Topographische Gliederung des Nervensystems: Ein umfassender Überblick

Das Nervensystem ist ein komplexes Netzwerk, das die Grundlage für die Steuerung und Koordination fast aller Körperfunktionen bildet. Es ermöglicht uns, mit unserer Umwelt zu interagieren, Informationen zu verarbeiten und Reaktionen auszulösen. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über die topographische Gliederung des Nervensystems, seine Bestandteile und ihre jeweiligen Funktionen.

Einführung in das Nervensystem

Das Nervensystem kann man sich wie ein Netz vorstellen, welches die gesamten Neuronen und Gliazellen beinhaltet. Es ist ein komplexes Netzwerk von Nervenzellen (Neuronen) und Gliazellen, die zusammenarbeiten, um Informationen zu übertragen und zu verarbeiten. Betrachtet man die Anatomie, hat das Nervensystem des Menschen einen ganz bestimmten Aufbau. Es lässt sich primär in zwei Hauptbereiche unterteilen: das zentrale Nervensystem (ZNS) und das periphere Nervensystem (PNS). Gemeinsam sind die beiden Teile für die Übertragung von Informationen und für die Koordination der Körperfunktionen (z. B. Atmung, Verdauung).

Topographische Einteilung des Nervensystems

Das Nervensystem kann entweder aufgrund seiner Topographie (Anatomie) oder seiner Funktion eingeteilt werden. Die topographische Einteilung unterteilt das Nervensystem in zwei Hauptbereiche:

  • Zentrales Nervensystem (ZNS): Umfasst das Gehirn und das Rückenmark.
  • Peripheres Nervensystem (PNS): Umfasst alle Nervenbahnen außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks (Peripherie, z. B. Arme, Beine).

Zentrales Nervensystem (ZNS)

Das zentrale Nervensystem (ZNS) ist der Hauptsitz der Steuerung und Informationsverarbeitung im Körper. Es besteht aus zwei Hauptkomponenten:

