Das macht Neurologen Sorgen: Ursachen und Umgang mit Ängsten und Stress

Einführung

Fast jeder Mensch kennt das Gefühl von Sorgen. Sorgen können bis zu einem gewissen Grad als normal betrachtet werden, weil sie dazu beitragen, sich wachsam, vernünftig und vorausschauend zu verhalten. Wenn Sorgen jedoch einen sehr großen Raum einnehmen, deutlich häufiger auftreten, als schwer kontrollierbar erscheinen und von Ängsten begleitet werden, ist es ratsam, einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie zu konsultieren. Neurologen sind zunehmend besorgt über die Ursachen und Auswirkungen von Angststörungen und Stress, da diese neurologische Symptome verstärken und zu langfristigen Gesundheitsproblemen führen können.

Generalisierte Angststörung: Eine wachsende Besorgnis

Menschen mit einer generalisierten Angststörung sorgen sich übermäßig, auch wenn eigentlich keine besondere Gefahr besteht. Dabei drehen sich die Sorgen um Inhalte, die auch gesunden Menschen Sorgen bereiten, wie etwa die eigene Gesundheit oder die der Angehörigen. Der Unterschied zu einer krankhaften Störung ist dabei, dass Sorgen deutlich stärker ausgeprägt sind und auch mit intensiven Ängsten einhergehen.

Prof. Dr. med. Arno Deister von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) erklärt: „Auch katastrophisieren Menschen mit einer Angststörung stärker als Gesunde und erleben das Gefühl, die Bewältigung der Probleme nicht kontrollieren zu können und auf keine eigenen Ressourcen zurückgreifen zu können.“

Symptome und Diagnose

Bei Menschen mit einer generalisierten Angststörung nehmen Sorgen und damit einhergehende Ängste einen derart großen Bereich ein, dass der Alltag dadurch stark beeinträchtigt ist. Eine generalisierte Angststörung kennzeichnet sich durch ein starkes anhaltendes Erleben von Angst und Sorgen, die nicht an bestimmte Situationen, Objekte oder Tiere gebunden sind. Vielmehr wird die Umwelt als bedrohlich und voller Risiken erlebt, wobei der Fokus auf einzelne Aspekte - wie Unglücksfälle, Krankheiten oder Schicksalsschläge - ständig wechseln kann. Das Angsterleben tritt nicht als attackenartiger Anfall auf, sondern ist vielmehr im Hintergrund meist dauerhaft vorhanden.

Im Zusammenhang mit der Ängstigung stellen sich verschiedene Symptome ein, die sich auch organisch äußern können. „Charakteristische körperliche Beschwerden, die mit Ängsten einhergehen sind Herzklopfen, Schweißausbrüche, Beklemmung, Muskelverspannungen sowie auch Hitze- oder Kälteschauer. Auch ein Angstschwindel kann auftreten, der das Angsterleben erheblich potenzieren kann und oft vermeintlich als Ursache der Angst fehlinterpretiert wird“, ergänzt Prof. Deister.

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In einer sorgfältigen körperlichen Untersuchung sollte man dann abklären lassen, ob die Symptome bzw. Körperbeschwerden körperliche Ursachen haben. Ist dies nicht der Fall und es treten Anspannung und Besorgnis sowie organische Symptome über einen Zeitraum von sechs Monaten auf, weist dies auf die Diagnose einer generalisierten Angststörung hin. Weitere Beschwerden, die im Rahmen der Erkrankung auftreten können, sind auch Einschlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten sowie eine erhöhte Reizbarkeit.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei der Therapie generalisierter Ängste können psychotherapeutische Maßnahmen und/oder Medikamente eingesetzt werden. Ziel beider Maßnahmen ist es, die Angst auf ein erträgliches Maß zu reduzieren und einen besseren Umgang mit den Sorgen zu erlernen.

"Mit Hilfe einer Psychotherapie können betroffene Menschen lernen, Ängste besser kontrollieren zu können und sie als weniger überwältigend zu erleben. Entspannungstechniken können begleitende körperliche Beschwerden reduzieren und Anspannungszustände abbauen", erklärt der Experte. Bei der medikamentösen Behandlung kommen Antidepressiva infrage, die eine angstlösende Wirkung entfalten können. Beruhigungsmittel werden nur in absoluten Ausnahmefällen verordnet, da sie ein Abhängigkeitspotential haben.

