstützt ihre Versicherten dabei mit verschiedenen Angeboten, wie Stressbewältigungstrainings oder Präventionskurse aus den Bereichen Entspannung oder Bewegung. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann helfen, die eigene Migräne besser zu verstehen und den Attacken vorzubeugen.

Medikamentöse Prophylaxe

Wenn Migräneattacken häufig auftreten oder lange anhalten, kann eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll sein. Hierfür stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, wie Betablocker, Calciumantagonisten oder Antidepressiva. Auch Magnesium kann als schwach wirksames Mittel der zweiten Wahl zur Vorbeugung eingesetzt werden. Die Wahl des geeigneten Medikaments sollte in Absprache mit dem Arzt erfolgen.

tags: #dak #akupunktur #migrane