  • Gehirn: Das Gehirn ist das Kontrollzentrum des Körpers und verantwortlich für höhere Funktionen wie Denken, Gedächtnis, Emotionen und Sprache. Es besteht aus dem Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm. Das Gehirn besteht aus etwa 100 Milliarden Neuronen. Das Großhirn lässt sich in Kortex (Hirnrinde), Medulla (subkortikales Marklager) und nukleäre Abschnitte (Kerngebiete) unterteilen. Kortex und Kerngebiete des Gehirns bilden als Sitz der Perikaryen von Nervenzellen die graue Substanz. Das Marklager beherbergt v. a. Nervenzellfortsätze, die von Oligodendrozyten mit einer Myelinscheide umgeben werden. Das Marklager tritt dadurch makroskopisch als weiße Substanz in Erscheinung. Die Fissura longitudinalis cerebri teilt das Großhirn in zwei symmetrische Hemisphären, welche makroskopisch, jedoch nicht funktionell identisch sind. Die Gyrierung der Hirnrinde führt zu einer starken Oberflächenvergrößerung. Das ausgedehnte Wachstum des Großhirns in der Entwicklung spiegelt sich in der Form des Ventrikelsystems wider. Das Großhirn wird in vier Lappen gegliedert, die durch konstante Sulci begrenzt werden (Abb. 1): Frontal-, Parietal-, Temporal- und Okzipitallappen. In der Tiefe des Sulcus lateralis (Sylvische Fissur) befindet sich die Insula, ein ursprünglich oberflächlich gelegenes Rindenareal, das durch Wachstumsprozesse benachbarter Hirnareale (Opercula) überdeckt wird. Das Areal zwischen Sulcus parietooccipitalis und Sulcus calcarinus wird aufgrund seiner keilartigen Form als Cuneus bezeichnet. Die Großhirnrinde lässt sich in den jüngeren, 6-schichtigen Isokortex und den älteren, 3- bis 5-schichtigen Allokortex unterteilen. Der Isokortex macht mit 92 % den größten Anteil aus. Zum Allokortex werden vereinfacht die Riechrinde und der Hippocampus gezählt. Der 3-schichtige Hippocampus ist Teil des limbischen Systems. Er zeichnet mit seiner Ausbreitung vom rostralen Ende des Balkens bis in den mesialen Temporallappen am Unterhorn des Seitenventrikels ebenfalls das Wachstum der Großhirnhemisphären nach. Die Pyramidenzelle ist das charakteristische Projektionsneuron der Großhirnrinde und ist v. a. in der Lamina III und V des Isokortex lokalisiert. Körnerzellen prägen v. a. die Lamina II und IV. Alle anderen Neurone werden unter dem Begriff Nicht-Pyramidenzellen zusammengefasst. Zytoarchitektonische Besonderheiten ermöglichen die Einteilung der Großhirnrinde in 44 Areale nach Brodmann (1868-1918). Die individuelle Ausbildung einzelner Areale ergibt eine Nummerierung von 1 bis 57 mit Lücken in der Zählfolge. Die thalamokortikalen Fasern als Input für die primären sensiblen Rindenfelder bedingen eine besonders breite Ausbildung der Lamina IV. In den primären motorischen Rindenfeldern ist sie dagegen eher unterrepräsentiert. In diesen Rindenfeldern steht der Output über die Lamina V im Vordergrund. Werden morphologische Unterschiede mit funktionellen Analysen gekoppelt, kann der Kortex in primäre Rindenfelder und Assoziationsfelder unterteilt werden. Primäre Rindenfelder sind Gebiete mit strenger somatotoper Gliederung, die motorische Efferenzen oder sensorische Afferenzen für verschiedene Körperteile nicht proportional auf dem Kortex abbilden. Für den primär-motorischen und primär-somatosensorischen Kortex wird die Somatotopie in Form des Homunculus widergespiegelt. Primäre sensible Rindenfelder dienen der ersten kortikalen Verarbeitung und ermöglichen eine bewusste Wahrnehmung. Sekundäre Rindenfelder sind den primären unmittelbar benachbarte, unimodale Assoziationsareale mit gnostischen Funktionen (Erkennen). Tertiäre Rindenfelder dagegen ermöglichen höhere integrative Leistungen durch Projektionen aus verschiedenen Rindenfeldern. Sie können lateralisiert sein. Die Sprache zählt beispielsweise zu den höheren kortikalen Funktionen (Kap. „Funktion und Symptomatik einzelner Hirnregionen“). Sie wird durch komplexe Verschaltungen mehrerer Assoziationsareale erst möglich. Das ausgedehnte Wachstum der Großhirnbläschen führt zu einer charakteristischen Ausziehung der Seitenventrikel als Cornu frontale (Vorderhorn), Cornu occipitale (Hinterhorn) und Cornu temporale (Unterhorn). Der Ncl. caudatus (Schweifkern) als Teil der Basalganglien liegt den Seitenventrikeln von lateral an und folgt ihrem Verlauf. Auf diese Weise kommen das Caput nuclei caudati im Frontallappen und das ausgezogene Schweifende (Cauda nuclei caudati) am Dach des Unterhorns im Temporallappen zu liegen. Auf Horizontalschnitten (Abb. 2) ist der Ncl. caudatus deshalb doppelt angeschnitten. Entwicklungsgeschichtlich waren der Ncl. caudatus und das Putamen (Schalenkern) ein