Ungefähr 5 von 100 Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer generalisierten Angststörung. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Generalisierte Angststörungen treten oft zwischen dem 35. und dem 45. Lebensjahr erstmalig auf. Das Phänomen ausgeprägter Sorgen kann auch mit anderen psychischen Störungsbildern einhergehen.

Neurologische Symptome, die Anlass zur Sorge geben sollten

Neben Angststörungen gibt es eine Vielzahl neurologischer Symptome, die Neurologen Anlass zur Sorge geben. Diese Symptome können auf ernsthafte Erkrankungen des Nervensystems hindeuten und sollten daher unbedingt von einem Facharzt abgeklärt werden.

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Häufige neurologische Symptome:

  • Kopfschmerzen: Chronische Kopfschmerzen, die regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg sehr häufig auftreten, können die Gesundheit und das Leben der Betroffenen schwer belasten und bis zur Behinderung führen.
  • Schwindel: Schwindel kann in verschiedenen Varianten auftreten. Bei Schwindel haben Sie das Gefühl, dass Sie oder die Dinge um Sie herum sich drehen; Ungleichgewicht ist die Schwierigkeit, das Gleichgewicht zu halten. Es gibt viele neurologischen Gründe, die ein Schwindel hervorrufen können.
  • Schwächegefühle: Wenn Sie eine Muskelschwäche verspüren, die Ihre täglichen Aktivitäten beeinträchtigt, oder wenn Sie einen rapiden Abfall der Muskelkraft erleben, insbesondere in Ihren Armen und Beinen, dann sollten sie einen Neurologen aufsuchen.
  • Taubheit oder Kribbeln: Wenn dieses Taubheitsgefühl jedoch anhält, plötzlich auftritt oder nur auf einer Körperseite auftritt, kann es an der Zeit sein, einen Neurologen aufzusuchen. Taubheitsgefühle oder Kribbelsymptome wie die beschriebenen können auch Anzeichen eines Schlaganfalls sein.
  • Krampfanfälle: Die Symptome der Anfälle können von Starren bis zu Bewusstlosigkeit, ruckartigen Bewegungen der Arme und Beine, Atembeschwerden, Verwirrung oder Bewusstlosigkeit reichen.
  • Sehschwierigkeiten: Wenn die Sehschwierigkeit plötzlich auftritt und auf beiden Augen auftritt, sollten Sie Ihr Sehvermögen evaluieren lassen.
  • Bewegungsprobleme: Schwierigkeiten beim Gehen, Ungeschicklichkeit, unbeabsichtigte Stöße oder Bewegungen, Zittern oder andere, können Symptome eines Problems in Ihrem Nervensystem sein.
  • Sprachprobleme, Gedächtnisprobleme, Persönlichkeitsveränderungen oder Verwirrung: Diese Symptome können durch Störungen oder Probleme im Gehirn, in der Wirbelsäule und in den Nerven verursacht werden.
  • Schlafprobleme: Einige Schlafprobleme sind neurologische Störungen. Ein Beispiel dafür ist die Narkolepsie, eine chronische, genetisch bedingte Störung ohne bekannte Ursache, die das zentrale Nervensystem des Körpers beeinträchtigt.

Neurologische Untersuchung

Eine Untersuchung bei einer Fachärztin oder einem Facharzt für Neurologie dient dazu, Krankheiten des Nervensystems zu erkennen. Dazu gehören so unterschiedliche Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson, chronische Migräne, Hirnhautentzündung, Epilepsie oder Multiple Sklerose. Sie können sich zum Beispiel in Lähmungserscheinungen in Armen oder Beinen, Schwindel oder Sprachproblemen, Muskelschwäche, Empfindungsstörungen oder Verwirrtheit äußern.

Eine neurologische Untersuchung umfasst deshalb eine ganze Reihe von Tests, etwa der Muskelkraft, der Koordination und des Gedächtnisses. Eine Vorbereitung ist nicht nötig. Um die richtige Diagnose stellen zu können, prüft die Ärztin oder der Arzt ganz normale Bewegungen und Reaktionen. Da das Nervensystem so gut wie alle Vorgänge im Körper steuert, von der Atmung über die Muskelbewegungen bis hin zu Verdauung und Tastsinn, ist eine neurologische Untersuchung manchmal zeitaufwendig.

