Kreislaufprobleme sind ein weit verbreitetes Leiden, das Menschen jeden Alters betreffen kann. Die Symptome reichen von Schwindel und Übelkeit bis hin zu Ohnmacht und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Viele Betroffene suchen Rat bei verschiedenen Ärzten, darunter auch Neurologen. Doch dürfen Neurologen Kreislauftropfen verschreiben? Dieser Frage soll im folgenden Artikel umfassend nachgegangen werden, wobei auch Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und die Rolle verschiedener Fachärzte beleuchtet werden.
Was sind Kreislaufprobleme?
Kreislaufprobleme entstehen, wenn das Gehirn nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Dies kann verschiedene Ursachen haben, wie beispielsweise einen niedrigen Blutdruck, Flüssigkeitsmangel oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Symptome können vielfältig sein und reichen von Schwindel und Übelkeit bis hin zu Ohnmacht und Konzentrationsschwierigkeiten.
Ursachen von Kreislaufproblemen
Kreislaufprobleme können vielfältige Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören:
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie): Ein dauerhaft niedriger Blutdruck kann zu einer unzureichenden Durchblutung des Gehirns führen.
- Orthostatische Hypotonie: Ein plötzlicher Blutdruckabfall beim Aufstehen kann ebenfalls Kreislaufprobleme verursachen.
- Flüssigkeitsmangel: Eine unzureichende Flüssigkeitsaufnahme kann das Blut verdicken und die Durchblutung beeinträchtigen.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Herzerkrankungen können die Pumpleistung des Herzens beeinträchtigen und zu Kreislaufproblemen führen.
- Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung Kreislaufprobleme verursachen.
- Stress: Dauerhafter Stress kann das Herz-Kreislauf-System belasten und Kreislaufprobleme verursachen.
- Hitze: Bei Hitze weiten sich die Blutgefäße, was zu einem Blutdruckabfall führen kann.
- Operationen: Flüssigkeitsmangel und Narkose können nach Operationen Kreislaufprobleme verursachen.
- Hormonelle Veränderungen: Schwangerschaft und Wechseljahre können hormonelle Veränderungen verursachen, die Kreislaufprobleme begünstigen.
Symptome von Kreislaufproblemen
Die Symptome von Kreislaufproblemen können je nach Ursache und Schweregrad variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Schwindel
- Übelkeit
- Schwarzwerden vor Augen
- Augenflimmern
- Kalter Schweiß
- Blässe
- Kopfschmerzen
- Ohrensausen
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Müdigkeit
- Abgeschlagenheit
- Kalte Hände und Füße
- Frieren
- Ohnmacht (Synkope)
Dürfen Neurologen Kreislauftropfen verschreiben?
Ob Neurologen Kreislauftropfen verschreiben dürfen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von der Ursache der Kreislaufprobleme und der jeweiligen ärztlichen Weiterbildung.
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Grundsätzlich gilt: Neurologen sind Fachärzte für Erkrankungen des Nervensystems. Ihre Expertise liegt in der Diagnose und Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson-Krankheit und Demenz. Kreislaufprobleme können jedoch auch andere Ursachen haben, die nicht direkt mit dem Nervensystem zusammenhängen, beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder internistische Probleme.
In folgenden Fällen können Neurologen Kreislauftropfen verschreiben:
- Kreislaufprobleme aufgrund neurologischer Ursachen: Wenn die Kreislaufprobleme auf eine neurologische Erkrankung zurückzuführen sind, wie beispielsweise eine autonome Dysfunktion, können Neurologen entsprechende Medikamente verschreiben.
- Kreislaufprobleme als Begleiterscheinung neurologischer Erkrankungen: Auch wenn die Kreislaufprobleme nicht direkt durch eine neurologische Erkrankung verursacht werden, sondern als Begleiterscheinung auftreten, können Neurologen im Rahmen der Gesamtbehandlung Kreislauftropfen verschreiben.
- Notfallsituationen: In akuten Notfallsituationen, beispielsweise bei einem Kreislaufkollaps, dürfen Neurologen selbstverständlich Kreislauftropfen oder andere नॉटfallmedizinische Maßnahmen ergreifen.
In folgenden Fällen ist eher ein anderer Facharzt zuständig:
- Kreislaufprobleme aufgrund von Herzerkrankungen: Wenn die Kreislaufprobleme auf eine Herzerkrankung zurückzuführen sind, ist ein Kardiologe der richtige Ansprechpartner.