einheitliches Kerngebiet, das durch die Fasern der Capsula interna im dorsalen Bereich getrennt wurde (dorsales Striatum). Die zahlreichen streifenförmigen Zellbrücken zwischen Putamen und Ncl. caudatus haben zu der Bezeichnung Striatum (Streifenkern) geführt. Die Capsula interna beinhaltet afferente und efferente Faserbindungen der Großhirnrinde. Im basalen Frontallappen befindet sich ein Bereich, in dem beide Kerne noch verbunden sind, der Ncl. accumbens (ventrales Striatum, Abb. 3). Zwischen Capsula interna und Putamen liegt der Globus pallidus, dessen inneres und äußeres Segment funktionell verschieden verschaltet sind. Putamen und Globus pallidus (blasser Kern) werden aufgrund ihrer Form auch unter dem Begriff Ncl. lentiformis (Linsenkern) zusammengefasst. Der Thalamus („Schlafgemach“) ist ein großes Kerngebiet, das bilateral des dritten Ventrikels gelegen ist. Trotz ihrer topografischen Nähe zu den Strukturen des Großhirns sind der Globus pallidus und der Thalamus Teile des Diencephalons (Zwischenhirn). Im Temporallappen, rostral vom Hippocampus befindet sich ein affektives Zentrum, das Corpus amygdaloideum (Mandelkern). Das Claustrum ist ein subinsuläres Kerngebiet lateral des Putamens, dessen Funktion nicht geklärt ist. An der Basis des Frontallappens liegt eine Gruppe von Kernen, die Einfluss auf die Grundaktivität des gesamten Organismus nimmt. Zu ihnen zählen die Ncll. septales (ungerichtete Aufmerksamkeit), der Ncl. accumbens (Belohnungszentrum) und der Ncl. basalis (Meynert, gerichtete Aufmerksamkeit). Die Septumkerne sind als Anteile des limbischen Systems wechselseitig mit dem Fornix, dem Hippocampus und dem Corpus amygdaloideum verbunden. Beidseits unter dem Vorderhorn der Seitenventrikel gelegen grenzen sie mediokranial an das Septum pellucidum und laterokranial an den Ncl. accumbens. Von den benachbarten Anteilen der Riechrinde erhalten sie olfaktorische Afferenzen. Der Ncl. accumbens stellt als Gegenspieler der Amygdala einen Detektor positiver Schlüsselreize dar und vermittelt ein Gefühl der Befriedigung. Der Ncl. basalis (Meynert) kontrolliert die gerichtete Aufmerksamkeit mit, welche u. a. für das Lernen essenziell ist. Dieses cholinerge Kerngebiet liegt lateral der Ncll. Die Anteile des zentralen Nervensystems bilden eine funktionelle Einheit. Das Ausmaß einer Läsion kann häufig erst erfasst werden, wenn Strukturen nicht einzeln, sondern im Kontext mit anderen Strukturen gesehen werden. Es bildet die Grundlage für assoziative Funktionen wie Steuerung des affektiven Verhaltens, Emotionen, Lernen und Gedächtnis. Es beeinflusst darüber hinaus kortikale Aktivitäten und vegetative Funktionen. Die zugehörigen kortikalen und subkortikalen Strukturen verteilen sich gürtelförmig (limbus = Gürtel) um den Balken und das Diencephalon (Zwischenhirn) an den medialen Seiten der Hemisphären (Abb. 4). Die Area tegmentalis ventralis und die Ncll. raphes des Mesencephalons werden hin und wieder zum limbischen System gerechnet, weil sie vielfältige Verbindungen besitzen. Die Strukturen des limbischen Systems stehen in Rückkopplung zu allen sensiblen Rindenfeldern und dem Hypothalamus. Auf diese Weise stellen sie eine Brücke zwischen unwillkürlichen und willkürlichen Reaktionen auf die Außenwelt her. Neuere Erkenntnisse zeigen ein offenes System, das unter dem Einfluss zahlreicher anderer Hirnregionen steht. Die Amygdala ordnet den sensiblen Impulsen eine positive oder eine negative Bewertung zu. Sie bildet die Basis des emotionalen Gedächtnisses und dient als übergeordnete Kontrollinstanz für das vegetative System. Zur Erfüllung dieser Aufgabe sind vielfältige Verschaltungen mit dem Hypothalamus, den basalen Kerngebieten (Ncll. septales, Ncl. basalis, Ncl. accumbens), der Habenula, dem Thalamus und den Kernen des Hirnstamms (Ncll. raphes, Formatio reticularis) nachgewiesen. Für die längerfristige Speicherung bewusster Gedächtnisinhalte sind intakte Strukturen des Papez-Neuronenkreises Voraussetzung (Abb. 4). Ein wichtiger Eingang in das System stellt der Gyrus cinguli als Verbindung zu sensorischen Rindenarealen dar. Ein wichtiger Ausgang erfolgt über die Corpora mamillaria zu den Strukturen des Mesencephalons (Formatio reticularis mit Area tegmentalis ventralis, Ncll. raphes). Eine Schädigung von Strukturen des Papez-Neuronenkreises führt zu einem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses. Bei Morbus Alzheimer sind der entorhinale Kortex und der Hippocampus, bei der Wernicke-Enzephalopathie die Corpora mamillaria betroffen. Der Ncl. basalis (Meynert) ist bei neurodegenerativen Erkrankungen häufig mitbetroffen.