Ablauf einer neurologischen Untersuchung

Eine neurologische Untersuchung folgt einem klaren Ablauf. Sie beginnt stets mit einem Gespräch, in dem die Ärztin oder der Arzt unter anderem nach Beschwerden und Vorerkrankungen fragt (Anamnese). Danach wird geprüft, ob es äußere Anzeichen für eine Erkrankung gibt. Dies lässt sich zum Beispiel an der Art zu gehen, an der Körperhaltung, am Gleichgewicht oder an Bewegungseinschränkungen erkennen. Bei einer kurzen körperlichen Untersuchung hört die Ärztin oder der Arzt die Lunge und das Herz ab und misst den Puls.

Es folgen verschiedene Tests, deren Aufwand und Ablauf vom vermuteten Krankheitsbild abhängen. Grundsätzlich können vom Gehirn bis zum Beinmuskel alle Bereiche des Körpers neurologisch untersucht werden, die von Nervenkrankheiten betroffen sein können. Wenn eine Patientin oder ein Patient nicht oder nur eingeschränkt in der Lage ist, Fragen zu beantworten und aktiv bei den Tests mitzumachen, können nahestehende Menschen helfen.

Jeder Mensch hat zwölf Hirnnerven. Sie steuern zum Beispiel die Muskeln der Augen, des Kiefers oder der Zunge. Zudem gibt es je einen Riech-, Seh-, Hör- und Gleichgewichtsnerv. Beeinträchtigtes Sehen, Hören, Riechen, Schmecken oder Sprechen können auf eine Nervenerkrankung hindeuten.

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Der Geruchssinn wird mit bestimmten Duftstoffen getestet. Dazu hält die Ärztin oder der Arzt neutral gestaltete Röhrchen mit Proben zum Beispiel von Kaffee, Vanille, Zimt oder Seife einzeln unter jedes Nasenloch. Der Duftstoff ist dann von einer Leerprobe zu unterscheiden. Auch Naserümpfen oder Zähneblecken gehört zur Untersuchung - so wird der Gesichtsnerv überprüft. Wie in der Augenarztpraxis kann das Sehvermögen durch Erkennen von Buchstaben oder Zeichen auf Lesetafeln untersucht werden. Zudem kann die Ärztin oder der Arzt mit einem Fingertest prüfen, ob das Gesichtsfeld eingeschränkt ist. Dabei wird ein Auge mit der Hand verdeckt, das andere blickt geradeaus.

Die allgemeine Beweglichkeit, Feinmotorik und Koordination sind ein weiterer Untersuchungsabschnitt. Wie gut kann man Arme und Beine bewegen, Knopfverschlüsse öffnen oder schreiben? Wie viele Schritte sind nötig, um sich einmal um die eigene Achse zu drehen? Wie sicher führt man mit geschlossenen Augen und im weiten Bogen einen Finger zur Nase oder berührt im Liegen mit der Ferse das andere Knie? Ob das Schmerz- und Berührungsempfinden gestört ist, stellt die Ärztin oder der Arzt meist mit einem weichen Stoff und einer Nadel fest. In diesen Bereich gehören Sprach- und Rechentests sowie Fragen und Tests zur Merkfähigkeit und zur Orientierung, etwa nach der Jahreszeit, nach dem Datum, dem Beruf oder dem aktuellen Ort.

Stress: Ein unterschätzter Faktor für neurologische Probleme

Stress ist ein allgegenwärtiges Phänomen in der modernen Gesellschaft. Während kurzfristiger Stress durchaus positive Effekte haben kann, kann chronischer Stress erhebliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben, insbesondere auf das Nervensystem.

Das Missverständnis Stress

Stress macht krank! Kaum ein Satz ist gleichzeitig so wahr, wie er falsch ist. Magazine und Ratgeber warnen heute unisono vor seiner schädigenden Wirkung im privaten und beruflichen Alltag. Die WHO hat ihn gar zu einer der größten gesundheitlichen Gefahren des 21. Jahrhunderts erklärt. Es ist richtig, dass Stress Krankheitsprozesse in Gang setzen oder diese aufrechterhalten kann. Das ist vor allem dann der Fall, wenn er hochgradig chronifiziert oder wenn die Belastungen in Form extremer Akutereignisse auftreten. Das Erleben von Hilflosigkeit bei Herausforderungen, die man zu bewältigen nicht im Stande ist, ist dabei ein entscheidender Mediator.