- Kreislaufprobleme aufgrund von internistischen Erkrankungen: Bei internistischen Ursachen der Kreislaufprobleme, wie beispielsweise Schilddrüsenfunktionsstörungen, ist ein Internist zuständig.
- Kreislaufprobleme ohne klare Ursache: Wenn die Ursache der Kreislaufprobleme unklar ist, sollte zunächst der Hausarzt aufgesucht werden. Dieser kann die notwendigen Untersuchungen durchführen und gegebenenfalls an einen Spezialisten überweisen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Neurologen dürfen Kreislauftropfen verschreiben, wenn die Kreislaufprobleme auf neurologische Ursachen zurückzuführen sind oder als Begleiterscheinung neurologischer Erkrankungen auftreten. In anderen Fällen ist ein anderer Facharzt, wie beispielsweise ein Kardiologe oder Internist, zuständig.
Was tun bei Kreislaufproblemen?
Was bei Kreislaufproblemen hilft, hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden ab. In vielen Fällen können bereits einfache Maßnahmen helfen, den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.
Allgemeine Maßnahmen
- Ausreichend trinken: Trinken Sie täglich 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee.
- Auf Alkohol und Tabak verzichten: Beide Substanzen können die Symptome verstärken.
- Koffeinhaltige Getränke: Koffeinhaltige Getränke können die Beschwerden kurzfristig lindern.
- Kältereize: Kältereize, wie beispielsweise ein kalter Waschlappen im Nacken, können den Kreislauf anregen.
- Langsam aufstehen: Stehen Sie langsam aus dem Bett oder vom Stuhl auf, um einen plötzlichen Blutdruckabfall zu vermeiden.
- Langes Stehen vermeiden: Vermeiden Sie langes Stehen, insbesondere bei Hitze.
- Beine hochlegen: Bei akuten Kreislaufproblemen legen Sie sich flach auf den Rücken und lagern Sie die Beine hoch.
Pflanzliche Mittel
Pflanzliche Mittel können ebenfalls zur Behandlung von Kreislaufproblemen eingesetzt werden. Bewährt haben sich beispielsweise:
- Weißdorn-Extrakt: Weißdorn soll das Kreislaufzentrum anregen und die Leistung des Herzens steigern.
- Rosmarin: Rosmarin soll den Blutdruck wieder in Schwung bringen.
- Menthol: Menthol kann ebenfalls den Kreislauf anregen.
Medikamente
Wenn nicht-medikamentöse Maßnahmen und pflanzliche Mittel nicht ausreichend helfen, können Medikamente eingesetzt werden. Einige Kreislaufmedikamente sind rezeptfrei erhältlich, andere sind verschreibungspflichtig. Zu den häufig verwendeten Wirkstoffen gehören:
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- Etilefrin: Etilefrin ist ein Sympathomimetikum, das den Blutdruck erhöht.
- Midodrin: Midodrin ist ebenfalls ein Sympathomimetikum, das den Blutdruck erhöht.
- Fludrocortison: Fludrocortison erhöht die Flüssigkeitsmenge im Blut und dadurch den Blutdruck.
Wichtig: Medikamente sollten nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden, da sie Nebenwirkungen verursachen können.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
In den meisten Fällen sind Kreislaufprobleme harmlos und können durch einfache Maßnahmen selbst behandelt werden. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Arzt aufgesucht werden sollte:
- Wiederholte, starke Kreislaufprobleme: Wenn Sie immer wieder unter starken Kreislaufproblemen leiden, sollte die Ursache abgeklärt werden.
- Plötzlicher Blutdruckabfall ohne Warnsignale: Ein plötzlicher Blutdruckabfall ohne vorherige Warnsignale kann auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten.
- Dauerhaft niedriger Blutdruck: Ein dauerhaft niedriger Blutdruck kann ebenfalls ein Zeichen für eine Erkrankung sein.
- Kreislaufprobleme bei älteren oder herzkranken Menschen: Bei älteren oder herzkranken Menschen können Kreislaufprobleme auf eine Pumpschwäche des Herzens hindeuten.