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  • Rückenmark: Das Rückenmark ist eine lange, zylindrische Struktur, die sich vom Gehirn bis zum unteren Rücken erstreckt. Es dient als Kommunikationsweg zwischen dem Gehirn und dem peripheren Nervensystem und ist auch an Reflexen beteiligt.

Das ZNS bekommt seine Informationen vom peripheren Nervensystem, verarbeitet sie und schickt Befehle mit passenden Reaktionen an das periphere Nervensystem zurück. Wie der Name schon sagt, werden die zentralen Informationen im ZNS verarbeitet. Diese Informationen erhält das ZNS durch das periphere Nervensystem.

Peripheres Nervensystem (PNS)

Das periphere Nervensystem (PNS) besteht aus allen Nerven und Nervenzellen, die sich außerhalb des ZNS befinden. Peripherie meint hierbei den Körper, mit Ausnahme des Gehirns und des Rückenmarks. Im allgemeinen Gebrauch wird der Begriff Peripherie als eine Art Randgebiet beschrieben. Es ist für die Verbindung des ZNS mit den Organen, Gliedmaßen und der Haut verantwortlich. Das PNS kann weiter unterteilt werden in:

  • Afferente Neurone (sensorische Neurone): Diese Neurone leiten sensorische Informationen von den Sinnesrezeptoren zum ZNS. Sie ziehen vom peripheren zum zentralen Nervensystem, also vom PNS zum ZNS (afferent). Aus der Umgebung eintreffende Reize werden von Sinneszellen (spezialisierte Nervenzellen) in elektrische Erregung umgewandelt.
  • Efferente Neurone (motorische Neurone): Diese Neurone leiten motorische Befehle vom ZNS zu den Muskeln und Drüsen. Efferente Nervenfasern sind die motorischen Neurone. Diese ziehen vom ZNS aus in die Peripherie, und zwar gezielt zu dem Organ, welches angesteuert werden soll (Erfolgsorgan).

Die Aufnahme und Weiterleitung eines Reizes kannst Du Dir in dieser Reihenfolge merken: erst PNS, dann ZNS und zum Schluss wieder PNS. Auch wenn sich zunächst vermuten lässt, dass das im ganzen Körper vorkommende PNS deutlich mehr Neurone beherbergt als das ZNS, ist das nicht so. Tatsächlich sind nur 1 % der Neurone des menschlichen Körpers dem PNS, der überwiegende Teil aber dem ZNS zuzuordnen. Diese Zentralisierung des Nervensystems lässt sich lediglich beim Menschen beobachten.

Funktionelle Einteilung des Nervensystems

Neben der topographischen Einteilung gibt es auch eine funktionelle Einteilung des Nervensystems, die sich auf die Aufgaben und Funktionen der verschiedenen Nervensysteme konzentriert. Hierbei wird zwischen dem somatischen und vegetativen Nervensystem unterschieden.

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Somatisches Nervensystem (SNS)

Das somatische Nervensystem (SNS) nennst du auch animalisches Nervensystem oder willkürliches Nervensystem. Zum somatischen Nervensystem (SNS) zählen alle Anteile des Nervensystems, sowohl des PNS als auch des ZNS, die willkürlich beeinflussbar sind. Es umfasst alle bewussten und willentlichen Prozesse in deinem Körper, also jene, die du absichtlich steuern und beeinflussen kannst. Das somatische Nervensystem steuert all unsere bewussten Aktivitäten wie das Sprechen oder Laufen. Von den Sinnesorganen ausgehend gelangen Informationen über die somatischen Nervenzellen des peripheren Nervensystems ins zentrale Nervensystem.

Vegetatives Nervensystem (VNS)

Das vegetative Nervensystem (VNS) kannst du auch als viszerales Nervensystem oder autonomes Nervensystem bezeichnen. Das vegetative Nervensystem (VNS) hingegen zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht willkürlich gesteuert werden kann, sondern unwillkürlich beziehungsweise unbewusst abläuft. Früher wurde das VNS auch als autonomes Nervensystem bezeichnet, was nun durch die enge Zusammenarbeit mit dem ZNS als nicht mehr zeitgemäß angesehen wird. Das SNS erhält nämlich sehr wohl vom ZNS einigen Input und Signale. Es steuert alle unwillkürlichen Prozesse deines Körpers, also jene, die außerhalb deines Bewusstseins sind und automatisch ablaufen. Das vegetative Nervensystem hingegen steuert alle unbewussten Abläufe unseres Körpers und wird auch als autonomes oder unwillkürliches Nervensystem bezeichnet. Die Funktion der Organe, die Atmung sowie Verdauung und Stoffwechsel werden von den vegetativen Nerven gesteuert.

