Das Auge des Horus: Eine neurologische Perspektive

Das Auge des Horus, ein uraltes ägyptisches Symbol, ist nicht nur ein Schmuckstück oder ein religiöses Zeichen. Es birgt auch eine tiefe neurologische Bedeutung, die sich in der Struktur und Funktion des menschlichen Gehirns widerspiegelt. Dieser Artikel beleuchtet die neurologische Bedeutung des Horusauges und untersucht, wie es mit verschiedenen Aspekten des Bewusstseins, der Wahrnehmung und der Heilung verbunden sein könnte.

Das Auge des Horus in der ägyptischen Mythologie

Das Auge des Horus, auch bekannt als Udjat-Auge, ist ein mächtiges Symbol im alten Ägypten. Es repräsentiert Schutz, Gesundheit und Wiederherstellung. Der Mythos besagt, dass Horus, der Himmelsgott, im Kampf gegen Seth, den Gott der Dunkelheit, sein Auge verlor. Thot, der Gott der Weisheit, stellte das Auge wieder her, woraufhin es zum Symbol für Heilung und Ganzheit wurde.

Die neurologische Interpretation des Horusauges

Interessanterweise ähnelt das stilisierte Auge des Horus einem Querschnitt des menschlichen Gehirns, insbesondere des Mittelhirns mit dem limbischen System, dem Thalamus und der Zirbeldrüse. Diese Ähnlichkeit hat zu Spekulationen über eine tiefere neurologische Bedeutung des Symbols geführt.

Das Mittelhirn

Das Mittelhirn ist ein wichtiger Teil des Gehirns, der für die Steuerung von Augenbewegungen, die Verarbeitung visueller und auditiver Informationen und die Regulation von Schlaf-Wach-Zyklen verantwortlich ist. Die Verbindung des Horusauges zum Mittelhirn könnte auf die Bedeutung des Sehens und der Wahrnehmung hinweisen.

Das limbische System

Das limbische System ist ein Netzwerk von Hirnstrukturen, das für Emotionen, Gedächtnis und Motivation zuständig ist. Es umfasst unter anderem den Hippocampus, die Amygdala und den Hypothalamus. Die Einbeziehung des limbischen Systems in die Darstellung des Horusauges könnte die Verbindung zwischen Sehen, Emotionen und Gedächtnis hervorheben.

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Der Thalamus

Der Thalamus fungiert als Relaisstation für sensorische Informationen, die aus dem Körper und der Umwelt ins Gehirn gelangen. Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Wahrnehmung und der Aufmerksamkeit. Die Darstellung des Thalamus im Horusauge könnte die Bedeutung der sensorischen Verarbeitung für das Bewusstsein und die Realitätswahrnehmung unterstreichen.

Die Zirbeldrüse

Die Zirbeldrüse, auch bekannt als Epiphyse, ist eine kleine endokrine Drüse im Gehirn, die Melatonin produziert. Melatonin reguliert den Schlaf-Wach-Zyklus und spielt eine Rolle bei der sexuellen Entwicklung. In esoterischen Traditionen wird die Zirbeldrüse oft als "drittes Auge" bezeichnet und mit Intuition und spiritueller Einsicht in Verbindung gebracht. Die Darstellung der Zirbeldrüse im Horusauge könnte die Verbindung zwischen Sehen, Intuition und spirituellem Bewusstsein symbolisieren.

Neurovaskuläre Aspekte und das Auge

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das Sehvermögen durch Rehabilitation teilweise wiederhergestellt werden kann, selbst bei neurovisuellen Schäden an Netzhaut, Sehnerv oder Gehirn, wie sie beispielsweise beim Glaukom auftreten. Die zugrunde liegenden Mechanismen der neurovaskulären Plastizität sind jedoch noch unklar. Studien untersuchen, ob Entspannungstechniken wie Augen-Yoga in Kombination mit Atemmeditation die Gesichtsfeld- und Augenbewegungsstörungen verbessern und vaskuläre Dysregulationen normalisieren können.

Eine Studie mit Glaukompatienten zeigte, dass Augen-Yoga zu einer Erholung des Sehvermögens führte. Dies deutet darauf hin, dass Entspannung die Gesichtsfeldverluste und neurovaskuläre Regulationen beheben kann. Vaskuläre Dysregulation (VD) spielt eine wichtige Rolle bei der Progression glaukomatöser Sehstörungen. Die Forschung konzentriert sich darauf, ob die neurovaskuläre Kopplung (NVC) in glaukomatösen Netzhautgefäßen beeinträchtigt ist und wie sie mit der Gefäßmorphologie und der Tiefe des Gesichtsfelddefekts zusammenhängt.