Subjektive Belastung

Prof. Dr. Volker Busch, Facharzt für Neurologie, sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, betont, dass viele Erwerbstätige heute relativ schnell und häufig angeben, „gestresst“ zu sein. Dabei sind viele Anforderungen in ihrem Berufsumfeld objektiv weder besonders hoch, noch sind sie wesentlich gestiegen; subjektiv schätzen Betroffene ihre normale Arbeitslast oft aber als irritierend hoch ein. Die konsekutive Angst „krank durch Arbeit“ zu werden, befeuert dabei ihren Stress.

Aktuelle Studien zeigen, dass nicht die psychophysiologische Anspannung, die im Rahmen der Aufgabe bzw. Herausforderung auftritt, den Stress pathologisch macht. Vielmehr ist es die Angst vor dessen Folgen, wenn man also überzeugt davon ist, er schade, und man könne ihm nicht wirkungsvoll begegnen.

Falsche Grundannahmen von Stress

Falsche Grundannahmen von Stress können dazu führen, dass Menschen diesen in vielen Situationen des Lebens überschätzen. Eine mögliche Konsequenz dessen wiederum ist, dass man sich oft bereits wegen belanglosen Situationen unter Druck setzt, weil man eine vergleichsweise harmlose Situation als gefährlich interpretiert. Die Angst, selbst wenn sie ungerechtfertigt ist, kann dann zum Ausgangspunkt der befürchteten Entwicklung werden.

Nach den Ergebnissen einer US-Langzeitstudie mit 29.000 Personen erhöhten falsche Vorstellungen von Stress und seinen angeblich schlimmen Folgen das Risiko eines vorzeitigen Todes über den Verlauf von knapp einem Jahrzehnt um 43%.

Die angstbesetzte Stressüberschätzung erklärt auch die häufig zu beobachtende Diskrepanz zwischen subjektivem Empfinden und objektiven Messergebnissen. Manche Menschen fühlen sich heute in der Arbeit in hohem Ausmaß gestresst und überfordert, aber ihre Herzratenvarianz, ihr Kortisolspiegel oder ihre Muskelspannung zeigen keine aberranten Werte über ein normales Anspannungsniveau hinaus.

Keine Einbildung

Das bedeutet natürlich nicht, dass etwaige Stresssymptome von arbeitenden Menschen „eingebildet“ sind. Nicht jede psychische Belastung äußerst sich zwangsläufig in einem physiologisch messbaren Parameter. Einfach ausgedrückt: In der Medizin ist ein Befinden nicht immer gleichbedeutend mit einem Befund. Aber die Studien zeigen eben auch, dass wegen einer medial inflationären Verwendung des Begriffs „Stress“ für alle möglichen Lebenslagen, und seiner häufig einseitigen Darstellung als „größte medizinische Bedrohung des 21. Jahrhunderts“ häufig Un- und Fehlwissen in der (arbeitenden) Bevölkerung besteht.

Die Folge ist, dass ganz normale Anspannungs- und Belastungszustände, die im Rahmen kognitiver und körperlicher Leistungsspitzen auftreten, gemeinhin als viel gefährlicher eingeschätzt werden, als sie es tatsächlich sind. Nicht jede Anstrengung, die uns abends erschöpft auf die Couch sinken lässt, ist krankmachender Stress, der uns Sorgen machen muss.

Besser aufklären

Wichtig ist eine umfängliche Aufklärung über Stress, mit dem Ziel die Ängste zu reduzieren: Wann sind körperliche Reaktionen, wie bspw. eine Erschöpfung, lediglich Zeichen einer harmlosen Anstrengung? Und ab wann wird anhaltender Stress wirklich gefährlich? Wir könnten heute einen nicht unerheblichen Teil der subjektiven Stressannahmen, die sich manchmal zu übertriebenen Ängsten steigern, vermeiden, wenn wir diese Zusammenhänge behutsamer reduzieren und den Stress nicht ständig überdramatisieren würden.

Ein solches Vorgehen ist wissenschaftlich übrigens gut belegt: Unterschiedliche Arbeitsgruppen haben in den letzten Jahren bspw. bei Polizisten oder bei Reinigungspersonal zeigen können, dass eine nüchterne Aufklärung über den Workload am Arbeitsplatz, der auch die positiven Seiten einer Anstrengung beinhaltete, den subjektiven Stress zuverlässig reduzierte und das Wohlbefinden bei den Angestellten erhöhte.