Das vegetative Nervensystem wird weiter unterteilt in:

  • Sympathikus: Der Sympathikus ist der Teil des vegetativen Nervensystems, der den Körper auf Stresssituationen vorbereitet ("fight or flight"). Er arbeitet nach dem Prinzip "fight or flight". Dies bedeutet, dass er im Körper eine Stressreaktion auslöst, sodass dieser augenblicklich viel Energie zur Verfügung hat, welche er beispielsweise durch Muskelkraft einsetzen kann. Demzufolge ruft der Sympathikus eine Leistungssteigerung hervor. Die Nerven des Sympathikus werden aktiv, wenn der Körper leistungsfähig sein muss. Das trifft zum Beispiel in Gefahren- und Stresssituationen zu, aber auch beim Sport. Es werden Herzschlag und Atmung erhöht, die Durchblutung der Muskulatur nimmt zu.
  • Parasympathikus: Der Parasympathikus ist der Teil des vegetativen Nervensystems, der für Entspannung und Erholung zuständig ist ("rest and digest"). Dieser Teil ist zuständig für das Entspannungssystem und arbeitet nach dem Prinzip "rest and digest". Er regt also die Verdauung an und sorgt dafür, dass der Körper sich nach einer Stressreaktion entspannen kann. Der Gegenspieler (Anatgonist) des Parasympathikus ist der Sympathikus. Die Nerven des Parasympathikus aktivieren in Ruhesituationen die Organe, die der Speicherung von Reservestoffen und der Erholung dienen. Die Durchblutung des Darms wird erhöht und damit wird die Verdauung gefördert. Der Herzschlag wird hingegen ebenso wie die Durchblutung der Muskulatur verringert.

Zusammenspiel von ZNS und PNS am Beispiel

Als Beispiel stellen wir uns einen Menschen vor, der plötzlich vor einer Schlange steht. Die Sinneszellen des Auges nehmen die Schlange wahr. Die eingegangenen Informationen werden vom zentralen Nervensystem, meist dem Gehirn, ausgewertet. Bezogen auf unser Beispiel „Mensch sieht Schlange“ verarbeitet das Gehirn die Information und gleicht sie mit Erfahrungen und Situationen aus dem Gedächtnis ab. Von dem zentralen Nervensystem ausgehend werden Signale ins periphere Nervensystem gesendet, die unterschiedliche Reaktionen auslösen. Die Ausgabe umfasst in unserem Beispiel zum einen die Reaktion „Schreien“ durch das somatische Nervensystem, zum anderen die Aktivierung der Nerven des vegetativen Nervensystems, speziell des Sympathikus. Herzschlag und Atmung werden schneller, um den Körper auf eine Flucht vorzubereiten. Vielleicht hast du schon einmal bemerkt, wie du beim Radfahren automatisch das Gleichgewicht hältst. Dein peripheres Nervensystem sendet ständig Informationen über deine Körperstellung und Bewegungen an dein zentrales Nervensystem. Das Gehirn verarbeitet diese Informationen und gibt Befehle zurück, um die Muskeln entsprechend zu steuern.

Zellen des Nervensystems

Die Hauptzelltypen des Nervensystems sind:

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  • Neuronen (Nervenzellen): Sie bilden zusammen mit den Gliazellen das Nervensystem. Neuronen sind spezialisierte Zellen, die elektrische und chemische Signale empfangen, verarbeiten und weiterleiten können. Die Dendriten nehmen Signale aus dem Körper auf. Das Axon leitet Signale zu einem anderen Axon, zu einer Drüsenzelle oder einer Muskelfaser weiter. Umgeben ist das Axon von Gliazellen. Sie geben das elektrische Signal des Axons an die nächste Nervenzelle weiter. Für die Weiterleitung eines Signals an der Synapse wird das elektrische Signal in ein chemisches Signal umgewandelt. - an die nächste Zelle. Das Prinzip der Weiterleitung an den Synapsen ist die elektrische Weiterleitung am Axon und die chemische Weiterleitung am Endknöpfchen auf das Soma der nächsten Nervenzelle. Neuronen (Nervenzellen) leiten diese Erregung weiter. Die vielen Milliarden Nervenzellen des menschlichen Körpers bilden untereinander zahlreiche Kontakte aus, die eine Verarbeitung der Information ermöglichen.
  • Gliazellen: Am Aufbau des Nervengewebes sind beim Menschen (und anderen höheren Vielzellern) die Gliazellen beteiligt. Gliazellen umgeben die Nervenzellen und füllen vor allem im Gehirn die Räume zwischen den Nervenzellen aus. Deshalb werden sie auch als "Nervenleim" bezeichnet. Gliazellen unterstützen die Neuronen in ihrer Funktion und sind wichtig für die Aufrechterhaltung der Homöostase im Nervensystem.