Mithilfe eines dynamischen Gefäßanalysators (DVA) wurden bei Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom (POWG) die retinalen Gefäßdurchmesser und Dilatationsreaktionen nach neuronaler Aktivierung durch Flackerlichtstimulation quantifiziert. Die Ergebnisse zeigten, dass in größeren Blutgefäßen der durchschnittliche arterielle und venöse Gefäßdurchmesser der Netzhaut bei Glaukom signifikant kleiner war. Bei neuronaler Aktivierung durch Flackerlicht erreichten sowohl die arterielle als auch die venöse Gefäßerweiterung trotz kleinerer Durchmesser normale Werte. Dies deutet darauf hin, dass VD bei Glaukom eher auf eine Vasokonstriktion zurückzuführen ist als auf eine gestörte NVC. Eine Vasokonstriktion kann die Energieversorgung der Neuronen der Netzhaut und des Gehirns einschränken, was langfristig zu Unterversorgung, Überleben "stummer" Neuronen oder Zelltod führen kann.

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Funktionelle Konnektivitätsnetzwerke und Sehnervenschäden

Eine Schädigung des Sehnervs, wie sie beispielsweise nach Glaukom oder Optikusneuropathie auftritt, verändert die globalen funktionellen Konnektivitätsnetzwerke (FCN) im Ruhezustand des Gehirns. Es ist jedoch unklar, wie visueller Entzug die Dynamik der vorübergehenden und schnellen FCN-Veränderungen im Gehirn beeinflusst. Die Synchronisation zwischen Hirnregionen ist für die Integration zwischen visuellen und nicht-visuellen Modalitäten von Bedeutung.

In einer Studie mit Patienten mit Sehnervenschäden wurde die Fähigkeit, überschwellige Reize zu erkennen, mit Parametern der "ereignisbezogenen Netzwerkanalyse (ERNA) auf der Grundlage der Graphentheorie in Beziehung gesetzt. Die Ergebnisse zeigten, dass Treffer im intakten Gesichtsfeldsektor bei Patienten mit Veränderungen der Konnektivitätstopologie verbunden waren, die durch weniger Cluster, aber mehr großräumige Verbindungen mit geringer Effizienz gekennzeichnet waren. In den Bereichen des Restsehens lösten Treffer eine dynamische Veränderung des Netzwerks mit schwächerer Knotenstärke und geringerer Clusterbildung, kürzerer charakteristischer Pfadlänge und geringerer Small-Worldness aus als Treffer in ihrem intakten Feld. Diese Veränderungen traten hauptsächlich im hohen Alpha- und Beta-Band in der späten "kognitiven Verarbeitungsphase (300-600 ms)" auf.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Patienten mit einer Schädigung des Sehnervs eine schwächere Verarbeitungsbalance von funktioneller Integration und Segregation während der Kognition aufweisen, was lokale und globale Informationsinteraktionen reduziert.

Therapeutische Ansätze und Hirnstimulation

Die transorbitale Wechselstromstimulation (tACS) mit einem Heimstimulationsgerät (SASm) wird als mögliche Langzeitbehandlung des Glaukoms untersucht. Es wird angenommen, dass die tACS-Heimstimulation das Sehvermögen und damit verbundene Biomarker im Vergleich zu Scheinkontrollen signifikant verbessert. Studien untersuchen die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Methode und analysieren mögliche Wirkmechanismen.

In einer doppelblinden, parallelen Gruppeninterventionsstudie erhalten die Teilnehmer 30 Stimulationssitzungen. Die Endpunkte werden vor und unmittelbar nach der Behandlung sowie 2 und 6 Monate nach dem Ende der Behandlung bewertet. Ziel ist es, Informationen über Langzeiteffekte zu sammeln und einen Vergleich mit kurzfristigen Interventionen anzustellen.

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Um die Dynamik der Blutgefäße in der Netzhaut zu untersuchen, wird ein CE-zugelassener "Dynamic Vessel Analyzer" in einer zusätzlichen "Open-Label"-Machbarkeitsstudie eingesetzt, um die Wirkung der elektrischen Stimulation auf die Blutversorgung zu ermitteln.

Mikrosakkaden und visuelle Wahrnehmung

Mikrosakkaden sind schnelle, ruckartige Augenbewegungen, die ein- oder zweimal pro Sekunde stattfinden und eine hohe klinische Relevanz haben. Veränderungen der Mikrosakkaden können Symptome wie Diplopie, verminderte Sehschärfe und verschwommenes Sehen hervorrufen, die bei einer Reihe von ophthalmologischen und neurologischen Erkrankungen berichtet werden. Studien untersuchen, ob Mikroakkaden und mikroakkadenbezogene Potenziale im normalen Alter stabil sind.

Innovative Bildgebungstechniken

Die Entwicklung einer innovativen, hochempfindlichen In-vivo-Kamera für die Diagnose von Augenerkrankungen ist das Ziel eines Gemeinschaftsprojekts. Ein Prototyp dieser Einzelphotonen-Zählkamera (LINCam) wurde entwickelt und ist in der Lage, Autofluoreszenz in lebenden Zellen in vitro mit sehr geringer Lichtintensität zu erkennen. Diese Technik soll in vivo an Ratten und Patienten angewendet werden, um Augenerkrankungen durch Fluoreszenz-Lebensdauer-Bildgebung mittels zeitkorrelierter Einzelphotonenzählung (FLIM) zu erkennen.