- Begleitende Symptome: Wenn zu den Kreislaufproblemen weitere Symptome wie Brustschmerzen, Atemnot oder neurologische Ausfälle hinzukommen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Die Rolle verschiedener Fachärzte
Bei Kreislaufproblemen können verschiedene Fachärzte Ansprechpartner sein, je nachdem, welche Ursache vermutet wird:
- Hausarzt: Der Hausarzt ist in der Regel die erste Anlaufstelle bei Kreislaufproblemen. Er kann die notwendigen Untersuchungen durchführen und gegebenenfalls an einen Spezialisten überweisen.
- Kardiologe: Wenn die Kreislaufprobleme auf eine Herzerkrankung zurückzuführen sind, ist ein Kardiologe der richtige Ansprechpartner.
- Internist: Bei internistischen Ursachen der Kreislaufprobleme, wie beispielsweise Schilddrüsenfunktionsstörungen, ist ein Internist zuständig.
- Neurologe: Wenn die Kreislaufprobleme auf eine neurologische Erkrankung zurückzuführen sind oder als Begleiterscheinung auftreten, kann ein Neurologe helfen.
Angst und Panikattacken bei Kreislaufproblemen
Einige Betroffene entwickeln im Zusammenhang mit Kreislaufproblemen Angst und Panikattacken. Die Angst vor einem erneuten Kreislaufkollaps kann zu einem Teufelskreis führen, in dem die Angst die Symptome verstärkt und umgekehrt. In solchen Fällen kann eine psychotherapeutische Behandlung hilfreich sein, um die Angst zu bewältigen und den Kreislauf zu stabilisieren.
Ein Betroffener schildert beispielsweise, dass er seit einem Kreislaufkollaps im Unterricht unter großer Angst leidet, erneut umzukippen. Er vermeidet den Schulbesuch und leidet unter Panikattacken. In solchen Fällen ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Angst zu bewältigen und wieder ein normales Leben führen zu können.
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Glaukom und Kreislaufprobleme
Ein weiterer Aspekt, der im Zusammenhang mit Kreislaufproblemen diskutiert wurde, ist die Behandlung von Glaukom (Grüner Star). Einige Medikamente, die zur Senkung des Augeninnendrucks eingesetzt werden, können als Nebenwirkung Kreislaufprobleme verursachen. In solchen Fällen ist es wichtig, den Augenarzt über die Kreislaufprobleme zu informieren, damit er gegebenenfalls ein anderes Medikament verschreiben kann, das besser verträglich ist.
Eine Betroffene berichtet beispielsweise, dass sie nach der Einnahme von Augentropfen gegen Glaukom unter starken Kreislaufproblemen leidet. Ihr Augenarzt hat ihr daraufhin ein anderes Medikament verschrieben, das den Kreislauf nicht so stark belasten soll.
Aortenaneurysma und Aortendissektion
In seltenen Fällen können Kreislaufprobleme auch auf schwerwiegende Erkrankungen der Hauptschlagader (Aorta) hindeuten, wie beispielsweise ein Aortenaneurysma oder eine Aortendissektion. Ein Aortenaneurysma ist eine krankhafte Aussackung der Aortenwand, während eine Aortendissektion eine Längsspaltung der Aortenwand ist. Beide Erkrankungen können lebensbedrohlich sein und müssen umgehend behandelt werden.
Symptome eines Aortenaneurysmas können beispielsweise pulsierende Schwellungen im Bauchraum, Rücken- oder Bauchschmerzen sein. Eine Aortendissektion äußert sich durch plötzlich auftretende, stärkste Schmerzen im Rücken, der Brust oder dem Oberbauch. Bei Verdacht auf ein Aortenaneurysma oder eine Aortendissektion sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Arterielle Hypotonie und orthostatische Dysregulation
Die arterielle Hypotonie (niedriger Blutdruck) und die orthostatische Dysregulation (Blutdruckabfall beim Aufstehen) sind häufige Ursachen für Kreislaufprobleme. Bei der arteriellen Hypotonie liegen die systolischen Blutdruckwerte dauerhaft unter 100 mmHg. Die orthostatische Dysregulation führt zu einem plötzlichen Blutdruckabfall beim Aufstehen, der zu Schwindel und Ohnmacht führen kann.
Beide Erkrankungen können in vielen Fällen durch einfache Maßnahmen wie ausreichendes Trinken, regelmäßige Bewegung und das Tragen von Kompressionsstrümpfen behandelt werden. In seltenen Fällen sind Medikamente erforderlich.
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