Hirnstamm

Der Hirnstamm enthält viele Nerven, Bahnen, Reflexzentren und Kerne und dient als wichtige Zwischenstation für sensorische, motorische und autonome Informationen. Überblick über die Hirnnerven außer I und II haben ihren Ursprung im Hirnstamm. Der Hirnstamm spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion, des Bewusstseins und des Schlaf-Wach-Rhythmus. Er befindet sich zwischen der Medulla spinalis und dem Diencephalon und liegt vor dem Cerebellum. Nach kranial grenzt er an den 3. Hypothalamus, lateral grenzt er an den Temporallappen. Der 4. Ventrikel befindet sich posterior zum Hirnstamm zwischen ihm und dem Cerebellum. In aufsteigender Reihenfolge von der Medulla an der Basis bis zum Pons in der Mitte, die mit dem Mesencephalon am rostralsten Teil des Hirnstamms endet. Überblick über die Hirnnerven III (N. oculomotorius) und IV (N. trochlearis). Blutversorgung: Äste der Aa. Überblick über die Hirnnerven V (N. trigeminus), VI (N. abducens), VII (N. facialis) und VIII (N. vestibulocochlearis). Blutversorgung: Äste der A. Überblick über die Hirnnerven VIII (N. vestibulocochlearis), IX (N. glossopharyngeus), X (N. vagus), XI (N. accessorius) und XII (N. hypoglossus). Blutversorgung: Äste der A. spinalis anterior, A. vertebralis und A.

Mittelhirn (Mesencephalon)

Leitstrukturen des Mesencephalons, einschließlich der Colliculi superiores, des Ncl. ruber, des Crura cerebri, der Substantia nigra, des N. oculomotorius und seines Kerns, sowie des Aquaeductus mesencephali. Querschnitt des Mesencephalons auf Höhe der Colliculi superiores. Verschiedene Äste der A. A. cerebelli superior Aa. Arterielle Versorgung des Mesencephalons: In Rot Versorgungsgebiet der A. collicularis, in Grün der Aa. thalamoperforans anterior und in Blau die A. chorioidea posterior. Alle diese Gefäße sind Äste der A. cerebri posterior aus der A. basilaris.

Pons (Brücke)

Hirnnerven im gesamten Hirnstamm:4 Hirnnerven, die von den Pons kommen: V, VI, VII und VIII. Alle von diesen stammen aus dem Tegmentum pontis. Die Blutversorgung des Pons erfolgt hauptsächlich über die Äste der A. Zusätzliche Versorgung kommt von Ästen der A. Arterielle Versorgung der Pons: In Rot das Versorgungsgebiet der kurzen Äste der Arteria basilaris, das Versorgungsgebiet die langen peripheren Äste der A. basilaris sowie Äste der A. cerebellaris superior ist in Blau gekennzeichnet und das Gebiet der paramedianen Äste der A. basilaris in Grün. Dorsal: 4.

Medulla Oblongata (verlängertes Mark)

Ausgehend vom 1. IX (N. glossopharyngeus), X (N. vagus), XI (N. accessorius) und XII (N. hypoglossus). Beginnt im motorischen Kortex → 2. Sensorischer Kern des N. trigeminus → 3. Projektion auf den Ncl. Aɑ und Aß somatosensorische Fasern aus den Ncl. gracilis und cuneatus. Projektion auf den Ncl. Medial: A. spinalis anterior. Lateral: A. cerebellaris posterior inferior (PICA). Arterielle Versorgung der Medulla oblongata: Der am weitesten mediale Teil, rot dargestellt, wird von der A. spinalis anterior versorgt. Daneben in Blau das Versorgungsgebiet aus den Aa. vertebrales dargestellt. Lateral wird die Medulla oblongata von der A. cerebellaris posterior inferior (PICA), hier in Grün, versorgt.

Neurologische Erkrankungen

Neurologische Erkrankungen sind Erkrankungen des Nervensystems. Sie sind entweder durch einen Gendefekt angeboren oder entstehen im Laufe des Lebens. Hierfür können zum Beispiel eine Infektion, ein Trauma oder eine Rückbildung (Degeneration) verantwortlich sein.

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