In vivo Confocal Neuroimaging (ICON) wird eingesetzt, um die Biodistribution von fluoreszierenden Nanopartikeln in Gefäßen der Netzhaut in Echtzeit zu visualisieren. Diese Technik ermöglicht ein besseres Verständnis des Zusammenhangs zwischen dem Design von nanopartikulären Trägersystemen und ihrer Verteilung an der Blut-Retina-Schranke (BRB), was für zukünftige Arzneimittelentwicklungsprojekte zur Behandlung von Sehnervenschäden von Bedeutung ist.

Eye Yoga und visuelle Rehabilitation

Das Verständnis, wie das menschliche Gehirn durch eine komplexe Interaktion neuronaler Aktivitäten normales Sehen erzeugt und verliert, ist eine Herausforderung. Die Forschung untersucht die Auswirkungen von Eye Yoga, einer "Low-Tech-, aber High-Konzept"-Lösung, die visuelle Rehabilitation revolutionieren könnte. Es wird angenommen, dass diese Technik, die jeder zu Hause praktizieren kann, zur Verbesserung der Sehfunktion beitragen kann. Durch die Verringerung der Spannung der Augenmuskeln und des Gesichtsgewebes, die Synchronisierung der Interaktionen zwischen den Gehirnnetzwerken und die mögliche Verbesserung der Durchblutung könnte Eye Yoga eine wirksame Rehabilitationsmethode zur Verbesserung der Sehkraft sein.

Dieses multidisziplinäre Projekt stützt sich auf die Forschungsbereiche Neurologie, Informatik und Medizintechnik, um eine neue Methode zur Vorhersage und Diagnose von Sehstörungen nach einer Schädigung des visuellen Systems zu entwickeln. Ziel ist es, Methoden zur Verbesserung des Sehvermögens nach einer Schädigung des Sehnervs oder nach einem Schlaganfall zu finden.

Das Dritte Auge und die Zirbeldrüse

In alten Weisheitslehren wird das "Dritte Auge" als Portal zu höherem Wissen beschrieben. Der Bereich zwischen und oberhalb der Augenbrauen soll eine Verbindung zu einer Parallelwelt, einer Interwelt, ermöglichen. In alten Mysterienschulen, im Buddhismus, im Tibetischen Schamanismus und bei den keltischen Druiden wurde das Dritte Auge als Möglichkeit zur Schau einer Parallelwelt und zum Kontaktaufbau zu nicht-physischen Wesen jenseits der physischen Realität betrachtet. Es ging dabei auch um das Abrufen von Informationen, insbesondere Heilinformationen. Das Auge des Horus wird in diesem Zusammenhang als Skizzierung eines Gehirnausschnitts interpretiert, der das Mittelhirn mit limbischem System, Thalamus und Zirbeldrüse zeigt.

Die Zirbeldrüse produziert Serotonin, ein wichtiges Zufriedenheitshormon, aus dem Melatonin entsteht. Melatonin ist ein starkes Antioxidans und produziert Arginin-Vasotocin (Schlafhormon). Ein Metabolit des Melatonins ist Pinolin, das zur Gruppe der Beta-Carboline gehört. Pinolin kann die Gedächtnisleistung enorm steigern und sogar vor schwacher Gammastrahlung schützen. Es hält freie Radikale in Schach und wirkt gegen Depressionen.

Die Zirbeldrüse schüttet auch Dimethyltryptamin (DMT) aus, das als "Molekül des Bewusstseins und der Spiritualität" bezeichnet wird. DMT hat eine ähnliche Wirkung wie Psilocin aus Rauschpilzen, macht aber nicht abhängig. Es kommt nicht nur im Gehirn vor, sondern auch in anderen Säugetieren, Gräsern, Erbsen, Kröten, Fröschen, Pilzen, Schimmel, Rinden, Blüten und Wurzeln. Während der DMT-Ausschüttung werden Gehirnfunktionen des Neokortex gestoppt, die als Barrieren im Alltag aufgebaut sind, um nicht in der Interwelt zu versacken. DMT öffnet die Schranken zum "universellen Geist", führt zu hoher schöpferischer Kreativität, Mut und übermenschlicher Stärke in hochgefährlichen Situationen.

Die Stimulierung von DMT kann jederzeit erfolgen, wenn die Aktivität des Neokortex reduziert wird, beispielsweise durch Yoga und bestimmte Meditationen. Die Methode, die in den Geheimbünden als das Geheime Feuer bezeichnet wird, beinhaltet die Erzeugung von Thetawellen im Gehirn durch bestimmte Atemtechniken.

Wenn die Zirbeldrüse durch die rund 8 Hertz angeregt ist, schüttet sie vermehrt Melatonin und Pinolin aus, auch tagsüber. Wenn diese Thetawellen so stark sind, wird der Neokortex in seiner Aktivität gehemmt, der Verstand wird abgeschaltet, die Gefühlswelt wird hochgefahren und der Gesundheitseffekt geht hoch.

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