Funktionelle Neurologische Störungen (FNS)

Funktionelle neurologische Störungen (FNS) erfordern einen multimodalen Behandlungsansatz, der unterschiedliche Behandlungsbausteine umfasst. Die Therapie umfasst sowohl physiotherapeutische als auch psychotherapeutische Methoden. Die Behandlung soll die Symptome lindern, die Funktionalität des Körpers verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen.

Eine wesentliche Voraussetzung jeglicher Therapie ist, dass Patient:innen die Diagnose akzeptieren. Dies ist nicht immer einfach, weil Patient:innen sich häufig missverstanden fühlen. Sie empfinden subjektiv eine Abwertung, wenn die Ärzt:innen keine organische Ursache feststellen konnten. Häufig spielen psychologische Faktoren eine Rolle. Unsere Expert:innen nehmen ihre Patient:innen und deren Beschwerden sehr ernst. Deshalb ist es ihnen so wichtig, Betroffenen zu vermitteln, dass es sich auch ohne organische Ursache um eine reale Störung handelt. Eine psychosomatische Anschlussbehandlung geht den Ursachen auf den Grund und entwickelt ein individuelles Therapiekonzept. Dies kann auch ambulant erfolgen.

Behandlungsmethoden bei FNS

  • Physiotherapie: Sie hilft Patient:innen, die Kontrolle über ihre Körperbewegungen wiederzuerlangen und die motorischen Funktionen zu verbessern. Durch gezielte Übungen werden Bewegungsabläufe trainiert, die Koordination wird geschult und die Muskelkraft gestärkt. Auch Techniken zur Entspannung und Schmerzlinderung gehören zum Programm.
  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Sie zielt darauf ab, dysfunktionale, also schädliche, Denkmuster und Verhaltensweisen zu identifizieren und zu verändern. In der KVT lernen ihre Patient:innen, ihre Symptome besser zu verstehen. Sie entwickeln Strategien, um mit Stress und emotionalen Belastungen anders als bisher umzugehen.
  • Ergotherapie: Sie unterstützt Patient:innen mit FNS dabei, ihre normalen Aktivitäten und beruflichen Aufgaben wieder aufzunehmen. Die Therapie konzentriert sich auf die Verbesserung der Handlungsfähigkeit.
  • Entspannungstechniken: Progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Achtsamkeitsübungen können dazu beitragen, die Symptome von FNS zu reduzieren.
  • Edukation: Patient:innen erhalten Informationen über ihre Erkrankung und lernen, wie sie ihren Alltag besser bewältigen können.

Schlaganfall und psychische Faktoren

Der Schlaganfall ist meistens ein Endpunkt einer langjährigen chronischen Entwicklung, eines chronischen Krankheitsprozesses, bei dem unsere Psyche und ihr Einfluss auf unser Verhalten eine zentrale Rolle spielen. Verhaltensweisen, die in früheren Phasen der Evolution sinnvoll waren, wie das Essverhalten und der Umgang mit Stress, sorgen heute dafür, dass wir unter den ständig ausreichenden Nahrungs-Angeboten und häufigen Stress-Situationen, Risikofaktoren entwickeln.

Es gibt zwar viele Menschen, die an Risikofaktoren leiden, aber keinen Schlaganfall entwickelt haben. Sie scheinen zunächst verschont zu sein. Doch Untersuchungen und Tests von Menschen mit Übergewicht und hohem Blutdruck, die ansonsten gesund sind, zeigten nun, dass doch Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit nachgewiesen wurden. Es wurden sogar kleine abgelaufene Schlaganfälle gefunden. Meistens „schiebt“ man es auf das „Alter“, aber in Wirklichkeit handelt es sich um eine fortschreitende Zerstörung des Gehirn, die sogar schon bei unter 30-jährigen beginnt.

Symptome eines Schlaganfalls

Bei den ersten Anzeichen rufen Sie bitte sofort den Notarzt unter 112 an. Häufige Schlaganfall-Symptome sind eine akute Schwäche oder Lähmung auf einer Körperseite, Sprachschwierigkeiten, Sehstörungen und Schwindel bis hin zu Bewusstlosigkeit.

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